DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So gut waren die Schweizer Trainer als Fussballer – das Ranking

Bayern Münchens Julian Nagelsmann bestritt nicht ein Spiel als Profi. Auch Thomas Tuchel, der Chelsea zum Triumph in der Champions League führte, kann nicht auf eine glorreiche Spielerkarriere zurückblicken. Der Blick in die Super League und in die Challenge League zeigt indes: In der Schweiz wird nach wie vor auf Ex-Profis als Trainer gesetzt.
26.10.2021, 15:1627.10.2021, 15:51

Von Arrigo Sacchi gibt es ein berühmtes Zitat: «Um ein Jockey zu werden, muss man ja nicht als Pferd geboren sein.» Es war die Antwort des Italieners auf den Einwand, er könne ja wohl kaum ein guter Trainer sein, wo er doch selber gar nie gut Fussball gespielt habe.

Die Realität ist: Längst besitzt Sacchi den Status einer Trainerlegende. Mit revolutionären taktischen Ideen führte er die AC Milan zu zahlreichen Erfolgen. Und er bewies: Man kann auch dann ein herausragender Trainer werden, wenn man selber ein limitierter Kicker war.

In der Super League und der Challenge League gibt es aktuell zwei Klubs, die auf einen Trainer setzen, der selber nie bei einem höherklassigen Verein gespielt hat. Dafür gibt es viele Ex-Nationalspieler, Torschützenkönige – und auch einen, der beim FC Barcelona spielte.

Andrea Binotto

Neuchâtel Xamax
50 Jahre alt

Bild: keystone

Aufgewachsen als Sohn eines italienischen Taxifahrers in Lausanne, platzte der Profitraum früh: Andrea Binotto konnte besser mit Zahlen als mit Bällen jonglieren. Der Xamax-Trainer studierte Mathematik, unterrichtete später selber und coachte den FC Concordia Lausanne, den er in der 4. Liga übernahm. Später war er massgeblich am Aufstieg von Stade Lausanne-Ouchy in die Challenge League beteiligt. Sein älterer Bruder Mattia Binotto ist seit 2019 Teamchef von Ferrari in der Formel 1.

Peter Zeidler

FC St.Gallen
59 Jahre alt

Bild: keystone

Schon als 22-Jähriger stieg der Lehrer im Nachwuchs des VfB Stuttgart als Trainer ein. Er habe früher in der 6. Liga gespielt, erzählte Zeidler einst im «Blick», und als er es als Spielertrainer versucht habe, «war mir schnell klar, dass es mir besser liegt, Trainer zu sein. Ich konnte schon kicken, da leg ich schon Wert drauf. Aber Profi werden, das lag nicht drin. Mir fehlte es vor allem am Tempo.»

Ilija Borenovic

Bild: keystone

Lausanne-Sport
38 Jahre alt​

Im April 2003 schoss das 20-jährige Mittelfeld-Talent nach einem 0:2-Rückstand gegen Schaffhausen noch zwei Tore und rettete Lausanne einen Punkt. Es sollte das Highlight in der Spielerkarriere des Ilija Borenovic bleiben. Den grössten Teil seiner Laufbahn bestritt er bei Echallens in der 1. Liga, ehe er als 27-Jähriger umsattelte und Trainer wurde. Nach acht Jahren im Nachwuchs beförderte ihn Lausanne im Sommer zum Cheftrainer.

Carlos Bernegger

Bild: keystone

FC Thun
52 Jahre alt​

Die Grosseltern wanderten einst vom Rheintal nach Argentinien aus, Carlos Bernegger ging den umgekehrten Weg. Einem Spieleragenten war sein Schweizer Name auf dem Matchblatt des Zweitligisten Belgrano aufgefallen, und so reiste der Medizinstudent mit Anfang 20 zurück zu seinen Wurzeln. In St.Gallen fiel er durch, doch der FC Winterthur nahm ihn auf. Schon nach wenigen Einsätzen verletzte er sich jedoch schwer und die Karriere war vorbei, ehe sie richtig begonnen hatte. Bernegger entschied sich, trotzdem in der Schweiz zu bleiben und Trainer zu werden.

