Aktuelle Themen:

Lara Gut fällt im 1. Lauf des Olympia-Riesenslaloms bereits nach wenigen Fahrsekunden aus. bild: screenshot srf

Gut kracht in die Fotografen: «Ich wollte angreifen, zum Glück ist mir nichts passiert»

Für Lara Gut verkommt der Olympia-Riesenslalom zu einem Kurzeinsatz. Trotz Sturz nach einem Innenskifehler sieht sie Positives: «Es war das erste Mal, dass ich wieder bereit war, etwas zu riskieren.» Ihre Disziplinen folgen erst.

Publiziert: 15.02.18, 07:06 Aktualisiert: 15.02.18, 08:18

Lara Gut, Sie rutschten beim Sturz in die Beine einiger Fotografen am Pistenrand. Geht es Ihnen gut?
Es ist mir nichts passiert, aber die Fotografen leben gefährlich. Es ist mir lieber, am Samstag im Super-G mit blauen Flecken am Start zu stehen und dafür mit einer inneren Ruhe, weil ich weiss, dass ich es versucht habe.

Der Sturz von Lara Gut:

Was ist passiert?
Es war ein klassischer Innenskifehler. Ich hatte mir am Start gesagt, dass ich angreifen und etwas probieren will. Es war das erste Mal, dass ich wieder bereit war, etwas zu riskieren und dafür das Risiko eines Sturzes in Kauf nahm. Bis vor drei, vier Tagen traute ich mich zu wenig, auf diese Weise wäre nichts zu holen gewesen. Jetzt war's halt ein bisschen zu viel. Ich wollte nicht als 20. ins Ziel kommen und mich darüber ärgern, dass ich nichts gewagt habe.

Zu verlieren hatten Sie im Riesenslalom nichts.
Es ist kein Geheimnis, dass im Riesenslalom seit meiner Verletzung noch nicht viel klappt. Es war auch in der Vergangenheit so, dass ich entweder schnell bin oder ausscheide. Der Riesenslalom bleibt eine Baustelle; er ist eine Challenge und ein Prozess. Klar hoffte ich, dass sich der Knopf heute löst. Es wäre schön gewesen, aber es ist auch nicht schlimm. Fehler gehören dazu, ich bleibe positiv.

Lara Gut rutscht dem Ziel entgegen. Bild: AP/AP

Sie haben sich auf die Handschuhe die Worte «Keep it simple» und «Remember who you are» geschrieben. Was steckt dahinter?
Ich gehe immer mit gewissen Gedanken an den Start. Manchmal bin ich zu verkrampft und vergesse, Spass zu haben und locker zu sein. 'Keep it simple' war ein Motto vor der Saison. Ich war in den Trainings oft in den ersten Läufen schnell, weil ich instinktiv gefahren bin. Dann fing ich an zu studieren, und es wurde komplizierter. Ich bin eine, die den Instinkten folgen muss. Wenn sich der Kopf einschaltet, werde ich nicht schneller. (sda)

Das Schlussresultat:

