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Kommentar

Hip-Hop hat 99 Probleme – und Hustensaft ist 1 

Sergio Scagliola



Ein Artikel von

Über 30 Jahre war die Frage unbeantwortet, ob der Beatles-Titel «Lucy in the Sky with Diamonds» eine LSD-Referenz ist. Zu seinen Lebzeiten dementierte John Lennon stets einen Bezug zur Droge. Der Titel sei der Name eines Bildes, welches sein vierjähriger Sohn gemalt hatte – 2004 erklärte Paul McCartney schliesslich in einem Interview im Magazin «Uncut», dass die Phrase doch ein Hinweis auf das Halluzinoge gewesen sei.

Die Musikwelt konsumiert Drogen und das ist aus heutiger Sicht auch keine Überraschung. Der Missbrauch illegaler Substanzen zieht sich durch fast jedes Genre, doch in keiner Musikrichtung wird Drogenkonsum in solcher Brisanz thematisiert, kritisiert und glorifiziert wie im Hip-Hop. Das Genre wird dank seines extremen populären Aufschwungs zu einem gesellschaftlichen Sündenbock für die Drogenprobleme der jungen Generation.

Dass drogenverherrlichende Texte eine Problematik darstellen, dass Vorbildfunktionen seitens der Musiker nicht wahrgenommen werden und dass Hip-Hop einen Teil des generellen Problems darstellt, ist nicht zu leugnen. Doch Hip-Hop und die durch seine Künstler konsumierten Drogen verändern sich und damit auch die Wahrnehmung durch die Konsumenten der Musik.

LYRICS Magazin – Sonderausgabe

Dieser Artikel stammt aus der Sonderausgabe «Hat Rap ein Problem?» des Schweizer Hip-Hop-Magazins LYRICS. In Zusammenarbeit mit den Autoren wird watson in der letzten Dezember-Woche ausgewählte Artikel online stellen.

Welche Themen behandelt die Sonderausgabe?

Ist Hip-Hop sexistisch? Gewaltverherrlichend? Antisemitisch? Hip-Hop ist im Jahr 2018 die dominante Jugendkultur, Rap das führende Musikgenre in der Hitparade. Die zunehmende Popularität führte in den vergangenen Jahren vermehrt zu kontroversen Debatten. In der Sonderausgabe rollt das grösste Schweizer Hip-Hop/Urban-Medium die Brennpunkte mit interessanten Gästen neu auf.

Die Sonderausgabe gibt es für 10 Franken hier im Shop >>

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cover: lyrics

Sind Codein und Xanax wirklich die Stimmen der Generation Millennium? Fungiert Cannabis als Bindeglied zwischen Old- und Newschool?

In einer Zeit, die geprägt ist durch fühlbare Spannungen zwischen Gesichts-Tattoos und grimmig murmelnden Oldschoolern, ist es nötig, die Verflechtungsgeschichte der Sphären Hip-Hop und Drogen chronologisch zu analysieren. Fangen wir an mit der ...

Generation Y

Ein Begriff, der in den letzten zehn Jahren polarisiert hat. Die Definition ist schwammig, da verschieden klassifiziert wird, was als Generation Y gilt. Hier soll die Generation Y betrachtet werden, welche alle zwischen den frühen 1980ern und frühen 2000ern geborenen Menschen unter einem Begriff zusammenfasst.

Die Generation Y ist zeitlich deckungsgleich mit einer Hochkultur der Popmusik. Musik wird zum Konsumgut und Musikstars schiessen wie Pilze aus dem Boden, es ist ein Zeitalter der One-Hit-Wonder und leider auch – wie eine Studie von addictions.com zeigt – ein Zeitalter des kommerziell vermittelten Drogenmissbrauchs, wobei dies nicht unbedingt nur der Popmusik zuzuschreiben ist.

Künstler wie Cypress Hill, Eminem, Dr. Dre oder Lil Wayne thematisieren Drogenkonsum offen in den mp3-Playern, Walkmans und auf dem Pausenhof – und die Gesellschaft sieht plötzlich näher hin. Hip-Hop wird zu einer Stimme der Jugend und das offensichtlichste vermittelte Gut ist die schnörkellose, reale Verarbeitung von heiklen Themen wie Gewalt, Drogen oder Sex.

