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Der ewige Kampf zwischen Gleichheit und Freiheit

Willkommen zum zweiten Teil der Freiheits-Serie. Heute beschäftigen wir uns mit dem Grundproblem des liberalen Staates: Wie zum Teufel bringt man Gleichheit und Freiheit unter einen Hut?



Freiheits-Serie

Diese vierteilige Serie wird sich der grossen Frage widmen, was Freiheit in der heutigen Welt alles bedeuten kann. Eins sei schon mal vorausgeschickt: Es ist viel. Es ist ein eher waghalsiges Unterfangen, das mit ein bisschen Philosophie, Staatstheorie, Rechtskunde, aktuellen Abstimmungen und meiner eigenen Meinung (stets an der kursiven Schrift zu erkennen) versucht – und die Betonung liegt auf «versucht» – ein bisschen Ordnung in dieses wichtige Thema zu bringen. Und vielleicht führt es ja zu regen Diskussionen in der Kommentarspalte, was mich ausserordentlich freuen würde. 
Die Serie umfasst die folgenden Artikel:
Teil I: Die Freiheit ist ein verzwicktes Zwitterwesen
Teil II: Der ewige Kampf zwischen Gleichheit und Freiheit
Teil III: Der Staat, dein Feind?
Teil IV: Zwischen Empörungs-Hashtags und wahrer Unmenschlichkeit

«Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit.»

Artikel 10 der Grundrechte in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Das steht in unserer Bundesverfassung. Ein Recht kann also die Freiheit aller postulieren, damit schafft es aber erst die Möglichkeit, etwas frei tun zu können. Das Ergreifen dieser Möglichkeit ist deshalb noch lange nicht jedem gegeben. Es ist abhängig von sozialen Begebenheiten. Ein Mensch, dem es am Existentiellsten fehlt, der Hunger leidet, ist nicht frei, sein Geist kann sich nicht Fragen der Selbstverwirklichung widmen. Er lebt nicht, er versucht zu überleben. 

bild: unsplash

Die Freiheit ist also erst wirklich für den, der die materiellen und geistigen Güter besitzt, die als Voraussetzung der Selbstbestimmung gelten. Damit das möglichst jedem gelingt, sind die Grundrechte erweitert durch Artikel wie der 12., der besagt: «Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.»

«Geld ist geprägte Freiheit.»

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Dazu kommt die Sicherung erworbenen Eigentums, ein weiteres Grundrecht unserer Verfassung. Diese Idee geht auf den englischen Arzt und Philosophen John Locke (1632–1707) zurück, den Vater des Liberalismus. Er plädierte für einen Staat, der neben dem Schutz seiner Bürger auch deren individuelle Freiheits- und Grundrechte garantiert. Er formulierte die Trias von Gewaltenteilung, Freiheit und Eigentum, die heute die Grundpfeiler einer liberalen Verfassung ausmachen. 

Mit dem Recht auf privates Eigentum aber wird die natürliche und besitzbestimmte Ungleichheit der Menschen erst voll entfaltet. Lenin hat darauf mit der Beseitigung der liberalen Verfassung geantwortet. Allerdings zum Preise der Freiheit. 

Image

Und was, wenn wir diese auf keinen Fall aufgeben wollen? Dann müssen wir die zwei sich so schlecht vertragenden Charaktereigenschaften des Liberalismus irgendwie miteinander versöhnen. 

Der Liberalismus will freie Selbstbestimmung des Individuums und er will, dass jeder in den Genuss dieser Freiheit kommt, weil alle Menschen vor dem Recht gleich behandelt werden sollen. 

Nur sind die Menschen von Natur aus nicht gleich. Und am allerwenigsten ist ihr Eigentum gleich verteilt. Die Betätigung der gleichen rechtlichen Freiheit bringt also unterschiedliche Resultate, weil die genetischen Voraussetzungen der Menschen, ihre Interessen, ihre Energie und ihre sozialen Begebenheiten verschieden sind. Das alles schafft am Ende Ungleichheiten, die sich vermittels Garantie auf Eigentum und Erbrecht verfestigen. So sehr, dass soziale Ungleichheit in sozialer Unfreiheit münden kann. 

«Die Feinde des Liberalismus empfinden die Unbestimmtheit des Freiheitsbegriffs, die ihn auszeichnet, als Provokation ihres Weltverbesserungswillens – und dringen auf seine sozialmoralische Anreicherung. Und seine falschen Freunde verwechseln das Ideal der Selbstbestimmung, das ihn adelt, mit materieller Selbstbefriedigung – und verraten Authentizität und individuelle Freiheit ein Leben lang durch konfektionierten Konsum, berufliche Funktionalität und gesellschaftliche Selbsteinpassung. Offenbar sind wir alle zu schwach, um es auf Dauer mit der ambitionierten Gehaltlosigkeit des Liberalismus aufnehmen zu können.»
Dieter Schnaas in der Wirtschaftswoche.

In der Tat muss die Erfüllung des liberalen Versprechens auf weite Strecken unerreichbar bleiben. Es zerschellt allzu oft an den schroffen Klippen der Realität. Dennoch bleibt uns nicht viel anderes übrig als die aus der Freiheitsbetätigung ständig neu entstehende soziale Ungleichheit immer wieder einzuebnen. Das ist das Grundprinzip des Sozialstaates.

