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Im Alpensia-Resort im Pyeongchang Mountain Cluster wird im Februar um Medaillen gekämpft
Im Alpensia-Resort im Pyeongchang Mountain Cluster wird im Februar um Medaillen gekämpftBild: EPA
Interview

Olympia zwischen zwei Fronten? «Haben noch mehr Ressourcen ins Krisen-Management gesteckt»

100 Tage vor den ersten Medaillenentscheidungen blickt Ralph Stöckli, der Chef de Mission von Swiss Olympic, den Winterspielen in Pyeongchang mit grosser Zuversicht entgegen. Viele logistische Herausforderungen konnten gemeistert werden. Ein Brennpunkt bleibt die Krise zwischen Nord- und Südkorea.
01.11.2017, 17:15

Ralph Stöckli, es dauert nur noch 100 Tage bis zu den ersten Medaillenentscheidungen an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Welches sind derzeit noch die grössten Baustellen für Swiss Olympic und für Sie als Chef de Mission?
Ralph Stöckli:
Zum Glück sind es nicht mehr allzu viele Baustellen. Vor zwei Wochen waren wir ein weiteres Mal vor Ort, zusammen mit Vertretern des Ski- und Eishockeyverbandes, und konnten uns ein Bild davon machen, welche Herausforderungen uns noch bevorstehen. In den letzten Monaten konnten einige Probleme gelöst werden. Die Entwicklung ist positiv. Es gilt nun, noch an den Details zu arbeiten. Ich darf mit gutem Gewissen sagen: ‹Es kommt gut.›

Chef de Mission: Ralph Stöckli.
Chef de Mission: Ralph Stöckli.Bild: KEYSTONE

Welche Probleme konnten in der Zwischenzeit gemeistert werden?
Viele Prozesse waren noch nicht ganz klar, ich nenne als Beispiel jenen unmittelbar nach der Ankunft in Südkorea. Was passiert genau, wenn die Athleten nach mehr als zehn Stunden Flug in Seoul ankommen? Wie verläuft der ganze Prozess, bis sie dann in ihrem Bett zur Ruhe kommen? Dies ist für die Athletinnen und Athleten eine sehr heikle Phase. Nun konnten wir diesbezüglich mit den Organisatoren einiges zu unseren Gunsten und für unsere Bedürfnisse klären.

Es gab in Pyeongchang im vergangenen Winter einige Test-Wettkämpfe. Welche Rückmeldungen erhielten Sie von den Athleten und Betreuern?
Je nach Sportart gab es natürlich Unterschiede. Im Bereich Langlauf, Skispringen oder Biathlon gab es bereits sehr viele Erfahrungen aufgrund von Weltcup-Veranstaltungen in den vergangenen Jahren. Im Bob mit der neuen homologierten Anlage sind die Herausforderungen grösser. Grundsätzlich waren die Feedbacks aber sehr positiv.

Jubel im Schweizer Team: Carlo Janka gewinnt bei der Olympia-Hauptprobe im letzten Winter den Weltcup-Super-G.
Jubel im Schweizer Team: Carlo Janka gewinnt bei der Olympia-Hauptprobe im letzten Winter den Weltcup-Super-G.Bild: EPA

Ihre ersten Olympischen Spiele als Chef de Mission von Swiss Olympic haben Sie 2016 in Rio de Janeiro erlebt. Welches sind von logistischer Seite her die grössten Unterschiede zwischen Sommer- und Winterspielen?
Es gibt zwei grosse Unterschiede. Einerseits stellen wir in Pyeongchang ein viel grösseres Team als zuletzt in Rio de Janeiro. Die Schweizer Delegation wird gesamthaft bis zu 400 Leute umfassen. Das ist natürlich sehr schön, aber auch herausfordernd. Andererseits werden Tonnen an Material nach Südkorea transportiert. Uns steht hierfür ein sehr kleines Zeitfenster zur Verfügung, weil bis kurz vor den Winterspielen noch Weltcup-Wettkämpfe stattfinden.

Rechnet Swiss Olympic mit der grössten Olympia-Delegation aller Zeiten?
Aktuell ja, die genannten 400 Personen sind allerdings Hochrechnungen. Letztlich wissen wir nicht, wer sich tatsächlich dann auch für die Olympischen Spiele qualifiziert. Wir gehen davon aus, dass wir zwischen 180 und 190 Athletinnen und Athleten am Start haben werden.

Welche Auswirkungen auf die Vorbereitung hat die Nordkorea-Krise?
In den Bereich Krisen-Management haben wir noch mehr Ressourcen hineingesteckt, zusammen mit unseren Partnern, dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA und dem Bundesamt für Polizei (fedpol). Die Schweizer Botschaft in Südkorea setzt mehr Leute ein, um uns regelmässig informieren und die Entwicklungen nah begleiten zu können. So ist gewährleistet, dass wir auch kurzfristig nochmals eine Einschätzung haben, wenn es darum geht, die Schweizer Delegation nach Pyeongchang zu entsenden.

Wie steht es um die Olympia-Euphorie in Südkorea? Man hört, dass der Ticketverkauf schleppend verläuft.
Die Südkoreaner sind per se nicht für ihre grossen Emotionen bekannt. Wenn man aber mit den Leuten vor Ort spricht, spürt man die Vorfreude. Sie sind extrem stolz, nach den Sommerspielen 1988 in Seoul nun die Winterspiele durchführen zu dürfen. Sie freuen sich, die Welt einladen zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass es eine geniale Stimmung geben wird. (ram/sda)

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Video: srf

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