Das Problem dabei: Bisher wurden derartige Thematiken oft in Metaphern und vagen Umschreibungen behandelt, als Paradebeispiel «Lucy in the Sky with Diamonds». Hip-Hop jedoch umschreibt nicht, wodurch die Drogenreferenzen prominenter scheinen.

Cypress Hill – «Insane in the Brain»

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Video: YouTube/CypressHillVEVO

Die durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass Hip-Hop nicht einmal das Musikgenre mit den meisten Drogenreferenzen ist. Country, Jazz, Pop, Electronica, Rock und Folk reihen sich gemessen an Drogenreferenzen pro Song vor Rap ein. Doch um Hip-Hop als Sündenbock soll es hier nicht gehen, sondern um den Sachverhalt, dass zwischen circa 1983 und 2013 eine regelrechte Explosion an Drogenreferenzen stattgefunden hat, wobei Mitte der 2000er durchschnittlich in mehr als sechs Prozent der veröffentlichten Songs Drogenreferenzen zu finden waren.

«Monster Crack»

Die Crackepidemie der 80er-Jahre schuf die ersten Drogenreferenzen des modernen Hip-Hops. Billig, einfach zu produzieren und mit unglaublich hohem Abhängigkeitspotenzial überschwemmte Crack die Städte der Vereinigten Staaten, zwischen 1984 und 1987 stiegen die kokaininduzierten Krankenhausnotfälle um das Vierfache.

Hip-Hop als Stimme sozialer Missstände und als gesellschaftliches Kunstprodukt aus Problemregionen stand der amerikanischen Crackepidemie in seiner frühen Phase sehr nahe und verarbeitete diese ausführlich. Inmitten dieser Epidemie fand aber keine wirkliche Glorifizierung statt, sondern mehr eine Verteufelung der Droge. Kool Moe Dees «Monster Crack» beispielsweise ist eine realitätsnahe, emotionsgeladene Verarbeitung der eigens erlebten Konfrontationen mit der Droge.

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Kool Moe Dee – «Monster Crack» aus dem Jahre 1987. Video: YouTube/Old School Black Music

«Smoke Weed Everyday»

Mit dem Ende der Crackepidemie brach auch ein neues Zeitalter – zumindest auf der Ebene der Drogen – für Hip-Hop an. Cannabis erlebte Anfang der 90er-Jahre einen massiven Aufschwung als Referenzdroge im Hip-Hop-Genre, nur um mit der Jahrtausendwende wieder ein wenig einzubrechen.

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Snoop Dogg – «Smoke Weed Everyday» aus dem Jahre 1999. Video: YouTube/Albion Hoxha

Die 90er-Jahre waren entscheidend geprägt durch Künstler wie Tupac Shakur, The Notorious B.I.G., Dr. Dre oder Snoop Dogg, die alle kein Geheimnis aus ihrem Cannabis-Konsum machten. Diese Zeit, die heute als das Goldene Zeitalter des Oldschools proklamiert wird, markiert den Beginn der rapkritischen Gesellschaft in Bezug auf dessen Texte.

Mit den Kontroversen und der FBI-Investigation zu N.W.As «Fuck tha Police» wurde Hip-Hop ein Stempel aufgedrückt, der unter Hip-Hop-Laien noch immer prominent ist – Hip-Hop als Mittel zum Verderben der Jugend. Dass Dr. Dres Album «2001» auf seinem Cover ein Cannabisblatt abbildet, spielte dieser Entwicklung des Hip-Hop-Stempels in die Karten.

«Chef Cocaine»

Der kleine Einbruch der Cannabisreferenzen in Rap-Texten ist einer anderen prominenten Droge zu verdanken: Kokain. In den 2000er-Jahren erlebte Kokain ein Comeback, nachdem es als Crack in den 80er-Jahren vertrieben worden war, und auch hierbei hatten Tupac und Biggie – auch wenn post mortem – ihre Finger im Spiel. Ob die zwei letzteren, N.W.A oder Raekwon: Die Rapper dieser Generation glorifizierten den Gangsta-Rap und das Image des drogenkonsumierenden und vor allem drogenverkaufenden Hustlers.