Denn wir haben uns dafür entschieden, die Menschengleichheit, die es nicht von Natur aus gibt, anzuerkennen. Sie ist Resultat einer moralischen Entscheidung nach einer langen Geschichte von Kriegen randvoll mit düsteren Kapiteln der Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung ganzer Völker und Gruppen. Nach diesen traurigen Erfahrungen haben wir unser modernes Menschenbild geformt: Dass jeder frei und gleich an Würde und Rechten geboren sein sollte.

Image

Palästinensische Mädchen am Rande des Flüchtlingslagers Jabaliya im nördlichen Gazastreifen, 2017. bild: epa

Dieses primäre Wohlwollen gegenüber allen Menschen haben wir zu unserem Grundsatz erhoben. Im selben Atemzug mit der Freiheit. Das ist es, was den Liberalismus so verdammt schwierig macht. Er darf im Bestreben nach Gleichheit nicht den Freiheitsbezug verlieren und dadurch in einen Versorgungsstaat ausarten. Aber genauso wenig soll der freiheitliche Individualismus «alle Keime der Tugend» ersticken – wie es Alexis de Tocqueville bereits 1835 befürchtete. Freiheit heisst nicht, dass nur die Reichen und Privilegierten noch reicher und privilegierter werden.

Das ist die Herkulesaufgabe, die unser liberales System immer und immer wieder zu leisten hat. 

Als Beispiel für das liberale Ringen zwischen Gleichheit und Freiheit kann die 2015 vom Volk mit 71% Nein-Stimmen abgeschmetterte Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)» gelten.

Sie forderte die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer. Der Steuersatz auf Nachlässen und Schenkungen sollte 20 Prozent betragen, bei einem Freibetrag von 2 Millionen Franken. Nur zwei Prozent der Bevölkerung hätte dies betroffen, davon profitiert hätten jedoch alle über die AHV.

Plakate haengen im Vorraum des Konferenzsaals waehrend einer Medienkonferenz zum Kampagnenstart

Bild: KEYSTONE

Der überwiegenden Mehrheit ging diese Umverteilungs-Vorlage dennoch zu weit. Sie muss zu sehr nach Enteignung geklungen haben. Nach einem Staat, der sich an Privatvermögen vergreift. Um am Ende doch nur seine Steuereinnahmen zu erhöhen. 

Bin ich nun eine Liberale?

Nach all dieser Theorie bin ich also zur Meinung gelangt, dass ein wahrer Liberaler eigentlich keiner ist, der nur die eigenen Interessen schützt und ökonomische Vorteile sammelt. So einen nennt man Egoist. Oder vielleicht zählt man ihn zu den Neoliberalen, um eines dieser politischen Schimpfwörter zu benutzen, das durch das Hin- und Herschmeissen schon so abgewetzt ist, dass es seine Merkmale verloren hat, an denen man es einmal erkannt hat. Es ist eins dieser Wörter, das aus dem Fenster der Wirtschaftswissenschaft herausgeworfen und vom Volk aufgefangen wurde, wo es jetzt ganz nach Belieben auf dem freien Markt der Interpretationen feilgeboten wird.

Nun, ich verwende es hier mal so, wie ich glaube, dass man es gemeinhin versteht: Als Schimpfwort für einen Menschen, der in der globalisierten Welt, die eine von wachsender Ungerechtigkeit ist, von der Verteidigung der Freiheit faselt, einer, der in einer Welt der knappen Ressourcen und staatlichen Billiardenschulden von wirtschaftlichem Wachstum und Wohlstand spricht, einer der den freien Markt für ein göttliches Prinzip hält und Zölle als persönlichen Angriff versteht – ausser sie nützen seinem eigenen Unternehmen. Wohnen tut er irgendwo in einem aufgewerteten, völlig überteuerten Trendquartier in Zürich.

Und dann sind da noch seine Nachbarn. Sie reden zwar nicht von ökonomischem Wachstum, überhaupt reden sie wenig von der Ökonomie. Sie sind nur ihre Konsumenten. Sie buchen ihre Ferien über Airbnb, weil ihnen der Gedanke vom Teilen so gut gefällt. Oder wie sie sagen: vom Sharen. Sie fahren mit dem Velo zur Arbeit. Und am Abend radeln sie in ihre Yoga-Stunde. Das tue ja so gut, sagen sie, für die Entspannung. Sich einfach mal aufs pure Dasein konzentrieren, sich gehen lassen. In den Körper hineinhören. Doch leider verinnerlichen sie da keine fernöstliche Weisheit, sondern nur die sehr nahe westliche Effizienz. Damit sie am nächsten Tag wieder gute Arbeit leisten können. Damit sie möglichst gut funktionieren.  

Und da bin auch ich. Ich mache zwar kein Yoga, aber ich bestelle Schuhe im Internet. Ich habe die Werbung gesehen von diesen irrsinnig famosen Schuhen. Sie hat sich einfach zwischen zwei Instagram-Posts geschoben. Und als das Paket vor meiner Haustüre steht, sehe ich erst, woher es gekommen ist. Aus China. Die Schuhe wurden über die halbe Welt verschifft. Für 50 Dollar. Aber Hauptsache ich kombiniere sie mit einem Fair-Trade-T-Shirt, das ich vom Flohmi hab – wegen der Nachhaltigkeit. 

