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Der verflixte zweite Vorname. Habe ich vernachlässigt – mit Konsequenzen.
Der verflixte zweite Vorname. Habe ich vernachlässigt – mit Konsequenzen.
bild: watson
Kommentar

Dein Covid-Zertifikat könnte einen fiesen Fehler haben, so wie meines 😌

Covid-Zertifikate können Fehler enthalten. Hier erfährst du, wie die für die Kontrolle unverzichtbaren Angaben geändert werden.
06.07.2021, 11:2707.07.2021, 12:51

Dieser Beitrag ist eine Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten zu Fehlern in Covid-Zertifikaten.

Am Anfang war das Radio

Ich bin nie richtig warm geworden mit meinem zweiten Vornamen. Aber was solls: Er ist nun mal in meinen amtlichen Ausweisen eingetragen.

Und genau da begann heute Morgen das Problem. Wobei ich zunächst gar nichts davon mitbekam. Meine Frau war es, die während der Autofahrt zur Arbeit Radio hörte. Ob über UKW oder DAB+ tut hier nichts zur Sache. Aber zum Glück lief das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Da wurde der Fall einer Frau aus Basel geschildert, die in ihrem lang ersehnten Covid-Zertifikat einen Fehler feststellte. Das Geburtsdatum stimmte nicht. Dann ging das Hotline-Theater los.

Was ist wirklich wichtig?

Die persönlichen Angaben auf dem Covid-Zertifikat müssen unbedingt mit den Angaben im Reisepass oder der Identitätskarte (ID) übereinstimmen. Und zwar Buchstabe für Buchstabe, Zahl für Zahl. Ein nicht korrektes Geburtsdatum oder ein fehlender zweiter Vorname könnten dazu führen, dass das Covid-Zertifikat bei einer Überprüfung abgelehnt wird.

Zwar habe ich nicht vor, diesen Sommer ins Ausland zu reisen. Und auch Konzerte oder Fussballspiele verfolge ich vorerst nur auf dem Display. Aber früher oder später soll es wieder mal ans Meer gehen.

Schnell krame ich mein Covid-Zertifikat hervor und schaue nach. Tatsächlich: Da fehlt der zweite Vorname!

Willkommen in «Föderalismustan»

Auf dem A4-Papier mit dem Briefkopf der Schweizerischen Eidgenossenschaft steht klar und deutlich, dass mein Covid-Zertifikat durch das Bundesamt für Gesundheit BAG herausgegeben wurde. Und ganz unten findet sich die Telefonnummer der «Infoline Coronavirus» (+41'58'463'00'00).

Doch dort ist man nicht zuständig, wie mir eine Frauenstimme nach knapp zehnminütigem Warten eröffnet.

Es ist ein bisschen wie bei der SwissCovid-App. Offizielle Herausgeberin ist das BAG. Doch die bürokratischen Herausforderungen überlässt der Bund den Kantonen. Ich solle mich bitte an meinen Wohnkanton wenden, heisst es. Dann gibt mir die Infoline-Mitarbeiterin eine Telefonnummer.

Die nächsten zehn Minuten in der Warteschlaufe gehen auf meine Kappe. Ich hätte merken müssen, dass mir die wirklich sympathisch klingende Frau eine Nummer aus Basel gab. Dabei hatte ich doch extra von unserem Hausanschluss angerufen. «Vorwahl 044, wüssed Sie!»

Nun denn, im zweiten Anlauf erhalte die Hotline-Nummer meines Wohnkantons. Nach weiteren zehn Minuten Wartezeit und ziemlich angenehmem Hintergrundgedudel erfahre ich, dass ich die nötige Fehlerkorrektur ganz einfach online veranlassen kann.

Nur ein Onlineformular auf der kantonalen Website ausfüllen, eine digitale Kopie meines Reisepasses im JPEG-Format hochladen, fertig.

screenshot: zh.ch

Kurz darauf hab ich auch schon die Bestätigung im Maileingang.

screenshot: watson

Und damit zu den wichtigsten Informationen!

Wer ist von Zertifikats-Fehlern betroffen?

Mehr als drei Millionen Schweizerinnen und Schweizer sind inzwischen zweimal geimpft worden gegen Covid-19. Und bei den massenhaft ausgestellten Zertifikaten könnte das eine oder andere fehlerhafte Angaben enthalten.