Wu-Tang-Clan-Member Raekwon prägte die Sphäre um den Kokainbegriff im Hip-Hop explizit, was man nur schon an seinen Titeln sieht. Ob Mixtape-Namen wie «Chef Cocaine Cooked», «Cocainism» oder «Coke Up in da Dollar Bill», ob Tracks wie «Cocaine World» – die Droge ist allgegenwärtig.

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Raekwon – «Coke Up in da Dollar Bill». Video: YouTube/GHETTO SHARPNESS

Kokain erging es wie jeder anderen Modeerscheinung: Die Droge verlor ihren Status als Modedroge zum Ende der 2000er-Jahre und inmitten der prominentesten Phase des Hustler-Hypes entzündete sich ein Funke, der zumindest im Anfangsstadium eine Hip-Hop-Revolution postulierte.

Künstler, die nicht ins Bild des gewohnt harten Hip-Hops passten, jedoch musikalisch versiert waren, wie es nur wenige andere jemals sein konnten, gaben ihre musikalischen Debüts. OutKast, Kanye West und später dann Kid Cudi und Kendrick Lamar beispielsweise thematisierten ihre eigenen Probleme in völlig neuer Auslegung: spielerisch, mit ausgeklügelter Metaphorik und allem voran nahbar.

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Kid Cudi – «Ghost». Video: YouTube/MusicUniversalCrew

«Codeine Crazy»

Was viele Oldschool-Fans als Beginn des Anfangs vom Ende von der klassischen Kunst «Rap» definieren, legte den Grundstein für heutige Grössen wie Post Malone, Young Thug oder Tyler, the Creator.

Gleichgesetzt mit dieser musikalischen Verschiebung vom Oldschool in den Newschool wird oft der Missbrauch des Opioids Codein, konsumiert in Form von Hustensaft, oder eben im Slang, als Lean. Als Gesicht dieses Trends wird oft Lil Wayne identifiziert, der mit seiner Line «Jumped from a mountain into a sea of Codeine» (aus «I Feel Like Dying») den Status quo des modernen Hip-Hops nahezu perfekt auf den Punkt brachte.

Der Berg ist erklommen, das metaphorische Cannabis-High ist erreicht und Lil Waynes Ausweg ist die Flucht in eine andere, eine stärkere Droge, die keinen Halt zu geben scheint und ihn treiben lässt. Der gesamte Song ist eine kraftvolle Selbstreflexion über den eigenen Drogenkonsum und den eigenen Umgang mit berauschenden Substanzen – mit dem ernüchternden Fazit, dass die Drogen lediglich ein Ausweg sind, um das Leben erträglicher zu machen: 

«Only once the drugs are done, do I feel like dying, I feel like dying.»

«Xanny, make it go away»

Der Rappertypus Lil Wayne ist 2010 ein völlig neuer und markiert den Beginn einer Ära, in der es Hip-Hop nicht mehr nur um das Erzählen von Geschichten, sondern auch um die Glorifizierung von Drogen, Medikamenten als Ablenkung von persönlichen Problemen und Selbstreflexion geht.

Psychopharmaka beginnen eine entscheidende Rolle zu spielen und der Typ Rapper, der vollgepumpt mit Lean und Xanax ist, wird in den folgenden Jahren zur Hip-Hop-internen Kontroverse.

Ganze Alben erscheinen, die gegen das neue musikalische Soundbild und das öffentliche Auftreten der neuen Generation wettern. Ein Keil wird zwischen Hip-Hop getrieben – von den Hörern und den Künstlern selbst. Parallel zu dieser Entwicklung taucht der Begriff der Opioid-Epidemie in den USA auf. Vor allem eine Droge ist hier zu nennen: Fentanyl.

