Schweiz
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Ein Flugzeug von SkyWork Airlines steht auf dem Flughafen Bern-Belp, am Mittwoch, 18. Oktober 2017. Die vom Grounding bedrohte Berner Fluggesellschaft SkyWork will auf eigenen Fuessen weitermachen. Das betonte Unternehmenssprecher Max Ungricht in einem am Dienstag publizierten Interview mit dem Branchenportal Travelnews. SkyWork Airlines verfuegt nur noch bis Ende Oktober ueber eine Betriebsbewilligung des Bundes. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Regionalfluggesellschaft SkyWork stellt nach sieben Jahren ihren Betrieb ein. Bild: KEYSTONE

Ich habe ein SkyWork-Ticket, was nun? Alles zum Aus der Schweizer Fluggesellschaft

30.08.18, 07:46


Was ist passiert?

Nach der Landung der letzten flugplanmässig ankommenden Maschine in Bern am Mittwochabend gab die Regionalfluggesellschaft SkyWork das Aus bekannt. Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Partner seien die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben, den Betrieb weiterzuführen, teilte das Unternehmen mit.

SkyWork Airlines gebe die Betriebsbewilligung freiwillig an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zurück, heisst es in einer Medienmitteilung weiter. Die Berner Firma müsse auf Basis des Obligationenrechts wegen Überschuldung den Konkursrichter benachrichtigen. Die weiteren Schritte lägen nun beim Richter.

Ferienzeit ist Vielfliegerzeit

Video: srf

Was bedeutet das für Passagiere?

Von der Einstellung des Flugbetriebes sind unmittelbar rund 11'000 Passagiere betroffen, wie das Bazl mitteilte. Die Passagiere sind demnach im Besitz von Tickets für Flüge, die für die Zukunft geplant gewesen waren. Die Aufsichtsbehörde hat auf ihrer Homepage Informationen für Passagiere aufgeschaltet und richtet zudem eine Hotline ein. Diese ist ab Donnerstag 7 Uhr in Betrieb.

Zu den Informationen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) gelangst du hier.

Der Flughafen empfiehlt SkyWork-Passagieren, nicht am Flughafen zu erscheinen, sondern sofort ihre Buchungsstelle zu kontaktieren. Er offeriert sich trotzdem einfindenden Gästen dennoch Hilfe für alternative Reisemöglichkeiten und bei Bedarf einen kostenlosen Transfer zum Bahnhof Bern.

Die Geschäftsleitung von SkyWork Airlines bedankt sich bei den Kunden für die Treue, welche sie der «kleinen feinen Schweizer Fluggesellschaft» sieben Jahre erwiesen hätten. Der Dank gehe auch an die Mitarbeitenden und die Partner von SkyWork Airlines. Mit der Stilllegung von SkyWork Airlines verabschiede sich «die letzte echte Schweizer Linienfluggesellschaft vom Himmel».

Die grössten Flugzeuge der Welt

Was bedeutet das für den Flughafen Bern-Belp?

Mit der Pleite von SkyWork verliert der Flughafen Bern seinen wichtigsten Kunden und auf einen Schlag einen grossen Teil seines Umsatzes. Die Airline erbrachte fast 60 Prozent aller Flüge am Hauptstadtflughafen.

Das Logo des Flughafen Bern Belp fotografiert an der Zertifikatsuebergabe des BAZL am Flughafen Bern, am Dienstag, 5. Dezember 2017, in Belp. Die Europaeische Agentur fuer Flugsicherheit EASA regelt im Auftrag der Europaeischen Kommission die Grundlagen fuer den Betrieb eines Flughafens. Die EASA und das BAZL ueberprueften in einem mehrtaegigen Audit, ob die beschriebenen Sicherheitsprozesse den Vorgaben entsprechen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Hat nun ein Problem: Der Flughafen Bern-Belp. Bild: KEYSTONE

Die Existenz des Flughafens sei durch das Aus der Regionalfluggesellschaft unmittelbar nicht gefährdet, teilte der Flughafenbetreiber in der Nacht auf Donnerstag mit. Die Betriebseinstellung der SkyWork Airlines führe kurzfristig zu einem Wegfall der Linienflüge und verursache beim Flughafen einen erheblichen Umsatzrückgang.

Der Verwaltungsrat und die Leitung des Flughafens hätten Massnahmen vorbereitet und stünden in Kontakt mit mehreren Fluggesellschaften. Der Flughafen will demnach möglichst bald die nachfragestärksten Destinationen im Streckennetz ab und nach Bern erhalten. Die Umsetzung werde von den Ergebnissen der Akquisitionsbestrebungen der Airlines abhängen, heisst es in der Mitteilung.

Was ist mit anderen Fluggesellschaften?

