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bild: shutterstock

Versklavt euch nicht für euren Job. Ihr dürft auch mal zu Hause bleiben

In Deutschland bewegt die Geschichte eines vermeintlich grosszügigen Chefs die Gemüter. Die Autorin findet das absurd und erklärt, was einen grosszügigen Chef wirklich ausmacht.

25.01.18, 11:17 25.01.18, 22:22

«Rührend!», «Ungewöhnlich!», «ein Akt der Solidarität». Derzeit geht eine Geschichte viral, die unsere Herzen erwärmen soll. In den sozialen Medien wird sie tausendfach geliked und weiterverbreitet.

Die deutsche «Bild»-Zeitung berichtete als erste über den Fall des 43-jährigen Jens Rösener, der für das Berliner Unternehmen MTS Systems arbeitet. Als sein 18-jähriger Sohn wegen einer Herzmuskelschwäche ins Spital muss, möchte er in dessen Nähe sein und nimmt sich frei.

Dem Sohn geht es schlecht, ihm wird ein Defibrillator in die Brust implantiert und er wird in eine Spezialklinik nach Heidelberg verlegt. Der Vater übernachtet in einem Wohnwagen auf einem nahe gelegenen Campingplatz, um immer bei seinem Sohn zu sein. 

Er bittet seinen Chef um unbezahlten Urlaub. Doch dieser hat eine bessere Idee.

Doch irgendwann sind die Ferientage von Rösener aufgebraucht und seine Überstunden abgebaut. Er bittet seinen Chef um unbezahlten Urlaub. Doch dieser hat eine bessere Idee.

Der Chef schreibt eine Rundmail an alle seine Mitarbeiter und bittet diese, ihre Überstunden zu spenden: «Wenn schreckliche Dinge im Leben geschehen, muss man als Team ein wenig zusammenrücken und sich gegenseitig helfen», heisst es in der E-Mail. 

bild: spiegel.de

Die «Bild» schreibt, die Resonanz der 110 Mitarbeiter sei überwältigend gewesen: Innerhalb von acht Tagen seien 930 Stunden und damit 116 Arbeitstage zusammengekommen. Stolz sagt der Chef, auch er habe einige Überstunden gespendet. 

Eine Geschichte mit Happy End also? Ganz und gar nicht!

Der Vater darf nun seinem Sohn beistehen, bis dieser ein Spenderherz gefunden hat und wieder genesen ist – falls die Überstunden der Kollegen bis dahin ausreichen.

Eine Geschichte mit Happy End also?

Ganz und gar nicht! Vielmehr ist es erschreckend, dass diese Begebenheit im Netz als Good News verbucht wird. «Rührend» oder «ungewöhnlich» wäre es, wenn der Chef dem Vater bedingungslos beigestanden wäre und ihn sofort und solange nötig von der Arbeit freigestellt hätte.

Ein zusätzlicher «Akt der Solidarität» wäre es gewesen, wenn der Chef den Ausfall des Lohnes des Vaters aus der Firmenkasse bezahlt hätte. Doch die Mitarbeiter auf die Probe stellen, deren erarbeitete Überstunden abzwacken und um deren Loyalität zu bitten? Befremdlich.

Bild: shutterstock

Wie es um das Gewissen des modernen Angestellten steht, wenn es darum geht, von der Arbeit fernzubleiben, zeigte kürzlich auch ein Artikel in der Pendlerzeitung «20Minuten». «Krank arbeiten wäre für viele eine Erleichterung», wurde getitelt. Urheber des Zitats war Silvan Winkler, Arbeitspsychologe beim Marktforschungsinstitut Gfk Schweiz.

In einem Unternehmen die Kultur zu schaffen, es sei nicht in Ordnung, krank zu sein, ist ungesund.

Im Interview plädierte er dafür, dass ein kranker Angestellter auch von zu Hause aus weiterarbeiten könne, solange dies seine Gesundheit zulasse. Denn: «Viele plagt ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht arbeiten, sich aber fit genug für einfache Tätigkeiten von zu Hause aus fühlen.»

Das ist krank.

In einem Unternehmen die Kultur zu schaffen, es sei nicht in Ordnung, krank zu sein, weil man unersetzbar ist, weil sich die Mails anstauen, sich die Arbeit verzögert, weil alles zusammenbrechen könnte, ist ungesund. Und macht krank.

Hören wir also auf, uns schlecht zu fühlen, wenn wir aus legitimen Gründen von der Arbeit fernbleiben müssen.

