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Publicitas befindet sich in provisorischer Nachlassstundung



Die Werbevermarkterin Publicitas befindet sich in grossen finanziellen Schwierigkeiten. Nachdem mehrere Medienhäuser ihre Zusammenarbeit aufkündigten, musste das Unternehmen eine provisorischer Nachlassstundung beantragen. Nun legt es ein neues Geschäftsmodell vor.

Der Antrag auf Nachlassstundung sei vom Bezirksgericht Bülach bestätigt worden, sagte Publicitas-Finanzchef Carsten Brinkmeier am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Bereits am Donnerstagnachmittag präsentierte das Unternehmen den Verlegern ein neues Geschäftsmodell.

Kern des neuen Konzepts ist ein Kommissionsmodell, welches die Risiken für die Medienhäuser mindern soll. Zudem sollen die Verlage künftig zu insgesamt 50 Prozent an der Publicitas beteiligt werden. Schliesslich will sich das Unternehmen in Zukunft transparenter zeigen, etwa durch die Veröffentlichung seiner Geschäftsberichte.

Das vorgeschlagene Geschäftsmodell ist Teil des Sanierungskonzepts, welches die Publicitas beim Bezirksgericht eingereicht hat. Voraussetzung für die Umsetzung des Konzepts sei die Beteiligung aller grossen Verlage, teilte die Publicitas am Donnerstagabend mit. Sie habe die Verlage gebeten, dem Antrag bis am 10. Mai zuzustimmen.

Zusammenarbeit aufgekündigt

Die Werbevermarkterin leidet wie die Medienhäuser unter dem markanten Rückgang der Printwerbung. Vergangene Woche teilten Tamedia, Ringier, Admeira, die NZZ und die AZ Medien mit, die Zusammenarbeit mit der Publicitas per sofort aufzugeben. Begründet wurde das mit ausstehenden Zahlungen.

Die «Romandie Combi» schloss sich dem Austritt wenig später mit den Titeln «Le Nouvelliste», «La Liberté», «ArcInfo», «Le Quotidien Jurassien» und «Le Journal du Jura» an. Und diese Woche folgte dann gemäss dem «Kleinreport» auch noch das Magazin «Touring» mit einer Auflage von rund 1.2 Millionen. Die Kunden wurden von den Verlagen aufgefordert, offene Rechnungen direkt bei ihnen statt bei Publicitas zu zahlen.

Eigene Firma gegründet

Nur wenige Tage nach der Einstellung der Zusammenarbeit gaben der Verband Schweizer Medien (VSM), Tamedia, NZZ, AZ Medien und der «Corriere del Ticino» zudem bekannt, selber eine Gesellschaft für die Abwicklung von Inseratekampagnen gründen zu wollen. Diese soll die Verlage und auch die Werbekunden im Handling und in der Abwicklung von Werbekampagnen unterstützen und sie entlasten.

Die neue Plattform soll eine Alternative im Markt bieten und weder die einzelnen Verlage noch Publicitas konkurrieren. Der Name soll in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Projektchef Jürg Weber sagte gegenüber dem Kommunikationsportal persoenlich.com, dass in einer ersten Phase zwei bis drei Mitarbeiter aus dem Hause NZZ dafür abbestellt würden.

Gegenüber der SDA bezeichnete es CFO Brinkmeier als «sehr sehr unwahrscheinlich», dass das neue Unternehmen mit zwei bis drei Mitarbeitern das gleiche leisten könne wie Publicitas. Denn sein Unternehmen verfüge über Datensätze von rund 2500 Zeitungs- und 2800 Printtiteln. Das gebe es sonst nirgends.

Antworten bis Mitte Mai

Das Bezirksgericht erwartet bis am 18. Mai eine Rückmeldung über die Kooperationsbereitschaft der Verlage. Sollten die Antworten positiv ausfallen, gehe es für Publicitas mit dem zweiten Schritt des Sanierungskonzeptes weiter, heisst es in einem internen Schreiben, das der SDA vorliegt.

In der Zwischenzeit müssten die Mitarbeitenden damit rechnen, dass der Mai-Lohn mit einer Verspätung von zwei bis drei Wochen ausbezahlt werde. Publicitas ist nach eigenen Angaben der führende Werbevermarkter in der Schweiz und beschäftigte 2016 weltweit rund 750 Mitarbeitende. (sda)

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