Schweiz

Die Chef-Optimistin: Doris Leuthard mit Drohne am Digitaltag im Hauptbahnhof Zürich. Bild: KEYSTONE

Amtlich geforderte Zuversicht: So wird das nix mit der Digitalisierung

Die Digitalisierung erzeugt Ängste, und das nicht zu Unrecht. PR-Shows wie der Digitaltag genügen nicht, um Vertrauen zu schaffen. Wer das nicht einsieht, den bestraft der Stimmzettel.

25.11.17, 14:33 26.11.17, 04:52

«Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.» Mit diesen Worten beginnt das 1848 erschienene Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels. Es war eine Zeit der wirtschaftlichen Umwälzungen durch die industrielle Revolution. Das «Gespenst» des Kommunismus war eine Antwort darauf – eine falsche, wie wir heute wissen.

Nun leben wir erneut in einer Zeit, in der sich die Wirtschaft fundamental wandelt. Was damals die Industrialisierung war, ist heute die Digitalisierung. Sie durchdringt so gut wie alle Bereiche unseres Lebens und verändert es damit weit stärker als frühere wirtschaftliche Umbrüche. Das betrifft nicht zuletzt die Arbeitswelt: Neue Jobs entstehen, andere verschwinden.

Das war bei der industriellen Revolution nicht anders. Damals wie heute erzeugt diese Entwicklung Ängste. Wird es in Zukunft genug und gut bezahlte Arbeit für alle geben? Wird mein Job demnächst von einem Roboter übernommen? Das «neue Maschinen-Zeitalter», wie es Kollege Philipp Löpfe nennt, sorgt für Faszination und Verunsicherung.

Mit Digitaltag gegen Ängste

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft versuchen, der Bevölkerung die Ängste vor der Digitalisierung zu nehmen. Zu diesem Zweck veranstalteten sie am Dienstag mit viel Brimborium den ersten Schweizer Digitaltag, mit Beteiligung von drei Bundesräten und publizistisch gehypt von den Medien des Ringier-Verlags, dessen CEO Marc Walder zu den Digital-Enthusiasten gehört.

Die Schweiz sei mit ihrer innovativen Wirtschaft und ihrem Bildungssystem für die Digitalisierung gut gerüstet, hiess es. Ängste und Bedenken seien nicht angebracht, meinte Bundespräsidentin Doris Leuthard am Montag an der Konferenz «Digitale Schweiz» in Biel: «Ja, die Digitalisierung verändert unser Leben. Ja, sie ist nicht bequem. Doch zu hadern, führt uns nicht weiter.»

Wie bei Opa Hoppenstedt

Man fühlt sich an Loriots unsterblichen Sketch «Weihnachten bei Hoppenstedts» erinnert. «Opa, sei ein bisschen gemütlich!», fordert der gestresste Familienvater. Auf die Ängste vor der Digitalisierung umgemünzt, heisst das: «Leute, seid gefälligst zuversichtlich!».

Bahnbillette löst man nicht am Schalter, sondern via App. Bild: KEYSTONE

Man vernimmt es, und doch lässt dieser amtlich geforderte Digital-Frohsinn nicht wirklich Freude aufkommen. Denn die heutige digitale Realität gibt eher den Verängstigten Recht. Ja, die digitale Revolution hat vieles in unserem Leben einfacher gemacht. Aber eben nicht alles. Sie sorgt etwa dafür, dass der Kunde vom König zum Sklaven wird, um es bewusst überspitzt zu formulieren.

Die grosse Disruption

Wir werden mehr oder weniger sanft zum Self-Scanning beim Detailhändler und zum Self-Check-in beim Fliegen gedrängt. Wir nehmen den Banken mit E-Banking die Arbeit ab. Wer ein Bahnbillett am Schalter statt am Automaten oder via App lösen will, gilt als hoffnungslos altmodisch. Wer persönliche Betreuung beansprucht, wird mit zusätzlichen Gebühren bestraft.

Ein Blick auf jene Branchen, die bereits von der Digitalisierung erfasst wurden, liefert den Skeptikern Argumente. Musiker müssten wie in früheren Jahrhunderten ihren Lebensunterhalt mit Konzerten bestreiten. Von der Musik selber können sie kaum noch existieren, weil das Internet alle mit dem Urheberrecht erzielten Fortschritte in Sachen Copyright zunichte gemacht hat.