In der Schweiz ist knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen erschöpft. Das geht aus einer Studie der Gesundheitsförderung Schweiz hervor. Rund sechs Prozent aller Arbeitnehmenden sind sogar so stark belastet, dass sie am Rande eines Burnouts stehen.

Hören wir also auf, uns schlecht zu fühlen, wenn wir aus legitimen Gründen von der Arbeit fernbleiben müssen. Sei es, weil ein lieber Mensch gestorben ist, ein Kind krank ist oder man morgens mit Bauchschmerzen aufsteht. Wir haben Rechte. Eines davon ist, dass wir neben unserer Arbeit auch noch ein Leben haben dürfen. Bestehen wir darauf und bleiben wir gesund.

Auch bei der Grippe gilt: Bleib gefälligst zu Hause!

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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44
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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • abishot 25.01.2018 22:24
    Highlight Ich finde, dass dieser Chef schon sehr solidarisch gehandelt hat. Er hätte dem Mitarbeiter auch unbezahlten Urlaub geben können und es wäre nie was in den Medien gestanden. Doch er hat alle Mitarbeiter angeschrieben und vielleicht auch noch ein paar Stunden dazu gegeben. Mit dem 2. Teil bin ich vollkommen einverstanden. Wenn ich mich schlecht fühle und denke, es wird nur noch schlimmer wenn ich arbeiten gehe oder ich jemand anstecken könnte, dann bleibe ich zu Hause. Interessiert schlussendlich sowieso niemand.
    7 9 Melden
  • Igloo 25.01.2018 20:54
    Highlight 110 Leute spenden 930h. Macht gerade mal 8.5h pro Mitarbeiter, die einem ihrer Gspänli was gutes Tun möchten. Das ist doch eine schöne und solidarische Geste. Ich sehe das Problem nicht, wieso wird immer erwartet, dass die Firma für alles aufkommen muss? Fast jeder Mitarbeiter ist ein paar Tage im Jahr krank wegen Pfnüsel & co, was ja auch ok ist, aber das summiert sich dennoch. Nun ratet mal wer das bezahlt. Nein, weder eine Versicherung noch die Kollegen...
    12 17 Melden
  • Ridcully 25.01.2018 19:45
    Highlight Bravo
    7 2 Melden
  • Phrosch 25.01.2018 19:08
    Highlight Liebe Frau Serafini, so sehr ich die gute Absicht ihres Artikels schätze, vermischen Sie in unzulässiger Weise Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.
    Die gespendeten Überstunden sind eine tolle Geste, denn ein Arbeitgeber kann nicht selbstverständlich eine solche Absenz finanzieren. Ausserdem müsste er das dann alken anderen auch gewähren. All das hat aber nichts damit zu tun, ob man arbeiten soll, wenn man krank ist ( das soll man natürlich nicht!)
    22 7 Melden
  • Ziofauss 25.01.2018 15:11
    Highlight Liebe Sarah
    Ich denke in deinem Artikel geht unter, was diese Geste bedeutet. Es ist nicht selbstverständlich (und vor allem nicht geschuldet), dass ein Unternehmen so lange Urlaub gewährt und noch dafür bezahlt. Es ist eine sehr edle Geste von allen Beteiligten, denn das Unternehmen hätte den unbezahlten Urlaub gewähren können und die Sache vergessen. Nun kann sich der Vater über die neuen Urlaubstage freuen. Dies so zu mindern, wie du das tust, lässt mir einen faden Beigeschmack auch wenn ich bestimme, dass man als kranker zuhause bleiben sollte. Seit wann ist Solidarität keine Good-News?
    39 14 Melden
  • Asmodeus 25.01.2018 15:02
    Highlight Es ist interessant diesen Beitrag gerade heute zu lesen.

    Monatelang trotz Krankheit gearbeitet. Trotz Überlastung alles gegeben.
    Immer öfter krank. Immer mehr Probleme morgens aus der Türe zu gehen.

