Schweiz
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A wind turbine from the JUVENT power plant and solar panels from the solar station of the Mont-Soleil are pictured on the Mont-Soleil in Saint-Imier, Switzerland on Wednesday May 10, 2017. The Swiss people will be voting on the

Bild: KEYSTONE

Analyse

Sauber, aber kompliziert: Die 5 Probleme bei der Energiewende

Was kostet der Gang in eine grünere Energiezukunft und wie viel Zwang ist dafür nötig? Abschliessend beantworten kann diese Fragen derzeit niemand. Diese Faktoren machen den Energie-Planern das Leben schwer.



Am Sonntag entscheidet sich, ob in der Schweizer Energiepolitik eine neue Ära anbricht. Dann befindet das Stimmvolk über das revidierte Energiegesetz. Ziel: Neue Atomkraftwerke verbieten, erneuerbare Energien fördern und den Energieverbrauch reduzieren.

Im hitzigen Abstimmungskampf werfen sich die beiden Lager gegenseitig vor, Zahlen und Fakten zu ihren Gunsten auszulegen. Tatsache ist: Wie die Energiewende bei einem Volks-Ja ganz genau verlaufen wird, weiss heute niemand. Zu viele Faktoren beeinflussen einander und verunmöglichen so eine exakte Planung.

Die Technologie

Ein Mann mit einem der neuen schurlosen Telefone, Natel-C, undatierte Aufnahme aufgenommen um 1993. (KEYSTONE/Str)

1993 war dieses schnurlose Telefon, ein «Natel-C», der letzte Schrei. Bild: KEYSTONE

War das Handy vor 25 Jahren noch ein teures, unhandliches Nischenprodukt, ist es heute ein unverzichtbares Alltagstool. Beim Bund geht man davon aus, dass die technologischen Veränderungen im Energiebereich «ähnlich disruptiv» sein werden wie in der Mobiltelefonie.

Entwickeln sich die Produktionsanlagen und die Speicherlösungen im Energiebereich in einem ebenso rasanten Tempo, dürfte dies laut Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie nicht nur zu einer Verringerung des Energieverbrauchs führen, sondern auch zu einer effizienteren Produktion und zu einem Preiszerfall. Nur: Welche Fortschritte in den nächsten Jahren genau zu erwarten sind, steht noch in den Sternen.

Die gesellschaftlichen Trends

Ein Elektroauto wird aufgeladen, anlaesslich der Einweihung der ersten Elektrotankstelle in Nidwalden beim Bahnhof in Stans, am Donnerstag, 2. April 2015. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Setzt sich das Elektroauto durch? Und wie viele Leute besitzen 2050 überhaupt noch ein eigenes Auto? Bild: KEYSTONE

Fahren 2050 gleich viele, mehr oder weniger Leute Auto als heute? Und wie viele davon setzen auf ein Elektrofahrzeug? Unser Lifestyle ist für die Berechnung des künftigen Energieverbrauchs entscheidend.

Um beim Beispiel Verkehr zu bleiben: Aus Sicht des Bundes wäre die Annahme plausibel, dass künftig weniger Fahrzeuge unterwegs sind. «Denn es zeigt sich bereits heute, dass Junge nicht mal mehr den Führerschein machen, in den Städten immer weniger Bewohner ein eigenes Fahrzeug besitzen und bei Bedarf zum Beispiel auf Lösungen wie Car-Sharing zurückgreifen», so Zünd. Je nachdem, wie viele Elektroautos 2050 unterwegs sein werden, rechnet der Bund dafür mit einem Stromverbrauch zwischen fünf und zwölf Terawattstunden – ein ziemlich breites Spektrum.

Die «Zwangsmassnahmen»

ARCHIV - Ein Hinweisschild mit Ausweisung der Energieeffizienzklasse steht am 13.05.2014 in München (Bayern) in einem Großmarkt für Elektroartikel. Verbraucher sollen besonders energiesparende Geräte im Laden künftig sofort erkennen können. Die EU will deshalb die verwirrende Kennzeichnung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern mit Labels wie A+++ abschaffen und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzen. (zu dpa «EU einig über neue Energie-Labels für Elektrogeräte» vom 22.03.2017) (KEYSTONE/DPA/A3216/_Peter Kneffel)

Energie-Vorschriften für Haushalt-Geräte sollen's richten. Bild: DPA dpa

Das Energiegesetz, über das wir am Sonntag abstimmen, ist nur der erste Schritt in Richtung Energiewende. Um das Fernziel zu erreichen, den Energieverbrauch pro Person um 43 Prozent zu senken, wollte der Bundesrat ab 2021 in einer zweiten Etappe weitere Schritte ergreifen. Vorgesehen war eine Verteuerung von Brenn- und Treibstoffen sowie Strom. Der Nationalrat hat der Idee solcher Lenkungsabgaben in der Frühlingssession allerdings eine klare Abfuhr erteilt.

Wie die Ziele nun stattdessen erreicht werden sollen, ist unklar. Eine Option sind laut Bundesamt für Energie schärfere Vorschriften für Geräte und Anlagen. Solche zeigten bereits heute Wirkung: «So braucht ein Kühlschrank heute nur noch einen Drittel der Energie seines zehnjährigen Vorgängermodells, LED-Lampen brauchen 80 Prozent weniger Energie als traditionelle Glühbirnen.» Auch Zielvereinbarungen mit energieintensiven Unternehmen hätten sich gut bewährt. Die Gegner der Energiestrategie sind indes überzeugt, dass weitere «Zwangsmassnahmen» nötig sein werden.

