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Das könnte teuer werden: Schwerer Rückschlag für Monsanto in wichtigem Glyphosat-Prozess



Der zum deutschen Bayer-Konzern gehörende US-Saatgutriese hat einen wichtigen Teilprozess um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup verloren. Damit geht der Prozess nun mit der selben Jury in eine zweite Phase, in der die Haftungsfragen geklärt werden sollen. Sollte Monsanto für haftbar befunden werden, könnte dies Bayer viel Geld kosten.

FILE - In this Sunday, Feb. 24, 2019 file photo, containers of Roundup are displayed on a store shelf in San Francisco. A jury in federal court in San Francisco has concluded that Roundup weed killer was a substantial factor in a California man's cancer. The unanimous verdict on Tuesday, March 19, 2019, came in a trial that plaintiffs' attorneys said could help determine the fate of hundreds of similar lawsuits against Roundup's manufacturer, agribusiness giant Monsanto.  (AP Photo/Haven Daley, File)

Unkrautvernichter mit Krebsrisiko? Bild: AP/AP

Die Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco befand am Dienstag (Ortszeit), dass das Produkt mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman gewesen ist. Die sechs Geschworenen trafen die Entscheidung einstimmig.

Bayer bleibt zuversichtlich

Jetzt geht es in einer zweiten Phase des Prozesses auch darum, ob Monsanto über Risiken hinwegtäuschte und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte. Wäre die Jury zu dem Schluss gekommen, dass Roundup nicht für Hardemans Erkrankung mitverantwortlich ist, so hätte es keine zweite Prozessrunde gegeben, was für Monsanto ein Befreiungsschlag gewesen wäre.

Bayer zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht von der Entscheidung der Jury. Dennoch sei das Unternehmen weiterhin fest davon überzeugt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen. Bayer sei zuversichtlich, im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für Hardemans Krebserkrankung haftbar gemacht werden sollte.

Hochbrisanter Musterfall

Für Bayer ist der Fall Hardeman hochbrisant, da es sich um einen richtungsweisenden «Bellwether Case» handelt. Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint. Mehrere dieser repräsentativen Fälle sind angesetzt.

Sie sollen den Streitparteien helfen, das Ausmass von Schäden und die Höhe denkbarer Vergleichszahlungen besser abschätzen zu können. Insgesamt sind bei dem zuständigen US-Richter Vince Chhabria mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt.

750 Millionen Franken für Verteidigung

Bayer weist die Vorwürfe eines Krebsrisikos von Monsantos Unkrautvernichtern zurück und beruft sich dabei auf zahlreiche Studien. «Wir haben grosses Mitgefühl mit Herrn Hardeman und seiner Familie – dennoch stützen umfangreiche wissenschaftliche Erkenntnisse die Schlussfolgerung, dass Roundup nicht die Ursache seiner Krebserkrankung ist», heisst es im Statement des Unternehmens. Bayer stehe hinter diesen Produkten und werde sie entschieden verteidigen.

Der Dax-Konzern gibt sich denn auch betont optimistisch: Bislang sah das Unternehmen keinen Grund, für Schadenersatzzahlungen Vorsorge zu leisten. Viel Geld kosten die Glyphosat-Klagen aber dennoch schon: Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten stiegen im vergangenen Jahr um rund 750 Millionen Franken. «Wir stellen hier im Wesentlichen für drei Jahre Verteidigungskosten zurück», erklärte Finanzchef Wolfgang Nickl während einer Bilanzpressekonferenz Ende Februar. (whr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ratson 2.0 20.03.2019 09:30
    Highlight Highlight Hmm wieso ist das keine BIG Header Story?

    Auch für die lieben Bienen ist dieses Kak Glyphosat ein Todesurteil.

    http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2018/glyphosat-schaedigt-bienen.html
  • NotWhatYouExpect 20.03.2019 08:54
    Highlight Highlight Wird auch Zeit, dass diese Firma dafür Zahlt was Sie den Leuten und der Umwelt antut.

    Auf Arte gibt es zu diesem Thema / Process eine super Dokumentation.
  • Avalon 20.03.2019 08:22
    Highlight Highlight Das ist aber ein sehr freundlicher Bericht über eine Firma, die seit Jahren die Umwelt (und damit uns) vergiftet.
    Kein Wort dazu, dass Bayer vom EU-Gericht angewiesen wurde, die Studien endlich offen zu legen (wollten sie nicht). In weiteren Ländern sind Klagen hängig. Kein Wort zu den Bürgerinitiativen, die für ein Verbot von Glyphosat sind.
    Krebs ist ‚nur‘ eine Folge von Glyphosat, es wird auch mit Demenz, Alzheimer und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht.
  • Amateurschreiber 20.03.2019 08:14
    Highlight Highlight Wir verkaufen (unter anderem) auch Glyphosat - Produkte. Vor zwei Jahren stand die EU vermeintlich kurz vor einem Verbot. Ein Mitarbeiter einer grossen Pflanzenschutzmittel - Firma vertrat damals die praktisch gleiche Meinung wie ich: Seine Aussage war: "Wenn man Glyphosat richtig einsetzt und vor allem nicht als "Erntehilfe, ist es völlig unproblematisch. Aber hoffentlich verbieten sie es trotzdem, damit endlich Ruhe ist."
    Da Problem ist, Landwirte können nicht freiwillig darauf verzichten. Denn sonst haben sie Nachteile gegenüber denen, die es einsetzen.
    • Leider Geil 20.03.2019 10:34
      Highlight Highlight Wie sollte man denn Glyphosat richtig einsetzen?
      2014 wurden 826'000 Tonnen Glyphosat eingesetzt, 2017 werden 1.35 Mio Tonnen erwartet.

      Das wird Bayer hoffentlich noch teuer kommen!
    • Amateurschreiber 20.03.2019 11:49
      Highlight Highlight @Leider Geil
      Wenn man z.B. Roundup einsetzt, statt zu Pflügen spart man um die 12 lt Diesel pro Hektare. Dafür braucht man ca. 4 lt Roundup = ca. 2 lt Glyphosat.
      Was ist nun besser: Soll man Diesel - Abgase einsparen oder Glyphosat - Rückstände? Beides ist potenziell krebserregend...
    • Leider Geil 20.03.2019 12:49
      Highlight Highlight Ganz klar Glyphosat. Das Glyphosat zerstört praktisch alke Mikroorganismen im Boden, dieser wird nach wenigen Jahren unfruchtbar, denn der Stoff ist ein Chelator, d.h. bindet Metalle und Mineralien. Fun Fact: Glyphosat wurde von einem schweizer Chemiker erfunden und als chemischer Rohrreiniger patentiert!
      Und mal im Ernst, das Spritzen von Glyphosat benötigt zusätzlich noch Diesel.
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