International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mays «Lügen» und Corbyns «Abfall»: So deftig titelt die britische Presse am Wahltag



Die Briten wählen ein neues Unterhaus. Die konservative Premierministerin Theresa May will sich mit der vorgezogenen Wahl eine deutlichere Mehrheit und ein klares Mandat für die Brexit-Verhandlungen sichern. Ob ihre Rechnung aufgeht, ist unklar. Die Umfragen zeigen kein klares Bild.

Über fehlende Unterstützung durch die Medien darf sich May nicht beklagen, insbesondere durch die gedruckte Presse. Die meisten Zeitungen stehen den konservativen Torys nahe. Das gilt nicht zuletzt für die Boulevardpresse, die am Wahltag mit knalligen Schlagzeilen die Wähler zu mobilisieren versuchen.

Bild

«Sun» vs. «Mirror»: Die Titelseiten der britischen Revolverblätter am Wahltag.

Das gilt auch für die heutige Wahl, oder erst recht. Denn die Labour-Partei und ihr Vorsitzender Jeremy Corbyn haben einen starken Wahlkampf hingelegt. Weshalb die «Sun», die grösste britische Zeitung, die Wählerschaft in einem Wortspiel davor warnt, Grossbritannien in den «Cor-Bin» zu werfen. Man habe genug von seinem «Abfall», heisst es.

Das Gegenstück bildet der Labour-nahe «Daily Mirror». Er prangert auf der Front die «Lügen» von Theresa May an und meint, man solle Britannien nicht zu weiteren fünf Jahren «mit gebrochenen Tory-Wahlversprechen» verurteilen. Damit steht der Mirror so ziemlich alleine.

Die «Daily Mail», die einen besonders rabiaten Pro-Brexit-Kurs fährt, gibt sich für ihre Verhältnisse geradezu dezent. Sie zitiert aus Theresa Mays letzter Wahlkampfrede. Nach der Ankündigung der Neuwahl durch die Regierungschefin hatte die Mail weit rabiater getitelt: «Zermalmt die Saboteure».

Bild

Zweimal die «Daily Mail»: Die Ausgaben vom 8. Juni und vom 19. April.

Am Tag vor der Wahl hatten die beiden führenden rechten Revolverblätter versucht, Corbyn und die Labour-Partei als «Terroristen-Versteher» zu brandmarken. Tatsächlich hat der Parteichef, der am linken Rand seiner Partei politisiert, in der Vergangenheit Verständnis für gewaltbereite Gruppierungen wie die IRA und die palästinensische Hamas gezeigt.

Anhänger der Linken reagierten empört. Andere griffen zur liebsten Waffe der Briten. Sie unterstellten dem Labour-Chef in den sozialen Medien unter dem Hashtag #LastMinuteCorbynSmears allerlei absurde «Vergehen». Hier eine Auswahl besonders humoriger Tweets:

Und zum Schluss noch dies:

(pbl)

Theresa Mays Schuhe

Brexit

So könnte ein Ausweg aus dem Brexit-Chaos aussehen

Link zum Artikel

Juncker zum Brexit: «Es reicht jetzt mit dem langen Schweigen»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

Brexit, Sex und Korruption: Diese Affären verfolgen Boris Johnson

Link zum Artikel

Johnson will britisches Parlament beurlauben, Queen gibt Okay

Link zum Artikel

Diese Grafik verschafft dir im Brexit-Chaos den Überblick 

Link zum Artikel

Chaos in London – so könnte es jetzt mit dem Brexit weitergehen

Link zum Artikel

Politiker schmeisst genervt den Bettel hin: Was nach dem Brexit-Votum sonst noch passierte

Link zum Artikel

Warum britische Banker ihre Liebe zu einem Sozialisten entdecken

Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

Link zum Artikel

Was Boris Johnsons «Einknicken» beim Brexit für die Schweiz bedeutet

Link zum Artikel

Diese 5 Politiker bestimmen jetzt über Grossbritanniens Zukunft

Link zum Artikel

«The Uncivil War»: Ein Dokudrama erzählt die wahre Geschichte des Brexit

Link zum Artikel

Brexit: Noch gibt es Auswege aus dem No-Deal-Albtraum

Link zum Artikel

Schottische Regierungs-Chefin will Unabhängigkeit – 2020 soll Referendum kommen

Link zum Artikel

Warum die Briten nochmals über den Brexit abstimmen müssen

Link zum Artikel

Brexit: Boris Johnsons grosser No-Deal-Bluff

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MaskedGaijin 08.06.2017 14:15
    Highlight Highlight Mit Leuten wie Corbyn an der Spitze sind Labour leider unwählbar geworden. Ich wüsste echt nicht was wählen. Tories aus Prinzip nicht, UKIP bedeutungslose Ein-Themen-Partei, LibDem viel zu liberal und EU-freundlich.
    • Füdlifingerfisch 08.06.2017 15:21
      Highlight Highlight Und wieso ist Labour genau unwählbar?
    • Griffin 08.06.2017 15:53
      Highlight Highlight Blairites und Sozialliberale müssen aus den Sozialdemokratischen Parteien geworfen werden, sonst können diese Parteien keine glaubwürdige Alternativen zur aktuellen Neoliberalen (Krisen-)Politik sein. Das führt am Ende nur zur Erstarkung der rechten 'Alternativen'.
  • Füdlifingerfisch 08.06.2017 12:34
    Highlight Highlight Humorig? Heisst das nicht humorvoll?

    Ah und ausserdem R.I.P. freie, neutrale Presse
    • Qui-Gon 08.06.2017 14:20
      Highlight Highlight Ist halt in GB etwas anders. Natürlich ist die Presse frei, es gibt Auswahl und alle wissen, welches Blatt auf welcher Seite steht.

Analyse

Duffy, Natascha Kampusch und der Hass des Netzes gegen Opfer

Kaum hat die britische Sängerin Duffy auf Instagram über ihren Missbrauch geschrieben, wird sie auch schon wieder angegriffen. Natascha Kampusch kennt das schon lange. Im SRF-«Club» berichtete sie über ihre Erfahrungen mit Hatern.

Wenn ich meinen Eltern für eines richtig, richtig dankbar bin, dann dafür, dass ich vor der Lawine der sozialen Medien jung sein durfte. Die Hassbotschaften, die Vergewaltigungsfantasien, die Morddrohungen, die ich als junge Journalistin erhielt, kamen noch per Mail und per Post. Die sah nur ich. Die wurden nicht in aller Öffentlichkeit breitgetreten. Die boten keiner Gruppe von Hatern eine gemeinsame identitätsstiftende Basis.

Ich kann mir die Cybermobbing-Hölle, in der sich die 13-jährige …

Artikel lesen
Link zum Artikel