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epa07149080 US President Donald J. Trump argues with CNN report Jim Acosta during a news conference in the East Room, at the White House in Washington, DC, USA, on 07 November 2018. Republicans expanded their majority in the Senate, but lost their majority in the House.  EPA/Al Drago / POOL

Trump verlor während der Pressekonferenz mehrmals die Contenance.  Bild: EPA/Bloomberg POOL

Trump gerät in Rage und verbannt CNN-Reporter – die skandalöse Pressekonferenz in 5 Akten

Am Tag nach den Kongress- und Gouverneurswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz mit gleich mehreren Journalisten persönlich angelegt. Einem CNN-Reporter wurde danach die Akkreditierung entzogen. 



Im Verlauf der Pressekonferenz im Weissen Haus am Mittwoch steigerte sich Trump regelrecht in Rage: Er beklagte eine «feindselige» Stimmung im Raum, beschwerte sich über angeblich grobes Verhalten von Reportern und forderte mehrere von ihnen barsch auf, sich hinzusetzen, wenn sie eine Frage stellen wollten.

Video: srf

Doch von vorne. So verlief der Medienanlass:

Jim Acosta

Trump geriet ausser Kontrolle, als Jim Acosta seine kritischen Fragen stellte. Trump beschimpfte den CNN-Korrespondenten als «unverschämte, fürchterliche Person» und «Feind des Volkes». Seine Wutanfälle begannen, als ihn Acosta zu seinen Verbalattacken auf die zentralamerikanischen Flüchtlinge befragte, die sich derzeit zu Tausenden auf dem Weg in Richtung USA befinden.

Auf die Frage des Journalisten, ob er die Flüchtlingstrecks im Wahlkampf bewusst «verteufelt» habe, reagierte Trump zunächst ausweichend. «Nein, ich möchte, dass sie ins Land kommen. Aber das muss auf legalem Weg geschehen», sagte er.

Als Acosta dann nachhakte und darauf hinwies, bei den Migranten lasse sich kaum von einer «Invasion» sprechen, platzte dem Präsidenten der Kragen. «Ehrlich gesagt, sollten Sie mich das Land führen lassen. Sie leiten CNN, und wenn Sie gut wären, wären die Einschaltquoten höher», fuhr er den Reporter an.

FILE - In this Aug. 2, 2018 file photo, CNN correspondent Jim Acosta does a stand up before the daily press briefing at the White House in Washington. Acosta says President Donald Trump’s attacks on the media must stop or there’s a risk someone will get hurt. He is one of the most visible members of the press corps covering Trump and a target for verbal abuse at the president’s rallies. He said Monday that Trump has, “normalized and sanitized nastiness and cruelty” in an unprecedented way. (AP Photo/Evan Vucci, File)

Trump und Acosta sind sich bereits in der Vergangenheit immer wieder in die Wolle geraten. Bild: AP/AP

Dieser liess sich nicht beirren und fragte weiter nach. Trump rief Acosta daraufhin zu: «Das reicht, geben Sie das Mikrofon ab». Zugleich trat der Präsident von seinem Rednerpult zur Seite – was so wirkte, als wolle er die Pressekonferenz abbrechen und den Raum verlassen. Er trat dann aber wieder an das Rednerpult zurück.

Noch während eine Mitarbeiterin nach dem Mikrofon griff, versuchte der CNN-Reporter, Trump eine letzte Frage zuzurufen. Daraufhin beschimpfte der Präsident den Korrespondenten als «unverschämte, fürchterliche Person». CNN müsse sich schämen, ihn als Mitarbeiter zu haben.

Peter Alexander

Aber auch der NBC-Journalist Peter Alexander bekam während der Pressekonferenz sein Fett weg, als er Acosta als «gewissenhaften Reporter» in Schutz nahm. «Ich bin auch kein Fan von Ihnen», schimpfte Trump. «Um ehrlich zu sein, gehören Sie nicht gerade zu den Besten».

Trump auf dem Titel:

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Trump auf dem Titel
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Yamiche Alcindor

Später wurde der Zorn des Präsidenten dann durch die afroamerikanische Korrespondentin Yamiche Alcindor erregt, die unter anderem für den öffentlichen Fernsehsender PBS arbeitet. Sie merkte an, dass Trumps im Wahlkampf formulierte Selbstbeschreibung als «Nationalist» von manchen Beobachtern als «ermutigendes» Signal an «weisse Nationalisten» gedeutet werde.

Trump schnitt Alcindor daraufhin das Wort ab und warf ihr vor, ihn mit einer «rassistischen Frage» beleidigt zu haben. Was die Reporterin gesagt habe, «ist so beleidigend für mich, es ist eine sehr schreckliche Sache, was sie gesagt haben». Er behauptete auch, die «höchsten Zustimmungsraten» unter afroamerikanischen Wählern zu haben.

CNN protestiert

Alcindor verteidigte sich später im Kurzbotschaftendienst Twitter: «Ich stelle einfach nur die Fragen, welche die Öffentlichkeit beantwortet haben will.»

Alcindor erklärte sich in einer Reihe von Tweets.

Der Sender CNN nahm unterdessen in einer schriftlichen Erklärung nicht nur seinen eigenen Reporter, sondern generell die Medien in Schutz. Die fortdauernden Attacken des Präsidenten gingen «zu weit». Sie seien «nicht nur gefährlich, sondern auf verstörende Weise unamerikanisch».

Die Gewinner und Verlierer der Midterm-Wahlen 2018:

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Midterms: Gewinner und Verlierer
quelle: ap/fr157181 ap / rick scuteri
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Weisses Haus entzieht Jim Acosta die Akkreditierung

Nach einem Eklat während einer Pressekonferenz hat das Weisse Haus dem Acosta die Akkreditierung «bis auf Weiteres» entzogen. Das teilte Sprecherin Sarah Sanders am Mittwochabend (Ortszeit) mit.

Trump glaube an eine freie Presse und begrüsse «harte Fragen», erklärte seine Sprecherin Sanders. «Wir werden aber nie tolerieren, dass ein Reporter eine junge Frau anfasst, die nur ihren Job als Praktikantin im Weissen Haus machen wollte» - offenbar ein Verweis auf den Moment, an dem Acosta das Mikrofon nicht abgeben wollte. «Dieses Verhalten ist absolut inakzeptabel.» Das Verhalten gegenüber der Mitarbeiterin wurde nun zum Anlass für den Entzug seiner Akkreditierung genommen.

Hier geschah die «Tätlichkeit»:

Der US-Präsident greift regelmässig kritisch über ihn berichtende Medien heftig an, indem er ihnen die Verbreitung von «Falschnachrichten» vorwirft. Auch prangert er sie immer wieder als «Volksfeinde» an.

(sda/afp/vom)

So fies entlarvt Jimmy Kimmel Nicht-Wähler:

Video: watson/nico franzoni

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Trump war bei der Pressekonferenz etwas «loco» – es gibt noch mehr solcher Momente:

Video: watson

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