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Indische Ministerin soll gefoltert haben –  sie fordert «keine Gnade»für Vergewaltiger



epa05430229 Indian Minister for Water Resources, River Development Uma Bharti arrive at the Indian Parliament House in New Delhi, India, 18 July 2016. Parliament's Monsoon Session begins to discuss the series of bills including the bill for the introduction of Goods and Services Tax (GST) as a priority.  EPA/STR

Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Ermittlungen gegen eine indische Ministerin gefordert, die nach eigenen Angaben mutmassliche Vergewaltiger foltern liess. «Folter ist immer ein Verbrechen und niemals gerechtfertigt», erklärte Indiens Amnesty-Chef Aakar Patel am Dienstag.

Wasserministerin Uma Bharti hatte vergangene Woche gesagt, dass sie als Chefin des Bundesstaats Madhya Pradesh mutmassliche Vergewaltiger kopfüber habe aufhängen lassen. Die Polizei habe sie dann vor den Augen ihrer Opfer geschlagen und Salz und Chili in ihre Wunden gerieben.

Sie habe kein Mitleid mit «unmenschlichen Vergewaltigern», diese verdienten «keine Gnade», sagte Bharti vergangene Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung in Agra vor Anhängern der Regierungspartei BJP.

«Politiker dürfen nicht entscheiden, dass bestimmte Menschen keine Rechte haben», sagte dagegen Patel. Bharti müsse wegen Menschenrechtsverstössen verurteilt werden, wenn sie ein solches Vorgehen tatsächlich angeordnet habe.

In Indien werden jedes Jahr knapp 40'000 Fälle von Vergewaltigungen gemeldet. Die Strafen für Vergewaltiger wurden verschärft, nachdem die tödliche Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin in Neu Delhi weltweit Bestürzung ausgelöst hatte.

Die 23-Jährige war im Dezember 2012 vor den Augen ihres Freundes von mehreren Männern in einem Bus vergewaltigt und so schwer misshandelt worden, dass sie knapp zwei Wochen später ihren Verletzungen erlag. (sem/sda/afp)

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