Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A modified Tesla Model X drives in the tunnel entrance before an unveiling event for the Boring Co. Hawthorne test tunnel in Hawthorne, Calif., Tuesday, Dec. 18, 2018. Elon Musk unveiled his underground transportation tunnel on Tuesday, allowing reporters and invited guests to take some of the first rides in the revolutionary albeit bumpy subterranean tube - the tech entrepreneur's answer to what he calls

Ein Tesla Model X fährt durch den am 18. Dezember vorgestellten Tunnel in LA. Bild: AP

Was für ein Jahr, Tesla! So geriet Elon Musk 2018 ins Schleudern und hob ab

Der US-Elektroauto-Pionier kann auf ein turbulentes Jahr zurückblicken. Wir lassen die wichtigsten Geschichten und spannendsten News Revue passieren.



Von der «Produktionshölle» zum Rekordgewinn: 2018 brachte Tesla-Chef Elon Musk ans Limit, doch letztlich konnte er es seinen Kritikern doch noch zeigen. Das bedeutet aber nicht, dass das kommende Jahr für den schillernden Tech-Milliardär zur Siegesrunde wird – trotz der jüngsten Erfolge bleiben etliche Herausforderungen.

Das grosse Drama

Tesla lieferte mit seinem Hoffnungsträger Model 3 eines der grössten Dramen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres. «Tesla stand während des Anlaufs der Model-3-Produktion wirklich einer ernsthaften Todesgefahr gegenüber», räumte Musk kürzlich in einem TV-Interview ein.

Die Euphorie um das Model 3 war riesig. Doch mit dem günstigeren E-Auto, das Tesla den Weg in den Massenmarkt ebnen soll, hätte sich Musk fast übernommen. Man habe «wie verrückt» Geld verloren und kurz vor der Pleite gestanden, gab der Tesla-Chef im Nachhinein zu.

Der umtriebige Tech-Unternehmer, der neben Tesla auch noch das Weltraumunternehmen SpaceX und die Tunnelbohr-Firma Boring Company betreibt, schien zeitweise mit den Nerven am Ende. Musk blaffte Finanzanalysten an, pöbelte bei Twitter, kiffte vor laufender Kamera und stritt öffentlich mit der US-Börsenaufsicht SEC.

Nach all den Eskapaden und Problemen beim Model 3 schlug Ende Oktober jedoch Musks Stunde des Triumphs. Tesla schaffte im dritten Quartal einen Überschuss von 312 Millionen Dollar – der grösste Gewinn in der Geschichte des 2003 gegründeten Unternehmens, das zuvor überhaupt nur zweimal ein Vierteljahr mit schwarzen Zahlen abschliessen konnte.

Als «wahrhaft historisch» bezeichnete Musk die Ergebnisse und auch bei Anlegern war die Erleichterung nach dem Rekordminus von 718 Millionen Dollar im Vorquartal gross. «Man sollte nie selbstgefällig werden, also müssen wir weiter hart arbeiten – aber ich denke, wir sind übern Berg», sagte Musk dem Tech-Blog Recode im November.

Das Interview, das in Abgründe blicken liess

Zuvor hatte der 47-jährige Starunternehmer, der von seinen Fans mit Wirtschaftslegenden wie dem verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs verglichen wird, überraschend düstere Einblicke in sein Seelenleben offenbart. Es sei «das schwierigste und schmerzhafteste Jahr meiner Karriere», sagte Musk der «New York Times». «Es war unerträglich.» Er könne manchmal nur mit dem Schlafmittel Ambien Ruhe finden.

Inzwischen scheint Musk, der sich selbst schon als manisch-depressiv bezeichnete, wieder obenauf. Teslas Aktienkurs ist seit Wochen im Höhenflug – an der Börse ist der Elektroautobauer mit zuletzt knapp 62 Milliarden Dollar deutlich mehr wert als die US-Marktführer General Motors und Ford. Doch auch wenn die Skeptiker vorerst verstummt sind – Tesla und Musk haben weiter alle Hände voll zu tun.

Ob die Firma dauerhaft profitabel wirtschaften kann, muss sich erst zeigen. Die jüngsten Quartalszahlen waren von Sonderfaktoren geprägt, zudem bleibt Musk das Model 3 für 35'000 Dollar immer noch schuldig.

Bislang gibt es nur teurere Versionen mit entsprechend höheren Gewinnspannen zu kaufen. Erschwerend hinzu kommt, dass die staatliche E-Auto-Prämie von 7500 Dollar pro Wagen in den USA 2019 ausläuft.

