Als Sam Darnold im NFL Draft 2018 an dritter Stelle gedraftet wurde, erhofften sich die New York Jets, ihren Heilsbringer gefunden zu haben. Daraus wurde jedoch nichts. Nach eher enttäuschenden drei Jahren wurde der Quarterback fortgejagt, auch in Carolina wurde er nicht glücklich. Zwar deutete er sein Potenzial immer wieder an, hatte seine starken Momente, doch war neben dem Licht meist mehr Schatten.
Vor dieser Saison unterschrieb der 27-Jährige bei den Minnesota Vikings für ein Jahr. Mit seiner Erfahrung sollte er auch dem Rookie J. J. McCarthy helfen. Dieser verletzte sich jedoch schon vor der Saison schwer – und nach 13 Spielen mit Sam Darnold stellt sich die Frage: Weshalb sollte man nicht einfach mit ihm weitermachen?
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Die Vikings stehen nach dem 42:21 gegen Atlanta bei elf Siegen. Nach den vielen knappen Erfolgen tat die Gala gegen die Falcons wohl besonders gut. Zumal Darnold, dem aufgrund seiner bisherigen Karriere noch immer nicht alle zutrauen, die aktuelle Form aufrechtzuerhalten, gleich fünf Touchdown-Pässe warf und er wie in den drei vorherigen Spielen ohne Interception blieb. Dabei bestach er auch bei schwierigen Würfen und trotz Druck der gegnerischen Verteidigung. In der entscheidenden Phase brillierte Darnold, indem er die Vikings im Schlussviertel nochmal zu 21 Punkten führte. Nach drei Vierteln waren Minnesota und Atlanta noch gleichauf.
Über den zweiten Touchdown-Pass auf Justin Jefferson sagte Vikings-Trainer Kevin O'Connell nach dem Spiel: «Ich verrate euch jetzt nicht, was ich ihm darüber gesagt habe, wie viele andere Quarterbacks diesen Wurf schaffen würden.»
Calm, cool and collected.
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Schon nach dem letzten Spiel hatte der 39-Jährige, der als Hauptverantwortlicher für die Offensive ebenfalls einen grossen Anteil am Erfolg Minnesotas hat, gesagt: «Er wirft den Ball auf einem unglaublich hohen Niveau. Präzis, mit dem perfekten Tempo, er verteilt ihn gut und er kann auch riskante Pässe werfen, wenn es nötig ist.»
Dass Darnold in Sachen Touchdown-Pässe, Pass-Yards und dem Passer Rating überall in den Top 10 ist, liegt natürlich auch an seinem überragenden Wide-Receiver-Duo. Auch gegen die Falcons hatten Justin Jefferson (132 Yards, 2 Touchdowns) und Jordan Addison (133 Yards, 3 Touchdowns) wieder einen absoluten Sahnetag.
Noch besser als die Offensive ist bei Minnesota aber die Defensive. Bereits 27 Mal nahmen sie dem Gegner den Ball ab, nur Pittsburgh gelang dies noch einmal mehr. Auch gegen Atlanta gelang dies Minnesota wieder dreimal. Bei den zugelassenen Punkten pro Spiel stehen die Vikings mit 18,5 auf Platz 6, gemäss DVOA – einem Wert, der aus verschiedenen Statistiken die Qualität eines Teams errechnet – stellen sie gar die beste Defensive der NFL. Sowohl gegen Pässe als auch gegen Läufe weist die von Bryan Flores hervorragend gecoachte Verteidigung grandiose Werte auf.
Dass die Stimmung im Team ebenfalls sehr gut ist, zeigen unter anderem die Jubelchoreografien von Safety Camryn Bynum und seinen Mitspielern. Nachdem der 26-Jährige vor einigen Wochen die Olympia-Performance von Breakerin Raygun imitiert hatte, stellte er nun gemeinsam mit Josh Metellus eine Szene aus dem Film «White Chicks» nach. Obwohl die Vikings noch nicht zu den absoluten Titelkandidaten zählen, dürften sie auch in den Playoffs kein angenehmer Gegner sein.
Für Ex-Vikings-Quarterback Kirk Cousins gab es am Sonntag hingegen nichts zu feiern. Der neue Spielmacher der Falcons lieferte bei seinem alten Team eine weitere schwache Leistung, weshalb ihm nach acht Interceptions ohne Touchdown-Pass in den letzten vier Spielen gar die Ersatzbank droht. Mit Michael Penix steht nämlich der an achter Position ausgewählte Spieler vom Draft im April bereit.
Die Kansas City Chiefs stehen nun bei zwölf Siegen und nur einer Niederlage. Bei zehn dieser Siege hätte der Gegner das Spiel mit einem Ballbesitz ausgleichen oder gar drehen können. Das Team um Quarterback Patrick Mahomes gewinnt also meistens knapp – und teilweise mit fast unverschämtem Glück.
So auch gegen die Los Angeles Chargers, als der Meister der letzten zwei Jahre zur Pause zwar 13:0 führte, das Spiel im dritten Viertel aber aus der Hand gab. Kurz vor Schluss führten die Chargers mit einem Punkt Vorsprung, als Ersatz-Kicker Matthew Wright aus 31 Yards Entfernung zum Field Goal antrat. Und der 28-Jährige sorgte tatsächlich für die drei Punkte zum 19:17-Sieg – souverän war das aber eher nicht. Dank des Erfolgs sichern sich die Chiefs zum neunten Mal in Serie Platz 1 in der Division NFC West und den sicheren Playoff-Platz.
Eigentlich war es kein schlechtes Spiel von Quarterback Aaron Rodgers und seinen New York Jets. Lange führten sie in Miami gar. Erst wenige Sekunden vor Schluss glichen die Dolphins das kurz zuvor erzielte Field Goal der Jets zum 26:26 aus, woraufhin das Spiel in die Verlängerung ging. Bis dahin lieferten sich Rodgers und sein Gegenüber Tua Tagovailoa ein Duell auf hohem Niveau – beide Quarterbacks erzielten durch ihre Pässe über 300 Yards Raumgewinn. Seinen einzigen Touchdown-Pass warf der 41-jährige Rodgers auf Lieblings-Receiver Davante Adams.
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In der Verlängerung kam er jedoch nicht nochmal an den Ball, weil die Jets-Defense den Gegner nicht stoppen konnte. Mit einem Pass in die Endzone auf Tight End Jonnu Smith entschied Tagovailoa die Partie und beendete damit die Playoff-Hoffnungen der mit erst 3 Siegen aus 13 Spielen enttäuschend schwachen Jets endgültig. Die Zukunft von Rodgers in New York ist unklar, angeblich tendieren die Jets dazu, sich im Draft einen neuen Quarterback zu holen.
TUA AND JONNU FOR THE WIN IN OT! pic.twitter.com/3TJFKzI55M
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Bei einem solchen Spiel bleiben die Münder der American-Football-Fans offen stehen. Mit 44:42 setzten sich die Los Angeles Rams in einer von Offensivspektakel geprägten Partie gegen die Buffalo Bills durch. Ein Highlight jagte dabei das andere, was vor allem an den beiden grandiosen Quarterbacks Matthew Stafford und Josh Allen lag.
Stafford warf zwei Touchdown-Pässe und glänzte auch sonst mit präzisen Zuspielen in Drucksituationen. Besonders sehenswert war aber der Catch von Puka Nacua, der mit insgesamt 178 Yards Raumgewinn und 2 Touchdowns ein überragendes Spiel machte.
PUKA NACUA! ABSOLUTELY UNREAL!
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Josh Allen warf gar drei Touchdown-Pässe und lief drei zusätzliche Male in die Endzone. Nach der Partie bezeichnete ihn Rams-Trainer Sean McVay als «Alien» und sagte: «Deshalb wird er auch so respektiert.» Am Ende brachte es Allen aber nichts, dass seine Bills zwar sechs Touchdowns erzielten und ohne Turnover blieben. Als erstes Team in der NFL-Geschichte verlor Buffalo trotz dieser Statistiken.
