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Frauen und Geld

Wie du deine Kinder finanziell absichern kannst

Wie kannst du dich und deine Familie für den Ernstfall schützen? Was du über Erwerbsausfall, Tod und Trennung wissen solltest.

Olga Miler
Olga Miler



«Mami, häsch mer no chli Gäld?». Sommerferien sind dieses Jahr anders, wie wahrscheinlich viele von euch bleiben auch wir zu Hause. Ausgestattet mit Ferienpass & Co geht’s dann ab für meine Jungs in Badis und irgendwelche lustigen Spielhallen, wo sie kopfüber mit Freunden vom Trampolin springen. Ich bin immer heilfroh, wenn die zwei gesund und strahlend wieder nach Hause kommen. Man denkt immer, es trifft einen nie, und trotzdem, das Leben ist unvorhersehbar.

Dieses Jahr hat sich unsere berufliche Situation grundlegend verändert. Jetzt, wo die Jungs schon 11 und 13 sind, hatte ich das Gefühl, dass auf der beruflichen Seite mehr Risiko möglich ist. Irgendwie scheint ja mit Corona auch kein «festangestellter» Job mehr wirklich «sicher». So sind wir jetzt ein vollständig selbstständig erwerbender Haushalt, vorher hatten wir ein zweifaches Modell, einer angestellt, der andere selbständig. Die neue Situation bringt viel Lebensfreude, wirft aber auch Fragen und manchmal Sorgen auf:

Fragen, die mir auch viele Frauen stellen, die sich bedingt durch die veränderte wirtschaftliche Lage mit neuen beruflichen Modellen auseinandersetzen oder eine Familie planen. So habe ich hier einige Fakten zusammengestellt, die euch dabei helfen können, eure Familie abzusichern.

Was kostet in der Schweiz ein Kind?

Ca. 86’000-87'000 Kinder werden jedes Jahr in der Schweiz geboren (2017-2019), im Schnitt haben hier lebende Frauen 1,48 Kinder und sind bei der Geburt ca. 32 Jahre alt.

64% der Kinder unter 13 Jahren werden familienergänzend betreut, am häufigsten von Grosseltern, Kindertagesstätten und schulergänzenden Einrichtungen. Das BfS schätzt den Wert der unbezahlten Betreuungsleistung der Grosseltern auf ca. 8 Milliarden Franken pro Jahr (2018).

Paarhaushalte mit Kindern verfügen über ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 13'644 CHF pro Monat, diejenigen ohne Kinder über 12'758 CHF.

Gemäss der Studie «Familien in der Schweiz» gibt ein Paar für ein Kind bis zum 20. Lebensjahr im Schnitt ca. 819 CHF pro Monat aus, die Kosten pro Kind verringern sich mit der Anzahl Kinder. Für das erste Kind im Säuglingsalter fallen ca. 300-500 CHF pro Monat an.

Bei den Kosten unterscheidet das BfS zwischen direkten Kosten (Konsum des Haushalts für seine Kinder) und den indirekten Kosten (geringere Erwerbseinkommen und unbezahlte Haushaltsarbeit).

Absicherung gegen Erwerbsausfall und Erwerbsunfähigkeit

Die berufliche Vorsorge hilft, wenn eine Person wegen eines Unfalls oder wegen Krankheit erwerbsunfähig wird und sichert so auch die Familie ab:

Absicherung bei Todesfall

Ähnlich wie bei Erwerbsunfähigkeit steht die berufliche Vorsorge auch den Hinterbliebenen zu. Dazu zählen in der Schweiz Ehefrau/Ehemann, registrierte Partner und Kinder.

Absicherung bei Scheidung oder Trennung

Bei Scheidung oder Trennung ändert sich die Situation und auch die Bedingungen, die gelten, um die verschiedenen Renten im Ernstfall zu erhalten:

Vermögen aufbauen für Kinder

Kinder haben einen langen Zeithorizont, da kann es sinnvoll sein, die Finanzierung für spätere Auslagen, z.B. das Auslandsjahr, ein eigenes Auto, Reisen oder Ausbildung, langfristig zu planen. Als Varianten bieten sich an:

Vorkehrungen für Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien und unverheiratete Paare

Traditionelle Familien scheinen in der Schweiz relativ gut abgesichert zu sein, so dass zusätzliche Versicherungen nicht unbedingt notwendig sind. Aber bei modernen Lebensformen sieht es oft anders aus: Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Paare oder Unverheiratete ohne eingetragene Partnerschaft sind im Ernstfall oft schlechter gestellt. Hier braucht es eine individuelle Überprüfung, ob allenfalls eine zusätzliche Erwerbsausfallversicherung oder ein Konkubinatsvertrag sinnvoll ist, Transparenz hinsichtlich der eigenen Pensionskasse und wie man sich gegenseitig begünstigen sollte, damit es sich am Schluss auch bezahlt macht bzw. etwas ausbezahlt wird. Allenfalls ist je nach Modell auch eine Lebensversicherung nützlich.