Wie SRF berichtet, sei dem Bund beim Drucken der Covid-Zertifikate für Genesene in den Kantonen Luzern, Obwalden und Graubünden sowie von Zertifikaten für Geimpfte im Kanton Luzern ein Fehler unterlaufen. In einigen Zertifikaten seien Doppelnamen falsch geschrieben worden. «Die betroffenen Personen sollten in den nächsten Tagen automatisch ein neues, korrektes Zertifikat erhalten.»

Wo (unter Hochdruck) gearbeitet wird, passieren Fehler. Umso wichtiger ist es, ein ausgestelltes Covid-Zertifikat genau zu kontrollieren.

Wer ist zuständig bei Zertifikats-Fehlern?

Dein Wohnkanton bzw. der Kanton, in dem dein Covid-Zertifikat ausgestellt wurde.

Was ist zu tun bei einem Fehler im Covid-Zertifikat?

Das hängt vom Kanton ab, in dem du wohnst.

Zum Schluss wirds leider kompliziert.

SRF spricht von einem «Wildwuchs bei den Kantonen».

Während in einigen Kantonen spezielle Schalter Änderungen am Zertifikat vornehmen würden, könne man das Dokument in anderen Kantonen mittels Onlineformular anpassen lassen. In den Kantonen Bern, Graubünden und Appenzell Ausserrhoden gebe es zwei unterschiedliche Regelungen, je nachdem, wo sich jemand impfen liess.

Nun denn, ich wünsche viel Geduld!

Und falls du etwas länger in einer Warteschlaufe hängen solltest, kann ich Radiohören empfehlen. 😉

PS: Wie lautet der zweite Vorname des Redaktors?

Datenschutz, sorry! 😌

Auflistung nach Kanton

Nachfolgend gibts von srf.ch und watson zusammengetragene Informationen und Adressen, um die Korrektur eines Covid-Zertifikats in diversen Kantonen zu veranlassen.

  • Appenzell Ausserrhoden: Bei fehlerhaften Daten müssen sich die Personen laut srf.ch dort melden, wo sie geimpft wurden. «Falls dies bei einem Hausarzt war, dann dort. Falls man sich in einem der beiden Impfzentren in AR (Heiden oder Herisau) hatte impfen lassen, dann muss man sich bei der Zentralstelle Zertifizierung AR melden. Entweder per E-Mail an zertifizierung@ar.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster oder telefonisch unter 071'353'62'32.»
  • Basel-Stadt: Je nach Art des Zertifikats sollte man sich an den Aussteller wenden, wie srf.ch schreibt. «Im Impfzentrum werden Schalter sowohl durch das Impfzentrum als auch durch das Gesundheitsdepartement bedient. Dort können die Umstände vor Ort geklärt und neue Zertifikate ausgestellt werden.»
  • Bern: Wer in einem Impfzentrum geimpft wurde, kann sich laut srf.ch schriftlich mit Angabe des Namens, Telefonnummer, Impfzentrum, Registrierungscode und/oder Krankenkassenkartennummer bei online.gsi@be.ch melden. Bei Anpassungen, die Namen oder Geburtsdatum betreffen, werde zudem zwingend eine Kopie der ID/Pass benötigt. «Wer sich beim Hausarzt, Apotheker oder im Spital hat impfen lassen, muss sich direkt dort melden.»
  • Graubünden: Name und Geburtsdatum können laut srf.ch über die Hotline 081'254'16'00 geändert werden, oder per Mail an die Adresse impfung@amz.gr.ch. Allerdings sei dies nur für Personen möglich, die in Impfzentren geimpft (und registriert) wurden. Alle andern sollten sich direkt an den Impfort (Arztpraxis oder Apotheke) wenden.
  • Luzern: Wer ein Covid-Zertifikat wegen eines falsch gedruckten Geburtsdatums oder eines anderen Formfehlers nachbestellen möchte, kann dafür ein Online-Formular auf gesundheit.lu.ch nutzen. Verlangt werde der Nachweis der Genesung oder der vollständigen Impfung.
  • St.Gallen: Wer die persönlichen Eingaben im Zertifikatsantrag nicht richtig eingegeben hat, kann sich schriftlich bei der kantonalen Corona-Infoline melden.
  • Zürich: Das Korrigieren geht einfach über ein Online-Formular auf der kantonalen Website.

Quellen

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