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Ein Mitglied der Syrischen Demokratischen Kräfte durchsucht einen Mann, der aus Baghus geflüchtet ist. Bild: AP/AP

Letzte IS-Bastion: 3000 Kämpfer geben auf – doch die Schlacht ist noch nicht vorbei

Publiziert: 13.03.19, 06:25

Nach tagelangen Angriffen auf die letzte IS-Bastion im Osten Syriens haben sich tausende weitere Dschihadisten ergeben. Ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärte am Dienstag, 3000 Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hätten sich seit Montag ergeben.

Die von den USA unterstützte kurdisch-arabische Allianz nahm das Dorf Baghus am Dienstagabend weiter unter Beschuss. Zuvor war von 2000 Überläufern berichtet worden.

Seit dem Beginn der Belagerung der Ortschaft an der irakischen Grenze im Dezember verliessen laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte rund 60'000 Menschen die letzte IS-Bastion nahe der irakischen Grenze. Jeder Zehnte war demnach ein IS-Kämpfer.

Die SDF-Einheiten hatten ihre Angriffe wiederholt ausgesetzt, um den IS-Kämpfern und Zivilisten den Abzug zu ermöglichen. Am Sonntag nahmen sie die Offensive wieder auf. Unterstützt wurden sie dabei von Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Koalition.

Schlacht noch nicht vorbei

In einer auf ihren Propagandakanälen veröffentlichten Videobotschaft rief die IS-Miliz die verbliebenen Kämpfer derweil zum Durchhalten auf. «Auch wenn uns nur noch wenige Kilometer bleiben und gesagt wird, wir hätten verloren, sind Gottes Beurteilungskriterien doch andere», sagte ein Mann mit einem schwarz-weissen Kopftuch. «Die Schlacht ist noch nicht vorbei», fügte er hinzu. Das IS-Propagandavideo scheint auch Szenen aus dem chaotischen Zeltlager der Dschihadisten in Baghus zu zeigen.

Mit der Einnahme von Baghus wäre das einstige «Kalifat» der IS-Miliz im Irak und Syrien endgültig Geschichte. Die Dschihadisten sind aber weiterhin in der Badia-Wüste präsent und verüben immer wieder Anschläge in den von den SDF kontrollierten Gebieten. (sda/afp)

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IS zerstört Weltkulturerbe in Hatra:

Mit dem Vorschlaghammer gegen das kulturelle Erbe des Irak: Dieses Standbild aus einem dem sogenannten Islamischen Staat (IS) zugeschriebenen Video zeigt, wie IS-Anhänger die Weltkulturerbe-Stätte Hatra im Nordirak zerstören. Militant video / Uncredited
Zu sehen ist auch, wie mit Gewehren auf Büsten und Reliefs geschossen wird. Wie in Hatra hat der IS auch schon anderswo im Irak das kulturelle Erbe des Landes zerstört. Militant video / Uncredited
Laut «Guardian» ist auf dem Video ein IS-Mann zu hören, der sagt: «Wir werden eure Artefakte und Götzen überall zerstören, und der Islamische Staat wird eure Länder beherrschen.» Militant video / Uncredited
Eine Aufnahme aus Hatra aus dem Jahr 2005: Für den IS ist die Zerstörung Teil der Mission – die Anhänger der Terrorgruppe sehen in Büsten und Statuen Götzen. AP / ANTONIO CATANEDA
Hatra steht auf der Liste des Weltkulturerbes. In der Stadt gab es gut erhaltene assyrische Ruinen, die bis ins dritte Jahrhundert vor Christus zurückdatieren – viele davon dürften nach dem Wüten der IS-Anhänger für immer verloren sein. AP / ANTONIO CATANEDA
Eine Statue in Hatra (Foto von 2005): Das Standbild zeigte vermutlich die Gattin eines Königs. AP / ANTONIO CATANEDA