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FILE - In this Sept. 20, 2016 file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg and his wife, Priscilla Chan, smile as they prepare for a speech in San Francisco. Zuckerberg and his wife are expecting their second child. In a Facebook post, Zuckerberg says his wife Priscilla Chan is pregnant with a girl. (AP Photo/Jeff Chiu, File)

Mark Zuckerberg mit Ehefrau Priscilla Chan. Derzeit gibt es für den Facebook-Gründer wenig zu lachen. Bild: AP/AP

Mark Zuckerberg schweigt – dabei geht es um das Überleben von Facebook

Facebook ist durch das Ausschlachten der Nutzerdaten reich und mächtig geworden. Der Skandal um Cambridge Analytica zeigt die Kehrseite dieses Geschäftsmodells. Was bedeutet das für die Zukunft des Netzwerks?



Wo ist Mark Zuckerberg? Diese Frage wird seit Tagen gestellt, und das mit zunehmender Dringlichkeit. Der Gründer und Chef von Facebook ist seit der Aufdeckung des jüngsten Skandals um den massenhaften Missbrauch von Userdaten abgetaucht. Gleiches gilt für Sheryl Sandberg, die das Tagesgeschäft von Facebook leitet und als «starke Frau» des Social-Media-Giganten gilt.

An an einem Mitarbeitertreffen am Hauptsitz im kalifornischen Menlo Park liessen sich die beiden am Dienstag gemäss der New York Times nicht blicken. Dabei steckt Facebook in der grössten Krise seiner Geschichte. Sie begann 2003 als Studenten-Netzwerk an der Universität Harvard und entwickelte sich zum reichen und mächtigen Tech-Konzern mit zwei Milliarden Mitgliedern.

Was Facebook alles so zensiert

Das lukrative Geschäftsmodell basiert darauf, den Nutzern massgeschneiderte Werbung zukommen zu lassen. Je mehr sie von sich preisgeben, umso besser läuft das Geschäft – jeder einzelne Like zählt. Facebook wurde damit zu einer Geldmaschine, im Gegensatz etwa zu Twitter, das im vierten Quartal 2017 erstmals überhaupt einen Gewinn erzielen konnte.

Nicht Opfer, sondern Mittäter

Die Kehrseite des Geschäftsmodells haben die neusten Enthüllungen um die dubiose Firma Cambridge Analytica schonungslos ans Licht gebracht. Ihr war es gelungen, die Daten von rund 50 Millionen Facebook-Usern abzugreifen und sie mit Werbebotschaften einzudecken, um die US-Präsidentschaftswahl 2016 zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen.

Die Erfolgsbilanz ist umstritten. Bislang spricht wenig dafür, dass Cambridge Analytica mehr ist als eine Bluffer-Bude. Für Facebook aber ist der Skandal höchst unangenehm. Experten sind überzeugt, dass der Tech-Riese nicht ein Opfer von Datenklau ist, sondern Mittäter. «Facebook kümmerte sich bis mindestens Ende 2016 einen gequirlten Quark um die Nebeneffekte seines wirtschaftlichen Erfolges», schreibt der Netzaktivist Sascha Lobo auf Spiegel Online.

Das betrifft nicht nur die Aktivitäten von Cambridge Analytica, sondern auch die von Russland gesteuerten Bemühungen, die US-Wahlen mit Fake News zu beeinflussen. Alex Stamos, der Sicherheitschef von Facebook, hat Zuckerberg und Sandberg laut US-Medien vergeblich zu mehr Offenheit in dieser Sache aufgefordert. Nun will er das Unternehmen im Sommer verlassen.

Das Management tut sich offenkundig schwer damit, sich vom höchst einträglichen Geschäftsmodell mit den Nutzerdaten zu distanzieren. Deshalb weigerte sich Facebook auch lange mit Händen und Füssen, Verantwortung für die auf dem Netzwerk verbreiteten Inhalte zu übernehmen. Doch nun geraten Zuckerberg und Co. an mehreren Fronten unter Druck:

Politik

Der Facebook-Chef könnte bald gezwungen sein, sein Schweigen zu brechen. Ein Ausschuss des britischen Unterhauses hat Mark Zuckerberg zur Anhörung aufgeboten. Das Europaparlament und US-Senatoren wollen ebenfalls Hearings veranstalten. Die unabhängige US-Handelsbehörde FTC, die für den Konsumentenschutz zuständig ist, hat eine Untersuchung gegen Facebook eingeleitet.