Dies lag vor allem auch an dem geblockten Punt, den die Rams-Defense für einen Touchdown nutzte. Damit legten sie den Grundstein zum 7. Sieg im 13. Spiel und hielten die Playoff-Hoffnungen so offen. Für Buffalo rückte der erste Platz und das damit verbundene Freilos in der ersten Playoff-Runde der AFC in etwas weitere Ferne. Zwei Siege müsste man in den verbleibenden vier Runden auf die Chiefs aufholen. Das dürfte selbst für den bisher überragenden Allen eine sehr schwierige Aufgabe sein.
PUNT BLOCKED! TO THE HOUSE FOR SIX!
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Eine weniger rühmliche Figur machte Josh Allen in einer Szene, in der er mit einem Verteidiger aneinandergeriet. Dabei machte er aus einer kleinen Berührung der Helme wohl etwas mehr, als da wirklich war, und forderte eine Strafe für den Gegner.
Nach zwei katastrophalen Wochen zum Start seiner zweiten NFL-Saison wurde Bryce Young bei den Carolina Panthers auf die Bank gesetzt. Der 23-Jährige, der noch anderthalb Jahre zuvor an erster Stelle im Draft ausgesucht worden war, galt als gescheitert. Doch auch Andy Dalton konnte nur bedingt überzeugen, und als er in einen Autounfall verwickelt war, verlor er den Stammplatz wieder an Young.
Und siehe da: Bryce Young sieht deutlich verbessert aus und zeigt, dass er vielleicht doch ein passabler NFL-Quarterback sein kann. Nach seiner Rückkehr gewann er zwei von drei Spielen und verlor dann auch gegen Kansas City und Tampa Bay nur knapp. Gegen die Philadelphia Eagles hätte er die Panthers beinahe zur Sensation geführt. Zwar machte er kein fehlerfreies Spiel, doch liess er sein Potenzial gegen eine starke Defense mehrmals aufblitzen. Besonders in der Schlussphase, als er aus der eigenen Endzone heraus einen schönen Pass warf.
Dass die Eagles am Ende trotzdem 22:16 siegten, lag auch daran, dass Panthers-Receiver Xavier Legette den Ball fallen liess. Ansonsten hätte Carolina kurz vor Schluss in Führung gehen können und den vierten Saisonsieg feiern. So bleibt Philadelphia hingegen mit nur einem Sieg weniger als Leader Detroit, das sich bereits in der Nacht auf Freitag 34:31 gegen Green Bay durchgesetzt hat, auf Platz 2 der NFC.
Oh my goodness.... incomplete.
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Die San Francisco 49ers konnten nach zuletzt drei Niederlagen in Folge wieder einmal einen Sieg feiern. Gegen die Chicago Bears zeigte der Super-Bowl-Verlierer der Vorsaison besonders in der Vorsaison eine unfassbar dominante Leistung. Die Bears verzeichneten vor der Pause nämlich mehr Punts (5) als Raumgewinn in Yards (4), die 49ers führten da bereits 24:0. Am Ende setzten sich die Kalifornier 38:13 durch, Quarterback Brock Purdy zeigte dabei eine nahezu fehlerfreie Leistung. Mit 6 Siegen aus 13 Spielen sind die Playoff-Chancen des Teams von Trainer Kyle Shanahan dennoch sehr gering.
3rd and 4 = 3rd and Jauan TD
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Dies liegt auch daran, dass die Seattle Seahawks ihren Spitzenplatz in der Division NFC West dank des 30:18-Siegs gegen die Arizona Cardinals festigten und damit weiterhin zwei Siege vor den 49ers liegen. Überragender Mann bei Seattle war Zach Charbonnet mit 2 Touchdowns und insgesamt 193 Yards Raumgewinn.
ZACH CHARBONNET 51-YARD TD!
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So wie Punter Matthew Hayball von den New Orleans Saints wurde wohl lange kein NFL-Spieler mehr öffentlich von seinem Trainer zusammengefaltet. Nachdem die New York Giants einen Punt zum Touchdown zurückgetragen hatten, machte Trainer Darren Rizzi seinem Spieler klar, was er von dessen Kurzauftritt hielt. Glück für Hayball und die Saints: Aufgrund eines Haltens wurde der Touchdown zurückgenommen, am Ende gewann New Orleans 14:11.
3rd and 4 = 3rd and Jauan TD
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