Abbau über alles?

Die Medienbranche – also mein Arbeitsgebiet – wird seit Jahren durchgeschüttelt, weil die Werbung ins Internet abgewandert ist. Medienhäuser bauen laufend Stellen ab, Freelancer müssen sich mit miesen Honoraren durchschlagen. Sicher, es entstehen auch neue Angebote wie watson, aber die Perspektiven für die Branche sind im besten Fall durchzogen.

«Tagesschau»-Beitrag zum Digitaltag. video: Srf

Daraus entsteht der Eindruck, die Digitalisierung werde in erster Linie für Rationalisierungen und Stellenabbau genutzt. Er ist nicht aus der Luft gegriffen, wie eine Aussage des Zürcher FDP-Ständerats und IT-Unternehmers Ruedi Noser am Digitaltag zeigt: «Wenn die Bundesverwaltung konsequent digitalisiert würde, könnten 20 bis 30 Prozent der beschäftigten Personen abgebaut werden.» So schafft man Vertrauen in die Digitalisierung, Herr Noser (Achtung, Ironie!).

Mehr Ungleichheit

Die Verfechter der Digitalisierung sind überzeugt, dass viele bisherige Jobs verschwinden, aber auch viele neue geschaffen werden. Die Anfang Monat vorgestellte Studie «Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen – Chancen und Risiken» des Bundes unterstreicht diese These. Letztlich aber weiss niemand, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird.

Der Ökonom und Arbeitsmarktforscher David Dorn, ein Shootingstar seiner Zunft, meinte in der SRF-«Tagesschau», dass die Jobmenge ungefähr gleich bleiben werde. Es werde jedoch zu einer Polarisierung kommen: «Die Beschäftigung konzentriert sich in den am besten bezahlten und am wenigsten bezahlten Jobs.» Dies habe einen Anstieg der Einkommens-Ungleichheit zur Folge.

Dorns Szenario deckt sich mit den Prognosen des renommierten US-Ökononem Tyler Cowen, den watson dieses Jahr interviewen konnte. «Nur wer die vom Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen vorweist, wird auch in Zukunft über gute Erwerbschancen verfügen», heisst es auch in der erwähnten Studie des Bundes. Wer nicht mithalten kann, dem droht das Prekariat.

Taxifahrer protestieren in Basel gegen Uber. Bild: KEYSTONE

Ein Schlagwort in diesem Zusammenhang ist die Uberisierung, benannt nach dem umstrittenen Fahrdienst-Unternehmen. Auch der beschönigende Ausdruck Gig Economy wird gerne verwendet. Ihre Anhänger bezeichnen sie als Chance für ein selbstbestimmtes Leben. In der Realität drohen miese Arbeitsverhältnisse ohne soziale Absicherung und ausreichende Altersvorsorge.

Schöne neue Arbeitswelt

Auf der Strecke bleiben ein geregeltes Sozial- und Familienleben. Und die Gesundheit. Diverse Studien zeigen, dass die Menschen an der digitalisierten Arbeitswelt die grössere Flexibilität schätzen. Sie fürchten aber auch die ständige Erreichbarkeit und den Stress. Laut einer Erhebung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften können 46 Prozent der Befragten schlechter schlafen. 42 Prozent fühlen sich nicht glücklicher, obwohl ihre Arbeit vielfältiger wurde.

Sieht so die schöne neue digitale Arbeitswelt aus?

Die Politik und vor allem die Wirtschaft aber sehen kaum Handlungsbedarf. Nur ja keine neuen Regulierungen, lautet die Vorgabe. Ganz im Gegenteil: Verschiedene Vorstösse zielen auf eine Lockerung der Arbeitsgesetzes ab. Zumindest zeitweise sollen die Leute länger arbeiten dürfen. Die Jahresarbeitszeit solle nicht steigen, wird beteuert, doch wer garantiert dies?

Trump als Warnung

Wohin eine solche Laissez-Faire-Haltung führen kann, sieht man in den USA. Dort sind viele mittelständische Industrie-Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer gefallen und durch schlecht bezahlte Dienstleistungs-Jobs «ersetzt» worden. Diese Entwicklung wurde zum idealen Nährboden für Donald Trump und seinen rabiaten Wirtschafts-Nationalismus («America first!»).

