DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man casts his vote at a polling station in Noumea, New Caledonia, as part of an independence referendum, Sunday, Nov. 4, 2018. Voters in New Caledonia are deciding whether the French territory in the South Pacific should break free from the European country that claimed it in the mid-19th century. (AP Photo/Mathurin Derel)

Gemäss dem definitiven Endergebnis legten 56,4 Prozent ein Nein in die Urne. Bild: AP/AP

Neukaledonien stimmt ab – und will weiter zu Frankreich gehören

Frankreich darf sein Überseegebiet Neukaledonien auf der anderen Seite der Erdkugel behalten. Auf der Inselgruppe im Pazifik – 18'000 Kilometer weit weg von Paris – entschied sich am Sonntag eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Unabhängigkeit.



Gemäss dem amtlichen Endergebnis legten 56,4 Prozent ein Nein in die Urne. Für die Trennung nach mehr als anderthalb Jahrhunderten stimmten demnach 43,6 Prozent. Das Resultat fiel allerdings weniger deutlich aus wie von vielen erwartet. Umfragen hatten eine Ablehnung von mehr als 60 Prozent erwarten lassen. Die Beteiligung lag bei hohen 80 Prozent.

An dem Referendum durften etwa 175'000 Neukaledonier teilnehmen. Ursprünglich hätte die Abstimmung bereits 1998 stattfinden sollen. Sie wurde aber immer wieder hinausgezögert. Das Ergebnis bedeutet vor allem für die Bevölkerungsgruppe der Kanaken – Neukaledoniens Ureinwohner – eine grosse Enttäuschung. Von ihnen hoffen viele seit langem auf einen eigenen Staat.

Die Niederlage bedeutet aber nicht, dass die Hoffnung der Separatisten endgültig gestorben ist. Bis 2024 sind nach früheren Abmachungen mit Paris noch zwei weitere Volksabstimmungen möglich. Aktuell sind noch knapp 40 Prozent der Bevölkerung Kanaken. Auf deutsch bedeutet Kanake Mensch.

Macron erfreut und stolz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach in einer Rede an die Nation aus dem Pariser Élyséepalast von einer «historischen Etappe». Er fügte hinzu: «Ich bin als Staatschef stolz darauf, dass sich die Mehrheit der Kaledonier für Frankreich entschieden hat.»

Gleichzeitig rief er alle Beteiligten auf, eng miteinander im Gespräch zu bleiben. «Es gibt keinen anderen Weg als den Dialog.» Er schloss seine Ansprache mit den Worten. «Es lebe Neukaledonien. Es lebe die Republik. Es lebe Frankreich.»

An diesem Montag wird Premierminister Édouard Philippe zu einem Besuch in der neukaledonischen Hauptstadt Nouméa erwartet. Aus Sorge vor Unruhen verstärkte der Staat die Sicherheitskräfte. In einigen Stadtvierteln Nouméas wurden in der Nacht Autos in Brand gesetzt.

Nicht in der EU

Das Archipel Nouvelle-Calédonie (wörtlich übersetzt: Neuschottland) wurde 1853 von Frankreich in Besitz genommen und anfangs als Sträflingsinsel genutzt. Heute sind dort mehr als 280'000 Menschen zuhause – neben Kanaken und Nachfahren der Kolonisten inzwischen auch viele Zuwanderer aus anderen Pazifikstaaten. Aktuell erhalten die Inseln pro Jahr etwa eine Milliarde Euro aus Paris.

Treibende Kraft der Unabhängigkeitsbewegung ist die FLNKS (Front de Libération Nationale Kanak et Socialiste). In den 1980er Jahren stand Neukaledonien am Rande eines Bürgerkriegs. Es gab auch mehrere Dutzend Tote. Inzwischen hat sich die Stimmung deutlich beruhigt. Die FLNKS ist längst auch an der Inselregierung beteiligt.

Neukaledonien gehört nicht zum Gebiet der Europäischen Union. Bezahlt wird nicht mit dem Euro, sondern mit dem Pazifik-Franc. Bei Europawahlen dürfen die Neukaledonier aber mitstimmen. Zudem wird aus den Kassen der EU auch die Infrastruktur auf der Inselgruppe mitfinanziert. (viw/sda/dpa)

Alle 5 Minuten wird in Frankreich ein Haustier ausgesetzt

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Warum ausgerechnet Toyota das Elektroauto verhindern will

Was ist mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen aus Japan los?

So lange ist es nicht her, da stellte die «New York Times» die Frage: Ist Toyota das beste Unternehmen der Welt? Die Frage war rhetorisch gemeint. Der Autokonzern aus der gleichnamigen Stadt in Japan war tatsächlich der Musterknabe der globalen Wirtschaft. Mit Just in time und Kaizen revolutionierten die Japaner den industriellen Produktionsprozess.

Bald wurde die schlanke Produktion weltweit zum Vorbild, nicht nur in der Autoindustrie. Wirtschaftsprofessoren schrieben schwärmerische Bücher …

Artikel lesen
Link zum Artikel