Shiffrin holt Gold, Holdener fährt knapp am Diplom vorbei. bild: screenshot srf

Das wurde aus den 17 Schweizer Ski-Juniorinnen-Weltmeisterinnen

17 Juniorinnen-Weltmeisterinnen kamen schon aus der Schweiz. Das ist aus ihnen geworden (Stand: 6.2.18). KEYSTONE / MANUEL LOPEZ
Heidi Zurbriggen: 1985 wird Pirmins Schwester Juniorinnen-Weltmeisterin in der Kombination; in Abfahrt, Riesenslalom und Slalom gewinnt sie Silber. Im Weltcup feiert sie drei Abfahrts-Siege, steht insgesamt 17 Mal auf dem Podest. 1996 und 1997 wird Zurbriggen Vize-Weltmeisterin in der Abfahrt bzw. dem Super-G. KEYSTONE / STR
Gabriela Zingre-Graf: In Alaska wird Zingre aus Gstaad 1989 Juniorinnen-Weltmeisterin im Slalom. Im Weltcup gelingt es ihr zwei Mal, aufs Podest zu fahren, jeweils als Dritte. Ein vielleicht noch wertvolleres Resultat gelingt ihr 1994 in Lillehammer, als sie bei Vreni Schneiders Olympiasieg Fünfte wird. KEYSTONE / STR
Katrin Neuenschwander (links vorne): Ein Jahr nach Zingre-Graf schlägt in Zinal ihre grosse Stunde, auch sie wird Slalom-Weltmeisterin auf Junioren-Stufe, gewinnt auch Gold in der Kombination. Im Weltcup ist sie nicht ganz so erfolgreich: Ein zehnter Rang ist ihr bestes Resultat, bei Olympia 1992 wird sie Neunte. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Céline Dätwyler: Die Romande wird 1991 und 1992 Juniorinnen-Weltmeisterin in der Abfahrt. Als hoffnungsvolles Talent darf sie an die WM 1993 in Morioka. Danach stagniert Dätwyler aber, im Weltcup kommt sie nie über Platz 16 hinaus, sie beendet mit 28 Jahren wegen einer Knieverletzung die Karriere. KEYSTONE / STEPHAN SCHACHER
Karin Roten: Die Walliserin wird 1993 und 1995 Juniorinnen-Weltmeisterin im Riesenslalom. Paradox: In der Erinnerung ist dieser auch später ihre Paradedisziplin. Tatsächlich ist es aber trotz zwei WM-Silbermedaillen im Riesenslalom der Slalom, in dem Roten die besseren Weltcup-Ergebnisse einfährt. Sie gewinnt zwei Rennen und wird drei Mal Zweite. Hinzu kommt Slalom-WM-Bronze. Im Riesenslalom schafft sie's nur einmal als Dritte aufs Podest. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Marlies Oester: 1995 wird die Adelbodnerin Juniorinnen-Weltmeisterin im Slalom und in der Kombination. Nur ein Jahr später fährt sie im Weltcup erstmals aufs Podest, wird Zweite hinter Sonja Nef. Danach folgen regelmässige Top-Ten-Plätze und am 20. Februar 2002 in Berchtesgaden der bis heute letzte Schweizer Sieg in einem Frauen-Slalom. Hinzu kommt WM-Bronze in der Kombination daheim in St.Moritz. KEYSTONE / PETER GERBER
Sylviane Berthod: Die Walliserin gewinnt 1995 und 1996 Juniorinnen-Gold in Abfahrt bzw. Super-G. Kurz vor Weihnachten 2001 feiert Berthod in St.Moritz ihren einzigen Weltcup-Sieg, hinzu kommen fünf Podestplätze. Bei Olympia und WM bilden ein jeweils siebter Rang die Bestresultate. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Fränzi Aufdenblatten: In den Jahren 2000 und 2001 kehrt die Zermatterin mit jeweils einer Gold- und einer Silbermedaille von der Juniorinnen-WM heim. Sie fährt danach inkonstant, ist mehr Flop als Top, gewinnt aber 2009 den Super-G in Val d'Isère. Hinzu kommen drei Podestplätze – einer, beinahe wie in einem Märchen, im allerletzten Rennen der Karriere. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Tamara Wolf (r.): Als sie 2003 Juniorinnen-Weltmeisterin in der Abfahrt vor den US-Girls Lindsey Kildow (heute Vonn) und Julia Mancuso wird, scheint die Schweiz eine künftige Siegfahrerin gefunden zu haben. Wolf ist ein riesiges Talent – das leider ein unendliches Verletzungspech hat. Ihre Verletzungsakte wird von Jahr zu Jahr dicker, bis sie schliesslich als 26-Jährige kapituliert. Im Weltcup ist ein achter Rang das Bestresultat – in ihrem zweiten Rennen. PHOTOPRESS / ALEXANDRA WEY
Marianne Abderhalden: Als sie 2006 zu Abfahrts-Gold an der Junioren-WM rast, ist ihr älterer Bruder Jörg bereits zweifacher Schwingerkönig. Die Toggenburgerin findet über den Slalom den Weg in den Weltcup, hat zwischenzeitlich nach einer Heirat den längsten Namen im Ski-Zirkus (Marianne Kaufmann-Abderhalden) und ist schliesslich in der Abfahrt am erfolgreichsten. Ein Weltcupsieg und vier weitere Podestplätze sind ihre Ausbeute. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Denise Feierabend: 2009 wird sie Juniorinnen-Weltmeisterin im Slalom. Dieser und die Kombination werden zu ihren bevorzugten Disziplinen. Auf ein Podest schafft es Feierabend aber nie. Am nächsten dran ist sie als Vierte in der WM-Kombination 2017 in St.Moritz. Symptomatisch für ihre Karriere: Auch da steht sie im Schatten anderer, Wendy Holdener und Michelle Gisin feiern einen Doppelsieg. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Wendy Holdener: 2011 räumt die Schwyzerin einen kompletten Medaillensatz ab, wird Juniorinnen-Weltmeisterin in der Kombination. Peu à peu macht Holdener im Weltcup Fortschritte, bis sie im Slalom absolute Weltspitze ist und 2017 in St.Moritz Kombinations-Weltmeisterin wird. Sie gewinnt bislang drei Weltcuprennen, steht 18 weitere Male auf dem Podest. EPA/KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Corinne Suter: Auf Nachwuchs-Stufe ist die Schwyzerin top: zwei Gold-, zwei Silber- und eine Bronze-Medaille gewinnt sie zwischen 2012 und 2014. Im Weltcup fehlt ihr bislang noch ein kleines Stückchen ganz nach vorne. Aber elf Top-Ten-Platzierungen – sie belegte schon jeden Rang zwischen vier und zehn – zeigen, dass sie nahe dran ist. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Jasimna Suter: 2016 gewinnt sie Riesenslalom-Gold an der Juniorinnen-WM in Sotschi. Im Weltcup holt sie bislang vier Mal Weltcup-Punkte, Rang 19 ist (noch) ihr Bestresultat. Mit 22 Jahren hat Suter noch Zeit. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Rahel Kopp: Die Ostschweizerin wird 2015 Juniorinnen-Weltmeisterin in der Kombination. Im Weltcup punktet Kopp in verschiedenen Disziplinen, ihr bestes Resultat ist ein fünfter Platz in der Kombination. Im März wird sie 24 Jahre alt. KEYSTONE / CHRISTIAN MERZ
Aline Danioth: 2016 ist ihr Jahr: Sie wird Juniorinnen-Weltmeisterin in der Kombination und gewinnt an den Olympischen Jugend-Winterspielen die Titel in Slalom und Kombination sowie Bronze-Medaillen in Riesenslalom und Super-G. In dieser Saison holt sie in Slaloms ihre ersten Weltcup-Punkte. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Camille Rast: Sie wird 2017 Juniorinnen-Weltmeisterin im Slalom. Bereits zuvor sorgt die Walliserin für Furore, als sie bei ihrem fünften Weltcup-Einsatz auf Rang neun in einem Riesenslalom fährt. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Pirmin Zurbriggen krönt seine Karriere mit dem Abfahrts-Olympiasieg in Calgary

Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Mit Full-Doublefull-Full springt Sonny Schönbächler zum Olympiasieg

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben