Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Riskantes Überholen beim Velo-Rennen kostete Mann das Leben – Verursacher steht nun vor Gericht



Zwei Jahre nach einem tödlichen Unfall an den Radsporttagen Gippingen im Kanton Aargau ist ein 52-jähriger Schweizer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr. Der Schweizer aus dem Kanton Zürich muss sich auch wegen des Vorwurfs der mehrfachen fahrlässigen Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Zurzach verantworten.

Der Deutsche Simon Geschke , Mitte, gewinnt vor dem Schweizer Silvan Dillier, rechts roter Dress, verdeckt, und dem Belgier Jerome Baugnies, links blauer Dress, den 51. Grossen Preis des Kantons Aargau in Gippingen am Donnerstag, 12. Juni 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ein Bild vom Gippinger Rennen im Jahr 2014. Bild: KEYSTONE

Die Anklage fordert neben der bedingten Freiheitsstrafe auch eine Busse von 2000 Franken. Beim Unfall im Juni 2014 war in Böttstein ein 37-jähriger Schweizer Radrennfahrer aus dem Kanton Zürich schwer verletzt worden. Er erlitt ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma, an dessen Folgen er am gleichen Abend im Spital verstarb.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach wirft dem 52-jährigen Radrennfahrer vor, in der zweitletzten Runde in der Abfahrt in einem Waldstück Richtung Böttstein bei einem Überholmanöver den Spitzenfahrer des Rennens touchiert zu haben, worauf dieser stürzte. Die folgenden drei Fahrer der Spitzengruppe fuhren in das Rennrad des Gestürzten. Sie fielen ebenfalls um und schlitterten teilweise in die angrenzende Wiese.

Riskantes Überholmanöver

Das Feld des 51. Grossen Preises des Kantons Aargau in Grippigen am Donnerstag, 12. Juni 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Rennen endete für einen Teilnehmer tödlich. Bild: KEYSTONE

Die zum Unfallhergang befragten Zeugen schilderten die Fahrweise des Beschuldigten während des Überholmanövers als «halsbrecherisch» und «lebensgefährlich», wie die Staatsanwaltschaft festhält. Beim Überholmanöver zum Spitzenfahrer hatte der Beschuldigte laut Zeugenaussage einen seitlichen Abstand von «einer Handbreite» beziehungsweise maximal 30 Zentimeter.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schweizer vor, sein Überholmanöver auf der Abfahrt bei einer sehr hohen Geschwindigkeit von rund 70 km/h seitlich viel zu nahe am Spitzenfahrer gemacht zu haben. Es seien rund zwei Meter Raum zur Verfügung gestanden.

Aus renntaktischer Sicht bestand gemäss Anklage keinerlei Notwendigkeit, mit einem so geringen seitlichen Abstand zu überholen. Der Beschuldigte habe durch das riskante und unnötige Überholmanöver den Tod des 37-jährigen Radrennfahrers und die Körperverletzungen der anderen drei gestürzten Rennteilnehmer fahrlässig verursacht.

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

94 Wale nach Massenstrandung in Australien gerettet

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Massiver Betrug mit gefälschten iPhones in der Schweiz aufgeflogen – so gingen Täter vor

Weil sie sich an einem ausgeklügelten Betrugssystem mit gefälschten iPhones beteiligten, wurden ein Chinese und seine Mutter vom Bezirksgericht Baden verurteilt. Apple trat als Privatklägerin auf.

Rund 1300 gefälschte iPhones aus Hong Kong – über 80 Prozent davon hatten einen Wasserschaden oder Batterieprobleme – sollen der 34-jährige Chinese Tian (Name geändert) und seine 56-jährige Mutter in Apple-Läden in der ganzen Schweiz in den Jahren 2015 bis 2019 gegen neue Geräte eingetauscht haben. Der laut dem Regionaljournal SRF Aargau-Solothurn schweizweit bisher einzig bekannte Fall wurde an zwei Tagen vor dem Bezirksgericht Baden behandelt.

Auch wenn Tian nicht der eigentliche Drahtzieher …

Artikel lesen
Link zum Artikel