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Roger Federer of Switzerland reacts during his during his men's singles quarterfinals match against Kei Nishikori of Japan in the Shanghai Masters tennis tournament at Qizhong Forest Sports City Tennis Center in Shanghai, China, Friday, Oct. 12, 2018. (AP Photo/Andy Wong)

Das Heimturnier in Basel ist für Federer Aufgalopp in die wichtige Schlussphase der laufenden Saison. Bild: AP/AP

Federer unter Zugzwang – warum er beim Heimturnier in Basel wieder glänzen muss

An den Swiss Indoors in Basel winkt dem topgesetzten Roger Federer ab Montag in der neuen St.Jakobshalle der neunte Titel. In der Weltrangliste sind Federers Aussichten weniger rosig. Um seinen Status zu halten, muss der Weltranglisten-Dritte bis März ordentlich punkten.



Die Vorgabe, um sich in der Weltrangliste mittelfristig unter den besten Vier zu halten, ist relativ simpel: Federer muss seine Resultate aus dem Vorjahr bestmöglich bestätigen, 4200 seiner 6250 Punkte stehen bis Mitte März auf dem Spiel. Einleitend sollte der Baselbieter nächste Woche das Heimturnier als Einstieg in einen erfolgreichen Herbst nutzen.

Gewänne er seinen 99. ATP-Titel, würde er schon mal 500 Punkte konservieren. Strauchelt er hingegen auch in den nächsten Monaten öfters, droht der 37-Jährige in der Weltrangliste an Boden einzubüssen. Es gilt, die Titel in Basel, Melbourne und Rotterdam zu verteidigen sowie den Halbfinal an den ATP Finals in London und den Final in Indian Wells zu bestätigen.

The fans welcome Switzerland's Roger Federer prior to his  round of sixteen match against Germany's Philipp Kohlschreiber at the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, on Thursday, October 29, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Die Fans bringen Glück – vor heimischem Publikum spielt Federer meist gross auf. Bild: KEYSTONE

Die Gelegenheit, in Basel Schwung aufzunehmen, ist günstig. Mit Alexander Zverev (ATP 5) und Marin Cilic (6) figurieren neben ihm zwei weitere Top-10-Spieler und mit Stefanos Tsitsipas (16), Jack Sock (18) und Marco Cecchinato (19) drei Vertreter aus den Top 20 im Starterfeld, also ähnlich wie bei seinem Sieg im Vorjahr und etwas weniger als in den vorangegangenen Jahren. Als Weltnummer 3 ist Federer topgesetzt, er kann deshalb frühestens im Halbfinal auf Cilic und erst im Final auf Zverev treffen.

Steigerung gefordert

Allerdings muss Federer sein eigenes Niveau wieder anheben, will er in Basel zum vierten Mal in Folge (2016 fehlte er verletzt) und zum insgesamt neunten Mal triumphieren. Zuletzt bot der 20-fache Grand-Slam-Sieger auch Gegnern von ausserhalb der Top 10 Möglichkeiten, ihn zu schlagen. Zweimal verlor er 2018 gegen Borna Coric (Halle und Schanghai), dazu gegen John Millman (US Open) und Thanasi Kokkinakis (Miami). Der Australier Millman, der auch schon in der Schweiz Interclub gespielt hat, ist in Basel ein möglicher Gegner Federers.

Auch Stan Wawrinka gehört zu Federers potenziellen Stolpersteinen aus tieferen Ranglisten-Regionen. Der Lausanner, der sich nach seinen Knie-Operationen der Spitze in kleinen, aber stetigen Schritten wieder annähert, hätte den Cut als ATP-Nummer 68 nicht geschafft. Er kann für die Aufnahme ins Haupttableau des 500er-Turniers aber von seinem Status als Commitment Player Gebrauch machen, weil er vor einem Jahr zu den Top 30 gehört hat. Eine Wildcard dürfte zudem Henri Laaksonen erhalten. Die offizielle Bestätigung steht noch aus.

Roger Federer of Switzerland gestures to the spectators after losing his men's singles semifinals match to Borna Coric of Croatia in the Shanghai Masters tennis tournament at Qizhong Forest Sports City Tennis Center in Shanghai, China, Saturday, Oct. 13, 2018 (AP Photo/Andy Wong)

Trotz Halbfinal-Aus – Federer war mit seinem Tennis, das er in Schanghai gezeigt hat, zufrieden. Bild: AP/AP

Ein besonderes Augenmerk gilt Stefanos Tsitsipas und Denis Shapovalov. Der 20-jährige Grieche Tsitsipas hat 2018 schon sechs Top-10-Spieler besiegt, unter ihnen beim Finaleinzug im August in Toronto der Reihe nach Dominic Thiem, Novak Djokovic, Alexander Zverev und Kevin Anderson. Obwohl sein Aufstieg in den letzten Monaten etwas gebremst wurde, ist er seit dem Jahreswechsel im ATP-Ranking vom 91. auf den 16. Platz vorgerückt. Der Kanadier Shapovalov, Anfang Monat Bezwinger von Wawrinka in Tokio, ist noch ein Jahr jünger und bereits die Nummer 30 der Welt.