Ich glaube nicht, dass man dem Konsum wirklich entkommen kann. Wir sind alle von der Gattung Homo oeconimicus. Und solange der Putz unserer geschmackvoll renovierten Altbauwohnungen nicht bröckelt, sehen wir auch nicht, dass darunter die ärmliche Tapete irgendeiner Familie liegt, die hier gewohnt hat, als die Strasse noch nicht verkehrsberuhigt und die Miete noch zahlbar war. 

Die Gentrifizierung ist ein grosses Problem, weil es zu wenig günstigen Wohnraum gibt, auf den weniger einkommensstarke Menschen ausweichen können. Ich kann also in meiner teuren Wohnung hocken und sagen, dass ich es schliesslich verdient habe, hier zu sein. Dass mir der Staat auch nie was geschenkt hat. Oder ich kann dort hocken und sagen: Während ich in einer Wohnung mit vier Zimmern sitze, zwängt sich eine Familie irgendwo in zwei rein. Denn je grösser meine eigene Freiheit ist, umso kleiner muss die eines anderen sein.

Das heisst nicht, dass ich deswegen umziehe. Es heisst nur, dass ein wahrer Liberalist theoretisch die Gleichheit der Menschen verfechten sollte, denn diese ist letztlich die Bedingung für seine eigene Freiheit.

Wow. Ich klinge wie eine super nervige Idealistin. Eine Gerechtigkeitsverfechterin. Offenbar bin ich das auch. Denn da gibt es andere Dinge, in deren Namen der Staat unsere individuelle Freiheit beschränkt. Schwerer nachvollziehbare, wie ich finde. Die Sicherheit zum Beispiel. Und die Gesundheit. Aber das wollen wir aufs nächste Mal verlegen. 

Und hier zu Teil III:

20 Zitate, die du fürs Leben brauchst. Eventuell.

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71
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    Alle Leser-Kommentare
  • SchweizAbschaffen 06.09.2018 12:55
    Highlight Highlight Ach ja, bez. Freiheit:

    Zur Freiheit gehört auch die freie Meinung und, diese äussern zu dürfen.

    Also z.B. die Meinung, die Schweiz müsse als Staat aufgelöst werden, wegen Missbrauch.
    0 0 Melden
  • Bronko 06.09.2018 11:31
    Highlight Highlight Danke für diese thematisch grossen philosophischen Texte, Anna! Deine Serie befasst sich genau mit der moralisch-ethischen Gretchenfrage unserer Zeit. Interessanterweise aber sind die meisten überfordert mit ehrlicher Denke diesbezüglich, bzw. scheitern wohl an der Angst vor der schieren Unvereinbarkeit von Idealismus und Realität. Früher hatten wir noch die Kirche, welche uns dazu ganz klar Moral/Ethik vorschrieb. War nicht besser, aber gab einheitlichen Halt. Unser CH-verbürgter und so gerne hoch gehaltener Liberalismus ist heutzutage wie wir, sein bester Freund und Gott sind die Monetas.
    4 1 Melden
  • kafifertig 06.09.2018 08:14
    Highlight Highlight Eben fällt mir auf. Diese Diskussion hier um Freiheit versus Gleichheit krankt an einem Mangel an Trennschärfe zwischen den Begriffen "Recht" und "Anspruch". Das führt dazu dass von "Freiheit", d. h. der Gleichheit bei den Handlungsoptionen, auf die Gleichheit beim Resultat dieser Handlungsoptionen geschlossen wird.
    Aber das ist ein Trugschluss.
    Beispiel: Jeder hat das Recht auf Eigentum. Aber keiner hat den Anspruch darauf. Will heissen: jeder darf sich sein Eigentum selbst erarbeiten und darf es auch behalten. Es heisst nicht, dass er Anspruch hat auf das Eigentum aller anderen.
    15 5 Melden
    • mrcharliebrown 07.09.2018 08:39
      Highlight Highlight Ih glaube, das wollte die Autorin im Text so nicht usdrücken. Es geht nicht um den absoluten Gleichheitsanspruch im Resultat, aber darum, dass ein gewisses Minimum an tatsächlicher Gleichheit vorherrschen sollte, damit überhaupt von Freiheit geaprochen werden kann. Nur eine theoretische (negative) Freiheit zu ermöglichen, führt zur Unfreiheit mindestens einer Minderheit. Aktuelles Beispiel: Gerichtskostenvorschüsse.
      1 0 Melden
  • Balois 06.09.2018 04:01
    Highlight Highlight Wieso überhaupt die starre Anwendung solcher Begrifflichkeiten weiter akzentuieren? Es gäbe durchaus Möglichkeiten die Sprachbarrieren zu überwinden. Zum Beispiel mit dem Begriff der Autonomie und Anderen.
    Bezüglich dem Artikel, gestehe ich ein, dass es wahrscheinlich immer eine Verkürzung des Inhaltes braucht um im Format einer online Zeitung zu bestehen. Mir fehlt jedoch die Entwicklung von der Theorie zu ihrem Fazit. Wie kamen sie dorthin?
    3 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 08.09.2018 15:53
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass die Änderung von Begrifflichkeiten etwas an der Schwierigkeit ändert, Autonomie (oder Freiheit) mit den anderen (oder Gleichheit) zu versöhnen. Es ist und bleibt doch ein stetiger Kampf. Und was mein Fazit angeht, ich wollte mich darin nur persönlich positionieren. Als eine Person, die grundsätzlich die Gleichheit der Menschen verficht, aber natürlich zu den Privilegierten gehört.
      2 0 Melden
  • Fabian Studer 05.09.2018 22:19
    Highlight Highlight Ungleichheit ist DER Beweis für Freiheit.

