Schweiz
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ZUR MELDUNG, DASS DER SCHWEIZER MILLIARDAER UND SYNTHES-GRUENDER HANSJOERG WYSS SOWIE SEINE EHEMALIGE FIRMA SICH VON KLAGEN UM UNBEWILLIGTE WIRBELSAEULENOPERATIONEN FREIGEKAUFT HABEN, DIE TOEDLICH ENDETEN, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG 8. AUGUST 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. WYSS UND SEINEM FUEHRUNGSSTAB WURDE VORGEWORFEN, MENSCHENVERSUCHE MIT NORIAN-EINSPRITZUNG BEI WIRBELSAEULENOPERATIONEN VORANGETRIEBEN ZU HABEN, OBWOHL ES DAFUER KEINE BEHOERDLICHE ZULASSUNG GAB. - Hansjoerg Wyss founder of Swiss medtech company Synthes, billionaire, patron and President of the Wyss Center during the opening of the Biotech Campus, a research institution for biotechnology and life science, in Geneva, Switzerland, May 22, 2015. (KEYSTONE/Laurent Gillieron) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Er ist einer der grössten Spender weltweit: Der gebürtige Berner und Multimilliardär Hansjörg Wyss.  Bild: KEYSTONE

Hansjörg Wyss – wer ist der Mann, der eine Milliarde Dollar seines Vermögens spendet?

Er sorgt derzeit weltweit für Schlagzeilen: Hansjörg Wyss. Der Schweizer Multimilliardär will eine Milliarde seines Vermögens für die Umwelt spenden. Wer ist der öffentlichkeitsscheue Mäzen? Eine Spurensuche.

helene obrist



Die «Bilanz» nannte ihn einst «Das Phantom». Nicht zu unrecht. Denn über den Multimilliardär und Mäzen Hansjörg Wyss ist nicht viel bekannt. Er meidet die Öffentlichkeit, den erlauchten Zirkeln bleibt er lieber fern. Dennoch sorgt der 83-jährige Schweizer immer wieder für Schlagzeilen.

Mit einem an Halloween publiziertem Gastbeitrag in der «New York Times» teilte der gebürtige Berner mit, dass er eine Milliarde seines Vermögens für die Umwelt spenden möchte. Wyss' Worte wirken dringlich. «Jeder von uns – Bürger, Philanthropen, Wirtschafts- und Regierungschefs – sollte sich über die enorme Kluft zwischen dem, wie wenig von unserer natürlichen Umwelt derzeit geschützt ist, und dem, was geschützt werden sollte, Sorgen machen», schreibt er.

Es ist nicht das erste Mal, das Wyss Geld für gute Zwecke ausgibt. Das Spenden zieht sich durch seine Biografie. Aufgewachsen in einer kleinen Dreizimmerwohnung im Berner Weissensteinquartier, brachte es Wyss zum Multimilliardär. Die Orthopädiefirma Synthes, in die er sich 1977 einkaufte, entpuppte sich als Goldgrube. 2012 verkaufte Wyss Synthes an den US-Pharmariesen Johnson & Johnson.

«Jeder von uns – Bürger, Philanthropen, Wirtschafts- und Regierungschefs – sollte sich über die enorme Kluft zwischen dem, wie wenig von unserer natürlichen Umwelt derzeit geschützt ist, und dem, was geschützt werden sollte, Sorgen machen.»

Hansjörg Wyss

Wyss und die legendäre Grosszügigkeit

Zwei Jahre später unterzeichnete Wyss still und heimlich die von Bill Gates und Warren Buffet gegründete US-Kampagne «The giving Pledge». Damit verpflichtete Wyss sich, die Hälfte seines auf 5,7 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögens wohltätigen Zwecken zu spenden.

Viele haben seither von Wyss' legendärer Grosszügigkeit profitiert. Im Jahr 2014 überreichte er der ETH Zürich und der Universität Zürch 120 Millionen US-Dollar für ein gemeinsames Forschungszentrum. Im Oktober vergangenen Jahres kündigte Wyss an, dem Kunstmuesum Bern 20 Millionen Franken für einen Anbau schenken zu wollen. Auch in seiner Wahlheimat Amerika, wo er seit über 40 Jahren wohnt, spendet er immer wieder für Naturschutzprojekte. 

Wyss, der selbstlose, grosszügige, gutherzige Milliardär? Könnte man meinen. Wäre da nicht das Buch «Hansjörg Wyss – mein Bruder», verfasst von Wyss' Schwester Hedi.