    Jetzt wegen Burnout krank geschrieben für Monate.
    37 10 Melden
    • Zat 26.01.2018 00:18
      Highlight Alles Gute für die nächsten Monate! Und für danach, wenns dann mal soweit ist.
      8 0 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 25.01.2018 13:45
    Highlight In einer sehr mit Fristen belasteten Tätigkeit in einem Kleinbetrieb ist das eben doch nicht so einfach. Insbesondere, wenn man die Verantwortung persönlich trägt (mit allen Konsequenzen, Schadenersatzforderungen etc.).
    37 8 Melden
  • badbart 25.01.2018 13:42
    Highlight Der Artikel spricht mir aus der Seele. Sind wir wirklich soweit das wir nicht mal mehr krank sein dürfen? Bzw. das erwartet wird trotzdem zu arbeiten?
    Das ist krank.
    Jeder der krank zur Arbeit geht und das liest: "BLEIB DAHEIM!"

    Der Trend dahin immer nur zu funktionieren, mit weniger Platz (Grossraumbüro) , mehr arbeit in kurzer Zeit (Team Velocity steigern!!) --- Irgendwie müssen wir das stoppen.... nur wie???

    20 6 Melden
    • Dominik Treier (1) 25.01.2018 14:19
      Highlight Wir müssen nicht... Man kann auch einfach weiter zusehen wie die Krankenkassenprämien wegen all dieser Überbelastung steigen und sich grosse Firmen und ihre Besitzer erdreisten die Früchte dieser übermässigen Leistung mit tiefen Steuern in die eigene Tasche zu stecken weil man das ja alles selbst erwirtschaftet habe und die Kosten werden dann ins Gesundheitswesen abgewälzt und man möchte uns dann allen ernstes noch die unglaubliche Lüge glauben machen, weniger Grundversicherungsleistung oder sogar Freiwilligkeit löse das Problem! Jeder ist ja gerne Krank...
      36 6 Melden
  • Bolly 25.01.2018 13:12
    Highlight Da wir aus Mobbing und daraus schlechten Noten die Schule für unser Kind wechseln mussten, ja wir...wird ihm am neuen Ort, unter gleicher Führung, angekreidet das er immer noch zu viel fehlt. Ähm hallo....krank sein macht ja so Spass. Will man, genauso wenig, wie die Erwachsenen. Das hat ein Gespräch zur Folge!!
    Einfach mal sein lassen.
    Jeder sollte in der heutigen Zeit gesund zur Arbeit/ Schule erscheinen.
    Das niemand ein schlechtes Gewisssen hat, wenn man krank ist. Das man das darf.
    Aber nein, nur noch Leistung zählt, in der immer mehr „kranken“ Gesellschaft. Sehe ich das falsch?
    15 19 Melden
  • Redly 25.01.2018 12:52
    Highlight Teilweise richtig: wer krank ist oder jemand pflegen muss, soll frei erhalten - und zwar bezahlt.

    Teilweise undifferenziert: warum soll etwas anderes aus der „Firmenkasse“ bezahlt werden statt von Kollegen? Es gibt keine anonyme ‚Firmenkasse‘. Auch dahinter ist immer ein Mensch, der es her gibt - manchmal ein wohlhabender, manchmal jemand der genauso knapp bei Kasse ist.
    24 20 Melden
  • Señor Ding Dong 25.01.2018 12:48
    Highlight Jupp, wir haben definitiv eine masochistische Ader, wenns um Arbeit geht. Es plagt einen ja schon das Gewissen, wenn man mal früher geht oder einfach mal einen Tag freinimmt.

