Schlachten
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A theatrical interpretation of the Battle of Gravelines 
Gemälde von Charles Fairborough, 1796, Defeat of the Spanish Armada, 8. Aug. 1588

Seeschlacht bei Gravelines: Vor der flandrischen Küste erlitt die Armada ihre entscheidende Niederlage.  Bild: gemeinfrei

Wie die Engländer und der «protestantische Wind» die Spanische Armada zerzausten



Ende Mai 1588 lief eine gewaltige spanische Flotte aus dem Hafen von Lissabon aus. Ziel der Grande y Felicísima Armada («Grosse und allerglücklichste Kriegsflotte») war eine Insel im Norden: England. König Philipp II. aus der spanischen Linie der Habsburger, Schwert der katholischen Gegenreformation und Herrscher über das riesige spanische Imperium, wollte ein für alle Mal mit dem lästigen protestantischen Königreich zwischen Nordsee und Atlantik aufräumen. 

Philipp II. (Porträt von Alonso Sánchez Coello, um 1570)

Philipp II. um 1570.  Bild: gemeinfrei

Die Voraussetzungen waren gut. Seit 1580 regierte Philipp II. auch Portugal mit seinem weltumspannenden Netz von Kolonien, portugiesische Schiffe verstärkten die spanische Flotte. In den ebenfalls spanisch beherrschten Niederlanden, die sich gegen ihre katholischen Unterdrücker erhoben hatten, befanden sich die spanischen Truppen auf dem Vormarsch. 

England dagegen, das seit 1558 von der «jungfräulichen Königin» Elizabeth I. regiert wurde, hatte erst spät damit begonnen, eine Flotte hochseetüchtiger Kriegsschiffe aufzubauen. Überdies hing noch ein bedeutender Teil der Bevölkerung dem katholischen Glauben an. Eine erfolgreiche spanische Invasion hätte den Lauf der Geschichte fundamental verändert. 

Königin Elizabeth I.

Königin Elizabeth I.  Bild: Shutterstock

Der Konflikt

Zu Anfang des Jahrhunderts waren die Beziehungen zwischen Spanien und England ganz gut. Doch die Reformation und die Gegenreformation trieben einen Keil zwischen die beiden Königreiche – der fanatische Katholik Philipp II. unterstützte die englischen Katholiken, die von den Protestanten daher als fünfte Kolonne der Spanier betrachtet wurden. Die Hinrichtung Maria Stuarts, der katholischen Königin Schottlands, erzürnte wiederum den spanischen Monarchen. 

Zudem wagten sich englische Seefahrer immer weiter in die spanisch dominierten Gewässer der Neuen Welt vor und konkurrenzierten die Kolonialmacht beim einträglichen Geschäft des Sklavenhandels. Englische Kaperfahrer überfielen, teils im Auftrag der Krone, spanische Schatztransporte auf dem Weg nach Europa.

1585 plünderte der Freibeuter Francis Drake – ein Held für die Engländer, ein Pirat für die Spanier – tagelang die galizische Küste und hinterliess eine Spur der Verwüstung. Die Überfälle der Freibeuter, die besonders die portugiesischen Besitzungen gnadenlos heimsuchten, erbitterten die Spanier. 

Das Fass vollends zum Überlaufen brachte die englische Unterstützung der aufständischen Protestanten in den Spanischen Niederlanden. Eine spanische Armee – die beste Landstreitmacht ihrer Zeit – bekämpfte dort seit 1568 den Aufstand mit teilweise äusserst brutalen Methoden. Philipp II. ging nicht zu Unrecht davon aus, dass der Widerstand der Protestanten zusammenbräche, falls deren Alliierter England infolge einer spanischen Invasion ins katholische Lager zurückgezwungen würde.  