    Freiheit zur Gleichheit hingegen kommt mir recht zynisch vor.

    Niemand ist komplett frei, alle haben gewisse Bedürfnisse die selbst gestillt werden müssen. Wer Staatsgewalt missbraucht um diese Grundbedürfnisse zu stillen macht sich mitschuldig an der systematischen Ausbeutung einer Minderheit.
    4 10 Melden
  • Maya Eldorado 05.09.2018 21:33
    Highlight Highlight 2)
    Freiheit im Geistesleben. Damit ist gemeint, die Bildung, schule, Kreativität des Einzelnen. Dazu gehört auch der Glaube.
    Gleichheit im Rechtsleben. Das versteht jeder gut. Vor dem Gesetz sind alle gleich und alles was mit dem Recht zu tun hat.
    Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben. Im Wirtschaftsleben sind wir ja, durch unsere Arbeit, für die anderen da. Heute artet das Ganze immer mehr in einen Kampf aus, alle gegen alle.

    Nimmt man sich das wirklich zu Herzen, ist es wirklich möglich immer mehr auf Verlierer im System verzichten zu können.
    6 0 Melden
  • Maya Eldorado 05.09.2018 21:29
    Highlight Highlight 1)
    In der französischen Revolution wurde "Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit" ausgerufen.
    Wie damit umgegangen werden soll zerbrechen sich heute noch die meisten den Kopf.

    Dann kam Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie. Er befasste sich intensiv damit und nannte es Dreigliederung des sozialen Organismus. Also kurz gesagt, in welchem Gebiet was seinen Platz hat.
    Forts.
    3 0 Melden
  • meine senf 05.09.2018 20:59
    Highlight Highlight Mein vorheriger Post einfacher ausgedrückt:

    "Freiheit" und "Gleichheit" kann ein Widerspruch sein.

    Aber "Freiheit" und "*Chancen*gleichheit" bedingen sich gegenseitig.
    17 0 Melden
    • kafifertig 06.09.2018 07:55
      Highlight Highlight "Freiheit" und "*Chancen*gleichheit" sind weitestgehend identisch.
      2 2 Melden
  • meine senf 05.09.2018 20:54
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass "Freiheit" und "Gleichheit" grundsätzlich ein Widerspruch ist.

    Es kommt auch auf die Begriffsdefinitionen an.

    Klar kann es keine Gleichheit geben, bei denen alle gleich sind, unabhängig von ihren Leistungen und Persönlichkeiten.

    Andererseits sollte Freiheit doch auch heissen, dass man frei von Abhängigkeit von zufälligem ungleichen Familien-Geburtsglück sein sollte.

    Am besten wäre eine möglichst freie Wirtschaft. Aber dafür mit wenigen, aber starken und effektiven Mechanismen wie Grundeinkommen, Bildungsgerechtigkeit und ähnlich.
    9 1 Melden
  • Snowy 05.09.2018 20:00
    Highlight Highlight "Der Steuersatz auf Nachlässen und Schenkungen sollte 20 Prozent betragen, bei einem Freibetrag von 2 Millionen Franken. Nur zwei Prozent der Bevölkerung hätte dies betroffen, davon profitiert hätten jedoch alle über die AHV."

    Neben dem EWR noch immer der grösste Fehlentscheid der jüngeren Schweizer Geschichte!

    Nichts ist gerechter, sozialpolitisch und ökonomisch sinnvoller als eine moderate Erbschaftssteuer auf Grossvermögen.