    Meiner Meinung nach muss der Arbeitgeber mehr dahinter stehen. Ob kranke Mitarbeiter oder angehäufte Überstunden oder Ferien: der Arbeitgeber sollte von sich aus darauf achten, dass die Mitarbeiter gesund und erholt sind. Einer, der 200 Überstunden hat, wird nicht von sich aus kompensieren. Einer, der mit Grippe zur Arbeit kommt, wird nicht von sich aus wieder nach Hause gehen.
    21 3 Melden
    • Zat 26.01.2018 00:46
      Highlight Unterschreibe ich voll und ganz. Wobei ich feststelle, dass immer mehr Firmen entsprechende Regelungen haben, z.B. bezüglich den Überstunden. Bei uns gibts ein Stufensystem nach unten und oben, mit automatischer Meldung an den Chef, oder noch höher je stärker das Ausmass. Und dann wird das angeschaut und evt Massnahmen besprochen.
      0 0 Melden
    • Zat 26.01.2018 00:52
      Highlight Bei Kollegen bei einem grossen Konzern gabs auch schon immer Maximal-Regelungen. Inzwischen ists auch präziser geworden: Die Differenz an Überstunden innerhalb eines Teams darf eine gewisse Höhe nicht überschreiten, sonst sind Gegen-Massnahmen nötig.
      Diese Art finde ich persönlich weniger ideal, da es zuwenig flexibel ist, und einen Rattenschwanz an neuen Problemen mit sich bringt. Aber zumindest gut, wird hingeschaut.
      0 0 Melden
  • Genital Motors 25.01.2018 12:35
    Highlight Wir (ingenieurbüro 30 Mitarbeiter) erhalten am Ende des Jahres einen Bonus. dieser hat einen fixen Betrag. wer nie krank ist erhält den vollen Betrag, wer viel krank ist erhält weniger Bonus. funktioniert sehr gut.
    zudem hat die Geschäftsleitung mit mehreren Ärzten ein Diagnose und Entscheidungspapier ausgearbeitet bei welchen Symptomen zu Hause bleiben soll und bei welchen man zur Arbeit kommen soll ( wenn nötig mir verminderter Arbeitsleistung) hat sich bewährt.
    18 56 Melden
    • SaraSera 25.01.2018 13:52
      Highlight Klingt interessant. Mögen Sie mir direkt schreiben? Ich würde mir dieses Modell gerne näher ansehen. sarah.serafini@watson.ch
      28 3 Melden
    • Mutzli 25.01.2018 15:20
      Highlight Sehe jetzt ehrlich gesagt nicht, was an diesem Modell so viel besser ist. Die klaren Richtlinien sind sicher sehr zu begrüssen, aber das Bonisystem macht nicht viel Sinn.
      Mit diesem wird ja wieder nur Druck in die andere Richtung aufgebaut und man kann sich ja nicht aussuchen wann und wie man krank wird.
      50 3 Melden
    • Genital Motors 25.01.2018 17:24
      Highlight Nein kann man nicht aber wir haben auch auf der gesundheitlichen förderung dinge die das geschäft anbietet um gesund leben zu können. Gratis früchte gratis massagen bewegungspausen. Dies hilft gesund zu bleiben.
      11 3 Melden
    • Enzasa 26.01.2018 10:47
      Highlight Ein Freund von mir hatte einen Betriebsunfall und bekam deshalb die Boni nicht ausgezahlt. 😮
      Ich selber habe Sehr, Sehr wenige Kranktage obwohl ich nichts dafür tue. Ich habe Glück und bin ziemlich robust, das ist jedoch keine Leistung. Warum also soll ich für eine glückliche Fügung einen Leistungsbonus bekommen.
      Ok sind Belohnungen für Gesundheitliche Vorsorge, man leistet etwas und darf belohnt werden