Häufig als Streckmittel benutzt – aufgrund seiner extrem hohen Potenz und einer relativ einfachen Herstellungsweise – kann Fentanyl einerseits in Heroin, aber auch in momentanen Modedrogen wie dem Psychopharmakon Xanax auftauchen. Der Tod von Lil Peep aufgrund einer Fentanyl-Xanax-Überdosis im Jahr 2017 stellte einen entscheidenden Punkt in der Diskussion über Hip-Hop und (chemische) Drogen dar.

Egal ob Fentanyl, Ketamin, Codein oder Xanax: Es ist offensichtlich, dass zwei Begriffe endgültig zusammengehören – Drogen und Medizin. Xanax stellt hier den interessantesten Fall dar: Dabei handelt es sich um ein Psychopharmakon, welches zur akuten Behandlung von Angstzuständen und oft zur medikamentösen Begleitung von Depressionen eingesetzt wird. In den letzten zehn Jahren avancierte Xanax zu einer unglaublich populären Droge.

Sie ist das Gesicht eines Subgenres oder vielmehr einer Sub-Stimmung innerhalb des Hip-Hop-Genres. Psychische Gesundheit ist zu einer wichtigen Thematik geworden – und das auf verschiedene Weisen: Die generelle Thematisierung rund um «mental health» einerseits, andererseits die Bekämpfung der persönlichen Misere durch Drogenkonsum – überwiegend Xanax-Konsum.

Lil Uzi Verts Passage in dessen Breakout-Hit «XO TOUR Llif3» spricht für sich:

«I might blow my brain out, Xanny, help the pain, yeah please, Xanny make it go away. (...) All the pain, now I can’t feel it.»

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Lil Uzi – «XO TOUR Llif3». Video: YouTube/LIL UZI VERT

Ob das eine naive, verderbende Glorifizierung oder ein Hilfeschrei eines verzweifelten Individuums ist, bleibt ein Streitpunkt.

Und heute?

Der Status quo ist beinahe unverändert. Noch immer missbrauchen Künstler das sedativ wirkende Psychopharmakon Xanax als Droge, noch immer sterben grossartige Musiker an Überdosen und noch immer treten im Wochentakt neue, junge Musiker ins internationale Rampenlicht, während sich mehr oder minder laienhafte Kritiker einen Schlagabtausch liefern.

Auf der einen Seite steht die prinzipielle, bedingungslose Ablehnung der Drogenkultur und eine Selber-Schuld-Attitüde, die den Menschen hinter der Kunst mit dessen Musik und dessen Drogenkonsum als Drogenverherrlichung gleichsetzt. Auf der anderen Seite steht ein prinzipielles In-Schutz-Nehmen des Künstlers als Opfer seines Drogenkonsums und dessen Kunst als Therapieform, um sich mit dem eigenen Suchtproblem auseinanderzusetzen.

Alles nur Symptombekämpfung

Die Kernargumente beider Seiten sind auf gewisser Ebene einleuchtend. Als Musiker muss man sich seines Einflusses bewusst sein. Und es ist zumindest unter Umständen problematisch, den eigenen Drogenkonsum zu zelebrieren. Gleichzeitig darf aber von einem Menschen, der knapp aus dem Teenageralter herausgewachsen ist, nicht erwartet werden, die Verantwortung für den Drogenkonsum seiner Hörer und Fans zu übernehmen.

Das ist weder dessen Aufgabe, noch sollte es unter irgendwelchen Umständen dessen Aufgabe sein, denn die Kompetenz, über den eigenen Drogenkonsum zu urteilen, liegt grundsätzlich beim konsumierenden Individuum, vielleicht in seinem Umfeld, aber keinesfalls bei einem völlig aussenstehenden Unterdreissigjährigen mit einigen Millionen Albumstreams.

Die verbitterte Art und Weise, wie gegen zum Teil knapp Zwanzigjährige gehetzt wird, ist untragbar, unangebracht und vor allem nicht der richtige Weg, um die Problematik zu lösen, sondern lediglich ansatzweise versuchte Symptombekämpfung. Diese drogen- und medikamentenabhängigen, offensichtlich verstörten Personen sind schlussendlich tragische Produkte ihres Hintergrunds und/oder Erfolgs. 

