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epa05126202 Ivan Ljubicic (R), the coach of Roger Federer of Switzerland and Mirka Federer watch the quarter final match between Roger Federer against Tomas Berdych of Czech Republic at the Australian Open tennis tournament in Melbourne, Australia, 26 January 2016.  EPA/LYNN BO BO

Physiotherapeut Daniel Troxler (neben Mirka) bleibt lieber im Hintergrund. Bild: LYNN BO BO/EPA/KEYSTONE

Der schweigende Magier – er kümmert sich um Federers Gesundheit

Das Schicksal von Roger Federer in Australien liegt auch in den Händen von Daniel Troxler. Sein Physiotherapeut muss ihn bis Sonntag wieder aufpäppeln.

Simon Häring / Nordwestschweiz



Nach seinem Fünfsatzsieg gegen Stan Wawrinka versucht Roger Federer gar nicht, einen Hehl daraus zu machen, dass ihm die zwei Tage Pause bis zum Final vom Sonntag mehr als gelegen kommen. «Das kann Wunder wirken. Vielleicht bin ich dann im Final doch noch topfit», sagt der 35-Jährige kurz nach dem Finaleinzug. Obwohl er sich nach seiner sechsmonatigen Pause bisher in bester Verfassung präsentiert, bleiben Fragezeichen, wie sein Körper im fortgeschrittenen Sportleralter auf die Belastungen reagiert. Auch für ihn.

Federer hat in seiner fast zwanzigjährigen Karriere zwar immer mal wieder mehrere Wochen Pause gemacht, doch selbst an ihm gehen die über 1300 Spiele auf höchstem Niveau nicht spurlos vorbei. «Wo immer es eine Baustelle gibt, wird es danach nie mehr so gut wie zum Zeitpunkt, als du geboren wurdest», sagte Fitnesstrainer Pierre Paganini Anfang Jahr im «Tages-Anzeiger». Der Romand ist nicht nach Australien gereist, er hat seine Arbeit mit Federer während der Rekonvaleszenz und zuletzt in der Vorbereitung in Dubai gemacht.

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Die Pressekonferenz mit Federer nach dem Wawrinka-Match. Video: YouTube/Australian Open TV

Dafür, dass Federer sich bis zum Final am Sonntag optimal erholt, ist er verantwortlich: Daniel Troxler, Physiotherapeut mit jahrelanger Erfahrung im Spitzensport. «Seine Hände sind magisch», sagt Federer über Troxler, der zuvor Marathonläufer Viktor Röthlin betreute und zu einem so engen Vertrauten wurde, dass Röthlin ihn später zu seinem Trauzeugen und zum Götti seines Sohnes Ben machte. Troxler war selber Leichtathlet, ist zudem medizinischer Masseur und gehört seit zwei Jahren dem Schweizer Davis-Cup-Team an.

Der Feuerwehrmann

Troxler bleibt gerne im Hintergrund, seine Expertise aber hat Gewicht. Gemeinsam mit Paganini, den Trainern Severin Lüthi und Ivan Ljubicic, Manager Tony Godsick sowie Ehefrau Mirka entschied Federer im letzten Juli, seine Saison vorzeitig abzubrechen, weil er «immer wieder Feuerchen» hatte löschen müssen. Troxler ist es auch, der am Ursprung des sorgfältig geplanten Wiederaufbaus steht. Nach einer Pause arbeitete Federer im letzten Herbst während dreier Wochen ausschliesslich mit Troxler an der Stärkung der Muskulatur.

Zwar wird Troxler erst im Oktober 2014 fester Bestandteil von Federers Entourage, im Dunstkreis des vierfachen Melbourne-Siegers bewegt er sich aber schon seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wo er der Delegation von Swiss Olympic angehörte. Massgeblich beteiligt ist er auch am Schweizer Davis-Cup-Sieg 2014. Damals blieben ihm und dem extra nach London eingeflogenen Teamarzt Roland Biedert nur wenige Tage, um Federer nach einer Rückenblockade für den Final gegen Frankreich in Form zu bringen.

epa05126266 Ivan Ljubicic, the coach of Roger Federer of Switzerland, watches the quarter final match between Roger Federer against Tomas Berdych of Czech Republic at the Australian Open tennis tournament in Melbourne, Australia, 26 January 2016.  EPA/LYNN BO BO

Daniel Troxler kann auch mal Emotionen zeigen. Bild: LYNN BO BO/EPA/KEYSTONE

Eingreifen muss Troxler auch beim Halbfinal in Melbourne, als Federer nach dem vierten Satz für eine Behandlung in der Kabine verschwindet. Federer sagt, er habe seit einer Woche eine kleine Blessur am Bein, die er ab dem zweiten Game wieder gespürt habe. Präziser konnte oder wollte er nicht werden. «Wenn du vom Platz in die Kabine gehst, dann darum, weil es etwas tiefer geht. Das will keiner sehen», scherzt Federer. Primär sei es ein taktischer Schachzug gewesen. «Ich hoffe, Stan ist mir deswegen nicht böse.»

Parallelen zum French Open 2009

Nach seinem Sieg gegen Wawrinka stiess Federer nur kurz auf den Sieg an, aber erst «nach der Massage», wie er zu verstehen gab. Schliesslich ist nach den zwei Fünfsätzern erstmal Erholung angesagt.

Es ist nach 2009 erst das zweite Mal, dass Federer auf dem Weg in seinen 28. Grand-Slam-Final zweimal über volle Distanz gehen musste. Die Parallelen zu damals sind erstaunlich: Damals hatte Federer im Achtelfinal gegen Tommy Haas und im Halbfinal gegen Juan Martin Del Potro über die volle Distanz gehen müssen, im Viertelfinal gegen Gaël Monfils aber keinen Satz abgeben müssen.

epa01754654 Switzerland's Roger Federer celebrates with the trophy after winning the final match against Sweden's Robin Soderling in the French Open tennis tournament at Roland Garros in Paris, France, 07 June 2009.  EPA/HORACIO VILLALOBOS

Beim French Open 2009 küsste Federer nach zwei gewonnenen Fünfsätzern den Pokal. Bild: EPA

«Ich werde im Final am Sonntag alles rauslassen. Und wenn ich danach fünf Monate nicht mehr gehen kann, ist das auch in Ordnung», verspricht Federer noch auf dem Platz und sorgt damit für Jubelstürme bei den Zuschauern. Dank der magischen Hände von Daniel Troxler wird das aber wohl kaum eintreffen.

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

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