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Wie ein Rassisten-Protest vor dem Weissen Haus versandet – in 5 Punkten

In Washington haben sich zum Jahrestag der gewaltsamen Proteste von Charlottesville schätzungsweise zwei Dutzend weisse Nationalisten versammelt. Ihnen stellten sich rund Tausend Gegendemonstranten entgegen. 



Vor einem Jahr war es in Charlottesville im Bundesstaat Virginia bei Kundgebungen von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten zu Ausschreitungen gekommen. Eine Frau wurde getötet, als ein Mann mit dem Wagen in die Gruppe der Gegendemonstranten fuhr.

Die Rechtsextremisten hatten gegen die geplante Entfernung einer Statue von General Robert E. Lee protestiert, der im amerikanischen Bürgerkrieg die Truppen der Konföderierten anführte.

Zum Jahrestag hatten die Rechtsextremen zu einem Aufmarsch in Washington gerufen – es wurde ein Aufmärschchen.

Aufmarsch der Rechten

Die Demonstration der Rechtsextremen stand unter dem Motto «Unite the Right 2». Die Organisatoren hatten 100 bis 400 Teilnehmer angemeldet, die tatsächliche Zahl blieb mit 20 bis 30 Personen weit darunter. Nach zwei Stunden und einigen Reden endete die Kundgebung vorzeitig im Regen.

Grössere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Die Rechtsextremisten mussten von Polizisten von der U-Bahn zum Ort der Demonstration vor dem Weissen Haus eskortiert werden. Bis zum Abend habe es keine Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit.

Auf der Rednerliste der rechten Kundgebung standen unter anderem der Antisemit Patrick Little und David Duke, der einst ein führendes Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klans war.

FILE - In this May 29, 2004 file photo, Former Ku Klux Klan leader David Duke speaks to supporters in Kenner, La. Duke says he may run for Congress against the No. 3 House Republican, Steve Scalise of Louisiana. Scalise recently apologized for a speech he gave in 2002 to a white supremacist group founded by Duke. (AP Photo/Burt Steel, File)

David Duke im Jahr 2004. Bild: AP/AP

Jason Kessler, der zu den Organisatoren der diesjährigen Demonstration und der vor einem Jahr gehörte, sagte vor US-Reportern im Sicherheitsbereich: «Mir ist die Beteiligung egal.» Menschen hätten Angst gehabt, teilzunehmen. «Ich bin nicht enttäuscht, weil wir eine friedliche Demonstration hatten und wir die Redefreiheit gewahrt haben.»

epaselect epa06946789 White supremacist Jason Kessler (C) and members of the alt-right march to the White House on the anniversary of last year's 'Unite the Right' rally in Washington, DC, USA, 12 August 2018. On 12 August 2017, a bloody clash between white supremacists and counterprotestors in Charlottesville, Virginia left three people dead and dozens injured.  EPA/JIM LO SCALZO

Jason Kessler. Bild: EPA/EPA

Gegendemonstration

Noch vor dem rechtsextremen Aufmarsch begann in Washington eine Gegendemonstration. Zum Auftakt am Sonntagmittag versammelten sich mehrere Hundert Menschen im Zentrum der US-Hauptstadt. Später wuchs die Menge auf mehrere Tausend an.

epa06946478 People gather on Freedom Plaza to join a counterprotest to the Unite the Right rally in Washington, DC, USA, 12 August 2018. Unite the Right are holding a rally in Washington, DC on the one year anniversary of the Charlottesville protest. On 12 August 2017, a bloody clash between white supremacists and counterprotestors in Charlottesville left three people dead and dozens injured.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Bild: EPA/EPA

Teilnehmer hielten Schilder mit Aufschriften wie «Deportiert Nazis», «Weisse Vorherrschaft ist Terrorismus» oder «Keine Nazis – kein KKK – keine faschistischen USA» hoch. Das Kürzel KKK steht für den rassistischen Ku-Klux-Klan.