    Ansonsten (hab mich grad wieder genervt, aber das ist ja nicht die Schuld der Autorin): Grosses Lesevergnügen!
    40 15 Melden
    • Hansi Meier 06.09.2018 10:04
      Highlight Highlight Ich wäre nicht von der Steuer betroffen und doch habe ich diese abgelehnt. Wieso? Erstens: ich möchte auch reichen Personen die Freiheit lassen, über ihr Vermögen zu entscheiden. Wieso soll ich jemanden mehr besteuern, der sein Geld seinen Kinder vermacht, als jemanden, der es zu Lebzeiten verprasst? Zweitens: oben erwähnte Erbschaftssteuer ist typischerweise eine - aus meiner Sicht ungerechte - Doppelbesteuerung. Will ich das? Drittens: ich denke schon, dass reiche Leute mehr Steuern zahlen, als sie Leistungen vom Staat beziehen, wieso diese Leute abschrecken? Weils andersherum fairer wäre?
      6 5 Melden
    • Borki 06.09.2018 10:31
      Highlight Highlight Ich war damals auch für die Erbschaftssteuer. Allerdings fehlte mir eine geschickt formulierte Regelung für Familienunternehmen.
      Viele mittelständische Unternehmen hätten echte Probleme bekommen bei Annahme der Vorlage.
      Das war auch eines der Hauptargumente der Gegner. Und prompt haben sie leider deutlich gewonnen...
      7 0 Melden
    • Snowy 06.09.2018 11:07
      Highlight Highlight @Borki: Fair point. Das war wirklich störend.
      6 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • kafifertig 05.09.2018 19:46
    Highlight Highlight Freiheit und Gleichheit sind weder Gegensätze noch gegeneinander eintauschbar.
    Gleichheit bezieht sich auf das Ende einer Geschichte, bzw. auf dessen Ergebnis.
    Freiheit hingegen bezieht sich auf den Beginn einer Geschichte, das heisst auf alles, was noch werden kann.
    Man kann nicht Gleichheit gegen Freiheit eintauschen. Einerseits weil das Ergebnis nicht allein von der Freiheit abhängt (und umgekehrt). Und anderseits, weil viele Freiheiten unbeeinflussbar sind (z. B. Gesundheit, Lebensdauer, Talente).
    Last but not least: Gleichheit zu Beginn garantiert keineswegs Gleichheit am Ende.
    16 10 Melden
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:45
    Highlight Highlight Teil 6/3

    Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind die Grundwerte und -prinzipien der meisten Staaten.
    Das ist unsere Schweiz !

    Unsere lieben Neonazis, und damit meine ich alle rechtsaussen Parteien und Gruppen, die statt Demokratie lieber "eine starke Hand" als Staatsführung hätten,

    ... pfeifen auf diese drei Grundwerte:

    Brüderlichkeit: Wäre der Sozialstaat, den sie minimieren wollen.
    Gleichheit: Wäre, dass auch Migranten gleichwertige Menschen sind. Die möchten Migranten aber lieber wie Tiere halten.
    Freiheit: Abgeschafft. Die oder der darf dort nicht mehr. Oder sofort einbuchten.

    11 18 Melden
  • Spooky 05.09.2018 19:44
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man zwischen der materiellen Freiheit und der geistigen Freiheit unterscheiden.

    Die materielle Freiheit hat ihre Grenzen: Ein armer Mensch hat weniger Freiheiten als ein reicher Mensch.

    Die geistige Freiheit hingegen ist absolut. Ich als Person kann denken und handeln in absoluter Freiheit, falls ich keine menschlichen oder göttlichen Autoritäten anerkenne.

    Selbstverständlich muss ich die Konsequenzen auf mich nehmen. Aber das ist ein anderes Kapitel.
    18 9 Melden
    • Garp 05.09.2018 22:00
      Highlight Highlight Die geistige Freiheit ist nie absolut, Du bist immein Produkt Deiner Umgebung, weil Dein Denken geprägt wird und immer abhängig von der Umgebung ist, selbst wenn du sogenannt sehr fortschrittlich denkst. Es gibt keine absolute Freiheit.
      6 4 Melden
    • Spooky 06.09.2018 10:14
      Highlight Highlight @ Garp
      Das ist die Gegenthese. Wenn du das glaubst, dann ist es für dich so. Für die Mächtigen dieser Welt ist es natürlich ideal, wenn die Menschen ihre Gedanken freiwillig in Fesseln legen. Dem Geist selber ist es herzlich egal, was die Menschen über ihn denken.
      5 1 Melden
    • Besorgter Bürger 06.09.2018 12:20
      Highlight Highlight
      "... falls ich keine menschlichen oder göttlichen Autoritäten anerkenne."

      Auch die Anerkennung menschlicher oder göttlicher Autoritäten geschieht letztlich freiwillig.

      @Garp: Stimmt nur halb. Letztlich sind sich die Menschen ihrer geistigen Freiheit zu wenig bewusst. Wenn sie wollten, könnten sie ihre Prägungen hinterfragen und ihr Denken befreien, wenn sie nur den Mut dazu hätten. Aber da wären wir wieder bei Kant und der Aufklärung.
      3 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:37
    Highlight Highlight Teil 5/3

    Liberalismus
    Die heutigen liberalen Parteien sind leider zu Ego-Clubs verkommen. MIt ein Grund, weshalb sie kaum noch Wähler finden.

    Die ursprünglichen liberale Gedanken und Tendenzen entstanden während der Aufklärung im 18. Jhdt. und der Bildung frühen bürgerlichen (nicht adligen) Reichtums.

    Liberalismus führte zu den heutigen modernen Staatsformen, im Gegensatz zum vorherigen Ancien Régime.

    D.h. alle die nicht verfechter des Ancien Régimes sind, und alle die keine Diktatur (katholisch, faschistisch, kommunistische) wollen, vertreten die liberale Weltordnung.
    8 11 Melden
  • Maracuja 05.09.2018 19:33
    Highlight Highlight @Anna Rothenfluh: Wohnen tut er irgendwo in einem aufgewerteten, völlig überteuerten Trendquartier in Zürich.