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So gewann Federer im Vorjahr den Titel. Video: YouTube/ATPWorldTour

Neu Platz für 12'400 Zuschauer

Nach dreijährigen Renovationsarbeiten wird an den Swiss Indoors die modernisierte St.Jakobshalle eingeweiht. Neu treten die Spieler vor einem grösseren Publikum auf. Der Center Court bietet nun Platz für 12'400 Zuschauer, das sind 3400 mehr als in den Vorjahren. Die Kosten für das Upgrade beliefen sich auf über 100 Millionen Franken.

Hans-Peter Wessels, Regierungsrat Basel-Stadt und Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements, Mitte unten, beobachtet wie in der neu renovierten St. Jakobshalle der Boden fuer die Swiss Indoors velegt wird. Fotografiert anlaesslich eines Medienrundgangs zur feierlichen Eroeffung der frisch renovierten St. Jakobshalle, am Montag, 15. Oktober 2018 in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Ein Blick in die frisch renovierte Halle. Bild: KEYSTONE

Dr. Conradin Cramer, Regierungsrat Basel-Stadt und Vorsteher des Erzeihungsdepartements, referiert zu den anwesenden Gaesten, anlaesslich der feierlichen Eroeffung der frisch renovierten St. Jakobshalle am Montag, 15. Oktober 2018 in Foyer der St. Jakobshalle Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Auch das Foyer kann sich sehen lassen. Bild: KEYSTONE

20 Jahre nach seiner ersten Teilnahme wird Federer sein Auftaktspiel am Dienstag absolvieren. Tags zuvor wird das Turnier am Super Monday ab 19.00 Uhr mit zwei Partien eröffnet, die am Samstag nach der Auslosung bekannt gegeben werden. Eingeleitet wird das Programm am Eröffnungstag mit einem Show Act im Zeichen von ABBA-Mania. «Damit schliesst sich ein schwedischer Kreis», sagt Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald in Anspielung auf den Triumph von Björn Borg vor 41 Jahren, der mit dem Chart-Sturm der ehemaligen schwedischen Popgruppe einherging. (pre/sda)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Freilos 21.10.2018 15:30
    Highlight Highlight Federer ist nicht unter Zugzwang. Dass er nicht ewig so weiterspielen kann wie noch im letzten Jahr ist selbstverständlich. Ich würde ihm den einen oder anderen Titelgewinn noch gönnen bevor er Abtritt. Ich denke man wird ihn nur noch nächstes Jahr in Basel sehen.
    1 1 Melden
  • Füdlifingerfritz 20.10.2018 12:13
    Highlight Highlight Spielerisch könnte es absolut zum Turniersieg reichen. Das Problem wird die Kondition sein. Federer hat inzwischen nach 3 Runden teilweise Mühe mit seinem Körper. Das wird ihn vor allem bei Grand Slams leider wohl stark zurückbinden.
    23 3 Melden
    • Adam Gretener (1) 20.10.2018 12:47
      Highlight Highlight Ich muss korrigieren: Spielerisch bei diesen Turnierteilnehmern. Obwohl drauf wetten würde ich nicht. Djokovic hat wieder seine alte Form gefunden und an ihm führt momentan kein Weg vorbei.
      6 15 Melden
  • Angelo C. 20.10.2018 11:59
    Highlight Highlight Time to say goodbye 🤔?

    Zumindest aber kann man vom alternden Superstar Federer nicht mehr verlangen, in jedem Turnier zu glänzen und auch seinen Platz 2 in der Weltrangliste ad infinitum zu wahren.

    Dieser hohe Anspruch muss allmählich realistischer werden. Zwar kann Roger noch immer das Eine oder Andere Turnier gewinnen, muss dabei aber dazwischen längere Pausen einlegen und es so handhaben, wie das der früher erfolgreiche Tommy Haas getan hat :

    Immer mal wieder auftauchen und Beweise seiner unverwüstlichen Technik und Brillanz zu liefern, ohne allerdings immer Turniersiege vorauszusetzen.
    22 3 Melden

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

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