Neben Budget & Co zur Deckung der laufenden Kosten braucht man vor allem Geduld und Transparenz, um die Absicherung für die Familie wirklich sicher zu stellen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und welche Tipps habt ihr, um eure Kinder finanziell abzusichern?

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sälüzäme 30.07.2020 21:31
    Highlight Highlight Bei Unfall und Tod sind die meisten recht gut versichert, anders sieht es bei Krankheit aus. Bei verschiedenen BVG- Stiftungen kann für diesen Fall eine günstige Zusatzversicherung, ca. 12 Fr im Jahr, abgeschlossen werden. Lohnt sich für jüngere Arbeitnehmer welche noch nicht viel Kapital im BVG haben oder für Leute nach einer Scheidung. Ich würde zB jetzt 44'000.-- Rente im Jahr erhalten, für mein Kapital erhielte ich nur ca. 24'000.--.
    Mal mit der Kasse und dem Chef darüber reden, könnte sich lohnen.
    • OlgaMiler 01.08.2020 08:00
      Highlight Highlight Danke für den Tipp!😊
  • largefeet 30.07.2020 18:34
    Highlight Highlight ich denke Punkt 3 ist sexistisch. Die Regelung gilt nur für Frauen, Männer werden hier aufgrund des Geschlechts benachteiligt. Details zum Gesetz sind unter dem angegebenen Link beschrieben. Was meint ihr dazu?
  • Völkerrechtler 30.07.2020 17:48
    Highlight Highlight Die Witwenrente, ein Relikt aus einer Zeit, wo der Ehemann noch der alleinige Familienernährer war und die den Haushalt führende Ehefrau nach seinem allzu frühen Tod lebenslänglich versorgt werden musste...

    Zeit auch diesen alten Zopf einmal abzuschneiden und durch ein etwas moderneres und egalitäreres Rollenverständnis zu ersetzen!
  • DocHoliday 30.07.2020 17:35
    Highlight Highlight Inwiefern hilft denn eine Lebensversicherung beim Vermögensaufbau? Ich dachte die allgemeine Empfehlung (siehe K-Tipp etc.) ist Vermögensaufbau und Todesfallabsicherung zu trennen, um nicht zu viele Gebühren zu bezahlen.
    • OlgaMiler 01.08.2020 08:15
      Highlight Highlight Bei einer gemischten Lebensversicherung wird z.B. Todesfall, Erwerbsunfähigkeit und Altersvorsorge abgesichert.
      Es gibt sehr viele Angebote, hier zwei Vergleichsportale für den Preisvergleich:

      Neotralo.ch:
      https://neotralo.ch/de_ch/lebensversicherung/?gclid=EAIaIQobChMI6NiI9qv56gIVQeztCh0-ogX5EAAYASAAEgIlxPD_BwE

      Moneyland:
      https://www.moneyland.ch/de/life/index
    • DocHoliday 01.08.2020 10:48
      Highlight Highlight Aber genau das wird doch nicht empfohlen, siehe K Geld, Ausgabe 01, 2019:
      K-Geld rät: Sparen und ver­sichern nie kombinieren. Das ­un­abhängige Finanzunter­nehmen Vermögenspartner AG bestätigt: «Langfristige gemischte Lebensversicherungen bringen den Kunden wenig Rendite und tiefe Flexibilität – für Versicherungs­gesellschaften sind sie aber umso ­lukrativer. Es ist in den meisten ­Fällen zu empfehlen, Versicherungen strikt von Sparvorhaben zu trennen. Das gilt ganz ­besonders bei der dritten ­Säule.»

      Daher wundert es mich, das hier als Tipp zu lesen.
  • El Vals del Obrero 30.07.2020 14:58
    Highlight Highlight In dem du mithilfst, ein gesellschaftliches System zu entwickeln, bei welcher die Chancen von Kinder weniger davon abhängig sind, ob Eltern an Vermögensaufbau denken oder dazu überhaupt die Möglichkeit haben!
    • BVB 31.07.2020 21:37
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