Trump-Fans im Wahlkampf 2016. Bild: AP/AP

Bei uns gibt es andere Möglichkeiten, unliebsame Entwicklungen zu stoppen. Die direkte Demokratie verleiht uns die entsprechenden Instrumente. Dies mag eine Erklärung sein für die krampfhaften Versuche, das Volk für die digitale Zukunft zu begeistern. Hinter der Warnung vor Ängsten steckt die Angst vor einem Backlash mit dem Stimmzettel.

Hoffen auf Weiterbildung

Sie ist nicht unbegründet. In der Wirtschaftskrise der 90er Jahre gab es ebenfalls einen von neoliberalem Deregulierungswahn getriebenen Versuch, das Arbeitsgesetz umfassend zu lockern. Das Stimmvolk schmetterte ihn 1996 im Verhältnis von 2:1 ab. Eine wesentlich moderatere Vorlage hingegen wurde zwei Jahre später in der Volksabstimmung angenommen.

Fieberhaft wird deshalb nach Wegen gesucht, um zu verhindern, dass die Digitalisierung ein Heer der Abgehängten und Arbeitslosen zur Folge haben wird. Weiterbildung wird in diesem Zusammenhang gross geschrieben, ein Lieblingsthema von Wirtschaftsminister und Digitalisierungs-Prediger Johann Schneider-Ammann. Ein Patentrezept aber gibt es nicht.

Wohin die Reise gehen wird, weiss letztlich niemand. Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, und sie eröffnet in der Tat viele Möglichkeiten. Vertrauen aber schafft man nicht mit PR-Shows wie dem Digitaltag. Es braucht mehr als Drohnenballette, Snackroboter oder die geplante Swiss ID, um die um ihre Zukunft fürchtenden Menschen zu überzeugen.

Ein Blick in die Vergangenheit sollte Warnung genug sein. Die Gleichgültigkeit gegenüber den sozialen Folgen der Industrialisierung gab nicht nur dem Kommunismus Auftrieb, sondern auch dem Faschismus. Die verheerenden Folgen dieser Entwicklung sind bekannt.

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Brikne, 20.7.2017
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45
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45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • giguu 27.11.2017 07:25
    Highlight Alle sprechen von Digitalisierung, doch keiner weiss, was das konkret bedeutet... Nur vage Ideen sind zu lesen. Es scheint fast so als ob man nicht zeitgemäss ist, wenn man sich nicht Digitalisierung auf die Fahne schreibt....
    11 1 Melden
  • Max Havelaar 27.11.2017 06:57
    Highlight In ein paar Jahren merkt man, dass die Menschen den persönlichen Kontakt zu Menschen lieben und beibehalten wollen. Ein 20-köpfiges Projekt-Team wird drei Jahre hunderte Powerpoint-Präsentationen erarbeiten und die Idee als neu, revolutionär und vor allem als ihre eigene verkaufen. Kostet wieder ein paar Milliönchen, aber hey... egal!
    9 2 Melden
  • Posersalami 26.11.2017 15:22
    Highlight Der Staat könnte doch mit gutem Beispiel vorangehen und seine Dienstleistungen digitalisieren und gleich benutzerfreundlicher machen.

    Wer zB. schon mal versucht hat eine Putzfrau korrekt anzumelden weiss was ich meine. Oder für die Steuererklärung brauche ich noch immer alles als Ausdruck.