Uli Forte

Bild: keystone

Yverdon-Sport
47 Jahre alt

«Er war kein Filigrantechniker, sondern ein Haudegen», beschreibt sein früherer Mitspieler Roger Erni im «Blick» den einstigen Mitspieler. Er verteidigte gemeinsam mit Forte beim SC Kriens in der Nationalliga B und erzählt, Forte habe sich «mit seiner aggressiven Spielweise in die Herzen der Fans gekämpft.» Die drei Saisons bei Kriens sind seine zweite Station in der zweithöchsten Liga, nachdem er es Anfang der 90er-Jahre schon mit seinem Jugendklub FC Brüttisellen dorthin geschafft hatte.

Mattia Croci-Torti

Bild: keystone

FC Lugano
39 Jahre alt

Das Tessin lernte er als Verteidiger kennen: Croci-Torti war bei Chiasso, Malcantone Agno, Lugano und Biasca. Unterbrochen wurde die rund 200 Spiele in der Challenge League umfassende Karriere von Intermezzi im GC-Nachwuchs und beim FC Wil. Im September beförderte Lugano den emotionalen Croci-Torti nach der Entlassung von Abel Braga vom Assistenz- zum Cheftrainer.

Patrick Rahmen

Bild: keystone

FC Basel
52 Jahre alt​

Als Sohn von FCB-Legende Bruno Rahmen (fünf Mal Meister unter dem legendären Helmut Benthaus) wurde ihm der Fussball in die Wiege gelegt. Patrick Rahmen war nicht ganz so erfolgreich, brachte es aber ebenfalls zum Profi in der höchsten Liga. Er stürmte für den FC Basel, YB, Delémont und Solothurn.

Michel Renggli

bild: keystone

SC Kriens (Interimstrainer)
41 Jahre alt

Der Luzerner wurde 2003 nach vier Saisons in Kriens vom Super-Ligist Wil engagiert, wo er Stammspieler war und mit dem er sensationell den Schweizer Cup gewann. Nach dem Abstieg wechselte der starke Distanzschütze zu Thun und weiter zu GC, ehe er zu «seinem» FC Luzern zurückkehrte. Dort gibt Renggli seine Erfahrung aus rund 400 Spielen auf Topniveau an den Nachwuchs weiter. Unlängst wurde er vom FCL bis auf Weiteres an den kleinen Nachbarn Kriens «ausgeliehen», nachdem dieser sich vom Cheftrainer getrennt hatte.

Giorgio Contini

Bild: keystone

Grasshopper Club
47 Jahre alt​

Den 28. Februar 2001 wird Contini wohl nie vergessen: An diesem Tag bestritt er sein erstes Länderspiel. Das 0:4 gegen Polen in einem stimmungslosen Testkick auf Zypern war zugleich auch das letzte Länderspiel des Stürmers, der Teil der seinen grössten Erfolg mit dem FC St.Gallen feierte. Zum völlig überraschenden Meistertitel im Jahr 2000 steuerte der Winterthurer acht Tore bei. Danach stürmte Contini auch noch für Luzern und Lausanne.

Stephan Keller

Bild: keystone

FC Aarau
42 Jahre alt

Einen Meistertitel errang auch Keller – weit weg in Australien. Dem Verteidiger aus der Generation, die mit der U21-Nati als «Titanen» für Furore sorgte, war eine grosse Karriere vorausgesagt worden. Als 23-Jähriger bestritt der FCZ-Abwehrchef drei Länderspiele. Doch dann geriet die Karriere ins Stocken, via Aarau und Rot-Weiss Erfurt wechselte Keller in die Niederlande. Für drei Klubs absolvierte der gelernte Bankkaufmann rund 100 Spiele in der Eredivisie – und dazwischen, 2010, wurde er Meister mit dem Sydney FC.