80-jähriger Krieg: Die Eroberung der Stadt Maastricht durch Alexander Farnese, Herzog von Parma, 1579. Gemälde von Jan Luyken, 1679

Spanische Soldaten unter dem Kommando des Herzogs von Parma erobern 1579 Maastricht. Bild: gemeinfrei

Der Plan

Erste Pläne für eine Invasion Englands wurden bereits in den 70er Jahren ausgearbeitet. Später beauftragte Philipp II. den Grossadmiral Alvaro de Bazán, Marqués de Santa Cruz, mit der Aufstellung einer Invasionsflotte. Diese Vorbereitungen blieben den englischen Spionen nicht verborgen, und London rüstete sich zu Gegenmassnahmen. 1587 überfiel Francis Drake die spanische Flotte in Cádiz, dem grössten spanischen Kriegshafen. Es gelang den Engländern, mindestens 30 spanische Schiffe zu versenken, was das Auslaufen der Armada um mehrere Monate verzögerte. 

Als Alvaro de Bazán im Februar 1588 starb, legte Philipp II. die Planung der Invasion in die Hände des begnadeten Organisators Alonso Pérez de Guzmán, Herzog von Medina-Sidonia, der jedoch kein Seemann war und diese Aufgabe nur widerstrebend übernahm. Wie sein Vorgänger plante Medina-Sidonia, die spanische Flotte vor die Küste der Niederlande zu senden, wo sie sich mit den dort unter dem Kommando des Herzogs von Parma stationierten Truppen vereinigen sollte.

Kommandant der Spanischen Armada 1588: Alonso Pérez de Guzmán, Herzog von Medina-Sidonia

Alonso Pérez de Guzmán, Herzog von Medina-Sidonia. Bild: gemeinfrei

Auf Landungsbooten sollten diese 30'000 Mann dann – durch die Armada vor der englischen Flotte geschützt – nach England übersetzen, auf London marschieren und der Herrschaft der verhassten Elizabeth I. ein Ende machen. Dieser spanischen Kampfmaschine hatten die Engländer wenig entgegenzusetzen; sie verfügten nur über wenige kampferprobte Soldaten und schlecht bewaffnete Milizen. Das Schicksal Englands hing von seiner Flotte ab. 

Die Flotten

Die Armada war die grösste Flotte aus Segelschiffen, die bis dahin europäische Gewässer befahren hatte. Sie bestand aus etwa 130 Schiffen, die mit insgesamt 2400 Kanonen bewaffnet und mit knapp 8000 Seeleuten und rund 19'000 Soldaten bemannt waren. Ihr Filetstück bildeten 64 spanische und portugiesische Kriegsgaleonen. Diese Dreimaster verfügten über mehrere Decks und hohe Aufbauten; je nach Grösse betrug ihre Besatzung 100 bis 500 Mann. Galeonen waren im Unterdeck auf jeder Seite mit acht bis zehn grossen Eisenkanonen bewaffnet, dazu kamen kleinkalibrige Kanonen im Oberdeck und zwei Kanonen im Heck.

Modelle einer spanischen Galeone aus dem 16. Jahrhundert. 
https://www.pinterest.ch/pin/510384570248009343/?lp=true

Modell einer spanischen Galeone aus dem 16. Jahrhundert. Bild: Pinterest

Dazu kamen vier Galeassen, die der Vizekönig von Neapel geschickt hatte. Diese veralteten Schiffe mit zwei Decks führten auf dem Oberdeck einige Geschütze und 300 Mann Besatzung mit; im Unterdeck befanden sich 300 Ruderer. Noch älter waren die vier Galeeren in der Flotte. Neben 200 bis 300 Mann Besatzung waren sie mit 100 bis 150 Soldaten bemannt. Begleitet wurden die Kriegsschiffe von einer Vielzahl an Versorgungsschiffen.

Trotz dieser beeindruckenden Grösse war die Armada bedeutend kleiner als die eigentlich geplante Flotte, von der Philipp II. geträumt hatte: Sie hätte 510 Schiffe mit 30'000 Seeleuten und 55'000 Soldaten umfassen sollen. Selbst die reichsten Silberlieferungen aus Amerika hätten jedoch ein solches Monstrum nicht finanzieren können. 