Der Sommerflugbetrieb mit Helvetic Airways ab Bern findet unverändert statt, heisst es in der Mitteilung des Flughafens weiter. Helvetic fliegt von Bern aus zu Ferienzielen in Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland.

ARCHIV --- ZUR ERWEITERUNG DER FLUGZEUGFLOTTE BEI HELVETIC AIRWAYS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Eine Maschine der Helvetic Airways landet auf dem Flughafen Zuerich Kloten am Donnerstag, 5. Maerz 2009. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Landen nicht nur in Zürich-Kloten, wie hier auf dem Bild, sondern auch in Bern: die Maschinen der Helvetic Airways. Bild: KEYSTONE

Der Flughafenbetreiber ist weiter im Grundsatz vom Linienverkehr ab Bern überzeugt. Dass die Nachfrage nach einem Angebot von Linien- und Charterstrecken vorhanden sei, hätten die letzten Jahre gezeigt. Im Einzugsgebiet des Flughafens lebten rund drei Millionen Einwohner und wirkten rund 4‘000 Unternehmen. Das jährliche Passagieraufkommen erreiche knapp 300‘000 Fluggäste.

Der letzte Passagier

Einer der letzten Flüge, die SkyWork am Mittwoch durchführte, war der Rückflug der Fussballmannschaft YB nach Bern. Diese hatten sich zuvor den Einzug in die Champions League in Zagreb gesichert. 

YB's Steve von Bergen, rechts, und Leonardo Bertone bei ihrer Ankunft am Flughafen Bern nach dem Champions League-Playoff-Rueckspiel zwischen Dinamo Zagreb und BSC Young Boys in Bern am 29. August 2018. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Bild: KEYSTONE

Seit längerem in Schieflage

SkyWork war vor knapp einem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Im Oktober 2017 mussten die Flugzeuge drei Tage lang am Boden bleiben. Dann gelang es SkyWork, beim Bund den verlangten Finanzierungsnachweis für den künftigen Betrieb zu erbringen. Wie dieser zustande kam, blieb unbekannt. SkyWork hatte nach dem Konkurs der Tessiner Darwin Airline für die Strecke Genf-Lugano beim Bund ein entsprechendes Konzessionsgesuch eingereicht.

Erst noch am 23. August hatte SkyWork mitgeteilt, sie nehme mit Beginn des Winterflugplans am 28. Oktober neu die Strecke Genf-Lugano in ihr Angebot auf. Das Management der Airline wollte am Mittwochabend keine weiteren Auskünfte erteilen.

SkyWork war 1983 gegründet worden. Das Unternehmen bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an. Die Airline führte zuletzt aus der Schweiz Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen durch. (sda/vom)

Versicherung will mit Flugzeug Wetter beeinflussen

Video: srf

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blaubar 30.08.2018 12:34
    Highlight Nervt. Ticket für in 2 Wochen wertlos... Geld wohl flöten. Jetzt muss ich mit dem Auto 11h über alle wunderbaren italienischen Brücken fahren...
    6 0 Melden
  • sansibar 30.08.2018 12:02
    Highlight Noch schnell YB in die CL gebracht - vielleicht ist das Motto eher „Aufhören wenn‘s am schönsten ist“ 😂😂😂
    6 1 Melden
  • 7immi 30.08.2018 11:46
    Highlight ...airlines sind starke wirtschaftsmotoren. von der tourismusbranche über diverse zulieferer bis zu flughafenpersonal profitieren alle. der indirekte schaden eines groundings sind entsprechend immens. es dürfte in der folge also noch den einen oder anderen stellenabbau oder konkurs dazukommen....
    7 2 Melden
  • eyonei 30.08.2018 11:10
    Highlight Finde es ja schon auch sehr schade und alles. Aber ich habe meine Flugtickets vorgestern gekauft. Ein bitzeli verarscht fühle ich mich schon.
    11 0 Melden
  • ufwidergüx 30.08.2018 10:57
    Highlight Ich habe mich schon immer gefragt, wieso es kein Angebot von Transferflügen gibt ab Bern-Belp (z.B. über Zürich). Das wäre ja für das Einzugsgebiet Bern das komfortabelste Angebot. Weiss hier jemand Bescheid?
    0 2 Melden
    • phreko 30.08.2018 12:44
      Highlight Weil es massiv schneller geht mit dem Zug.
      7 2 Melden
    • Pachyderm 30.08.2018 13:28
      Highlight Der Flughafen hat nicht mal eine direkte Anbindung nach Bern, da muss man mit der S-Bahn nach Belp und dort den Bus nehmen. Bis man da ist, ist man mit dem Zug auch schon halb in Zürich.