Musiker, die an einer Überdosis gestorben sind

Diese 5 Städte haben die meisten Kokain-Quellen im Abwasser

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Video: srf/SDA SRF

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51
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    Alle Leser-Kommentare
  • Alf 29.12.2018 05:03
    Highlight Highlight Hach so viel bla...
    Play Icon
  • Spooky 29.12.2018 01:01
    Highlight Highlight Hip-Hop ist doch sowieso von gestern.
    Hier die Musik von morgen:
    ⬇︎☟⬇︎
    [
    Play Icon
    ]
  • Eifach öpis 28.12.2018 23:50
    Highlight Highlight sex, drugs and hip-hop sagt man ja seit Jahrzehnten...
  • Lichtblau550 28.12.2018 21:29
    Highlight Highlight 5 von 5 Sternen für diesen Artikel.
  • malu 64 28.12.2018 19:11
    Highlight Highlight Es dürfte ein bisschen mehr Fantasie im Spiel sein. Ist schon fast trostlos!
  • WolfCayne 28.12.2018 16:09
    Highlight Highlight Cooler Artikel, lesenswert. Schön, einmal etwas Neues von einem anderen Magazin zu lesen. Danke, Watson. Die vier Stichworte auf der Titelseite der Sonderausgabe erinnern stark an den Schweizer Hit «Droga, Sex, Gwalt, Rap».
  • Klaus07 28.12.2018 15:15
    Highlight Highlight Aufgewachsen in den 60-er und 70-er habe ich die Hochkunjunktur der Pop und Rockmusik mitgemacht. Klar war der Text eines Musiktitels wichtig, die Melodie und Harmonie der Musik war aber genau so wichtig teilweise so gar wichtiger, da die Melodie die Gefühle transportieren konnte. Mit dem aufblühen des Hip Hop und Rap, trat die Melodie in den Hintergrund und der Text übernahm das Zepter. Jeder versucht sich mit derberen und provozierenderen Texten zu profilieren. Vieleich ein Grund warum mir diese zwei Musikrichtungen nie zugesagt haben, die Melodie, die Seele der Musik fehlt mir.
    • BoomBap 28.12.2018 15:55
      Highlight Highlight 1/2
      Hallo Klaus, ich kann das so nicht ganz unterschreiben. Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Aber diese Melodie die für dich so wichtig ist, ist vergleichbar mit dem Beat. Ein Raptext kann noch so gut sein, wenn ich den Beat nicht fühle, wird der ganze Track nicht so gut sein.
      Dazu folgendes Beispiel:
      Play Icon

      Dieses Lied von Nas ist ein Klassiker. Hör aber nur mal auf den Beat. Dieses Klaviersample kommt von Ahmad Jamal, genauer aus dem Lied "I Love Music". Rund 7,5Minuten wunderschönes Klaviergeklimmper.
    • BoomBap 28.12.2018 16:04
      Highlight Highlight 2/2
      Hier das Sample:
      Play Icon


