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EM 2024: Die Schweiz träumt gegen Italien vom Sieg und vom grossen Coup

Switzerland fans cheer for their national team during a Group A match between Switzerland and Germany at the Euro 2024 soccer tournament in Frankfurt, Germany, Sunday, June 23, 2024. (AP Photo/Martin  ...
Der Blick in die Schweiz Fankurve beim Spiel gegen Deutschland.Bild: keystone
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Der Traum vom ganz grossen Coup lebt

Was sich in bloss zwei Wochen alles verändern kann! Das Schweizer Nationalteam startete mit wenig Kredit in die Fussball-EM. Doch vor dem Achtelfinal heute Abend gegen Italien hat der Wind gedreht.
29.06.2024, 05:55
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Favoritin ist die Schweiz gegen Italien nicht. Aber wenn WM-Final-Schiedsrichter Szymon Marciniak um 18 Uhr den EM-Achtelfinal anpfeift, begegnen sich im Berliner Olympiastadion zwei Teams auf Augenhöhe.

Die Wege in die deutsche Hauptstadt waren unterschiedlich. Titelverteidiger Italien benötigte nach einem knappen Sieg gegen Albanien und einer Niederlage gegen Spanien, bei der man chancenlos war, ein Tor in der 98. Minute gegen Kroatien, um in die K.o.-Phase zu kommen.

Mit breiter Brust gegen die Azzurri

Die Schweiz startete mit einer eindrücklichen ersten Halbzeit beim 3:1-Sieg gegen Ungarn, schaffte mit einem 1:1 gegen Schottland die Achtelfinal-Qualifikation so gut wie sicher und sie war drauf und dran, Gastgeber Deutschland zu schlagen. Erst in der 92. Minute kassierte die Nati den 1:1-Ausgleich.

Was war, zählt nun nicht mehr viel – eigentlich. Denn es hat eben doch eine grosse Bedeutung. Die Schweiz kann nach den Eindrücken der Vorrunde mit breiter Brust in dieses Duell mit dem südlichen Nachbar, der im Fussball stets überlegen war, steigen. Spieler und Fans darf es positiv stimmen, dass Nationaltrainer Murat Yakin an diesem Turnier bislang ein feines Gespür bewiesen hat.

Ein letzter gemeinsamer Tanz?

Gegen Ungarn überraschte er mit der Nominierung von Michael Aebischer und Kwadwo Duah in die Startelf – beide trafen. Gegen die Schotten brachte er Xherdan Shaqiri von Anfang an – er schoss ein zauberhaftes Tor. Gegen Deutschland liess er sein Team mutig pressen und bissig spielen. Die Hoffnung ist da, dass Yakin im vierten EM-Spiel erneut einen taktischen Volltreffer landet.

Switzerland's head coach Murat Yakin, right, talks to his captain Granit Xhaka, during a training session of the substitute players at the "Stadion auf der Waldau" in Stuttgart, Germany ...
Die Chefs unter sich: Captain Granit Xhaka (links) und Trainer Murat Yakin.Bild: keystone

Der Begriff der «Goldenen Generation» wurde in der Vergangenheit und in anderen Ländern, wie zuletzt etwa Belgien, überstrapaziert. Aber auch diese Schweizer Mannschaft ist ein Team, das in dieser Konstellation vermutlich nie mehr so gut sein wird wie jetzt.

Goalie Yann Sommer ist 35 Jahre alt, Fabian Schär und Xherdan Shaqiri blicken ihrem 33. Geburtstag entgegen, Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka werden in einigen Monaten 32, Remo Freuler hat dieses Alter schon erreicht. Mit gemeinsam rund 600 Länderspielen bildet diese Gruppe an Stammspielern das Rückgrat der Mannschaft. Wenn sie einmal an einem Turnier wirklich weit kommen will, dann ist diese EM vielleicht ihre letzte grosse Chance.

Der Blick voraus

Da und dort wird das Tableau der K.o.-Phase als aus Schweizer Sicht erfreulich eingestuft, weil Spanien, Deutschland, Portugal oder Frankreich in der anderen Hälfte sind. Dennoch würde bei einem Sieg gegen Italien nach Papierform England und damit ein weiterer Hochkaräter auf die Nati warten.

Kaum auszudenken, sollte sie diesen dann auch noch schlagen und dann im Halbfinal vielleicht auf Österreich treffen! Ein ewiges Nachbarschafts-Duell würde von der Skipiste ins Fussballstadion verlegt werden. Der 10. Juli würde zu einem sporthistorischen Datum werden.

Aber das ist Schnee von morgen. Heute zählt nur Italien und wie man die Squadra Azzurra besiegen kann. Gelingt dies, bleibt genug Zeit, um von noch mehr zu fantasieren. Der Traum lebt.

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Neruda
29.06.2024 09:10registriert September 2016
Nüchtern betrachtet ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass wir heute gewinnen, rsp. Sehr weit kommen. Wenn ich mir aber die Leistung der Italiener oder auch der Engländer und Slowaken anschauen, wäre ein Vorrücken ins Halbfinal nicht mal so eine riesen Überraschung. Hoffen wir, dass das Wettkampfglück auf unserer Seite ist!
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