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Wir sind Nobelpreis: Jacques Dubochet erhält die Auszeichnung für Chemie



Nach 15 Jahren Pause geht wieder ein Chemie-Nobelpreis in die Schweiz: Jacques Dubochet von der Uni Lausanne wird ausgezeichnet. Er erhält den Preis gemeinsam mit Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (UK). Sie haben eine Methode entwickelt, um kleinste Biomoleküle sichtbar zu machen und diese besser erforschen zu können.

In this picture released by the University of Lausanne, Switzerland,  Jacques Dubochet, chemistry professor at the University of Lausanne (UNIL), poses in his office, in Lausanne, Switzerland, in 2006. Three researchers based in the U.S., U.K. and Switzerland won the Nobel Prize in Chemistry on Wednesday Oct. 4, 2017  for developments in electron microscopy.
The 9-million-kronor ($1.1 million) prize is shared by Jacques Dubochet of the University of Lausanne, Joachim Frank at New York's Columbia University and Richard Henderson of MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, Britain. (University of Lausanne/Keystone via AP)

Jacques Dubochet holt sich den Nobelpreis Bild: AP/UNIVERSITY OF LAUSANNE

Bundespräsidentin Doris Leuthard zeigte sich erfreut über die Vergabe des Nobelpreises an den Schweizer Forscher Dubochet. Diese Auszeichnung mache sie stolz auf die Schweiz, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

«Ich gratuliere Jacques Dubochet zum Nobelpreis für Chemie: Diese Auszeichnung ist Ausdruck Ihrer hervorragenden Forschungsarbeit und macht mich stolz auf die Schweiz», erklärte Leuthard.

Die Entwicklung der drei Forschenden ermöglicht Einblicke in die Details von Molekülen. Jacques Dubochet arbeitet an der Universität Lausanne. Er verbesserte diese Mikroskopietechnik Anfang der 1980er Jahre wesentlich, indem er die in Wasser gelösten Moleküle für die Messung rasant einfror. Dadurch behalten die Moleküle ihre natürliche Form, und ihre Struktur kann untersucht werden.

Der gebürtige Deutsche Joachim Frank arbeitet an der Columbia University in New York und legte wichtige Grundsteine für diese Technik zwischen 1975 und 1986. 1990 gelang es Richard Henderson vom MRC Laboratory of Molecular Biology, Cambridge, die 3D-Struktur eines Proteins in atomarer Auflösung zu erzeugen. In jüngster Zeit wurde beispielsweise die Struktur des Zika-Virus mit dieser Technik entschlüsselt.

From left, Sara Snogerup Linse, chairman of the Nobel Committee in Chemistry, Goran K. Hansson, secretary of the Royal Academy of Sciences, and Peter Brzezinski, member of the Nobel Committee, sit during a press conference as they announce -  Jacques Dubochet - from the University of Lausanne, Switzerland, Joachim Frank from Columbia University, USA and Richard Henderson, from the MRC Laboratory of Molecular Biology, Cambridge, in England as the winners of the 2017 Nobel Prize in Chemistry, at the Royal Academy of Sciences in Stockholm, Wednesday, Oct. 4, 2017.  The Nobel Prize for Chemistry rewards researchers for major advances in studying the infinitesimal bits of material that are the building blocks of life. (Claudio Bresciani/TT News Agency via AP)

Die Nobel-Jury verkündet in Stockholm ihren Entscheid. Bild: AP/TT News Agency

Im vergangenen Jahr erhielten der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der gebürtige Brite James Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa den Chemie-Nobelpreis. Sie entwickelten «molekulare Maschinen»: eine Art Lift, künstliche Muskeln und ein Nano-Auto. Alles aus nur wenigen Molekülen.

Am Montag hatte die Nobel-Jury die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt. Sie erhielten die Auszeichnung für Arbeiten zur Funktion und Kontrolle der Inneren Uhr. Am Dienstag erhielten Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish den Physik-Nobelpreis für ihre Beiträge zum Nachweis von Gravitationswellen. (sda)

Die Schweizer Chemie-Nobelpreisträger

2017: Jacques Dubochet für die Entwicklung der Kryoelektronenmikroskopie, zusammen mit zwei Kollegen aus den USA und Grossbritannien.
2002: Kurt Wüthrich für seine Arbeiten zur Strukturaufklärung von Proteinen mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie
1991: Richard Ernst für seine Beiträge zur Entwicklung der hochauflösenden magnetischen Kernresonanz-Spektroskopie
1975: Vladimir Prelog (CH ab 1959) für seine Arbeiten über die Stereoisomerie von organischen Molekülen
1953: Hermann Staudinger (D/CH ab 1920) für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie
1939: Leopold Ružička (CH ab 1917) für seine Entdeckungen zu Steroiden und höheren Terpenverbindungen
1937: Paul Karrer für seine Forschungen über den Aufbau der Carotinoide, der Flavine und der Vitamine A und B
1913: Alfred Werner (CH ab 1894) für seine Arbeiten über die Bindungsverhältnisse der Atome im Molekül

Wenn die Chemie nicht so stimmt: Autofahrtypen

Video: watson

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