Eine Galeasse der Spanischen Armada
https://de.wikipedia.org/wiki/Galeasse#/media/File:Armada_galleass.png

Eine Galeasse der Armada.  Bild: Wikimedia

Im Gegensatz zu den schwerfälligen spanischen Kriegsschiffen waren die schlanken englischen Galeonen schnell und wendig. Sie waren überdies stärker und besser bewaffnet; sie trugen mindestens 42 Bronzekanonen, die eine höhere Reichweite und Treffsicherheit als die kürzeren, aber grosskalibrigeren spanischen Geschütze aufwiesen.

Die englische Flotte verfügte bei Maximalbestand über beinahe 200 Schiffe, davon etwa 40 erstklassige Kriegsschiffe. Das Geschwader, das sich im Ärmelkanal der Armada entgegenstellte, war indes weniger als 100 Schiffe stark. Oberbefehlshaber der englischen Flotte war Charles Howard, Baron von Effingham. Der Cousin der Königin war wie Medina-Sidonia kein erfahrener Seemann, sondern ein Organisator. Die folgenden Ränge – darunter Vizeadmiral Francis Drake –  waren jedoch von erfahrenen Seeleuten besetzt, und nicht, wie dies bei den Spaniern oft der Fall war, von Günstlingen. 

Statue to Sir Francis Drake on Plymouth Hoe, Devon England UK

Freibeuter, Vizeadmiral und englischer Seeheld: Sir Francis Drake.  Bild: Shutterstock

Die Scharmützel

Nachdem die Armada Ende Mai 1588 Segel gesetzt hatte, setzten ihr von Anfang an ungünstige Winde und Stürme zu. Die Flotte kam kaum voran und wurde auseinandergerissen, vier Schiffe sanken. Dazu kamen Probleme mit dem Trinkwasser und dem Proviant. Medina-Sidonia entschloss sich daher, La Coruña in Nordspanien anzulaufen, um die Armada dort zu sammeln und frischen Proviant aufzunehmen. Erst am 21. Juli lief die Flotte wieder aus. 

The Spanish Armada off the English coast (Cornelis Claesz van Wieringen, oil on canvas, ca. 1620 - 1625)

Die Armada vor der englischen Küste.  Bild: gemeinfrei

Acht Tage später kam bei Regen und Nebel die englische Küste in Sicht. Während die Armada südlich von Cornwall in den Ärmelkanal segelte, erreichte die englische Alarmkette die Flotte im Hafen von Plymouth. Doch Wind und Gezeiten hinderten die Engländer daran, aus dem Hafen zu segeln. Es gelang ihnen aber, einen grossen Teil ihrer 90 Schiffe aus der Bucht zu schleppen.

Nun spielten die Engländer den taktischen Vorteil ihrer Wendigkeit aus und manövrierten die Flotte gegen den Wind nach Westen an der Armada vorbei. Damit befand sie sich in deren Rücken und genoss beim anhaltenden Westwind den Vorteil des Rückenwinds. In mehreren Gefechten vor Plymouth, Portland Bill und der Isle of Wight attackierten die englischen Schiffe nun bis zum 4. August die spanische Flotte, die in ihrer nahezu unüberwindlichen Halbmondformation ostwärts segelte. 

English naval victory over the Spanish Armada in the Channel, July 1588.
The meeting of the English and Spanish fleets, left and right respectively.
Copperplate engraving, coloured, 1739,
by John Pine (1690-1756).

Die spanische Flotte (r.) segelte in Halbmondformation, wobei die grössten und am schwersten bewaffneten Schiffe sich im Zentrum befanden.    Bild: gemeinfrei

Da die spanischen Schiffe sehr robust gebaut waren, vermochten die englischen Kanonenkugeln die Schiffsrümpfe erst aus einer Entfernung von unter 100 Metern zu durchschlagen. Hätten sich die englischen Schiffe auf diese Distanz genähert, wären sie der Gefahr einer tödlichen spanischen Breitseite ausgesetzt gewesen. Zudem beruhte die spanische Taktik darauf, nahe an die feindlichen Schiffe zu kommen, sie sturmreif zu schiessen und dann mit Enterkommandos zu stürmen. Die englischen Schiffe führten nur wenige Soldaten mit und hätten einem solchen Angriff kaum widerstehen können.