    E-Rechnungen wäre auch so eine Sache, die endlich mal reguliert werden muss. Simple Dinge wie ein Bankwechsel sind ein einziger Alptraum, die "Industrie" wird da niemals eine vernünftige Lösung von sich aus anbieten. Alles Themen die man angehen könnte und für mehr Wettbewerb sorgen könnte.
    16 1 Melden
    • Flötist 26.11.2017 15:57
      Highlight Da ist der Staat auch dran. Ich habe schon lange nichts mehr ausgedruckt für die Steuererklärung.
      6 4 Melden
    • Rookie 27.11.2017 10:25
      Highlight Steuererklärung auf Papier? Im Kt. Bern seit Jahren Geschichte...
      2 1 Melden
    • Posersalami 27.11.2017 11:04
      Highlight Echt? Ich muss hier immer noch was ausdrucken und unterschreiben.
      4 0 Melden
  • 1779prost 26.11.2017 00:38
    Highlight 1.3 Milliarden?13000000000 für die eu??? echt?NEIN DANKE!!Dieses Geld gehört in die AHV.Kein Geld für unsere Rentner aber MILLIARDEN für die eu?
    22 54 Melden
    • Firefly 26.11.2017 08:16
      Highlight Was AHV die Alten kriegen oder haben schon genug und brauchen nicht mehr so viel. Familien und Kinder brauchen am meisten, Ausbildung, Zeit und so weiter, da könnte man etwas mehr tun!
      11 19 Melden
    • Flötist 26.11.2017 15:59
      Highlight Die heutigen alten brauchen nicht mehr Geld, es sind jene, die in 10-15 Jahren pensioniert werden. Nur löst 1 Milliarde dabei kein Problem, da die AHV Finanizierung ein strukturelles Problem ist, das auch so gelöst werden muss. Und das wird es auch.
      20 2 Melden
  • RacKu 25.11.2017 20:52
    Highlight Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen...
    34 1 Melden
  • Firefly 25.11.2017 19:53
    Highlight Der neue Job für Journalisten, Bug-Reporter!
    36 0 Melden
    • DerTaran 26.11.2017 03:46
      Highlight Gleichzeitig haben sich mit all den YouTubeKanälen und Bloggern neue Möglichkeiten für Journalisten ergeben.
      10 8 Melden
  • DocM 25.11.2017 19:27
    Highlight Mein Vorschlag ist, die Politiker zu digitalisieren und mittels Artificial Intelligence zu ersetzen. Selbstverständlich gibt es keine Rente bis ans Lebensende, da dies nicht rational ist.
    109 10 Melden
    • Firefly 25.11.2017 19:48
      Highlight Ich würde das Selbe auch für das Management und Verwaltungsrat vorschlagen
      52 4 Melden
    • giguu 27.11.2017 07:26
      Highlight Coole Idee, wir könnten eine Blockchain entwickeln auf Basis unserer Gesetze 😁
      4 0 Melden
  • Madison Pierce 25.11.2017 17:45
    Highlight Politiker schenken den Leuten keinen reinen Wein ein, weil die Leute keinen reinen Wein mögen. Politik funktioniert leider fast nie proaktiv. Immer muss es zuerst ein Problem geben, auf welches man dann reagiert.

    Wenn das Problem akut genug ist, werden Lösungen gesucht werden.

    Da die Digitalisierung nicht aufgehalten werden kann, wird es nur eine Lösung geben: mit der gesteigerten Produktivität müssen Arbeitsplätze für Leute mit geringen Fähigkeiten finanziert werden. Die Lösung ist nicht, alle zu Programmierern um zu schulen, auch wenn das häufig gesagt wird.
    47 5 Melden
    • _kokolorix 25.11.2017 19:31
      Highlight Da gibt es leider ein grosses Problem: Seit über 30 Jahren fliessen die Produktivitätszuwächse praktisch vollumfänglich in die Vermögenszuwächse der reichsten 20%. Für alle anderen heisst es stets den Gürtel enger schnallen. Noch sind wir nicht so weit, dass der Gürtel lebensbedrohlich eng ist, aber der Tag wo dies der Fall sein wird, rückt unaufhaltsam näher.
      Unser reichster und gierigster Bevölkerungsanteil begreift einfach nicht, dass dies dann in einen gefährlichen Gewaltausbruch münden kann, der ihr zusammengerafftes Vermögen in wenigen Stunden zu Bruchteilen schrumpfen lässt
      63 7 Melden
    • DerTaran 26.11.2017 04:00
      Highlight @_kokolorix, das ist doch Blödsinn, der heutige Lebensstandard ist der höchste der Menschheitsgeschichte, auch für Sozialhilfeempfänger. Ein Blocher oder eine Oeri können sich gar nicht so viel mehr Luxus für Ihre Milliarden leisten als ein normaler Arbeitnehmer. Die Unterschiede in Sachen Lebensqualität waren noch vor 50 Jahren viel dramatischer. Wir jammern also auf hohem Niveau ohne die Zusammenhänge zu begreifen.
      13 39 Melden
    • _kokolorix 26.11.2017 09:45
      Highlight @DerTaran
      Während der Sozialhilfeempfänger in einem erniedrigenden Verfahren täglich seine Almosen erbetteln muss, machen sich die Blochers daran die Medienwelt der Schweiz aufzukaufen, mit der sie die Botschaft unters Volk bringen: Sozialhilfe ist überflüssig, Sozialhilfempfänger sind faul, sie leben auf unsere Kosten, unterlegt mit plakativen Einzelfällen.
      Tatsache ist jedoch, dass es seit Jahrzehnten mehr Stellensuchende als Jobs gibt und darum immer mehr Menschen an den Rand grdrängt werden, ständig bedroht von Obdachlosigkeit. Vom Lebensstandard der Blochers sind sie extrem weit entfernt
      34 3 Melden
    • Madison Pierce 27.11.2017 08:06
      Highlight @DerTaran: Die Unterschiede in der Lebensqualität sind tatsächlich nicht mehr so hoch wie vor 100 Jahren. Es muss niemand mehr hungern. Mit der Sozialhilfe macht man aber keine grossen Sprünge mehr.