Es geht um einen möglichen Verstoss gegen eine Vereinbarung von 2011, in der sich der Konzern zur Einhaltung bestimmter Datenschutzregeln verpflichtet hatte. Sie bezog sich auf Apps von Drittanbietern, die Daten von Facebook-Usern «absaugen» konnten. Genau dies soll im Fall von Cambridge Analytica geschehen sein. Nun droht Facebook eine deftige Busse.

In der Europäischen Union wird Ende Mai die neue Datenschutzverordnung in Kraft treten. Sie verpflichtet Unternehmen dazu, betroffene Personen unverzüglich zu informieren, wenn ihre persönlichen Daten in falsche Hände gelangt sein sollen. Auch in diesem Fall denkt man unweigerlich an Cambridge Analytica. Bei einem Verstoss drohen Bussen im Umfang von vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bei Facebook betrug er 2017 rund 40 Milliarden Dollar.

Selbst in den USA, wo der Datenschutz bislang ziemlich locker und von Fall zu Fall gehandhabt wurde, drohen schärfere Vorschriften. Die «Los Angeles Times» aus dem Silicon-Valley-Staat Kalifornien machte sich in einem redaktionellen Kommentar dafür stark: «Wie viele Skandale muss es noch geben, bis die Tech-Industrie und die Bundesregierung die Privatsphäre ernst nehmen?»

50 Millionen User betroffen

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Video: srf

Investoren

Die Finanzmärkte haben ungnädig auf den Datenskandal reagiert. Die Facebook-Aktie verlor rund 20 Prozent, was einem Marktwert von 40 Milliarden Dollar entspricht. Nun haben Aktionäre den Konzern bei einem Bundesgericht in San Francisco verklagt. Facebook habe «sachlich falsche und irreführende Aussagen» zur Firmenpolitik gemacht, heisst es in der Klageschrift.

Facebook sei mit einer Ungewissheit wie nie zuvor konfrontiert, sagte der Goldman-Sachs-Analyst Heath Terry dem Fernsehsender CNBC. Dies gefährde die Wachstumsaussichten. «Wie Facebook damit umgeht, wird letztlich seine langfristige Zukunft entscheiden», sagte Terry.

Kunden

WhatsApp-Mitgründer Brian Acton hat mit seiner Forderung, das Facebook-Profil zu löschen, für Aufsehen gesorgt. Zahlreiche User haben mit dem Hashtag #deletefacebook ihre Bereitschaft dazu bekundet. Für Facebook ist ein «Aufstand» der User die gefährlichste Entwicklung. Schon heute hat das Netzwerk Mühe bei den Jungen. Millionen Teenager haben ihm den Rücken gekehrt.

Mit seinen zwei Milliarden Mitgliedern ist Facebook nach wie vor eine Macht. In den Schwellenländern wächst das Netzwerk weiterhin. Ausserdem bemüht sich Mark Zuckerberg bis zur persönlichen Erniedrigung, auf dem riesigen chinesischen Markt zugelassen zu werden. Weitere Skandale wie Cambridge Analytica werden seine Glaubwürdigkeit weiter untergraben.

Umfrage

Wie weiter mit Facebook?

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  • Ich spiele mit dem Gedanken, meinen FB-Account zu löschen.19%
  • Ich behalte meinen FB-Account vorerst.29%
  • «Everyone's begging for an answer / Without regard to validity / The searching never ends / It goes on and on for eternity»10%