Die Engländer hielten sich deshalb zurück und begnügten sich damit, die Spanier aus der Distanz zu beschiessen und kurze Angriffe auszuführen, nach denen sie sich schnell zurückzogen. Ihre Attacken richteten so trotz des enormen Munitionsverbrauchs nur wenig Schaden an. Die Spanier verloren lediglich zwei Schiffe. Die Armada, die ebenfalls grosse Mengen von Munition verpulverte, konnte weitgehend ungehindert in Richtung flandrische Küste segeln. 

Die Entscheidungsschlacht

Am 6. August erreichte die Armada Calais und ankerte in den offenen Gewässern vor dem Hafen. Der Stopp war notwendig, da die Flotte sonst Gefahr lief, durch den nach wie vor anhaltenden Westwind und die Strömung an der flandrischen Küste vorbei in die Nordsee hinausgetrieben zu werden, bevor sie Parmas Invasionsarmee hätte aufnehmen können. Mittlerweile zeigte sich auch, dass Parma offenbar noch nicht genügend vorbereitet war.  

Inzwischen litten beide Flotten unter Munitionsmangel und Versorgungsproblemen. Um Mitternacht schickten die Engländer acht Brander gegen die ankernde spanische Flotte. Dabei handelte es sich um unbemannte, mit Brenn- und Sprengstoff gefüllte Feuerschiffe, die zuvor in Brand gesteckt wurden. Die Spanier gerieten in Panik, kappten die Ankertaue und verliessen überstürzt die Formation, um sich in Sicherheit zu bringen. 

Englische Brander treiben auf die Spanische Armada bei Calais zu.

Englische Brander treiben auf die spanischen Schiffe zu.  Bild: gemeinfrei

Es gelang den meisten Schiffen nicht mehr, in die Formation zurückzukehren. Die Armada zerstreute sich vor Calais und der flandrischen Küste. Im Morgengrauen griffen die Engländer die desorganisierte Flotte vor Gravelines, östlich von Calais, an. Jetzt näherten sie sich den spanischen Schiffen bis auf Rufdistanz, um mit ihren Geschossen die dick geplankten Rumpfwände zu durchschlagen, und drehten danach blitzschnell wieder ab. Die enervierten spanischen Soldaten beschimpften sie deshalb als Feiglinge und «lutherische Hühner».  

Day seven of the battle with the Armada, 7 August 1588, by Hendrick Cornelisz Vroom, 1601

Angriff der Engländer auf die Armada.  Bild: gemeinfrei

Obwohl die Spanier kaum in der Lage waren, die englischen Angriffe abzuwehren, hielten sich ihre Verluste in Grenzen, da den Engländern zusehends die Munition ausging und manche Befehlshaber wie Drake es vorzogen, Jagd auf Prisen zu machen. Am Nachmittag verschlechterte sich zudem das Wetter und ein Sturm trennte die beiden Flotten, was die Spanier vor einer vernichtenden Niederlage bewahrte. Die Armada trieb nun anscheinend unaufhaltsam auf die Sandbänke vor der flandrischen Küste zu, wo die spanischen Schiffe mit ihrem grossen Tiefgang stranden mussten. 

Im letzten Moment drehte der Wind auf Südwest – der offizielle spanische Bericht beschrieb es so: «Aus dieser verzweifelten Gefahr wurden wir durch Gottes Gnade gerettet.» Die Armada trieb nun nordostwärts in die Nordsee; übel zugerichtet, aber als Kampfverband im Wesentlichen intakt. Doch der Wind und die englische Flotte im Westen verhinderten, dass die Flotte ihren Auftrag – sich mit der Invasionsarmee Parmas zu vereinen – noch erfüllen konnte. Zudem war kaum noch ein Schiff unbeschädigt, und die Vorräte an Munition und Proviant waren bedenklich zusammengeschmolzen. Der englische Sieg bei Gravelines erwies sich mithin als unvollkommen, aber entscheidend. 