      Schlimmer als das knappe Geld finde ich die Perspektivlosigkeit für Leute, die ihr Leben lang in der Sozialhilfe bleiben müssen. Es mag Ausnahmen geben, aber grundsätzlich bekommt niemand gerne Geld vom Staat als Almosen.

      Deshalb sollte man für die Leute wieder Stellen schaffen. Damit sie gebraucht werden und ihr Geld verdienen können. Ich denke da an Jobs im Umweltschutz oder der Betreuung.
      7 0 Melden
    • Rookie 27.11.2017 10:27
      Highlight Macht euch keine Sorgen: Die Steuersätze werden steigen müssen. Für alle. Oder wir schrauben unsere Ansprüche an Vater Staat (den wir durch unsere Steuern finanzieren...) herunter. Gibt keine Alternative.
      0 0 Melden
    • DerTaran 27.11.2017 11:55
      Highlight Solange Geld zum Ausgeben da ist, wird es Jobs geben. Das Geld, welches durch die Digitalisierung eingespart wird, kann und wird man in Aufgaben investieren, die sich nicht digitalisieren lassen.
      0 0 Melden
    • _kokolorix 27.11.2017 19:11
      Highlight @DerTaran
      Das stimmt eben nicht. Dieses Geld landet im Kasino des Finanzkapitalismus, wo es weiter Blasen antreibt und das Leben der kleinen Leute künstlich verteuert um die Vermögen der Reichen zu vergrössern. Ohne Gegensteuer von staatlicher Seite ist ein Kollaps unvermeidlich
      1 0 Melden
  • demokrit 25.11.2017 17:43
    Highlight
    4 3 Melden
  • burgi.ch 25.11.2017 16:43
    Highlight Ich bin je länger je mehr der Meinung, dass wir um ein bedingungsloses Grundeinkommen langfristig nicht herumkommen werden.
    Klar, auch beim BGE gibt es noch viele offene Fragen, umso mehr finde ich es sehr schade, wurde die Initiative damals abgelehnt.
    150 39 Melden
    • _kokolorix 25.11.2017 19:45
      Highlight Auch andere soziale Errungenschaften wurden nicht im ersten Anlauf eingeführt, man denke nur wie lange die Frauen in Appenzell auf ihr verfassungsmässig zugesichertes Stimmrecht warteten...
      Am Gedanken des BGE führt wohl kein Weg vorbei, allerdings wird es noch viel Feinschliff brauchen bis ein trag- und mehrheitsfähiges Modell entwickelt ist.
      Ganz am Anfang steht die Einsicht, dass laufende Produktivitätssteigerungen unweigerlich zu Arbeitslosigkeit führen, und dass die fortschreitende Vermögenskonzentration bei einigen Wenigen zur Verarmung der Masse führt.
      Aller Anfang ist schwer...
      37 3 Melden
    • Flötist 25.11.2017 22:01
      Highlight Keine Angst, ein BGE (oder andere ähnliche Lösung) wird kommen sobald wir Arbeitslosenraten von 10% haben. Denn unser heutiges System ist nicht dafür ausgelegt, soviele Sozialhilfebezüger zu betreuen. Irgend wann wird es günstiger sein, jedem ein BGE auszuzahlen als Sozialhilfe + Kontrollbehörden.
      35 5 Melden
  • dracului 25.11.2017 15:51
    Highlight Schneider-Ammann ist ein Digitalisierungsprediger? Doris Leuthard hat, nach ihrem Treffen mit Microsoft Ballmer vor 10 Jahren, nicht mehr IT Fitness erreicht und sogar ein Bahnchef muss als Redner am Digitaltag herhalten. Die SwissID, welche andere Länder seit Jahrzehnten haben, scheint die einzige Universalantwort auf die Digitalisierung zu sein. Das ewige Lied der Ausbildung kann ich nicht mehr hören, vor allem wenn ausländische Bildung gegenüber Schweizer Bildung bevorzugt werden. Aber zum Glück leben wir in der Schweiz - da geht alles lang und langsam - selbst die Digitalisierung!
    134 10 Melden
    • fabsli 25.11.2017 18:50
      Highlight Mit so einer Einstellung wirst du untergehen. Neue Jobs entstehen, andere verschwinden. Das ist wie immer. Und die Digitalisierung haben wir nicht erst seit heute morgen. Die haben wie seit Jahrzehnten.
      19 17 Melden
    • RacKu 25.11.2017 20:42
      Highlight "ausländische Bildung gegenüber Schweizer Bildung bevorzugt"?