    Als ahnungslose Bewohnerin eines Zürcher (Noch)nicht-Trendquartier hätte ich eher angenommen, der Neoliberale bevorzuge traditionelle Millionärshügel und -küsten, während der Hipster sich unbedingt im Trendquartier niederlassen muss.
    14 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 06.09.2018 09:19
      Highlight Highlight Ja, da hast du wohl recht. Dann hätte ich aber das Bild mit den Hipster-Nachbarn nicht aufrecht erhalten können ;-)
      6 0 Melden
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:30
    Highlight Highlight Teil 4/3

    Besonders die Gleichheit ist ein evolutiver Fortschritt in der Geschichte der Menschheit. Davor herrschten immer und überall Menschen über andere, die sich selber als eine bessere Menschenart hielten.

    Die Weltanschauung des Ancien Régime geht leicht mal vergessen, wenn man in Freiheit und Gleichheit lebt.
    ... Und so wird Gleichheit leicht mal mit "materieller Gleichheit" fehlinterpretiert.

    Vor nicht mal 200 Jahren haben Schweizer gegen Schweizer Herren gekämpft, damit auch die Schweizer gleichwertige Menschen sein konnten.
    8 10 Melden
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:25
    Highlight Highlight Teil 3/3

    Der Begriff der am meisten durcheinander gebracht wird, ist der der Gleichheit.

    Damit ist nicht materielle Gleichheit gemeint und selbstverständlich auch nicht die Physische ...

    Gleichheit meint, dass jeder Homo-Sapiens gleichwertig ist, egal aus welcher Familie er entspringt. Damit verbunden sind die Menschenrechte.

    Das war vor der frz. Revolution nicht so. Den Adligen wurde das in sich tragen eines göttlichen Funkens unterstellt, was all ihren Handlungen eine Art segen verleiht.
    Das gemeine Volk hingegen hatte diesen Funken nicht und war minderwertig.
    10 7 Melden
    • Besorgter Bürger 06.09.2018 12:31
      Highlight Highlight Das mit den Menschenrechten ist so eine Sache. Die einen sind dafür und die anderen wollen diese nicht allen, sondern nur einigen Menschen (den Bürgern) zugestehen.
      2 0 Melden
  • Maracuja 05.09.2018 19:24
    Highlight Highlight @Anna Rothenfluh: . Dennoch bleibt uns nicht viel anderes übrig als die aus der Freiheitsbetätigung ständig neu entstehende soziale Ungleichheit immer wieder einzuebnen

    Zielkonflikt zwischen Gleichheit und Freiheit ist im Artikel sehr gut erklärt. Aber die Einsicht, dass soziale Ungleichheit immer wieder eingeebnet werden muss, scheint mir heute nicht mehr stark verbreitet. Wenn diese Ungleichheit im selben Tempo zunimmt wie in den letzten Jahren, sehe ich unsere Freiheit gefährdet, sei es, weil die Benachteiligten auf Ideologen reinfallen, sei es durch Repression, die Revolten verhindert.
    11 3 Melden
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:20
    Highlight Highlight Teil 2/3

    Mit Freiheit ist aber nicht materielle Freiheit gemeint.

    " ... Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.»

    ... basiert auf dem Begriff Brüderlichkeit. Die Brüderlichkeit gebietet den Mitbürgern zu helfen, die unter dem Existenziminum leben.

    Z.B. die Spanische Verfassung enthält zwar die Begriffe Freiheit und Gleichheit, aber nicht die Brüderlichkeit,
    ... was sich am spanischen Sozialsystem sehr deutlich zeigt. D.h. der Solidaritätsgedanke "unter Spaniern" ist sehr schwach ausgeprägt.
    5 7 Melden
  • SchweizAbschaffen 05.09.2018 19:16
    Highlight Highlight Teil 1/3

    Interessante Gedanken.
    Schön, dass diese Themen auf Watson erscheinen.

    Jedoch die reinen Begriffe, Freiheit, Gleichheit, oder Liberalismus haben im Volksmund im verlauf zweier Jahrhunderte mäandert, jeweils entsprechend dem Zeitgest.

    Grundsätzlich gilt, dass sich diese Begriffe (Werte) auf dei Zeit vor ihrer Einführung beziehen, d.h. sich davon abgrenzen.

    Freiheit:

    Dass weder der Staat noch sonst jemand einem "einfach so" die Freiheit entziehen kann, auch nicht die Freiheit etwas zu tun oder zu lassen, z.B. ein Geschäft eröffnen oder nicht am Vereinsleben teilnehmen.