Spanische Armada: The battle between the British fleet and the Spanish Armada, 1588.
Jean-Leon Huens-National Geographic/Heritage-Images

Vor Gravelines näherten sich die englischen Schiffe den spanischen bis auf wenige Meter.   Bild: gemeinfrei

Das Desaster

Der Wind und die englische Flotte trieben die Armada weiter nach Nordosten in die stürmische Nordsee. An eine Rückkehr nach Spanien über den Ärmelkanal war nicht mehr zu denken, und so entschloss sich Medina-Sidonia, die lange Route über Schottland und Irland zu wählen. 

Die lange Rückreise durch die Nordsee und den Nordatlantik dauerte anderthalb Monate – und dies bei bereits dramatisch knappen Vorräten. Die Seeleute schlachteten die Pferde, die sie für die Invasion mitgeführt hatten, oder warfen sie ins Meer. Zahlreiche Verwundete und Kranke starben. Die englische Flotte, die ihrerseits hohe Verluste wegen Krankheiten zu beklagen hatte, brach die Verfolgung bereits beim Firth of Forth in Schottland ab. 

Am 14. August trafen schwere Stürme – die Philipp II. den «protestantischen Wind» nannte – die Armada in der Nordsee auf der Höhe Schottlands und zerstreuten die Flotte. Einzelne Schiffe wurden bis nach Norwegen getrieben. Nach der Umrundung der schottischen Nordküste und der Hebriden gerieten die Spanier im September westlich von Irland erneut in schwere See, die ihren beschädigten Schiffen zusetzte. Heftige Westwinde warfen mehrere Schiffe an die irische Küste, wo sie strandeten oder sanken. 

Die Armada an der irischen Küste

Wrack eines spanischen Schiffs an der irischen Küste.  Bild: gemeinfrei

Tausende von Seeleuten kamen bei diesen Havarien ums Leben. Wer nicht ertrank und als Schiffbrüchiger an Land gelangte, wurde von Einheimischen oder von in Irland stationierten englischen Soldaten umgebracht. Nur wenige konnten bei freundlich gesinnten Leuten untertauchen. 

Erst am 22. September lief Medina-Sidonias Flaggschiff im nordspanischen Hafen Santander ein. Der klägliche Rest der «unbesiegbaren Armada» bestand nur noch aus 67 Schiffen und etwa 10'000 Mann. 30 Schiffe waren allein vor der irischen und schottischen Küste untergegangen. Philipp II. klagte: «Ich habe meine Flotte nicht gegen Sturm und Wellen ausgesandt, sondern gegen Menschen.» 

Die Folgen

Die Niederlage der Armada rettete England vor einer möglicherweise erfolgreichen spanischen Invasion, deren weltgeschichtliche Folgen kaum absehbar sind. Zugleich hätte dies mit hoher Wahrscheinlichkeit den Untergang der niederländischen Republik der Sieben Vereinigten Provinzen nach sich gezogen, die im folgenden Jahrhundert zur dominierenden Seemacht aufstieg. 

Während Königin Elizabeth I. gestärkt aus dem Konflikt herausging und enorm an Prestige gewann, versetzte der katastrophale Ausgang seines militärischen Abenteuers dem Ansehen des spanischen Königs einen empfindlichen Schlag. Philipp II. zog die Lehren aus der Niederlage und ordnete den Bau von wendigeren Schiffen an, die den stürmischen Verhältnissen des Atlantiks besser gewachsen waren. 

Das Armadaporträt wurde 1588 als Reaktion auf den Sieg über die spanische Armada gemalt. Die auf dem Globus ruhende Hand symbolisiert die internationale Macht Elisabeths. Queen Elizabeth I.

