Schweiz
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Ein Fahnenschwinger begruesst die Festbesucher am Fussweg zum Ruetli, am Donnerstag 19. Mai 2016, anlaesslich des 25 Jahre Jubilaeumsanlass des

Bild: KEYSTONE

1. August: Auf dem Rütli feierten 1400 Leute – erstmals mit neuer Nationalhymne



1400 Personen haben am Montagnachmittag auf dem Rütli den 1. August gefeiert. Festrednerin Carla Del Ponte zeigte sich zuversichtlich, dass die Schweiz ihre Herausforderungen meistern könne, wenn sie sich ihre Fähigkeit zur Offenheit beibehalte.

Die 69-jährige Tessinerin war die erste Persönlichkeit aus der italienischen Schweiz, die an der Bundesfeier auf dem Rütli die Rede halten durfte. Die ehemalige Bundesanwältin, Chefanklägerin am internationalen Strafgerichtshof der UNO in Den Haag und Botschafterin tat dies eloquent in Italienisch, Deutsch und Französisch.

Del Ponte sagte, der grösste Schatz der Schweiz sei ihre sprachliche und kulturelle Mannigfaltigkeit, die positiv und mit Offenheit gelebt werde. Die Schweiz dürfe nicht ihre ihre Fähigkeit zur Offenheit, ihre Lust sich zu erklären und andere zu verstehen, verlieren. Wenn es nicht gelänge, die Vielfältigkeit und die Offenheit als positive Werte zu sehen, werde die Basis derjenigen Schweiz sabotiert, auf die das Land stolz sei.

«Angst schlechter Ratgeber»

Als Beispiel für diese wichtige Offenheit nannte die Tessinerin den Bau des im Juni eröffneten Gotthard-Basistunnels. Die Schweiz müsse ihre Unabhängigkeit und Vielfältigkeit bewahren, sagte Del Ponte. Die Angst sei ein schlechter Ratgeber, die zu einem Fall in Stillstand und Isolation münden könne.

Auch die zweite Rednerin, Annemarie Huber-Hotz, plädierte für Offenheit, und zwar im Dialog zwischen den Menschen. Huber-Hotz, die als Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) sprach, wies auf die bahnbrechenden Entwicklungen in Technik und Wissenschaft hin, zu denen auch der Gotthard-Basistunnel gehöre. Trotzdem gebe es noch immer Gewalt, Terrorismus und Stellvertreterkriege.

Das SRK war von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) zur Rütli-Feier eingeladen worden, weil es dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. SRK und SGG könnten die Welt zwar nicht grundlegend verändern, sagte Huber-Hotz, die früher selbst der SGG vorgestanden hatte. Sie könnten mit ihrer Freiwilligenarbeit aber dazu beitragen, dass frische Luft in die menschlichen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen ströme.

Zur Rütli-Feier gehören traditionellerweise auch Alphornbläser, Fahnenschwinger und Darbietungen der Musikgesellschaft Brunnen. Zudem trat beim diesjährigen Anlass, der bei meist sonnigem Wetter durchgeführt werden konnte, auch der Schweizer Jugendchor auf.

Erstmals mit neuem Text für Hymne

Aufgabe des Jugendchors war es, die Nationalhymne mit einem neuen Text («Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund...») probeweise vorzutragen. Die Zeilen stammen von Werner Widmer, der sich in einem Wettbewerb der SGG durchgesetzt hat.

Wie SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger auf Anfrage sagte, hörten die meisten der 1400 Anwesenden «einfach mal zu». Beim französischen Teil des neuen Hymnentextes sowie bei der sogenannten Schweizer Strophe hätten dann einige auf der Rütliwiese mitgesungen. «Es gab keine negativen Reaktionen, Pfiffe blieben aus.»

Für viel Wirbel sorgte der «gottlose» Text und die Tatsache, dass offiziell eine inoffizielle Nationalhymne gesungen wird. Doch jetzt singen alle mit! Quelle: TeleZüri

Der Plan der SGG, den traditionellen Schweizerpsalm durch einen zeitgemässeren Text zu ersetzen, war in konservativen Kreisen auf brüske Ablehnung gestossen. SGG-Präsident Jean-Daniel Gerber versicherte, dass die SGG offiziell immer die alte Hymne singen werde, bis nicht offiziell eine neue bestimmt sei.

Mit Unterstützung des Jugendchores und der Musikgesellschaft Brunnen stimmte die Festgemeinde auf dem Rütli denn auch den Schweizerpsalm an und sang die erste Strophe in den vier Landessprachen.

Gründungsmythos

Auf dem Rütli sollen gemäss des Gründungsmythos Anfang August 1291 Uri, Schwyz und Unterwalden mit einem Bund den Grundstein für die Schweiz gelegt haben. Übrigens: Wilhelm Tell haben wir für euch neu aufgelegt und kräftig gepimpt – das solltest du nicht verpassen! >>

(sda)

A propos Gründungsmythos: Wie gut kennst du dich mit Schweizer Mythen aus?