      Hörs dir ein bisschen an und dann spring zu 5:07. (Jemand hat in den Kommentaren schon auf diese Stelle hingewiesen, einfach anklicken). Bei diesem Punkt startet das Klavierspiel, welches Pete Rock für "The World is Yours" herausgepickt hat. Er hat sich das Lied angehört und von den 7.5 Minuten hat er bei diesen, nicht einmal 10 Sekunden, gesagt "Das ist es, daraus mach ich jetzt einen Beat. Und darum berührt Hip Hop mein Herz. :)
    • Natürlich 28.12.2018 16:22
      Highlight Highlight Also auf US-Rap und Cloudrap bezogen stimmt diese Theorie nicht dort gehts vor allem um den Beat ubd den Vibe.
      Bei heutigem D-Rap ist es oftmals so dass Texte im Vodergrund stehen ja
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Count 28.12.2018 15:10
    Highlight Highlight In den letzten 25 Jahren hat sich in der Szene praktisch nichts verändert in den Köpfen. Das Thema war damals schon aktuell, warum stellt man sich die Frage erst jetzt?
    Ich bin froh die Szene heute von aussen betrachten zu dürfen, keine andere Musikszene beinhaltet so viele Halbschlaue wie im Rap und Hip-hop, die Drogen scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen.
    • Natürlich 28.12.2018 16:38
      Highlight Highlight Welche Frage jetzt genau?
    • The Count 28.12.2018 20:52
      Highlight Highlight @Natürlich: Textverständnis?
  • themachine 28.12.2018 14:59
    Highlight Highlight Der Boi bleibt die einzige Konstante der Szene!
    Play Icon
    • psychologe 28.12.2018 15:18
      Highlight Highlight Bei Bedarf mal bei MC Shacke One reinhören, wenn du wirklich eine Konstante im Deutsch Rap suchst, die sich nicht nach Trends richtet...
    • MDK 28.12.2018 18:06
      Highlight Highlight Was für en muut!
  • Natürlich 28.12.2018 14:48
    Highlight Highlight Guter Bericht.
    Habe das Ganze selber erfahren, hier in der Schweiz ist das Ganze ja immer ein wenig Zeitverzögert.
    Als ich vor knapp 15 Jahren den Hip Hop für mich entdeckte war es vor allem die Droge Cannabis welche mit Hip Hop in Verbindung gebracht wurde. Dazu Baggie Jeans und XXL - Shirts. Das war bis Anfang dieses Jahrents der Fall.
    In den letzten 5 Jahren war es extrem wie die Drogen Codein, Xanax usw im Hip Hop aufkamen. Auch in der Schweiz.
    Kenne einige mit Drogenproblemen, abgebrochenen Lehrstellen aufgrund von Xanax, Codein und co.

  • KekDu 28.12.2018 14:35
    Highlight Highlight Klar gibt es Rapper, die mit ihrem kleinen Wortschatz gar nicht anders können, als über Drogen zu rappen. Hierzu gehören im Deutschrap : UFO 361, Hustensaftjüngling, KMN etc. Sie müssen mit ihren drogenverherrlichenden Songs, ihr Image, als Ghettojungs bei den Zuhörern bewahren.

    Dann gibt es aber auch noch Rapper, wie Kollegah, die die Finger von solchen unnützlichen Texten lassen. Sie raten es ihren Zuhörern oftmals ab und zeigen ihnen, dass es auch für Kinder mit Migrationshintergrund eine Perspektive in dieser Gesellschaft ohne Drogen(handel) gibt. Solche Rapper haben Ehrungen verdient.

    • tripod 28.12.2018 16:17
      Highlight Highlight Kolle und sinnvolle Texte in einen Satz zu packen ist eine Beleidigung des Verstands. Aber klar gibt es auch im (deutsprachigen) HipHop Rapper mit viel Sinn für Lyrik und Poesi. Torch z.B. oder CR7Z als ultimativen Überflieger.
    • Natürlich 28.12.2018 16:36
      Highlight Highlight Das ist ganz klar so.
      Innerhalb des Hip Hops gibt es ganz viele Unterschiede.
      Ds war bereits zu meiner Zeit so.
      Da gab es zb die kiffenden Sido und Samy Deluxe Hörer mit Baggies und XXL Shirts von Karlkani oder Rocawear zb daneben zb aber auch den typischen Bushido Hörer mit Cordon Sport Lederjacke, Picaldi-Jeans in den weissen Socken und Airmax-Turnschuhen.
      Die Szene ist mittlerweile viel zu divers um es in eine Schublade zu stecken.
      Dann gibt es zb noch klassische Battlerapper wie Morlock Dilemma oder die Sarkasmusschiene wie bei Audio 88 und Yassin, den Oldschool von Umse usw...
    • YALLA 28.12.2018 17:17
      Highlight Highlight UFO361 hat den dreifachen künstlerischen Wert des Antisemiten Kollegah
    Weitere Antworten anzeigen
  • BoomBap 28.12.2018 14:33
    Highlight Highlight 1991 war Kokain uncool. ;)
    Play Icon