Das Porträt von Elizabeth I. wurde 1588 als Reaktion auf den Sieg über die Armada (oben links und rechts) gemalt. Bild: wikipedia

Gleichwohl bedeutete der Untergang der Armada nicht den Verlust der spanischen Vormachtstellung, weder zur See noch an Land. Dies zeigte sich im Jahr darauf, als ein englischer Gegenangriff auf die spanische Küste – die sogenannte Englische Armada – mit äusserst schweren Verlusten scheiterte. Erst der Angriff der holländischen Flotte unter Jacob van Heemskerk auf die spanische Flotte in der Bucht von Gibraltar 1607 führte zum Verlust der spanischen Dominanz zur See. 

In militärgeschichtlicher Hinsicht war die Entscheidungsschlacht von Gravelines die erste bedeutende Seeschlacht von Segelschiffen mit Schiffsartillerie. Von da an sollte das mit Kanonen bewaffnete Segelkriegsschiff die Meere für mehr als 250 Jahre beherrschen. 

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • KasparS 20.01.2019 21:31
    Highlight Highlight Sehr fesselnder bericht, habe gleich noch den über die korsaren hinterhergelesen. Top!
  • Wander Kern 20.01.2019 20:55
    Highlight Highlight Die Winde des Herrn sind unergründbar.
    J. Kachelmann
  • Absintenzler 20.01.2019 19:35
    Highlight Highlight Danke für den spannenden Beitrag!
    Bei den Japanern war es der Kamikaze ("göttlicher Wind"), der zwei mal die Invasion einer mongolischen Flotte abgehalten hat; hier in dem Fall der "protestantische Wind". :-)
  • Makatitom 20.01.2019 17:31
    Highlight Highlight Sehr spannend, Danke
  • Mutzli 20.01.2019 16:43
    Highlight Highlight Wie immer: Allerbesten Dank für Ihre spannenden Artikel!

    Doch ich kann mir aus Interesse eine tüpflischiisserlige nicht verkneifen: Wie genau definieren Sie hier Gravelines als erste "bedeutende" Schlacht mit Schiffsartillerie?

    Ich wüsste jetzt die genauen Zahlen nicht zum Vergleich aber bei der ja auch ziemlich berühmten Schlacht von Lepanto 1571 waren über 2000 Kanonen im Einsatz. Oder 1545 gegen die "französische Armada" als die Mary Rose sank oder die Reisen und Eroberungszüge von Zheng He 1405-1433. Sorry, da drückt der Marinepedant in mir durch. ;-)
    • LaktoseintoleranterVeganerLGBT 20.01.2019 16:52
      Highlight Highlight Marinepedant vom Boden- oder Genfersee?
    • Mutzli 20.01.2019 16:59
      Highlight Highlight Hui sorry, da hat sich am handy tippen ziemlich unglücklich mit Erschöpfung verbunden: Ich meine natürlich nicht, dass auch 1545 und bei Zheng Hes Flotten jeweils über 2000 Kanonen im Spiel waren.

      Ziemlich viele Kanonen gabs da auch, aber hätte da gerade keine Richtwere im Kopf. 2000 bezieht sich rein auf Lepanto.

      Wenn ich schon behaupte pedantisch sein zu wollen, solls dann wenigstens auch stimmen.

      Als Entschuldigung: BIld von der Jesus von Lübeck. DIe war 1545 auch für England aktiv im Ärmelkanal.
      Benutzer Bild
    • Daniel Huber 20.01.2019 18:56
      Highlight Highlight Danke für das Lob!
      Zum Einwand: Es ist ja neben der Schiffsartillerie auch noch die Rede von «Segelschiffen». Ich denke, bei Lepanto waren vor allem Galeeren im Einsatz, und auch bei der Seeschlacht im Solent, bei der die Mary Rose sank, waren auf französischer Seite viele Galeeren dabei. Bei den Schiffsreisen von Zheng He wird es vermutlich mehrere Gefechte gegeben haben, aber mir ist keine bedeutende Seeschlacht bekannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • darkshadow 20.01.2019 15:41
    Highlight Highlight ich liebe solche Beriche!

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