Martin Andermatt

bild: keystone

FC Schaffhausen
59 Jahre alt​

Der Zuger hatte seine beste Zeit als Profi bei GC. Ende der 80er-Jahre war er Stammspieler in der Abwehr, wurde Meister und Cupsieger mit den Hoppers. In jener Zeit wurde Andermatt auch Nationalspieler, elf Mal lief der ausgebildete Primarlehrer für die Schweiz auf. Vor und nach GC spielte Andermatt auch für Wettingen und Basel in der Nationalliga A.

David Wagner

Bild: keystone

Young Boys
50 Jahre alt

Wagner ist ein UEFA-Cup-Sieger: Er schaffte es 1997 als Ergänzungsspieler der «Eurofighter» vom FC Schalke 04. Die grosse Mehrheit seiner Profispiele absolvierte der Stürmer in der 2. Bundesliga, wo er für Mainz, Gütersloh und Waldhof Mannheim auf Torejagd ging. Der Deutsch-Amerikaner bestritt 8 Länderspiele für die USA, vor der WM 1998 fiel er dem letzten Kaderschnitt zum Opfer.

Paolo Tramezzani

Bild: keystone

FC Sion
51 Jahre alt​

Sieben Jahre lang gehörte der Verteidiger Inter Mailand. In dieser Zeit kam Tramezzani immerhin zu 34 Einsätzen für die «Nerazzurri», zumeist war er aber an andere Klubs ausgeliehen. Rund 300 Spiele bestritt er in den drei höchsten Ligen Italiens, davon 101 in der Serie A. Mit drei Einsätzen trug er zum Highlight seiner Karriere bei: dem Gewinn des UEFA-Cups mit Inter 1994. Vier Jahre später verteidigte er einige Spiele für Tottenham, doch als dort Trainer Christian Gross gehen musste, war das auch für Tramezzani das Aus bei den «Spurs».

André Breitenreiter

Bild: keystone

FC Zürich
48 Jahre alt​

Keiner schoss mehr Bundesliga-Tore – das stimmt, solange man sich auf die SpVgg Unterhaching beschränkt. 15 seiner insgesamt 28 Treffer im deutschen Oberhaus erzielte Breitenreiter für die Münchner, 144 Mal lief er insgesamt in der Bundesliga auf. Den Durchbruch schaffte der Angreifer bei Hannover 96, wo er 1992 als Zweitligist den DFB-Pokal gewann. In der Bundesliga lief er zunächst für den Hamburger SV und Wolfsburg auf, ehe er in Unterhaching seinen zweiten Frühling erlebte.

Ralf Loose

Bild: keystone

FC Winterthur
58 Jahre alt​

Als Kapitän führte er Deutschland 1981 zum Titelgewinn an der U20-WM (mit im Team u.a. Rüdiger Vollborn, Michael Zorc und Roland Wohlfarth). Loose galt als eines der grössten Talente des DFB, doch zum A-Nationalspieler schaffte er es nicht. Dafür zählte er als Libero während vieler Jahre zum Bundesliga-Establishment. Für seinen Jugendklub Borussia Dortmund, Rot-Weiss Oberhausen und Fortuna Düsseldorf brachte er es auf 211 Bundesliga- und 131 Zweitliga-Spiele.

Mario Frick

Bild: keystone

FC Vaduz
47 Jahre alt​

Die lebende Legende des liechtensteinischen Fussballs. Mit 16 Treffern ist Frick der Rekordtorschütze des Fürstentums, das er früh verliess, um Karriere als Profifussballer zu machen. Nach dem Durchbruch beim FC St.Gallen folgten die Stationen Basel und Zürich, ehe Frick in Italien anheuerte. In einem Jahrzehnt brachte er es für Hellas Verona und Siena auf 111 Serie-A-Spiele (20 Tore), hinzu kommen 133 Einsätze (44 Tore) für Ternana in der Serie B.