    Die ganzen Kifferlieder haben ja teilweise schon kultstatus. "I want to get high" ist die Hymne und "Acid Raindrops" von People Under The Stairs ist auch immer wieder beruhigend.
    Zum Hustensaftrap kann ich nicht viel sagen, da es überhaupt nicht mein Geschmack ist. Aber diese Generation scheint sehr depressiv, wenn man das so sagen darf.
    • Kilgore 28.12.2018 15:39
      Highlight Highlight When stress burns my brain just like acid raindrops mary jane is the only way to make the pain stop
  • Oliver Weber 28.12.2018 14:24
    Highlight Highlight Nothing new..
  • rudolf_k 28.12.2018 14:09
    Highlight Highlight Sprachlich auf Schüleraufsatz-Niveau, habe nach wenigen Abschnitten aufgehört zu lesen. WTF ist "extremen populären Aufschwungs"???
    • The Count 28.12.2018 15:12
      Highlight Highlight So ist es in dieser Szene, man könnte sie auch als Vorbereitungs für den Darwin Award sehen.
    • loquito 28.12.2018 21:04
      Highlight Highlight Genau... Deshalb erhalten Rapper ja heute auch Literaturpreise wie der Pulizer... Doch doch sie sind sehr informiert...
    • The Count 29.12.2018 08:57
      Highlight Highlight loquito:
      Das sagt höchstens aus wie unglaubwürdig sich diese pseudoelitäre Szene mittlerweile verhält. Und es ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, auch wenn z.B. US Präsidenten den Friedensnobelpreis erhalten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 28.12.2018 13:43
    Highlight Highlight Interessanter Artikel
    4 von 5 Sterne
    Einem Text über Rap und Drogen, der Money Boy und die Glo Up Dinero Gang nicht erwähnt kann ich leider nicht die Maximalpunktzahl geben.
    • dr.gore 28.12.2018 14:42
      Highlight Highlight Mbeezy, the pineapplefruit dude als inbegriff des cloud raps
    • Kunibert der fiese 28.12.2018 14:43
      Highlight Highlight Und hustensaftjüngling
  • Badummtsss 28.12.2018 13:26
    Highlight Highlight Falsch. Country ist das Top Genre über Drogen.
    • ScottSterling 29.12.2018 08:41
      Highlight Highlight Steht ja im Text?
  • KennyGubser 28.12.2018 13:23
    Highlight Highlight Der Missbrauch von Opiaten und Psychopharmaka ist in den USA ein gesamtgesellschaftliches Problem. Das hat aber mehr mit dem Lobbyismus der Pharmaindustrie und der Zulassung von stark süchtigmachenden Schmerzmitteln zu tun und nicht mit Rapmusik. Next!
    • Natürlich 28.12.2018 16:30
      Highlight Highlight Es geht ja nicht nur um die USA.
      Mag sein dass es in den USA ein generelles Problem ist, nur ist es in der Schweiz in den letzten Jahren halt auch extrem aufgekommen.
      Mit Moneyboy und Konsorten und den ganzen Lil‘ Rappern aus den USA.
      Diese ganze Codein und Xanax Szene gabs bis vor 10 Jahren noch nicht in der Schweiz.
      Nun ist dieses Ganze Cloud und Mumblerapding seit einiger Zeit auch bei uns angekommen (Pronto, Cobee, Little Miss Sunshine)
      ich kenne 2,3 Leute die ohne dieses Zeugs nicht mehr schlafen können oder wochenlange Psychiatrieaufenthalte hinter sich haben deswegen...
  • Supermonkey 28.12.2018 13:18
    Highlight Highlight Bei der Musik die ich höre gibt es phrasen wie "come on now, lets all take some mescaline" oder "acid acid acid , the drug that changed our world". Wobei Meskalin und LSD bestimmt interessanter mit entsprechender musik zu geniessen sind als mit einer überdosis hustensaft zu hiphop im delirium mit dem kopf zu nicken.

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