    5 7 Melden
  • Dschonnie 05.09.2018 19:15
    Highlight Highlight Es sollte verschiedene Quartiere in den Großstädten haben, wo der einzelne selber entscheiden kann, welcher Quartier mit welchen Gesetzen/Regeln für ihn passen. So gäbe es gewollte Parallelgesellschaften (oder eher Parallelwelten), die dennoch nahe anderer Quartiere liegt. So kann jemand im Gleichheits-Quartier aber im Freiheits-Quartier arbeiten oder oder oder... ich meine so ähnlich wie Zürich-Wiedikon mancherorts, wo es eben Gleichgesinnte gibt auch auf kultureller Ebene oder Musik-Genre oder oder oder... Wie man so ein System nennen könnte,würde man schnell finden.
    3 29 Melden
    • Garp 05.09.2018 19:26
      Highlight Highlight Du wünschst Dir noch mehr Blasen? Grad Künstler mögen das Fremde. Du bist keiner.
      16 3 Melden
    • Pius C. Bünzli 05.09.2018 19:26
      Highlight Highlight Balkanisierung könnte man es nennen, frei nach APPD.
      3 9 Melden
    • Dschonnie 05.09.2018 19:36
      Highlight Highlight Die Grundidee lautet:
      Friedliches Zusammenleben mit-und nebeneinander. Aber als Grundvoraussetzung ist das respektieren aller anderen Quartiere innerhalb so einer Großstadt. Wenns einem nicht passt, dass man dennoch sich gegenseitig liebt, so ist er abzuweisen. Es könnten ja auch gewollte Mix-Quartiere geben. Und jedes Jahr versammeln sich die Leute zu einer MEGA-GV, wo sie für das nächste Jahr abmachen,ob die Quartiere gut funktionieren oder dich eingegriffen werden soll im Sinne von, dass Quartiere übernommen werden oder oder oder...

      Vielleicht ein bisschen zu fancy, aber machbar!
      3 15 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Liselote Meier 05.09.2018 18:54
    Highlight Highlight Solltest Marx durch Lenin ersetzen.
    Die sowjetische Kommandowirtschaft ist nicht Gleichzusetzen mit der
    Assoziation freier Produzenten von Marx/Engels.

    Wenn die Gesellschaft in der Mehrheit in selbständiger Arbeit oder in Form von Genossenschaften organisiert ist bedeutet dies für eine Mehrheit mehr Freiheit im Gegensatz zu wenn eine Mehrheit in einem Unterwürfigkeitsverhältnis steht Namens Lohnarbeit.





    22 14 Melden
    • Maracuja 05.09.2018 19:14
      Highlight Highlight @Liselote M: Wenn die Gesellschaft in der Mehrheit in selbständiger Arbeit oder in Form von Genossenschaften organisiert ist bedeutet dies für eine Mehrheit mehr Freiheit ...

      Ob Arbeit als Freelancer/Ich-AG per se mehr Freiheit bedeutet als Lohnabhängigkeit würde ich hinterfragen.
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    • Liselote Meier 05.09.2018 19:32
      Highlight Highlight Natürlich hat man mehr Auswahlmögligkeiten wie man die Arbeit verrichtet als "Ich-AG" im Gegensatz zu einer Lohnarbeit, da man ja logischerweise jemandem Untersellt ist. Ergo ein mehr an Freiheit. In einem genossenschaftlichen Verhältnis kann man auch mitbestimmen, was folglich ein mehr an Freiheit bedeutet. Wenn jemand anders für dich Entscheid, ist es nun mal der Gegensatz von Freiheit.

      Du spielst wohl auf "mehr Freizeit" an. Geht aber Thema vorbei.
      6 8 Melden
    • kafifertig 05.09.2018 19:48
      Highlight Highlight @Maracuja
      Einverstanden.
      Dito für Genossenschaften.
      4 5 Melden
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  • The greatest man who ever inhaled oxygen 05.09.2018 18:42
    Highlight Highlight Ihr werdet jetzt vielleicht verdutzt sein, aber ich sehe Griechenland als Test um Grundrechte massiv einzuschränken damit die Privatisierung unter den Konzernen ganze Länder einnehmen kann!

    Austerität, Verarmung der Menschen, Sozialleistungen werden quasi abgeschafft, Bargeldbezug wird massiv eingeschränkt, überall wird gespart ausser beim Militär wo die Ausgaben jährlich steigen! Das zugunsten der Konzerne! Die Konzerne wollen uneingeschränkte Herrschaft dazu bilden sie ein Monopol wie die Kommunisten damals im Ostblock, sie tarnen sich als Liberale aber sie wollen die Herrschaft!
    26 12 Melden
  • Zeigefingerlutscher 05.09.2018 18:35
    Highlight Highlight Anna for President.
    Solange wir um die Freiheit kämpfen mussten, kannten wir unser Ziel. Jetzt haben wir die Freiheit und wissen gar nicht mehr so genau, was wir wollen.
    Im Gefängnis Schweiz sind wir Wärter und Gefangene zugleich. 😊🙃
    17 5 Melden
  • Aldobaldo 05.09.2018 18:34
    Highlight Highlight Es muss zwischen zwei Arten der Freiheit unterscheiden: die materielle oder körperliche Freiheit ("Ich KANN machen was ich will") und die - eine genaue Bezeichnung kenne ich nicht - natürliche Freiheit ("Ich DARF machen was ich will"). Erstere wird durch die Gleichheit gleich an alle verteilt grenzt jedoch die zweite Art der Freiheit ein. Liberalismus so wie ich es verstehe, grenzt diese zweite Art der Freiheit nicht ein, was jedoch zwangsläufig eine Eingrenzung der ersten Art der Freiheit bedeutet.

    Eine dritte Art der Freiheit nenne ich geistige Freiheit ("Ich will nicht").
    7 3 Melden
    • Aldobaldo 05.09.2018 18:56
      Highlight Highlight Korrektur: Natürlich Freiheit grenzt materielle Freiheit ungleich, also vereinfacht bei reichen weniger bei armen mehr.