      Du denkst da an Havard, MIT, Stanford, Berkeley?
      7 3 Melden
    • RacKu 25.11.2017 20:46
      Highlight Btw. Andreas Meyer investiert gerade 500M in das Programm SmartRail. Nicht nur damit ist die CH den anderen Bahnen in Europa um Jahrzehnte voraus...
      5 10 Melden
    • Flötist 25.11.2017 22:03
      Highlight @fabsli, du scheinst nicht zu verstehen was im Moment im Beriech der Digitalisierung und Automatisierung abläuft. Was in den nächsten 20 Jahren kommt, stellt alles der vergangenen 200 Jahre in den Schatten. Die Digitalisierung wächst exponentiell, das heisst lange passiert nicht viel und dann plötzlich ist alles anders in wenigen Jahren. Und genau das geschieht im Moment.
      37 4 Melden
    • fabsli 25.11.2017 23:39
      Highlight @Flötist was ich damit sagen will ist, dass man sich öffnen muss. mit widerstand geht das bestimmt nicht. ich erleb das täglich. keine angst haben.
      9 7 Melden
    • sambeat 26.11.2017 02:49
      Highlight Andere Länder haben die SwissID seit Jahrzehnten? Da lief was falsch😉
      16 4 Melden
    • DerTaran 26.11.2017 03:44
      Highlight Klar wird ausländische Bildung bevorzugt, sie ist der schweizerischen ja leider im Zeitalter der Digitalisierung überlegen.
      8 6 Melden
    • Triumvir 26.11.2017 10:46
      Highlight Beim Staat geht es natürlich langsam voran. Anders sieht es jedoch in der Privatwirtschaft aus...Dort wird jetzt schon kräftig Dampf gemacht...und Jobs verschwinden schneller als du denkst...
      13 1 Melden
    • Schaaggi 27.11.2017 20:03
      Highlight Haha!
      Mit Belustigung wie auch Traurigkeit erinnere ich mich an die "IT-Fitness" Kampagne von Doris.
      War eher so was wie "Können sie eine Excel- von einer Word-Datei unterscheiden? "

      Klar, so wird die Schweiz auf zukunftsfähig getrimmt...
      3 0 Melden
  • You will not be able to use your remote control. 25.11.2017 15:20
    Highlight Guten Tag Peter, ich habe dich digitalisiert:

    `cat /dev/urandom`

    Falls du nicht verstehst (/dev/urandom vs. /dev/random), dein Text ist nicht mal echt zufällig.