      11 1 Melden
  • JuliSaflor 25.01.2018 12:35
    Highlight Noch ein Beispiel aus Berlin. Meine Mutter hat es gewagt sich einige Wochen krank schreiben zu lassen, um sich einer Krebsbehandlung zu unterziehen. OP, Bestrahlung und im Anschluss 3 Wochen Kur. Eigentlich hätte sie viel länger daheim bleiben müssen weil sie körperlich völlig am Ende und total abgemagert war. Wieder auf der Arbeit wurde sie dann so lange und heftig von ihrem Chef gemobbt, bis sie einen Aufhebungsvertrag unterschrieb. Er wollte niemanden mit Schwerbehinderung in der Firma. Meine Mutter erlitt einen Nervenzusammenbruch und kann nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Schöne Welt...
    35 2 Melden
    • maljian 25.01.2018 15:30
      Highlight Ein Beispiel aus Berlin wie es auch laufen kann.
      Mein Vater hatte ne Knie OP 10/2017, war 2017 über auch ca. 6 Wochen krank. Da er im Materiallager des Betriebs arbeitet, ist er dann bis Jahresende Heim geblieben. Nun hat er nen gestuften Einstieg: 2 Wochen 3h/t, 2 Wochen 6h/t, danach wieder 8h/t. Von seinem Chef wurde er am Anfang zur Büroarbeit verdonnert und soll/kann darauf verzichten schwere Paletten mit Papier zu ziehen.
      Er (60) ist die letzten Jahre aber auch unverantwortlich gewesen, weil er zur Arbeit ist, obwohl krank. Wir Kinder haben ihn deswegen immer ermahnt.
      Sry für deine Mutter
      8 0 Melden
    • JuliSaflor 25.01.2018 16:43
      Highlight Natürlich ist nicht jeder Arbeitgeber in Berlin schlecht. Ich kenne nur mehr negative als positive Beispiele. Ein Grund weshalb wir da weg sind.
      8 0 Melden
    • Enzasa 26.01.2018 10:52
      Highlight In Deutschland generell lässt das sozial Verhalten der Arbeitgeber zu wünschen übrig.
      Unternehmer haben Führungskräfte die dem Kapital verpflichtet sind, es zählt immer nur der QuartalsAbschluss und Personal ist eine schnelle und wirksame Möglichkeit Geld einzusparen. Leider gibts es immer weniger Inhabergeführte Betriebe, in denen der Chef sich verantwortlich fühlt.
      1 1 Melden
  • Howard Marks 25.01.2018 12:15
    Highlight Und diese leute die denken sie seien unersetzbar haben sowieso nicht viel verstanden! Jeder wirklich jeder ist ersetzbar.
    32 4 Melden
    • Enzasa 26.01.2018 15:01
      Highlight Vielleicht haben die Leute auch einfach nur Angst, dass ihnen „Kranksein“ negativ ausgelegt wird.
      Aus Angst um ihren Arbeitsplatz, sind sie dann immer da (wer gibt schon zu, dass er Angst hat)
      4 0 Melden
  • Howard Marks 25.01.2018 12:12
    Highlight Das ziel ist ja uns zu versklaven und wir „schafe“ lassen es zu. Mir würde nie in den sinn kommen von zuhause aus zu arbeiten wenn ich krank bin...
    16 11 Melden
  • saukaibli 25.01.2018 11:49
    Highlight Also ich muss schon richtig krank sein, damit ich zuhause bleibe. In einem Betrieb mit vier Mitarbeitern macht es sich halt schon stark bemerkbar, wenn ein Viertel der Belegschaft krank ist, vor allem wenn ein anderer vielleicht noch Urlaub hat. Bei grösseren Firmen ist die Situation teilweise auch nicht viel besser, weil dank Kostendruck und Gewinnoptimierung so viele Mitarbeiter wegrationalisiert wurden, dass wichtige Aufgaben manchmal nur von einem einzigen Mitarbeiter erledigt werden können. Das Kränkste an allem ist unser Wirtschaftssystem, das Menschen nur noch als Resscourcen ansieht.
    101 5 Melden
    • bokl 25.01.2018 13:02
      Highlight "Bei grösseren Firmen ist die Situation teilweise auch nicht viel besser, weil dank Kostendruck und Gewinnoptimierung so viele Mitarbeiter wegrationalisiert wurden, dass wichtige Aufgaben manchmal nur von einem einzigen Mitarbeiter erledigt werden können."

      Es ist aber nicht das Problem des Mitarbeiters, wenn ihm alle Stellvertreter wegrationlisiert werden.
      41 1 Melden
  • Ökonometriker 25.01.2018 11:46
    Highlight Es ist eine Schande, wenn sich Leute aus falschem Pflichtbewusstsein krank ins Büro schleppen und die Verantwortlichen dies nicht unterbinden.

    Ich habe leider auch solche Kollegen - und sogar mein Chef tut das. Sie leiden, arbeiten kaum und stecken schön alle an. So verursachen viel mehr Ausfälle und Probleme. Dämlicher geht es kaum.

    Bleibt einfach zu Hause wenn ihr krank seid. Und wenn ein Chef das partout nicht einsehen will, geht halt zur Arbeit - und setzt euch krank direkt neben ihn oder macht Bilas mit ihm.
    76 0 Melden
  • Jazzdaughter 25.01.2018 11:31
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel! Leider beobachte ich ständig, wie Leute selbst mit Fieber und laufender Nase zur Arbeit kommen. Das ist nicht nur langfristig wirklich ungesund, sondern auch ansteckend für die Umwelt, die dann auch noch krank wird und das selbe tut und das so zum Teufelskreis wird. Es muss sich in der Mentalität etwas ändern, und das Problem nicht mehr weiter unterschätzt werden, sonst läuft das weiter so.
    290 17 Melden
    • Chääschueche 25.01.2018 11:53
      Highlight Komisch. Ich habe praktisch wöchentlich fälle bei denen Mitarbeiter 1 Woche lang zuhause sind weil Sie krank sind. (Mehrmals pro Jahr)
      Es sind meistens junge Leute vom Bau welche es eigentlich Gewohnt sind draussen zu Arbeiten.
      PS: keiner davon hat spezielle verantwortung. Es sind 0815 Jobs (Kein Bauleiter o.ä.).
      Komischerweise habe ich dieses Problem mit alten Herren nie. Die Arbeiten problemlos 1 Jahr durch und sind vielleicht total 2-3 Tage krank.
      30 60 Melden
    • Howard Marks 25.01.2018 12:21
      Highlight @chääschueche: Reden sie von menschen oder von robotern? Es kan durchaus sein das jemand mehrere wochen im jahr krank ist! Ist ja nicht einfach auf dem bau. Und sie können sich ja einen andern suchen gibt ja soooo viel gute arbeiter😉
      8 12 Melden
    • Zappenduster 25.01.2018 12:33
      Highlight Ja sehr komisch das junge Menschen die aus der Stube und dem Schulzimmer auf den Bau kommen mehr krank sind als alte abgehärtete Hasen die den Job schon 30Jahre machen.