Quiz
1.Im Jahr 58 v. Chr. schlugen die Römer bei Bibracte in Gallien die Helvetier unter Führung Divicos vernichtend. Die Legende sagt, unsere keltischen Vorfahren hätten ...
Bild zur Frage
... die Römer schon in Gallien angegriffen, um sie daran zu hindern, Helvetien zu erobern.
... als Hilfstruppe des Ariovist dessen Invasion Galliens unterstüzt.
... ihre Städte und Dörfer verbrannt, um nach Gallien auszuwandern.
2.Reisen wir über 1000 Jahre weiter in der Schweizer Geschichte. Wir alle kennen die Szene: Wilhelm Tell schiesst auf Geheiss des Landvogts Gessler seinem Sohn Walter mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf. Was steckt dahinter?
Bild zur Frage
Eine historisch verbürgte Tatsache.
Eine Wanderlegende, die vermutlich aus Skandinavien stammt.
Eine alte helvetische Sage.
3.Der Schwur der drei Eidgenossen auf dem Rütli gehört zu den Gründungsmythen der Eidgenossenschaft. Wann wurde er zum ersten Mal erwähnt?
Bern, Die drei Eidgenossen
Wikipedia
1470/74 im «Weissen Buch» von Sarnen
Wikipedia
1470/74 im «Weissen Buch» von Sarnen
1534/36 im «Chronicon Helveticum» von Aegidius Tschudi
1534/36 im «Chronicon Helveticum» von Aegidius Tschudi
1804 in Schillers Drama «Wilhelm Tell»
1804 in Schillers Drama «Wilhelm Tell»
4.Der Bundesbrief von 1291 gilt als Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft, allerdings erst seit dem späten 19. Jahrhundert. Warum erst seit dann?
Bild zur Frage
Wikipedia
Das Dokument wurde erst im Jahr 1889 im Schwyzer Kantonsarchiv entdeckt. Der Fund erregte grosses Aufsehen und machte den Bundesbrief populär.
Zuvor hatte der deutschsprachige Bundesbrief von Brunnen aus dem Jahr 1315 als Gründungsdokument gegolten. Er wurde aber 1884 als Fälschung entlarvt.
Als Bern 1891 sein 700-jähriges Bestehen feiern wollte, kam man auf die Idee, zugleich eine 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft abzuhalten. Der Bundesbrief passte zu diesem Datum.
5.Der Legende nach sollen die Eidgenossen die Burgen der Vögte erstürmt und zerstört haben. Welche gehörte nicht dazu?
Burgruine Schwanauhttps://de.wikipedia.org/wiki/Schwanau_(Insel)#/media/Datei:Schwanau.jpg
Wikipedia
Gesslerstein
Zwing Uri
Schwanau
6.Bei der legendären Schlacht am Morgarten wurde ein habsburgisches Ritterheer vernichtet. Woher kamen zahlreiche Bewaffnete in Herzog Leopolds Heereszug?
Schlacht bei Morgarten, Gem älde von K. Jauslin
www.morgarten2015.ch
Aus Luzern, Zug und Zürich
Aus Luzern, Zug und Zürich
Aus Wien, Graz und Pressburg
Wikipedia
Aus Wien, Graz und Pressburg
Aus Bern, Freiburg und Basel
Aus Bern, Freiburg und Basel
7.Die Sage des Helden von Sempach, Arnold von Winkelried, fand auch im Ausland Anklang. Welcher Befehlshaber nannte sich aufopfernde Kämpfer «Winkelried»?
Winklerieds Tod bei Sempach
Wikipedia
Wallenstein, Generalissimus der Kaiserlichen im Dreissigjährigen Krieg
Wikipedia
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Prinz Eugen, Feldherr in den österreichischen Türkenkriegen
Wikipedia
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Karl Dönitz, Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine
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8.Wann erklärte sich die Eidgenossenschaft erstmals als neutral?
Neutralität, Schweizer Militärpostkarte
Museum Altes Zeughaus Solothurn
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Im Französisch-Niederländischen Krieg (1674)
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Am Wiener Kongress (1815)
Wikipedia
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9.Wir machen wieder einen grossen Zeitsprung vorwärts: 1935 trat das «Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen» in Kraft, in dem das Bankgeheimnis verschärft wird. Was war der Zweck dieses gesetzgeberischen Schritts?
[EDITOR'S NOTE: Topical image, posed picture with fake money] A briefcase with bundles of fake banknotes of Swiss Francs, pictured on July 21, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)
KEYSTONE
Der Schutz jüdischer Vermögen in der Schweiz vor dem Zugriff der Nazis.
Die Verhinderung ausländischer Bankenspionage.
Die Erleichterung der Steuerhinterziehung für Kunden aus dem Ausland.
10.Im Zweiten Weltkrieg blieb die Schweiz verschont. Lange galt als Hauptgrund dafür der militärische Widerstandswille, symbolisiert durch das Réduit – das befestigte Rückzugsgebiet der Armee in den Alpen. Wo schwor General Guisan das Offizierkorps auf die Réduit-Strategie ein?
An old Swiss military cannon camouflaged as a stone, which belongs to the old Swiss army fortress on Guetsch hill at over 2300 meters above sea level above Andermatt in the Gotthard region, Switzerland, pictured on May 16, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally) Eine als Stein getarnte Militaerkanone der alten Festung der Schweizer Armee auf dem Guetsch auf ueber 2'300 Meter ueber Meer oberhalb von Andermatt im Gotthardgebiet, aufgenommen am 16. Mai 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
KEYSTONE
Auf dem Bundesplatz in Bern
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Auf dem Gotthardpass
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Auf der Rütliwiese
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    Alle Leser-Kommentare
  • Scott 02.08.2016 13:46
    Highlight Highlight Wenn wir schon eine neue Hymne ohne christlichen Text nötig haben, dann bitte auch gleich weg mit dem albernen Kreuz auf unserer Nationalflagge. Arme Schweiz...
  • dommen 01.08.2016 22:56
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