      Der Vorteil von Skywork war eher der kleine und dadurch effiziente Flughafen, von am Flughafen ankommen bis im Flugzeug sitzen ging es zumindest bei dem einen Mal wo ich geflogen bin sehr schnell; aber das zahlt sich auch nur bei Direktflügen aus.

      4 1 Melden
  • G. Schmidt 30.08.2018 09:19
    Highlight Hmmm vor kurzem wurde doch der Flughafen Bern-Belp noch mit Steuergeldern unterstützt bzw. ausgebaut?

    Wurde dort ein allfälliges Grounding von Skywork überhaupt in Betracht gezogen?

    Ansonsten kann es gut möglich sein, dass Verluste in Zukunft noch verstaatlicht werden...
    9 0 Melden
    • Flughund 30.08.2018 11:09
      Highlight Es wird sogar weitergebaut die nächste Ausbaustufe ist in Planung. Die Segelfluggruppe Bern wird weggedrängt auf dem Gelände entstehen diverse Bauten für Maintenance, Hangare etc..
      Ich frage mich schon wie das zusammenpasst.
      4 0 Melden
  • nick11 30.08.2018 08:26
    Highlight Toll, mit skyworks im Urlaub ohne gültiges Rückflugticket von exotischem Flughafen. Jetzt darf ich wohl den Tag am Strand mit umorganisieren verbringen, und das Geld scheint auch verloren. danke. Man kann ja nicht einfach normal geplant den Betrieb einstellen, sondern muss noch das Geld von 11'000 Passagieren klauen.
    32 58 Melden
    • phreko 30.08.2018 10:13
      Highlight Haha, normalen geplanten Konkurs. Meinst du beim Swissair Konkurs waren bloss 11'000 betroffen?
      23 6 Melden
    • nick11 30.08.2018 12:50
      Highlight verstehe nicht was du damit meinst. Für den einzelnen Betroffenen spielt es doch keine Rolle, wie viele andere betroffen sind.
      Es geht einfach da drum das man Leute Tickets kaufen lässt, obwohl man weis, dass Ende August Schluss ist.
      Verstehe die Blitzer nicht, kann mir das mal einer erklären? Das Geld > 700 Chf ist weg, hinzu kommen die Kosten für alternative Rückreise mit ganzer Familie, was muss man daran blitzen?
      6 4 Melden
    • G. Schmidt 30.08.2018 13:54
      Highlight @nick11
      Nicht nur die Kunden, aber auch die Mitarbeiter die jahrelang Loyalität gezeigt haben wurden mit dem Konkurs auf die Strasse gestellt.

      Zu Behaupten, dass eine Fluggesellschaft die Tickets geklaut hat ist daher ein bisschen zu viel. Am ehesten wusste nur das Top-Management davon, nicht aber die Gesellschaft/Mitarbeiter per se.
      1 2 Melden
    • Alnothur 30.08.2018 14:10
      Highlight "obwohl man weis, dass Ende August Schluss ist."

      Das wusste man eben nicht. Lesen hilft.
      4 2 Melden
    • phreko 30.08.2018 14:26
      Highlight Du verstehst das Wesen des Kokurses nicht. Ist ja nicht so, dass sie nicht alles versucht haben um auch ihre eigenen (!) Jobs zu retten. Ist ja auch nicht so, dass das Management nun gut dasteht und einfach weiterspazieren kann, nachdem jeder weiss, dass sie eine Pleite verursacht haben. Bei KMU's gibt es dazu auch keine Millionenschwere Saläre und Fallschirme, von denen sie nun gemütlich leben können.
      4 2 Melden
  • Alnothur 30.08.2018 07:33
    Highlight Schade... Bin erst kürzlich noch mit ihnen geflogen und hatte den Eindruck, dass es nach den Problemen letztes Jahr jetzt aufwärts geht mit SkyWork.
    9 1 Melden
  • Tscheggsch? 30.08.2018 07:16
    Highlight "rund drei Millionen Einwohner und wirkten rund drei Millionen Einwohner und wirkten rund 4‘000 Unternehmen."
    46 10 Melden
  • Harry Zimm 30.08.2018 07:12
    Highlight "Im Einzugsgebiet des Flughafens lebten RUND drei Millionen Einwohner UND WIRKTEN RUND drei Millionen Einwohner UND WIRKTEN RUND 4‘000 Unternehmen."

    Da hätte jemand besser einen Farmer-Riegel gegessen, bevor er oder sie sich ans Schreiben machte.
    16 2 Melden
  • Tenno 30.08.2018 07:06
    Highlight Kleiner Fehler im Text, welcher immer wieder begangen wird. Die Schweiz hat keine Hauptstadt! Bern ist die Bundesstadt der Schweiz.
    14 14 Melden
  • desoxyribonukleinsaeure 30.08.2018 06:50
    Highlight Und wie steht es um die Belegschaft?
    10 1 Melden

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