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epa06954958 Roger Federer of Switzerland  in action against Leonardo Mayer of Argentina in their match in the Western & Southern Open tennis tournament at the Lindner Family Tennis Center in Mason, Ohio, USA, 17 August 2018.  EPA/TANNEN MAURY

Federer hat in Cincinnati zwar den Final erreicht, überzeugen konnte er aber nie wirklich. Bild: EPA/EPA

«Schrecklich, was war das?» – Roger Federer zurück im Gruselkabinett

Roger Federer unterliegt Novak Djokovic in zwei Sätzen und verliert erstmals in Cincinnati einen Final. Eine Woche vor den US Open ist der Baselbieter weit von seiner Bestform entfernt.

 simon häring / Aargauer Zeitung



Er hatte sich viele Gedanken gemacht in der einmonatigen Wettkampfpause nach dem Aus in den Viertelfinals von Wimbledon, auch grundlegende. Und er kehrte mit einer klaren Devise zurück: Nicht in alte Muster verfallen, offensiv spielen, nicht konservativ, befreit und inspiriert. Was Roger Federer damit meinte, war in Cincinnati aber nur im Ansatz zu erkennen. Es wurde augenscheinlich, dass ihm die Balance und die Klarheit im Spiel abhanden gekommen war.

Ausdruck dieses Ringens mit sich selber war der Final gegen Novak Djokovic, den Federer mit 4:6, 4:6 verlor. Für den Serben war es nach fünf Finalniederlagen (drei gegen Federer) der erste Erfolg in Mason, Ohio. Er schaffte damit Historisches: Er ist der erste Spieler, der alle neun Turniere der Masters-1000-Serie mindestens einmal gewonnen hat. Und Djokovic untermauerte damit auch seine Favoritenrolle für die in einer Woche beginnenden US Open.

Federer spricht von «einer guten Woche»

Federer hingegen konnte nie kaschieren, woran sein Spiel krankt: Dominant beim Aufschlag, hadernd, zweifelnd und fehlerhaft beim Return. «Das war einfach schrecklich. Klar, Novak hat gut serviert, aber jeden zweiten Ball auf der Vorhand zu verschlagen, ich weiss nicht, was das war?», ärgerte sich der Baselbieter. «Das war einfach nicht gut genug. Und ich bin froh, dass es vorbei ist.» Dass er dennoch von «einer guten Woche» sprach? Eine Plattitüde.

«Es war ein schreckliches Gefühl», sagte Federer und liess durchblicken, dass er sich träge gefühlt haben muss: «Meine Füsse bewegten sich nicht mehr so gut.» Wegen Regenfällen hatte Federer in drei Tagen vier Spiele bestritten, dabei im Halbfinal aber von der Aufgabe von David Goffin profitiert. Gleichwohl stellte auch Djokovic fest, dass Federer nicht auf der Höhe gewesen sei: «Es schien zuweilen, als hätte er Schwierigkeiten, sich zu bewegen.»

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Djokovic vs. Federer: Die Final-Highlights aus Cincinnati. Video: YouTube/ATPWorldTour

Tiefe Risse im Selbstverständnis

Vor dem Turnier hatte Federer die Ergebnisse seiner schonungslosen Selbstkritik vorgetragen, als er konstatierte, dass ihm die Leichtigkeit des vergangenen Jahres schon in Australien gefehlt habe. Trotzdem hatte er dort den Titel gewonnen. Trotzdem war er im Frühling noch einmal an die Spitze der Weltrangliste vorgestossen. Cincinnati war für ihn die Rückkehr ins Gruselkabinett. Wimbledon hat tiefe Risse in seinem Selbstverständnis hinterlassen.

epa06880985 Kevin Anderson of South Africa (R) walks off court with Roger Federer of Switzerland whom he defeated in their quarter final match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 11 July 2018. EPA/NIC BOTHMA EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Die Niederlage gegen Anderson in Wimbledon wiegt wohl schwerer, als Federer zugeben mag. Bild: EPA/EPA

Eine Woche vor den US Open ist Federer weit von seiner Bestform entfernt. Doch es ist nicht alles schlecht. Körperlich reist er erstmals seit Jahren ohne Beschwerden nach New York. Auf den Aufschlag ist Verlass. Zudem zeigte Federer eine Galligkeit, die ihm zuletzt gefehlt hatte. Zuletzt hatte Federer sich daran gestört, dass er in New York als Favorit gelte, obschon er dort seit zehn Jahren nicht mehr gewonnen hat. Zumindest dieses Problem ist er nun los.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Daniel Fuchs (1) 21.08.2018 11:57
    Highlight Highlight Traurig dass man eine solche Überschrift Federer zurück im Grusselkabinett braucht; das braucht man nicht...; die Leistung honorieren wäre sinnvoller...
    2 0 Melden
  • äti 20.08.2018 15:27
    Highlight Highlight Andererseits hat jetzt mehr Zeit für Werbung.
    25 27 Melden
  • rundumeli 20.08.2018 13:54
    Highlight Highlight vielleicht bräucht er einen trainer, der ihm neue impulse geben könnt ... severin lüthi is vor allem nett.
    9 37 Melden
    • el heinzo 20.08.2018 14:03
      Highlight Highlight Na dann, bewirb dich.
      37 5 Melden
  • Der müde Joe 20.08.2018 11:52
    Highlight Highlight 2017 hat Roger die Titel gewonnen weil die Erwartungen von außen und an sich selbst sehr gering waren. Aber die beiden GS-Titel und das erklimmen der Weltrangliste Nr.1, haben automatisch die Erwartungen nach oben geschraubt. Fluch und Segen zugleich. Wenn Federer wieder zur letztjährigen Einstellung gelangt, dann ist beim US-Open alles möglich.
    71 8 Melden
    • Toerpe Zwerg 20.08.2018 13:25
      Highlight Highlight 3 GS Titel.
      4 19 Melden
    • Barracuda 20.08.2018 13:50
      Highlight Highlight Der müde Joe redet aber vom Jahr 2017, da waren es zwei.
      25 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 20.08.2018 13:54
      Highlight Highlight ok
      12 2 Melden

«Diese Ekstase macht süchtig» – Federer holt den neunten Titel in Basel

Roger Federer (ATP 3) ist nicht ganz Hundert. An den Swiss Indoors in Basel feierte er seinen 99. Turniersieg, den 9. in Basel und den 4. hintereinander. Den Final gegen Marius Copil (ATP 93) gewann Federer nach Rückstand in beiden Sätzen in 94 Minuten 7:6 (7:5), 6:4.

Die Siegerehrung zog sich in die Länge. Roger Federer dankte allen - in englisch, französisch und schweizerdeutsch. Er verdrückte am Ende Freudentränen und meinte, er sei der glücklichste Mensch der Welt. Federer war bewegt und bewegte die Massen. «Es ist immer sehr emotional hier», so Federer.

In seiner Dankesrede blieb Federer bei den Offiziellen hängen. Bei jenen Leuten, die hinter den Kulissen arbeiten - wie beispielsweise den Verantwortlichen fürs «Hawkeye» - das «Adlerauge», das die …

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