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Die letzte Saison war eine Schmach: Tom Lüthi.
Die letzte Saison war eine Schmach: Tom Lüthi.Bild: KEYSTONE

Tom Lüthi – ein «Nuller» und alle Titelträume sind ausgeträumt

Tom Lüthi hat die frustrierende letzte Saison verarbeitet. Aber er ist noch nicht schnell genug, um Rennen zu gewinnen.
23.02.2019, 12:1223.02.2019, 12:56

Kann er noch schnell fahren oder kann er nicht? Das war die grosse Frage nach Tom Lüthis frustrierender letzter Saison.

Das «Abenteuer MotoGP» endete mit «null Punkten.» Keine Klassierung in den Top 15. Für einen Fahrer mit seinem Talent und seiner Erfahrung ist das eine Schmach sondergleichen.

Nun fährt der 32-jährige Emmentaler nach einem Jahr Unterbruch also wieder die Moto2-WM. Er hat für 2019 und 2020 einen gut dotierten Vertrag beim Deutschen Dynavolt-Team. Er kassiert ein sechsstelliges Salär. Die Teambesitzer erhoffen sich vom Schweizer Spitzenresultate. Tom Lüthi profitiert nach wie vor von seinem Ruhm aus den Jahren 2016 und 2017, als er in der Moto2-WM auf den zweiten Schlussrang fuhr und sechs Rennen gewann. Er muss als Star also nicht wie Dominique Aegerter Geld in die Teamkasse einzahlen und die Spesen sind erst noch bezahlt.

Die Frage, ob er sein fahrerisches Selbstvertrauen wiedergefunden hat, kann nach den dreitägigen Jerez-Tests zum ersten Mal beantwortet werden. Er hat. Und tatsächlich wirkt er locker, entspannt, ruhig und selbstsicher. Auf Fragen nach dem Frust der letzten Saison will er nicht eingehen und sagt mit einem Anflug von Grantigkeit:

«Darüber rede ich nicht mehr. Das ist für mich seit Ende Januar vorbei und vergessen.»
Tom Lüthi

Die Arbeit seines Mentaltrainers trägt ganz offensichtlich Früchte.

Zwar vermochte Tom Lüthi diese Tests nicht mehr zu dominieren wie zu seinen besten Zeiten. Aber er hat sich auf solidem Niveau (14. Rang) im höheren Mittelmass etabliert: noch nicht schnell genug für Spitzenränge. Aber er hat seine Runden so regelmässig gedreht, dass er auf dem Niveau ist, um in einem Rennen in die Ränge fünf bis acht zu fahren.

Nur einen «Exploit», eine richtig schnelle Zeit hat er nicht herausgefahren. Verunsichert ist er deswegen nicht: «Das ist zwar ein wenig schade, beunruhigt mich allerdings nicht. Ich habe diese Zeit ja auch nicht mit allen Mitteln gesucht. Wir haben hier in erster Linie viele Tests gemacht.» Es sei ihm auch darum gegangen, die Sicherheit zu finden. «Ich bin nie gestürzt. Das war mir wichtig.»

Diese Sicherheit hat nach einem Abstieg aus der Königsklasse MotoGP in die Moto2-WM noch nie ein Fahrer auf Anhieb gleich wiedererlangt. So gesehen ist Tom Lüthi in Jerez erstaunlich gut gefahren. Allerdings war sein Teamkollege Marcel Schrötter schneller (11.). Doch der hochtalentierte Deutsche ist mental zerbrechlich wie billiges Plastikspielzeug und hat in über 100 Rennen erst einen einzigen Podestplatz herausgefahren. Auch das eine Schmach. Er wird Tom Lüthi so wenig beunruhigen wie einst Dominique Aegerter, als die beiden Schweizer im gleichen Team fuhren.

Aber Tom Lüthi ist noch nicht schnell genug, um gegen die bis zu 12 Jahre jüngeren «wilden Jungen», die Kopf und Kragen riskieren, Rennen zu gewinnen. Und doch kann er Weltmeister werden. Wenn es ihm gelingt, regelmässig auf den vorderen Rängen zu punkten, dann kann er mit der neuen Generation im Kampf um den WM-Titel mithalten. Denn mit Stürzen dieser wilden Jungs ist zu rechnen.

Von «Nullern» der Konkurrenz kann Tom Lüthi im Dauerwettbewerb Moto2-WM mit 19 Rennen zwischen März und November allerdings nur profitieren, wenn er selber keinen «Nuller» schreibt. Einen Ausfall kann er nicht durch eine Serie von Siegen kompensieren. Oder zugespitzt formuliert: Mit einem «Nuller» sind die Titelchancen dahin, ist alles vorbei.

Nun fährt Tom Lüthi nach einem Jahr Unterbruch auch wieder gegen Dominique Aegerter (28). Das Verhältnis der beiden ist inzwischen entspannt.

<font style="vertical-align: inherit;"><font style="vertical-align: inherit;">Lüthi und Aegerter: Zwei Kumpels, die sich gut verstehen.</font></font>
Lüthi und Aegerter: Zwei Kumpels, die sich gut verstehen.Bild: KEYSTONE

Die neue Lockerheit hat einen einfachen Grund: Dominique Aegerter ist für Tom Lüthi kein ernstzunehmender Gegner mehr wie damals in den Jahren 2013 bis 2015. 2013 fuhr Dominique Aegerter in der Moto2-WM auf den vierten Schlussrang und klassierte sich zum ersten und einzigen Mal im Gesamtklassement vor seinem ewigen Rivalen (6.). Was dessen Manager Daniel M. Epp zur Aussage provozierte: «Dieses Jahr ist der beste Schweizer Fahrer nicht der bestklassierte in der WM.»

Das ist lange her. Nun sind die Rollen klar verteilt: oben Tom, unten «Domi». Da fällt es nicht schwer, gut miteinander auszukommen.

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