Interview
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Die Schweizer Team-Olympiasieger: Zenhäusern, Yule, Aerni, Holdener und Feierabend (von links). Bild: AP

Olympiasieger Zenhäusern: «Hatte mich immer über Parallelrennen aufgeregt …»

Mit lauter Siegen führte Ramon Zenhäusern die Schweizer Alpinen zu Gold im Team-Event. Hinterher offenbarte der Walliser: «Eigentlich regte ich mich immer über die Parallelrennen auf.»

24.02.18, 11:45 24.02.18, 14:46


Ramon Zenhäusern, angesichts ihrer Qualitäten in Parallelrennen sollten die Trainer bei Swiss-Ski eine neue Trainingsgruppe für diese Disziplin bilden. Und Didier Plaschy müsste der Trainer sein.
Ramon Zenhäusern: Darf ich nicht im Slalom weiterfahren? Da war ich ja auch nicht so schlecht. (lacht) Und ja, der Plaschy … Das ist ein «extremer Siech» – einer, der das Extreme sucht. Wohl deshalb hat er sich einen Narren gefressen an mir. Er wollte den Leuten das Gegenteil beweisen, ihnen zeigen, dass auch ein Zwei-Meter-Mann im Slalom erfolgreich sein kann. Das ist es, was ihn an mir gereizt hat.

Zu Slalom-Silber kommt Team-Gold hinzu: Ramon Zenhäusern. Bild: KEYSTONE

Im Vergleich zum Slalom waren die Erwartungen im Team-Event hoch. Wie gingen Sie damit um?
Es war nicht einfach. Die letzten Tage waren voller Emotionen und die Kräfte langsam am Ende. Mich neu zu konzentrieren, war eine Herausforderung. Was in den letzten Tagen war, versuchte ich auszublenden. Auch wollte ich nicht daran denken, dass nun auch noch Gold möglich ist. Die Vorstellung, nach der Silbermedaille noch eine goldene holen zu können, war ein wenig beängstigend. Entsprechend gross ist die Erleichterung, dem Druck standgehalten zu haben.

Wann zeichnete sich ab, dass Parallelrennen eine Stärke von Ihnen sind?
Also vor dem Sieg in Stockholm Ende Januar hätte niemand gedacht, dass ich überhaupt Parallelslalom fahren kann.

Ramon Zenhäusern erklärt den Österreichern, was «bireweich» heisst …

Sie auch nicht?
Ich wusste schon, dass ich schnell Ski fahren kann. Titel in dieser Disziplin gewann ich aber vorher noch keinen. Dass ich in Stockholm im ersten Anlauf gewinnen würde und nun auch hier Gold hole, das hätte ich nicht gedacht. Im Moment läuft es mir einfach überall gut.

Haben Sie die spezielle Technik, das sogenannte Cross-Blocking, im Sommer überhaupt einmal trainiert?
Nein. Ich trainierte das im Januar auf der Reiteralm zum ersten Mal. Das war wahrlich ein historischer Morgen, denn eigentlich hatte ich mich zuvor immer über den Team-Event aufgeregt. Bei den City Events und Parallelslaloms im Europacup fluchte ich jeweils, weil danach Arm und Schulter immer blau waren.

Stilstudie: Zenhäusern faustet die Tore mit Wucht aus dem Weg. Bild: EPA

Liessen Sie sich von André Myhrer inspirieren, der die Technik als Erster anwendete?
Sicher, ja. Thomas Sjödin, unser Konditionstrainer, spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Er war früher Myhrers Trainer und steht nach wie vor mit diesem in Kontakt. Er war es, der mir diese Technik nahelegte, vor Stockholm trainierte ich sie mit ihm. So gesehen ist Thomas mein Team-Event-Guru. Und Myhrer hilft uns indirekt.

Wie viele Läufe brauchten Sie, bis es passte?
Ich war überrascht, wie schnell es ging. Auf einmal nahm ich Luca fast eine halbe Sekunde pro Lauf ab. Zunächst dachte ich, es sei wegen seinem Rücken. Dann merkte ich, dass es an mir lag.

Nun plädieren Sie dafür, dass Parallelslaloms auch im Einzel öfter gefahren werden?
Aus persönlichem Interesse bin ich natürlich dafür. Aber neutral betrachtet kann ich das nicht beurteilen. Beim Publikum scheint das Format jedenfalls anzukommen. Die Stimmung im Zielraum war besser als beim Slalom. Vielleicht ist es die Zukunft.

Die Fahrt zu Gold: Yule schlägt den Österreicher Schwarz.

Welchen Wert geniesst die Team-Goldmedaille bei Ihnen?
Mir bedeutet sie gleich viel wie die Silbermedaille vom Slalom – nicht mehr, aber gleich viel. Dass ein ganzes Team hinter dem Erfolg steckt, und dazu zähle ich nicht nur uns Athleten, macht die Medaille speziell. Als Team zu feiern, ist schöner als alleine.

Ist man am Start nervöser, wenn man nicht nur für sich selber fährt?
Es ist schon nicht einfach. Ich machte mir im Vorfeld auch Gedanken darüber. Am Vortag sagte ich zu Daniel (Yule), dass ich gerne als Erster starten würde. So fiel es mir leichter, mein Ding durchzuziehen. (ram/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elnino 24.02.2018 12:43
    Highlight Eigentlich hätte sogar ich amateur Skifahrer an der Stelle von Denise Feierabend antreten können - und trotzdem wäre es Gold geworden 🤔
    10 54 Melden
    • zellweger_fussballgott 24.02.2018 13:14
      Highlight Auch wenn sie nicht reüssieren konnte, sollte man solche disrespektvolle Aussagen lassen. Sie ist ein Teil des Teams wie Yule, Aerni, Zenhäusern und Holdener und das Team hat zusammen Gold erobert.
      60 3 Melden
    • elnino 24.02.2018 17:54
      Highlight Jaja Blitzt mich und meine - durchaus wahre - Aussage. Überpatriotische ski fans, welche die Wahrheit nicht so akzeptieren?
      3 4 Melden
    • Raembe 24.02.2018 20:30
      Highlight Denise Feierabend fährt im Weltcup, sie erreicht oft den zweiten Lauf und ist oft unter den besten 20 Slalom Fahrerinnen der Welt. Nur weil sie diese Disziplin nicht gleich gut beherrscht wie eine Wendy Holdener, ist sie immer noch einiges besser als Du und jeder anderer Amateur Skifahrer denn Du darein gestellt hättest.

      Zeig ein wenig mehr Respekt vor einer Olympionikin die unser Land vertritt und als Teil eines Teams eine goldene Medaille geholt hat. Btw. vlt hatte sie auch nur nen schlechten Tag und dies kann ja Jedem passieren. Stop bashing start cheering.
      1 1 Melden
  • Lil'Ecko 24.02.2018 11:05
    Highlight Einfach eine geile Socke der Junge:) weiter so
    70 2 Melden
    • Nelson Muntz 24.02.2018 15:40
      Highlight Birnenweich, der Herr! Herrlich, dass es noch Sportler gibt die reden wie der Schnabel gewachsen ist und nicht alles mit einem Medienberater besprechen.
      10 1 Melden

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