    Solange du dir solche Dinge ausdenken kannst, wird es schwer dich durch einen Bot zu ersetzen.
    9 32 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 25.11.2017 15:03
    Highlight 3)Ein relevantes Problem scheint die Teilung des Arbeitsmarktes in einen Hoch- und einen Niedriglohnsektor zu sein. Mit dem dualen Bildungssystem hat die Schweiz aber ein gutes Werkzeug in der Hand. Und für gute Arbeitsbedingungen muss die Sozialpartnerschaft sorgen und die Politik sorgen, vor allem indem man Gesetzte auch durchsetzt
    Die Zahl der GAVs in der Schweiz steigt und es liegt an den Gewerkschaften, die Personen der "digitalwirtschaft zu Organisieren, falls dies dort gewünscht ist.
    27 13 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 25.11.2017 15:03
    Highlight 2) Die Länder deren Wirtschaft am stärksten Automatisiert sind, weissen gleichzeitig auch die tiefsten Arbeitslosenzahlen auf, es werden also keine Jobs vernichtet.
    25 48 Melden
    • _kokolorix 25.11.2017 17:20
      Highlight Die Arbeitslosenzahlen werden massiv geschönt. Tatsächlich stieg die Arbeitslosigkeit, wurde aber in prekäre Teilzeitjobs und Sozialhilfe 'exportiert'.
      55 4 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 25.11.2017 14:54
    Highlight 1) Persönlich denke ich, dass ein Grossteil der "Angst vor der Digitalisierung" von den Journalisten selber herbeigeschrieben wird.
    Die Digitaliserung ist ein seit Jahrzehnten anlaufender Prozess, der bis jetzt den Wohlstand in diesem Land nur gemehrt hat. Allerdings befindet sich der Journalismus selber gerade auch in einer grossen Umbruchphase, und nun muss es niemanden überraschen, wenn die Gatekeeper und Meinungsmacher (nicht negativ gemeint) selber über die Medien ein Bild der Verunsicherung zeichnen.
    28 33 Melden
    • _kokolorix 25.11.2017 17:29
      Highlight Die neu entstehenden Jobs kann einfach nicht jeder machen, das schleckt keine Geiss weg. Weshalb wohl muss die Schweiz im IT Bereich massiv Arbeitskräfte importieren? Aus einem guten Maurer oder Mechaniker wird nun einmal auch mit der besten Ausbildung nicht zwingend ein guter Programmierer oder Systemadministrator. Ausserdem wird die Automatisierung selbstverständlich auch vor diesen Jobs nicht Halt machen, irgendwann werden Programme von Programmen geschrieben und Systeme verwalten sich selber.
      Eine generelle Arbeitszeitverkürzung würde helfen, scheitert aber am Egoismus der Vermögenden
      56 5 Melden
    • nick11 25.11.2017 20:12
      Highlight Sobald wir soweit sind, dass sich neue programme von programmen selber schreiben, können wir uns zurücklehnen und zusehen. Dann gibt es keine "Arbeitsplätze" im heutigen Sinn mehr.
      Ziel muss es einfsch sein, dass dann die Ressourcen gerecht verteilt werden unf nicht nur die oberen paar prozrnte etwas davon haben! Ich freu mich jedenfalls auf ganz viel Freizeit und neue Hobbies :)
      27 4 Melden
    • _kokolorix 25.11.2017 22:29
      Highlight @nick11
      Ich glaub nicht, dass wir das noch erleben. Eher stürzen uns die machtgeilen Geldeliten in einen vernichtenden Ressourcenkrieg, als dass sie auf goldene Scheisshausklinken, 200 protzige Luxuskarossen, dutzende Villen in aller Welt und willige Sklaven verzichten.
      Die leben in einer derartig perversen Filterblase, dass die Sonnenkönige sich vor Neid kopflos im Grab umdrehen. Man muss sich nur den Trump ansehen um zu begreifen wie abartig diese paar Leute funktionieren
      34 3 Melden

Palliativärztin über ihre Arbeit: «Manchmal fragt das Kind, ob es nun sterben muss»

Jedes Jahr sterben in der Schweiz rund 500 schwerkranke Kinder. Eva Bergsträsser ist Palliativmedizinerin am Universitäts-Kinderspital Zürich. Sie erzählt, warum es in ihrer Arbeit um das Sterben geht, jedoch besonders um das Leben.

Er wollte noch einmal Weihnachten feiern – und bat dazu um Post aus aller Welt. Die Geschichte des krebskranken neunjährigen Jacob aus Amerika berührte Menschen rund um den Globus. Vor einer Woche ist Jacob verstorben. Auch in der Schweiz sterben pro Jahr rund 500 schwerkranke Kinder.

Eva Bergsträsser ist Kinderonkologin und Palliativmedizinerin am Universitäts-Kinderspital Zürich. Fast jede Woche stirbt einer ihrer kleinen Patienten.

Bergsträsser gilt als Pionierin in der Pädiatrischen …

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