International
EU

Brexit: Britische Anwalts-Kanzlei fordert Parlamentsvotum

«House of Commons» in London: Kommt es hier erneut zur Brexit-Abstimmung?
«House of Commons» in London: Kommt es hier erneut zur Brexit-Abstimmung?Bild: AP/Parliamentary Recording Unit

Brexit: Britische Anwalts-Kanzlei fordert Parlamentsvotum 

04.07.2016, 00:1604.07.2016, 07:21

Eine britische Rechtsanwaltskanzlei hat die möglichen Pläne der britischen Regierung angefochten, ohne Einschaltung des Parlaments den Prozess zum Austritt aus der Europäischen Union zu starten. Die Kanzlei handelt im Namen unbekannter Mandanten.

Die Juristen der Kanzlei Mishcon de Reya argumentierten in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung, die britische Regierung könne nicht Artikel 50 der EU-Verfassung aktivieren, ohne dass das Parlament in London zuvor darüber debattiert und abstimmt.

«Das Ergebnis des Referendums steht nicht in Frage, aber wir brauchen ein Verfahren, das britischem Recht entspricht, um es umzusetzen», erklärte Anwalt Kasra Nouroozi von Mishcon de Reya. Das Ergebnis des Referendums sei rechtlich nicht bindend und es wäre «ungesetzlich für den derzeitigen oder einen künftigen Premierminister, es umzusetzen».

Da derzeit eine Mehrheit der britischen Parlamentarier für einen Verbleib in der EU ist, könnte der Vorstoss der Juristen das Verfahren zum EU-Austritt erschweren. Mishcon de Reya erklärte, eine «Gruppe von Mandanten» stehe hinter dem Einspruch. Laut dem Magazin «The Lawyer» handelt es sich dabei um Unternehmen.

Die Briten hatten am 23. Juni mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Premierminister David Cameron kündigte daraufhin seinen Rücktritt bis Oktober an. Erst sein Nachfolger soll dann den EU-Austritt in die Wege leiten. Sobald Artikel 50 aktiviert ist, hat Grossbritannien zwei Jahre Zeit, mit der EU die Trennungsmodalitäten auszuhandeln. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Jemens Regierung kündigt Grossoffensive gegen Huthi-Miliz an
Die international anerkannte Regierung des Jemens beginnt eine umfassende Militäroperation gegen die Huthi-Miliz. Nach Angaben von Raschad al-Alimi, Mitglied des Präsidialen Führungsrats, erstrecken sich die geplanten Einsätze auf alle aktiven Frontlinien im Land. Ziel der Offensive sei die Rückeroberung sämtlicher Regionen, die sich derzeit unter der Kontrolle der Miliz befinden. Seine Ankündigung verbreitete der regierungsnahe Fernsehsender Yemen TV.
Zur Story