Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

ATP Masters 1000, Miami

Federer vs. Kyrgios 01.00 Uhr: 7:6 (11:9), 6:7 (9:11), 7:6 (7:5)

Nadal vs. Fognini 19.00 Uhr: 6:1, 7:5

epaselect epa05881959 Roger Federer of Switzerland reacts after defeating Nick Kyrgios of Australia during a semifinal round match at the Miami Open tennis tournament on Key Biscayne, Miami, Florida, USA, 31 March 2017. Federer will face Rafael Nadal of Spain in the men's singles finals on 02 April.  EPA/ERIK S. LESSER

Sieg nach einem dramatischen Tiebreak-Krimi: Roger Federer bezwingt in Miami Nick Kyrgios und steht im Traumfinal gegen Rafael Nadal.   Bild: ERIK S. LESSER/EPA/KEYSTONE

Federer macht Traumfinal gegen Nadal perfekt

Roger Federer folgt am ATP-1000-Turnier von Miami Rafael Nadal in den Final. Er bezwingt im Halbfinal den Australier Nick Kyrgios in einem dramatischen Spiel 7:6 (11:9), 6:7 (9:11), 7:6 (7:5).



Kyrgios, bekannt für seine schwankende Motivation, wurde seinem Ruf als Riesentöter in der Night Session gegen Federer diesmal haarscharf nicht gerecht. Der exzentrische Australier schlug im Tiebreak des Entscheidungssatzes beim Stand von 5:4 zum Sieg auf, doch wie im Viertelfinal gegen Tomas Berdych konnte sich Federer aus der Bedrängnis lösen. Nach 3:10 Minuten (!) verwertete der Schweizer seinen dritten Matchball zum Sieg – die ersten zwei hatte er im Tiebreak des zweiten Satzes besessen. 

Nachdem Kyrgios den 35-jährigen Maestro im ersten Duell vor zwei Jahren in Madrid knapp geschlagen hatte, glich Federer die Bilanz gegen das 14 Jahre jüngere Enfant terrible mit seinem 18. Sieg im 19. Spiel seit dem Comeback Anfang Jahr aus. Alle sechs Sätze zwischen den beiden wurden im Tiebreak entschieden. Von den Top 5 schnitt Kyrgios einzig gegen Andy Murray schlecht ab (0:5). 

Kyrgios zeigt sein ganzes Repertoire

Gegen Federer präsentierte Kyrgios sein ganzes Repertoire. Sein Einsatz pendelte zwischen wild entschlossen und verbissen. Für einen lauten Fluch wurde er im ersten Satz verwarnt. Später rutschte ihm im Tiebreak auch noch ein «shut up» in Richtung Publikum über die Lippen, mehrmals schmiss er sein Racket. Als er im dritten Satz wegen Spielverzögerung ermahnt wurde, reagierte er mit Humor, indem er demonstrativ zum nächsten Ballwechsel hastete.

Ansonsten wusste der vom Publikum zum Buhmann Erkorene sein Temperament positiv einzusetzen und die Zuschauer auch auf spielerische Weise zu unterhalten. Anfang des zweiten Satzes passierte er Federer mit einem «Tweener», seinem Lieblingsschlag zwischen den Beinen hindurch, wiederholt befreite er sich mit Assen und Servicewinnern aus prekären Situationen. Zudem demonstrierte er Fairness, indem er den Schiedsrichter beim Stand von 3:3 im dritten Satz zu seinen Ungunsten überstimmte. 

Auch Federer, der fast durchwegs stark servierte, aber mit der Vorhand einige ungewohnte Fehler machte, war bei den Big Points zur Stelle. Bevor er im Tiebreak des ersten Satzes seinen dritten Satzball verwertete, wehrte er deren zwei von Kyrgios ab, den zweiten beim Stand von 8:9 mit einem glänzenden Return auf einen starken ersten Aufschlag Kyrgios'. Im Finish, in dem es gleich zu mehreren Millimeter-Entscheiden kam, zog er zum zweiten Mal in Folge den Kopf aus der Schlinge.

Der Sieg war auch deshalb verdient, weil Federer bei seinen Aufschlagspielen deutlich seltener Probleme bekundete als Kyrgios. Ausser beim einzigen kassierten Break zum 3:4 im ersten Satz, auf das er mit dem Rebreak zum 5:5 reagierte, liess er seinem Gegner bei eigenem Aufschlag keine Chancen zu. 