Die Gegendemonstranten störten die rechte Veranstaltung mit Pfiffen und Sprechchören wie «Geht nach Hause, Nazis» oder «Schande, Schande, Schande», wie Reporter berichteten. Auf Transparenten war «Stoppt rassistische Angriffe» und «Nur ein toter Faschist ist ein guter Faschist» zu lesen. 

«Ich kriege das nicht aus meinem Kopf»

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Video: watson/Nico Franzoni

Was sagen die Trumps dazu?

Die Tochter von US-Präsident Donald Trump hat zum Jahrestag der tödlichen Proteste in Charlottesville Stellung gegen Rechtsextremismus bezogen. «In unserem grossartigen Land gibt es keinen Platz für weisse Vorherrschaft, Rassismus und Neonazismus», schrieb Ivanka Trump am Samstagabend auf Twitter.

Donald Trump hatte wenige Stunden zuvor «alle Formen von Rassismus und Gewalttaten» verurteilt.

Er war nach den Zusammenstössen in Charlottesville vor einem Jahr dafür kritisiert worden, die rechtsextreme Gewalt nicht eindeutig verurteilt zu haben. «Ich denke, dass die Schuld auf beiden Seiten liegt», hatte er damals gesagt. Es habe auf beiden Seiten auch «sehr gute Menschen» gegeben. Trump hatte damit Empörung ausgelöst.

«Wahnsinn»: Reaktionen auf Trumps Verteidigung der «Alt Right»

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Video: watson

«Trump ist ein Rassist»

Die Gegendemonstration richtete sich aber nicht nur gegen die Rechtsextremisten. Der 71 Jahre alte Demonstrant David Barrows sagte: «Wir erheben uns gegen den rechten Flügel.» Mit Blick auf US-Präsident Donald Trump, der zuvor auf Twitter «alle Formen von Rassismus und Gewalttaten» verurteilt hatte, sagte Barrows: «Er lügt.» Barrows trug ein T-Shirt mit der Aufschrift «Trump ist ein rassistisches Schwein».

David Barrows of Washington wears a

David Barrows mit seiner «Dump Trump»-Mütze im Jahr 2017. Bild: AP/AP

Die 28 Jahre alte Demonstrantin Alex Bloomfield sagte mit Blick auf Trumps Aussagen: «Das ist Bullshit. Er sagt das, weil er das sagen muss.» Cindy James, 57 Jahre alt, die ebenfalls gegen den rechten Aufmarsch auf die Strasse ging, sagte: «Ich bin hier, um gegen Weisse Vorherrschaft zu protestieren.» Trump habe Rassismus «in die Öffentlichkeit gebracht».

Proteste auch in Charlottesville

Zu Protesten gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten in Washington versammelten sich auch in Charlottesville hunderte von Menschen.

Hier kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Ordnungshütern. 

(sda/reu/dpa/afp/vom)

Charlottesville: Aufmarsch rassistischer Gruppen eskaliert

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Video: srf

Rassisten-Aufmarsch in US-Unistadt

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    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 13.08.2018 10:36
    Highlight Highlight Wer Hass säet, erntet Hass. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.
  • The Destiny // Team Telegram 13.08.2018 10:20
    Highlight Highlight Das first ammendment scheint nicht so well and alive zu sein wenn es für die kleine Gruppe so viel security braucht...
  • TanookiStormtrooper 13.08.2018 10:16
    Highlight Highlight 100-400 angemeldet und nur 20-30 sind gekommen... russische Trolle und Bots können eben nicht einfach so in Washington auf die Strasse...
  • AskMe 13.08.2018 10:10
    Highlight Highlight Einige grosse und linke Namen in den USA sehen es als positive Seite von Trump, dass man wieder zunehmend über Themen wie Rassismus und Nationalismus spricht. Er selbst bringt sie zu Tage und zeigt somit, dass diese schrecklichen Zeiten noch lange nicht vorüber sind. Die Themen sind wieder Debatte und stimmen weiter nachdenklich.

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