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So lief es den Schweizer Versicherern im Jahr 2018

So lief es den Schweizer Versicherern im Jahr 2018

31.01.2019, 16:1331.01.2019, 16:13
Rolf Doerig, Chairman of Adecco Group speaks during the "Open Forum" on the sideline of the 46th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Friday, January 22, 2 ...
SVV-Präsident Rolf DörigBild: KEYSTONE

In der Schweiz haben die Versicherer im vergangenen Jahr von der guten Konjunktur profitiert und zugleich dem Tiefzinsumfeld getrotzt. Die Prämieneinnahmen sind daher nicht nur im Sachgeschäft, sondern auch in der Lebensversicherung angestiegen. Die Bestrebungen in der Politik, die Branche stärker zu regulieren, bleibt dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) ein Dorn im Auge.

Die Nachfrage nach Sicherheit sei in der Schweizer Bevölkerung ungebrochen, sagte SVV-Präsident Rolf Dörig am Donnerstag vor den Medien. Das zeigt sich besonders im Sachversicherungsgeschäft, wo das Prämienvolumen laut Hochrechnungen im vergangenen Jahr um 2.2 Prozent auf 28.2 Milliarden Franken geklettert ist.

Einziger Wermutstropfen in der Schadenversicherung war laut SVV-Direktor Thomas Helbling der Motorfahrzeugbereich. Dort gingen die Einnahmen um 0.3 Prozent zurück. Der Grund dafür seien die rückläufigen Einnahmen im Autohaftpflichtgeschäft, das im derzeit gesättigten Markt unter Preisdruck leide.

Wachstum trotz tiefer Zinsen

Im Lebengeschäft konnte die Branche den Abwärtstrend der beiden letzten Jahren stoppen. Das Volumen wuchs um 0.6 Prozent auf 29.8 Milliarden Franken. Sowohl das Kollektiv- als auch das Einzellebengeschäft gewannen dabei an Gewicht. Gefragt waren etwa Risikoversicherungen oder anteilgebundene Produkte.

Den klassischen Lebensversicherungen machen hingegen seit einigen Jahren die sehr tiefen Marktzinsen zu schaffen. Für Versicherer sei es in diesem Umfeld kaum möglich, den Kunden diese Produkte mit Zinsgarantien anzubieten, erklärte Helbling. Und in der Beruflichen Vorsorge (BVG) seien Umwandlungssatz und die Mindestverzinsung nach wie vor zu hoch angesetzt.

2. Säule unter Druck

Der Umbau der Altersvorsorge bleibt ein wichtiges Thema. Dass die Politik nach dem Nein an der Urne zur «Altersvorsorge 2020» die Reform der AHV mit der Steuervorlage verknüpft habe, erachte der Verband zwar als «sachfremd», sagte Dörig, der auch den Lebensversicherer Swiss Life präsidiert. Trotzdem unterstütze er den Schachzug, da es die Steuervorlage «dringend und zwingend» umzusetzen gelte.

In einem weiteren Schritt brauche es aber eine tragfähige Lösung für die zweite Säule, damit sie weiterbestehen könne, unterstrich der SVV-Präsident. Zwingend Teil dieser Lösung müsse das gleich hohe AHV-Alter für Männer und Frauen von 65 Jahren sowie die Senkung des Umwandlungssatzes sein.

Klärungsbedarf zum EU-Rahmenabkommen

Auch die Diskussionen um ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU beobachtet man beim SVV mit Argusaugen. «Den vom Bundesrat vorgelegten Abkommensentwurf können wir in dieser Form nicht unterstützen», sagte Dörig. Es bedürfe in zentralen Punkten, wie etwa bei der Übernahme von EU-Recht oder der Unionsbürgerrichtlinie, noch Klärung.

Derweil sei die Branche für den Fall eines ungeordneten Austritts Grossbritanniens aus der EU gut vorbereitet, hiess es weiter. Mit den Briten sei analog zum EU-Abkommen ein Direktversicherungsabkommen aufgegleist worden. Dieses werde voraussichtlich in den kommenden Wochen vom Parlament in London gebilligt.

Hierzulande beschäftigt sich das Parlament mit der Teilrevision des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Es soll die Vertragsbeziehungen der Versicherer mit ihren Kunden besser regeln. «Wichtig ist eine praxistaugliche Balance zwischen Konsumentenanliegen und den Mehrkosten», hielt Dörig dazu fest. Eine teure Regulierung biete den Kunden keinen Mehrwert und führe nur zu steigenden Prämien, ergänzte Michael Müller, Schweiz-Chef der Bâloise. (aeg/sda/awp)

Versicherung will mit Flugzeug Wetter beeinflussen

Video: srf
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