      Materielle Freiheit ist immer eingegrenzt. Natürliche Freiheit bei sozialen Wesen auch.

      Geistige Freiheit steht den andere Freiheit gegenüber.
      4 0 Melden
    • Aldobaldo 05.09.2018 19:32
      Highlight Highlight Wow, schreibe ich schlecht. Bitte entschuldig die ganzen Flüchtigkeitsfehler
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  • Madison Pierce 05.09.2018 18:32
    Highlight Highlight Sehr gut geschrieben, Kompliment!

    Ein Liberaler setzt sich dafür ein, dass alle ihre Freiheiten nutzen können. Egal, ob sie arme oder reiche Eltern haben. Deshalb sind die Schulen kostenlos bzw. vom Staat bezahlt.

    Nun stellt sich aber die Frage, wie die Gemeinschaft mit der Verantwortung umgeht, die mit der Freiheit einhergeht. Soll die Gleichheit immer wieder hergestellt werden? Ist es liberal, jemanden zu unterstützen, der seine Freiheiten missbraucht hat? Sich zum Beispiel die Pensionskasse hat auszahlen lassen und das Geld dann auf Kreuzfahrten durchgebracht hat?
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  • Matti_St 05.09.2018 18:25
    Highlight Highlight * So sehr, dass soziale Ungleichheit in sozialer Unfreiheit münden kann.*
    Diese Situation erleben alle, die am Existenzminimum leben. Also nicht münden kann, sondern mündet.
    9 1 Melden
  • The Origin Gra 05.09.2018 18:23
    Highlight Highlight Eigentlich gibt es da nichts hinzuzufügen.
    Nur bedanken möchte ich mich für den Text 🙂
    Der ist wieder einmal sehr gelungen 🙂
    8 5 Melden
  • BoogieWoogie 05.09.2018 18:23
    Highlight Highlight Guter Text! Regt zum Nachdenken an.
    So frage ich mich z.B. gerade wie man Freiheit messen kann. Laut deinem Text ja mit Geld. Aber da gehört ja noch viel mehr rein: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, usw. Aber zurück zum Geld: Die Grundidee dahinter ist ja dass man damit einfacher Handel betreiben kann als wenn ich als Milchbauer nur mit denen Handeln kann welche auch Milch wollen. Heute wird aber ein Grossteil des Geldes gehortet. Könnte man vielleicht da den Hebel ansetzen? Würde es nicht mehr Sinn machen die Vermögenssteuern zu erhöhen und die Einkommenssteuern zu senken?
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    • kafifertig 05.09.2018 19:58
      Highlight Highlight Die Vermögenssteuer zu erhöhen, ist sehr kurzsichtig. Denn dann muss der Besitz um so mehr Rendite abwerfen (z. B. die vermietete Wohnung, die Fabrik, etc.), damit man die erhöhte Vermögenssteuer bezahlen kann. Gelingt das nicht, dann verliert er Besitz an Wert (Es findet sich kein Käufer für Vermögen, dass u. a. wegen der Vermögenssteuernicht rentiert). Die Steuereinnahmen sänken.
      Die höhere Rendite müssen letztlich die Arbeiter und Mieter erwirtschaften und bezahlen. Das ist dann wohl nicht im Sinne des Erfinders.
      Besser wäre eine Geltdransfersteuer auf alle Arten Bankkonti.
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    • Dominik Treier (1) 05.09.2018 21:05
      Highlight Highlight Aber im Grundsatz schon richtig, dass die Einkommenssteuer früher oder später weg gehört. Viel zu statisch und zu leicht zu umgehen. Ein Firmeninhaber muss sich ja keinen Lohn auszahlen oder nur wenig so pro forma. Die Kapitaltransaktionssteuer würde sicher helfen und auch höhere Steuern auf Kapitalgewinne. Ausserdem sollte gerade bei Firmen angestrebt werden, dass sie in grösserem Masse den Mitarbeitern gehören, anstatt nur so lange es gut läuft Investoren zu füttern und danach soll der Angestellte, der alles erwirtschaftet hat und für schlechte Entscheidungen nicht verantwortlich ist bluten.
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  • Röleböle 05.09.2018 17:59
    Highlight Highlight yup, in dem sinne:
    weiter steuern runter, vorallem die der unternehmen und reichen, sozialstaat kräftig abbauen und fröhlich die korken knallen lassen!! ;)

    gelungeber text, btw.
    13 10 Melden
  • Dominik Treier (1) 05.09.2018 17:54
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel. Freiheit und ihre Einschränkung waren wirklich schon immer eine Gratwanderung und generell kann wohl nur gesagt werden, dass die individuelle Freiheit immer nur so weit gehen darf, wie deren Ausübung ein menschenwürdiges und lebenswertes Dasein des Anderen nicht tangiert. Mit der Interprätation und Umsetzung dessen werden wir jedoch noch lange hadern, aber der Prozess muss in gang bleiben, auch wenn wir ihn wohl nie ganz werden beenden können...
    12 3 Melden
  • pazüsen 05.09.2018 17:35
    Highlight Highlight Das ist etwas vom besten, das ich je auf Watson gelesen habe. Danke!
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