      Bei den alten ist es im Übrigen glücksache, entweder sind sie gar nicht krank oder wenn dan so richtig für mehrere monate. Meine Erfahrung.
      29 3 Melden
    • Candy Queen 25.01.2018 12:54
      Highlight Jazzdaughter, ich beobachte häufig, dass Leute wegen kleinen Unpässlichkeiten zu Hause bleiben. Denke, beides hält sich in etwa die Waage.
      10 5 Melden
    • Enzasa 26.01.2018 10:57
      Highlight Wetterkrapiolen, Durchzug, Themperaturwechsel, Schwitzen, Sturm, durchnässt werden.........
      Abhärtung ist nicht alles, für mich klingt es logisch, dass Menschen die draußen arbeiten eher krank werden.
      2 0 Melden
  • Human 25.01.2018 11:29
    Highlight Sehr gut geschriebener Artikel - kann ich nur beipflichten!
    213 27 Melden
  • Ohniznachtisbett 25.01.2018 11:26
    Highlight Das muss man also schon etwas differenzierter sehen. Wenn ich wirklich krank bin, bleibe ich mit gutem Gewissen zu hause. Wenn ich dann noch ein paar Emails schreibe, weil mit dem TV-Tagesprogramm eh langweilig ist, tue ich das nicht aus Pflichtgefühl sondern aus Langeweile, wenn ich mich dazu nicht in der Lage fühle tue ich das nicht. Dass aber ein Chef einem Mitarbeiter nicht ewig den Lohn zahlt, wenn dieser nicht arbeitet, weil sein Sohn krank ist verstehe ich. Klar wärs ein "Akt der Solidarität". Nur: Dies ist schlicht geschenktes Geld, nicht jede Firma kann einfach so Geld verschenken.
    190 51 Melden
    • Capoditutticapi 25.01.2018 18:58
      Highlight Doch. Sie muss.
      4 1 Melden
  • Adumdum 25.01.2018 11:25
    Highlight Ich bin Arbeitgeber (kleines Unternehmen mit 12 Angestellten) - stimme ich 100% zu.

    Ist allerdings hier in Australien auch etwas anderes. Hier hat man als Angestellter pro Jahr nur 10 bezahlte Krankentage, dir auch zwar über die Jahre auch kumulieren können, aber faktisch dazu führen dass die Leute hier diese 10 Tage auch als Anrecht sehen.

    Finde ich gut.
    44 3 Melden
    • Restless Lex 25.01.2018 13:46
      Highlight Rein aus Interesse, wieviel Ferientage haben australische Angestellte normalerweise neben den 10 bezahlten Krankheitstagen?
      9 0 Melden
    • Dr. Zoidberg 25.01.2018 15:26
      Highlight @restless: mindestens 4 wochen bezahlter urlaub steht einem vollzeitbeschäftigten in australien zu. dazu kommen etwa 10 bezahlte feiertage.
      5 0 Melden
    • rauchzeichen 25.01.2018 19:58
      Highlight noch mehr aus reinem interesse. was ist bei schweren krankheiten, wo diese tage nicht ausreichen? automatische kündigung? keine bezahlung? abzug vom kontingent des nächsten jahres?
      4 0 Melden
    • Enzasa 26.01.2018 11:02
      Highlight Beinbruch = finanzieller Ruin
      Krebserkrankung = finanzieller Ruin
      ?
      Wahrscheinlich muss man sich selber versichern, wäre ok wenn das Lohngefüge stimmt.
      In Deutschland zahlen die Arbeitgeber 6 Wochen für eine Krankheit, danach zahlt die Krankenkasse aber man erhält netto ungefähr 20% weniger.
      2 0 Melden

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