Fabio Celestini

Bild: keystone

FC Luzern
45 Jahre alt​

Nicht viele Schweizer Fussballer schafften, was Celestini gelang: Captain eines grossen Klubs zu sein. Bei Olympique Marseille war er dies, zwei Saisons spielte er dort. Auf sich aufmerksam gemacht hatte der zentrale Mittelfeldspieler bei Troyes, wohin er nach zwei Cupsiegen mit Lausanne gewechselt war. Von OM führte Celestinis Reise nach Spanien, dort spielte der 35-fache Nationalspieler zunächst für Levante und anschliessend während fünf Saisons für Getafe, mit dem er Siege sowohl gegen Real Madrid wie auch gegen den FC Barcelona schaffte.

Meho Kodro

Bild: keystone

Stade Lausanne-Ouchy
54 Jahre alt

105 Tore in 263 Spielen in der Primera Division – der Stürmer war in den 90er-Jahren eine grosse Nummer in Spanien. Für Real Sociedad schoss er so viele Tore, dass ihn 1995 der grosse Johan Cruyff zum FC Barcelona holte. Highlight: ein Doppelpack beim 3:0-Sieg im Clasico gegen Real Madrid. In allen Wettbewerben der Saison schoss er zwar 15 Tore und somit die meisten bei Barça, doch dann engagierte der Klub Ronaldo (das Original), weshalb für Kodro kein Platz mehr war. «Als ich den im Training sah, dachte ich: Madre mia!», erinnerte sich der Stürmer unlängst im Magazin «Zwölf» daran. Der 15-fache Nationalspieler (2x Jugoslawien, 13x Bosnien-Herzegowina) setzte die Karriere daraufhin bei Teneriffa und Alavés fort.

Alain Geiger

Bild: keystone

Servette Genf
60 Jahre alt​

Nur Heinz Hermann hat mit 118 noch mehr Länderspiele für die Schweiz bestritten als Geiger, der 112 Mal für die Nati auflief. Er war als Libero Stammspieler des legendären Teams, das sich für die WM 1994 qualifizierte. Auch an der EM 1996 nahm er zum Abschluss seiner Laufbahn teil. Zwanzig Jahre lang dauerte Geigers Karriere. Sie führte ihn von Sion über Servette und Xamax nach Frankreich zu Saint-Etienne, und wieder zurück nach Sion und am Ende zu GC, wo er Spieler der ersten Schweizer Champions-League-Mannschaft war. Der «Walliser Fussballer des Jahrhunderts» (den Titel erhielt er 2019) wurde mit vier Klubs (Servette, Xamax, Sion, GC) fünf Mal Schweizer Meister und lief 494 Mal in der NLA auf.

Alex Frei

Bild: keystone

FC Wil
42 Jahre alt​

Mit 42 Toren der Rekordtorschütze der Schweizer Fussballnationalmannschaft, Torschützenkönig in der Ligue 1 (mit Stade Rennes) und zwei Mal in der Super League, 34 Treffer in 74 Bundesliga-Spielen für den BVB – Alex Frei war eine Tormaschine. Der Basler kompensierte sein im Vergleich mit anderen weniger grosses Talent mit umso mehr Einsatz. Frei hatte keine herausragende einzelne Fähigkeit, aber er konnte fast alles sehr, sehr gut. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz ballerte der oft polarisierende Stürmer den FCB zu vier Meistertiteln in Folge.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die 53 Sion-Trainer unter Christian Constantin

1 / 56
Die 53 Sion-Trainer unter Christian Constantin
quelle: keystone / michael buholzer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ist das die grösste Schlange der Welt? Es braucht einen Kran, um sie zu heben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kanadier Fortier bis Ende Saison bei Ajoie +++ Davos holt Fora für 4 Jahre
Kaum hat die neue Saison begonnen, arbeiten die National-League-Klubs bereits wieder an den Kadern für die Saison 2022/23.

Der aufgrund von Verletzungen verpflichtete Kanadier Maxime Fortier bleibt bis Ende Saison beim Aufsteiger HC Ajoie.

Zur Story