Am Freitag will der Firmengründer gemäss der «New York Times» an einem weiteren Meeting erstmals zu seinen Mitarbeitern sprechen. Er wird viel zu erklären haben. Kritiker bezeichnen Facebook schon lange als Datenkrake. Nun scheint sie sich in ihren eigenen Tentakeln verheddert zu haben. Es muss sich zeigen, ob der Konzern dies in seiner heutigen Form überleben wird.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ich Weisses 21.03.2018 20:21
    Highlight Highlight Das grosse Aushorchen hat ja gerade erst begonnen und die Menschen machen fröhlich mit. Stichwort Smarthome: Viele werden sich (noch mehr) sogenannte „intelligente“ Geräte in die Wohnung holen. Dabei geht es den Herstellern all dieser mit Sensoren und Mikrofonen ausgestatteten und mit dem Internet verbundenen Lautsprecher, Fernseher, Kühlschränke, Kaffemaschinen, Staubsauger, Fitnesstracker, Toiletten etc. gar nicht mehr um die verkauften Produkte sondern um das Datensammeln bis in die intimsten Bereiche unseres Lebens. Die Daten bringen das grosse Geld.
  • Laut_bis_10 21.03.2018 19:29
    Highlight Highlight #deletefacebookundinstagramundwhatsappundinstallierewidgetblockerundlöschallecookies
  • Senf 21.03.2018 18:59
    Highlight Highlight Bezeichnend, dass die Mitglieder in diesem Artikel unter dem Kapitel "Kunden" abgehandelt werden. Genau das sind sie nämlich nicht. Sie sind das Produkt, das sich gratis selbst liefert und den effektiven Kunden (den Marketing- und Werbepartnern) teuer verkauft wird.
    Erstaunlich, dass es Facebook (und ähnlichen Plattformen) gelungen ist, dieses falsche Kundenbild zu etablieren.
  • pascii 21.03.2018 16:24
    Highlight Highlight Ich verstehe die Aufregung nicht. Man nutzt Facebook gegen das preisgeben der Daten. Mit etwas gesundem Menschenverstand sollte jedem ja auch klar sein, dass er so auch gezielt mit Werbung und Propaganda eingedeckt wird. "Der gläserne Mensch", die Problematik gibts seit spätestens 1998. Wie soll das jetzt noch reguliert werden? Da ist jeder mit einem SoMe Konto selber schuld wenn er die AGB nicht studiert hat.
    • Ueli der Knecht 21.03.2018 18:21
      Highlight Highlight Facebook erstellt auch (ohne Zustimmung) Persönlichkeitsprofile von Milliarden Menschen ohne SoMe-Konto.

      "Der gläserne Mensch", bzw. die diesbezügliche Problematik wurde bereits 1983 erkannt:

      «Es sei möglich, einen riesigen Datenbestand für eine beliebige Vielzahl von abrufenden Stellen ständig verfügbar zu halten. Außerdem verfügten die unbestimmt vielen möglichen Empfänger der Volkszählungsdaten in der Regel über eigene Datenbanken. Diese lieferten Zusatzwissen, das mit den Volkszählungsdaten verknüpft werden könne. Dadurch werde die Schwelle der Re-Identifikation weiter herabgesetzt.»
      ./.
    • Ueli der Knecht 21.03.2018 18:24
      Highlight Highlight «Aufgrund dieser gewandelten technologischen Bedingungen sei die Erstellung eines umfassenden und detaillierten Bildes der jeweiligen Person - ein Persönlichkeitsprofil - möglich, und zwar auch im Intimbereich; der Bürger werde zum "gläsernen Menschen".»
      https://openjur.de/u/268440.html

      Damals gingen die Leute noch auf die Strasse wegen ein paar harmlosen Fragen der Volkszählung. Inzwischen haben die Flower-Power-Hippies wohl resigniert. ;/
  • Quatonik 21.03.2018 16:10
    Highlight Highlight Suckerberg
  • lilie 21.03.2018 15:58
    Highlight Highlight Also, wir warten jetzt einfach mal ab. Schliesslich gibt es da drüben fähige und qualifizierte Leute, welche diesen Machenschaften rigoros ein Ende setzen werden.

    Trump zum Beispiel.

    Er wird vorschlagen, alle FB-User mit einem Gewehr auszurüsten, damit sie sich effektiv gegen den illegalen Datenklau wehren können.

    Das schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens kann die Waffenindustrie so ihren Umsatz steigern, zweitens kann Facebook seine irren Geschäftspraktiken ungehindert weiterführen.

    Problem gelöst! Neeeext!
  • Couleur 21.03.2018 15:57
    Highlight Highlight Bei Facebook, dem Messenger und WhatsApp handelt es sich um klassische Beispiele von Netzwerkökonomien. Wenn eine kritische Masse an Usern vorhanden ist, dann sind solche Unternehmen kaum aus dem Markt zu verdrängen. Dies selbst bei besseren Alternativen. Ein anderes Beispiel ist Office von Microsoft. Facebook und seine Produkte haben sich leider viel zu tief in die Tagesroutine der meisten Menschen eingeschlichen. Es konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Facebook Produkte im Hirn ähnliche Regionen stimulieren wie Kokain.
  • NotWhatYouExpect 21.03.2018 15:50
    Highlight Highlight Ich kann das ganze Theater nicht verstehen, dass man nun FB den Schwarzen Peter zuschieben will.