Tesla bleibt unter (scharfer) Beobachtung

Und auch wenn die von Musk selbst wiederholt als «Produktionshölle» beschriebene Massenfertigung des Model 3 mittlerweile gut in Fahrt gekommen ist, muss Tesla zeigen, dass es kontinuierlich hohe Stückzahlen liefern kann. Darüber hinaus kämpft Musk weiter mit den Folgen seines missglückten Plans, Tesla von der Börse zu nehmen.

Weil die SEC zu dem Schluss kam, dass Musk falsche Angaben machte, als er im August bei Twitter eine Privatisierung Teslas erwog, musste der Firmenchef bereits Strafe zahlen und den Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat abgeben. Es laufen jedoch weiter Anlegerklagen mit dem Vorwurf der Marktmanipulation. Zudem ermittelt die SEC wegen des Verdachts irreführender Prognosen zum Model 3.

Und auch wenn Musk nicht müde wird zu betonen, dass Tesla keine neuen Geldspritzen braucht, bleibt die Kapitaldecke mit rund drei Milliarden Dollar an liquiden Mitteln angesichts der hohen Ausgaben relativ dünn. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge werden am 1. März 920 Millionen Dollar an Wandelanleihen fällig, falls der Aktienkurs bis dahin wieder unter die Schwelle von 360 Dollar sinken sollte.

Trotz aller Herausforderungen macht Musk ständig mit neuen abenteuerlichen Ideen von sich reden. Kurz vor Weihnachten hat er in Los Angeles mit der Boring Company eine Teststrecke eines High-Tech-Tunnelsystems vorgeführt. Damit will er eines Tages den zähen Verkehr in US-Metropolen revolutionieren.

Dass Musk wieder guter Dinge ist, darauf weist auch die «fart app» hin – eine neue versteckte Funktion für Tesla-Autos. Dem US-Blog Electrek zufolge soll die Furz-Simulation als Teil eines Software-Updates auf das Bordsystem aufgespielt werden und auf Wunsch «on demand» oder beim Blinken Pupsgeräusche machen.

Fest steht: Auch 2019 dürfte Elon Musk keine Langeweile aufkommen lassen.

Was hältst du von Tesla Motors?

(dsc/awp/sda/dpa)

Zebras entwischt – tödliche Verfolgungsjagd in Dresden

Video: watson/nfr

Tesla und E-Mobilität

Das Model 3 kommt in die Schweiz – das taugt der kleinste und günstigste Tesla wirklich

Link zum Artikel

Ein Tesla als Familienauto? Ich habe es ein Jahr getestet

Link zum Artikel

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link zum Artikel

Ein Tesla X als Polizeiauto? 7 Gründe, die dafür sprechen, und 3 dagegen 😏

Link zum Artikel

Elon Musk: Tesla stand kurz vor dem Tod

Link zum Artikel

Das neue Tesla-Rennauto ist schneller auf 100 km/h, als du auf 3 zählen kannst

Link zum Artikel

Fahren Teslas bald allein? Musk kündigt neue «Autopilot»-Funktionen an

Link zum Artikel

Volvo will echten «Autopiloten» bis 2021 anbieten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

YB verliert gegen die Roma mit 1:2

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
dä dingsbums
27.12.2018 07:31registriert April 2015
"...High-Tech-Tunnelsystems vorgeführt..."
Wir haben ganz offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen davon, was High-Tech bedeutet.
Die Röhre die präsentiert wurde, ist so Low-Tech wie es nur geht, da ist das Tram-Tunnel nach Schwammendingen moderner.
Nichts gegen Teslas tolle Autos und Elektromobilität, aber nicht jeder Artikel zu Musk muss mit voll von Superlativen sein.
Journalismus, kritische Distanz, sagen was ist.
257
Melden
Zum Kommentar
8

Endlich! Ein E-Motor ab Stange, der problemlos in deinen alten Karren passt

Firmen, die alte Autos auf EV-Betrieb umbauen, gibt es einige. Auch grosse Autohersteller sind dabei. Für den Tüftler indes erweist sich dieses Unterfangen aber als eher schwierig. Geborgte EV-Antriebssysteme sind schwierig einzupassen und haben komplexe Steuerungs- und Kühlsysteme.

Abhilfe kommt nun von Swindon Powertrain, einer britischen Hightech-Firma, die Motoren und Komponente für Formel 1 und British Touring Car Championship entwickelt und baut: 2020 bringen sie einen kompakten …

Artikel lesen
Link zum Artikel