Final-Reprise nach zwölf Jahren

Am Sonntag (ca. 19 Uhr) kommt es damit in Key Biscayne wie vor zwölf Jahren zum Traumfinal zwischen Federer und Nadal. Der Spanier hatte in seinem Halbfinal gegen Fabio Fognini (ATP 40) keine Schwierigkeiten bekundet und sich klar in zwei Sätzen durchgesetzt. 

Federer und Nadal duellieren sich am Sonntagabend zum 37. Mal. Nadal führt im Head to Head 23:13, verlor aber die letzten drei Duelle, unter anderem im Ende Januar im Final des Australian Open und vor zwei Wochen im Achtelfinal von Indian Wells. Für Nadal ist es der fünfte Final in Miami, gewonnen hat er das Turnier indes noch nie. 2005, damals noch über drei Gewinnsätze, gab er gegen Federer eine 2:0-Satzführung aus der Hand. (sda)

Wie die Tennis-Stars WIRKLICH gesehen werden und sind

Unvergessene Tennis-Geschichten

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link zum Artikel

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link zum Artikel

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link zum Artikel

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link zum Artikel

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link zum Artikel

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link zum Artikel

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link zum Artikel

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link zum Artikel

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link zum Artikel

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link zum Artikel

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link zum Artikel

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link zum Artikel

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link zum Artikel

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link zum Artikel

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link zum Artikel

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link zum Artikel

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link zum Artikel

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • smoenybfan 01.04.2017 12:46
    Highlight Highlight Ich staune immer wieder wie unfair Kyrgios behandelt wird. Er musste gestern nur auf dem Platz sein um dauernd ausgebuht zu werden, obwohl er wirklich fair auftrat. (zB Federer wichtigen Punkt zusprach statt Wiederholung).
    Time Violation? Come on, es brechen mehr Spieler diese Regel als sie einhalten.
    Racket Abuse? Wieso ist das bei ihm schlimmer als bei Djokovic, Stan, Thiem, etc?
    Und ich möchte ja gerne sehen wie ihr reagiert, wenn ihr konstant ausgebuht werdet obwohl ihr nichts falsches macht.
    • Toerpe Zwerg 01.04.2017 14:38
      Highlight Highlight Einverstanden. Eines ist für mich klar: Wenn er seine Emotionen in den Griff kriegt - und das wird er, Tennis macht zwangsläufig demütig - dann wird er No1 werden. M.E. zusammen mit Zverev mit Abstand der Talentierteste.
  • "Das Universum" formerly known as lilie 01.04.2017 11:40
    Highlight Highlight Wahnsinn! 😍😍😍

    Und egal, wer gewinnt, Roger und Rafa werden die Woche als Nr. 4 und 5 im Ranking beginnen. Wenn das keine klasse Leistung von beiden ist! 👍
  • Jol Bear 01.04.2017 11:17
    Highlight Highlight Kyrgios ist äusserst talentiert und gleichzeitig ein "Spinner", normalerweise ist das eine gute Voraussetzung für grossen Erfolg im Sport. Er scheint auch fähig zur Selbstreflexion und Ironie. Da er erst 21 ist (Männer entwickeln ca. ab 24 die Reife von "Erwachsenen" ;-)), glaube ich, dass da ein wirklicher Champion heranwachsen könnte. Ausser er beendet aus einer Laune heraus seine Tenniskarriere abrupt, jederzeit möglich...
  • RETO1 01.04.2017 10:52
    Highlight Highlight es war ein nervenaufreibendes Spiel aber am Schluss hat unser Nationalheld gesiegt, ich liebe ihn
    kein Aprilscherz!
  • amore 01.04.2017 09:19
    Highlight Highlight Warum sehen wir diese Highlights nicht bei SRF?
    • Charlie Brown 01.04.2017 11:34
      Highlight Highlight Also ich war die halbe Nacht wach und hab SRF geschaut. Warum du rs nicht gesehen hast kann ich nicht beurteilen.

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

Die Siegerehrung zog sich in die Länge. Roger Federer dankte allen - in englisch, französisch und schweizerdeutsch. Er verdrückte am Ende Freudentränen und meinte, er sei der glücklichste Mensch der Welt. Federer war bewegt und bewegte die Massen. «Es ist immer sehr emotional hier», so Federer.

In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

Artikel lesen
Link zum Artikel