    Jedem sollte schon langem klar sein, dass FB sein Geld mit Userdaten verdient und diese auch weitergibt!

    Kommt mir jetzt nicht dieses mal ist es anders... es ist genau gleich. FB gibt die Daten an eine Autorisierte App weiter wie gehabt wie bei allen anderen Apps auch!

    Wer dies nicht wusste war einfach Dumm oder hat sich lieber in seiner Kunterbunten heilen Welt verkrochen.

    • Paganapana 21.03.2018 17:03
      Highlight Highlight Man regt sich lieber zu spät darüber auf als nie.
    • NotWhatYouExpect 21.03.2018 18:12
      Highlight Highlight Ja man kann sich gerne darüber aufregen aber das was derzeit abgeht ist einfach nur eine frechheit in meinen Augen.

      Alle tun so als wäre sowas nie Vorstellbar Gewesen.
  • N. Y. P. D. 21.03.2018 15:43
    Highlight Highlight Nume nid gschprängt !
    Er muss erst seinen persönlichen Sell Off seiner Facebook - Aktien abschliessen.
    Danach tritt er vor die Presse.
  • Snowy 21.03.2018 15:42
    Highlight Highlight Wer auf Twitter, Snapchat oder irgendeiner anderen Socialmedia-Plattform den Facebook-Austritt verkündet, macht sich komplett lächerlich.
    • phreko 21.03.2018 20:13
      Highlight Highlight Nicht unbedingt. Oder hast du die AGBs kontrolliert?
    • Snowy 22.03.2018 09:41
      Highlight Highlight Versteh mich nicht falsch: Man soll durchaus seinen Unmut gegenüber dem laschen Privacy-Einstellungen bei Facebook & Co kundtun.

      Jedoch nun einseitig Facebook zu bashen und auf Socialmedia zu verkünden, dass man Facebook löschen wolle, währenddem man munter weiter googelt, snapt twittert und instagramt scheint mir etwas scheinheilig.
  • Denk-mal 21.03.2018 15:28
    Highlight Highlight ...kein Problem! Hr. Zuckerbörg hat ja den Schutz durch Trump, die Republikaner und weitere Entourage . Der Zuckerbörg ist ja sicher kein Demokrat...
    • Valentin Möller 21.03.2018 18:11
      Highlight Highlight Klar hat er Unterstützung.
      Warum sollte man ein Unterhmen nicht unterstützen, welches viel Geld generiert?

      Hört mal auf immer alles auf Trump zu schieben. Klar, er ist nicht der beste, aber er wurde nunmal gewählt.
  • Der Tom 21.03.2018 15:27
    Highlight Highlight Er kümmert sich vielleicht darum eine Lösung zu finden. Gibt ja genug Leute die sich aufregen und kopflos irgendwelche meist zusammenhanglose Massnahmen vordern.
    • ChiliForever 21.03.2018 15:58
      Highlight Highlight Wobei man anmerken sollte, daß FB sich ja um solche Dinge längst hätte kümmern konnen, auch dazu angemaht wurde, es aber immer unterlassen hat.

      FB ist eines der wertvollsten Unternehmen, weil es sein Geschäftsmodell darauf aufbaut, seinen - mittlerweile immerhin immensen - Gewinn mit viel zu wenig Mitarbeitern zu erzielen.
      In 2016 hat FB Inc. mit 17T Mitarbeitern einen Umsatz von 27 Mrd. US-$ und einen Gewinn von 10 Mrd. US-$ erzielt.
      Um aber den aus seinem Geschäft entstehenden Pflichten nachzukommen (einschließlich Datenschutz) braucht FB vielleicht mehr als 100.000 Mitarbeiter.
    • Flötist 21.03.2018 17:00
      Highlight Highlight Genau, er tut dies 24 Stunden am Tag und kann sich daher auch nicht kurz blicken lassen. Jap, das muss es sein.

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Es ist die Geschichte von Viktor dem Kater. Viktor ist jetzt berühmt – wegen seines Besitzers, dem Russen Mikhail Galin. Die beiden waren nämlich auf einer Reise und wollten von Moskau mit der russischen Airline Aeroflot wegfliegen. Es gab jedoch ein klitzekleines Problem: Viktor war mit seinen 22 Pfund (knapp 10 Kg) fast zwei Kilogramm schwerer als die für die Reise in der Passagier-Kabine erlaubten 17,6 Pfund (knapp 8 Kg).

Der Kater hätte folglich im Cargo-Raum des Flugzeuges mitreisen …

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