«Bescheiden einerseits, herrisch andererseits»

Wyss, der selbstlose, grosszügige, gutherzige Milliardär? Könnte man meinen. Wäre da nicht das Buch «Hansjörg Wyss – mein Bruder», verfasst von Wyss' Schwester Hedi. Die 2014 publizierte Mischung aus Kurzbiografie und facettenreichen Portrait bot erstmals Einblicke ins Privat- und Seelenleben des öffentlichkeitsscheuen Hansjörg Wyss. 

Als «Star mit einer ungewöhnlichen Persönlichkeit, (...) bescheiden einerseits (...), herrisch andererseits» beschreibt Hedi Wyss, Schwester, Journalistin und Schriftstellerin, ihren Bruder. In zahlreichen Gesprächen mit ihrem Bruder, Bekannten, Freunden und Verwandten versuchte Wyss das Wesen des heute 83-Jährigen zu ergründen. Seinen kometenhaften Aufstieg konnte sich Wyss schon damals nicht ganz erklären. 

Das ist Multimilliardär Hansjörg Wyss

«Ich hatte einfach Glück» wird Hansjörg Wyss zitiert. «Und Glück hat man, wenn man versucht, genau zuzuhören.» Sinnvolles zu tun, sich mit guten Leuten zu umgeben, war ihm stets wichtig. Mehr als sieben bis acht Stunden pro Tag zu arbeiten habe er versucht zu vermeiden, «sonst fällt man aus dem Eimer», heisst es. Auch das Wort knausrig findet sich in seiner Kurzbiografie. So gibt der Milliardär laut seiner Schwester nie Geld für Taxis aus. Viel zu teuer. Dafür fährt er mit dem Zug zum nächsten Meeting um sechsstellige Beträge zu spenden. 

Und dennoch: Wyss' Grosszügigkeit hat auch Grenzen. Von Studienkollegen wird er als launisch, cholerisch und als Machtmensch beschrieben, der zwar gibt und schenkt, aber nur dann, wenn man sich nach ihm richtet. Der Mäzen ist sich dessen jedoch bewusst. Er weiss, dass er nicht perfekt ist. So sagte er seiner Schwester einst: «Ich glaube, für die meisten Leute bin ich sehr schwierig. Ich mache einfach mein eigenes Leben, ich hoffe nur, dass ich nicht allzu viele Menschen verletzt habe im Laufe der Zeit.» 

Das ist der Traum der Silicon-Valley-Milliardäre

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • AdmPWN 02.11.2018 12:12
    Highlight Highlight Ich nehme an, sein Vermögen hat er dadurch gemacht, in dem er kräftig in das umweltzerstörerische System investiert hat. Und nun eine "grosszügige" Spende.
    Der grosszügige Herr sollte lieber anständig Steuern zahlen, damit über das Geld demokratisch verfügt werden kann und nicht nach Lust und Laune eins einzigen.
    Der Artikel geht erstaunlich unkritisch mit solchen Fragen um.
  • Gogl Vogl 02.11.2018 07:27
    Highlight Highlight Naja;

    Die Kuh die man melkt, muss man auch ab und zu füttern.
    Bleibt der Bauer auf dem Heu sitzen, verhungert auch er.
  • Ralphinho 01.11.2018 15:57
    Highlight Highlight Kein Mensch ist ohne Makel. Herr Wyss scheint zumindest die (seltene) Fähigkeit zur Selbstreflexion zu haben. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass er die Prioritäten richtig setzt: Lieber eine grosse Spende zugunsten der Umwelt als z.B. eine Lokalrunde nach der anderen spendieren zugunsten seiner Beliebtheitswerte. Respekt! Alles in allem scheint er mir durchaus als gutes Vorbild zu taugen.
  • Alterssturheit 01.11.2018 15:12
    Highlight Highlight Ein paar solcher Wyss könnte die Welt gut vertragen. Nicht nur wegen der Kohle die er spendet, sondern schon nur, weil es sich ernsthaft Gedanken um die Zukunft unseres Planeten macht und sich auch während seiner aktiven Berufskarriere nie an Statussymbolen orientiert hat.
  • Clife 01.11.2018 14:03
    Highlight Highlight Ist das nicht bei den meisten (besonders jugendlichen) Menschen so, dass jeder sich nach sich selber richten soll? Zumindest kommts mir so vor. Dieses „jeder soll sich nach mir richten“ kann gute wie auch schlechte Facetten haben, jenachdem, ob man sich für das Zusammensein oder für das eigene Ego interessiert. Hab ich zumindest die Erfahrung gemacht (Siehe like- und famegeile Personen). Der Herr Wyss zumindest scheint mir mehr das Zusammensein zu interessieren

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