DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wir sind Nobelpreis: Jacques Dubochet erhält die Auszeichnung für Chemie

04.10.2017, 11:5204.10.2017, 14:08

Nach 15 Jahren Pause geht wieder ein Chemie-Nobelpreis in die Schweiz: Jacques Dubochet von der Uni Lausanne wird ausgezeichnet. Er erhält den Preis gemeinsam mit Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (UK). Sie haben eine Methode entwickelt, um kleinste Biomoleküle sichtbar zu machen und diese besser erforschen zu können.

Jacques Dubochet holt sich den Nobelpreis
Jacques Dubochet holt sich den NobelpreisBild: AP/UNIVERSITY OF LAUSANNE

Bundespräsidentin Doris Leuthard zeigte sich erfreut über die Vergabe des Nobelpreises an den Schweizer Forscher Dubochet. Diese Auszeichnung mache sie stolz auf die Schweiz, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

«Ich gratuliere Jacques Dubochet zum Nobelpreis für Chemie: Diese Auszeichnung ist Ausdruck Ihrer hervorragenden Forschungsarbeit und macht mich stolz auf die Schweiz», erklärte Leuthard.

Die Entwicklung der drei Forschenden ermöglicht Einblicke in die Details von Molekülen. Jacques Dubochet arbeitet an der Universität Lausanne. Er verbesserte diese Mikroskopietechnik Anfang der 1980er Jahre wesentlich, indem er die in Wasser gelösten Moleküle für die Messung rasant einfror. Dadurch behalten die Moleküle ihre natürliche Form, und ihre Struktur kann untersucht werden.

Der gebürtige Deutsche Joachim Frank arbeitet an der Columbia University in New York und legte wichtige Grundsteine für diese Technik zwischen 1975 und 1986. 1990 gelang es Richard Henderson vom MRC Laboratory of Molecular Biology, Cambridge, die 3D-Struktur eines Proteins in atomarer Auflösung zu erzeugen. In jüngster Zeit wurde beispielsweise die Struktur des Zika-Virus mit dieser Technik entschlüsselt.

Die Nobel-Jury verkündet in Stockholm ihren Entscheid.
Die Nobel-Jury verkündet in Stockholm ihren Entscheid.Bild: AP/TT News Agency

Im vergangenen Jahr erhielten der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der gebürtige Brite James Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa den Chemie-Nobelpreis. Sie entwickelten «molekulare Maschinen»: eine Art Lift, künstliche Muskeln und ein Nano-Auto. Alles aus nur wenigen Molekülen.

Am Montag hatte die Nobel-Jury die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt. Sie erhielten die Auszeichnung für Arbeiten zur Funktion und Kontrolle der Inneren Uhr. Am Dienstag erhielten Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish den Physik-Nobelpreis für ihre Beiträge zum Nachweis von Gravitationswellen. (sda)

Die Schweizer Chemie-Nobelpreisträger
2017: Jacques Dubochet für die Entwicklung der Kryoelektronenmikroskopie, zusammen mit zwei Kollegen aus den USA und Grossbritannien.
2002: Kurt Wüthrich für seine Arbeiten zur Strukturaufklärung von Proteinen mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie
1991: Richard Ernst für seine Beiträge zur Entwicklung der hochauflösenden magnetischen Kernresonanz-Spektroskopie
1975: Vladimir Prelog (CH ab 1959) für seine Arbeiten über die Stereoisomerie von organischen Molekülen
1953: Hermann Staudinger (D/CH ab 1920) für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie
1939: Leopold Ružička (CH ab 1917) für seine Entdeckungen zu Steroiden und höheren Terpenverbindungen
1937: Paul Karrer für seine Forschungen über den Aufbau der Carotinoide, der Flavine und der Vitamine A und B
1913: Alfred Werner (CH ab 1894) für seine Arbeiten über die Bindungsverhältnisse der Atome im Molekül

Wenn die Chemie nicht so stimmt: Autofahrtypen

Video: watson
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
StevieG
04.10.2017 12:54registriert Juli 2017
Verstehe (wie oftmals bei den Themen wissenschaftlicher Nobelpreise) nicht wirklich viel von der Materie, aber ist natürlich eine coole Sache für die Uni Lausanne und den Forschungsstandort Schweiz!

Gratulation Herr Dubochet!
300
Melden
Zum Kommentar
6
Nachts haben Milben Sex. Und zwar in deinem Gesicht

Es gibt Dinge, die möchtest du vielleicht lieber nicht wissen. Jedenfalls nicht so genau. Dazu könnte etwa die Lebensweise der Haarbalgmilben gehören. Wir stellen diese winzigen Tierchen aber trotzdem vor – zum einen, weil sie das Objekt einer kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Studie sind, zum andern aber auch, weil sie sich wunderbar dafür eignen, Ekelgefühle zu triggern. Falls du also weiterliest, darfst du dich danach nicht beklagen: Wir haben dich gewarnt!

Zur Story