Die Kosten

Une affiche inviant a voter non pour la loi sur l'energie photographiee ce mardi 9 mai 2017 a Lausanne. Le 21 mai 2017 le peuple suisse va voter sur la loi federale sur l'energie (LEne). (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die SVP warnt bei einer Annahme des Energiegesetzes vor horrenden Kosten. Für Energieministerin Leuthard sind diese Zahlen «hanebüchen». Bild: KEYSTONE

Sie sind der grösste Zankapfel in der Energiedebatte. Während der Bund von Kosten von 40 Franken pro Haushalt und Jahr spricht, geht die SVP von 3200 Franken aus. Dass die Werte so weit auseinanderklaffen, liegt nicht nur daran, dass die beiden Seiten mit ganz verschiedenen Messgrössen operieren (so rechnet der Bund nur mit der geplanten Erhöhung des Netzzuschlags, während die Gegner noch zahlreiche andere Faktoren in die Rechnung einfliessen lassen – darunter etwa die noch nicht beschlossenen Lenkungsabgaben aus Punkt 2).

Doch selbst wenn alle Akteure mit denselben Ellen messen würden, liesse sich kein exakter Betrag berechnen. So könnte die technologische Entwicklung laut Marianne Zünd zu «sehr grossen Kosteneinsparungen» führen. Sie verweist auf die Preise für Photovoltaik-Anlagen, die in den letzten zehn Jahren bereits um 80 Prozent gesunken seien. Eine Rolle spielt auch, zu welchem Zeitpunkt alte Geräte, Anlagen und Stromleitungen ersetzt werden: Je nachdem fallen die Ersatzinvestitionen höher oder tiefer aus – und der technische Fortschritt grösser oder kleiner. Höchstens grob geschätzt werden kann auch, wie sich die Kosten bei einem Nein zur Energiestrategie entwickeln würden.

Die Entwicklung von Strom- und Ölpreisen

ARCHIV - ZUR MELDUNG, DASS DER ENERGIEKONZERN ALPIQ WIEDER IN DER GEWINNZOHNE IST, STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Blick auf einen Strommasten und die Sonne, aufgenommen am Mittwoch, 15. April 2015, in Haldenstein. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Entwicklung des Strompreises hat einen Einfluss auf die Höhe des Verbrauchs und die Rentabilität von Anlagen. Bild: KEYSTONE

Die weitere Entwicklung des Ölpreises wird nach Einschätzung des Bundes einen «sehr grossen Einfluss» auf die Energiezukunft haben. Der Preis werde weitgehend von den erdölproduzierenden Staaten diktiert, sagt Marianne Zünd. «Wenn der Preis wieder stark ansteigt, dann erhalten Massnahmen wie Gebäudesanierungen, Heizungsersatz oder Umstieg auf Elektromobilität starken Auftrieb.»

Auch die Entwicklung des Strompreises spielt eine Rolle: Wenn er steigt, erhöht sich der Anreiz, weniger Strom zu verbrauchen und selbst Strom zu produzieren. Wenn die Strompreise sinken, besteht hingegen die Gefahr, dass Anlagenbetreiber ihre Betriebskosten nicht mehr decken können und ihre Anlagen stilllegen.

In Deutschland sind entsprechende Folgen der Energiewende und der gesunkenen Strompreise bereits spürbar: In Bayern etwa musste vor zwei Jahren das Gaskraftwerk Irsching, eines der modernsten in Europa, stillgelegt werden, weil es nicht mehr profitabel betrieben werden konnte.

Fakten rund um den Energieverbrauch in der Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • Shabina 19.05.2017 11:27
    Highlight Highlight http://bazonline.ch/schweiz/standard/energiepolitischer-fehler/story/21856097

    Ja! schon klar, ist vom Blocher-Blatt, stimmt eh nichts was darin steht. Auch wenn es direkt vom Grünen-Gründer-Politiker kommt!
  • Petoman 18.05.2017 23:28
    Highlight Highlight Ui, jetzt springt Watson gleich noch auf den 1Woche-vor-Abstimmung-Verunsicherungszug auf? Ist das jetzt die HSG-Führung und das Werbejoch? Wirkliche Fakten kommen keine aus dem Bericht. Einzig, dass wir nicht wissen was die Zukunft bringt. Positiv gestalten können wir diese für die nächstrn Generationen mit einem "Ja". So einfach ist es, würkli!
  • andivm 18.05.2017 07:05
    Highlight Highlight mit ändern fängt geschichte an. ja es2050!
  • Primus 17.05.2017 22:29
    Highlight Highlight Strom- Ölpreis: Findet man kein Mittel subventioniertem ausländischem Strom die Subvention wieder zu entziehen muss man inländisch stärker subventionieren, oder aber der Import bleibt halt billiger. Die globalen Verwerfungen, welche zu einem nachhaltigen Anstieg des Ölpreises führen würden wünschen wir uns alle nicht.
  • patnuk 17.05.2017 15:28
    Highlight Highlight Niemand weiss was in der Zukunft passiert, man glaubt es zu wissen. Die Frage heute ist auch, wie verrechne ich diese erneubare Energie bei Privatkunden. Ein Elektroauto kann jeder aufladen wenn er eine Aufladestation vor seiner Haustür baut, dazu braucht es keine kontrollierte Verteilung wie beim Öl. Jeder kann sein eigenen Strom sammeln und liefern. Heute darf ich das aber nicht, es ist gegen das Gesetz.
  • Whitchface 17.05.2017 14:29
    Highlight Highlight Beim Bund geht man davon aus, dass die technologischen Veränderungen im Energiebereich «ähnlich disruptiv» sein werden wie in der Mobiltelefonie.

    Cool! Der Bund ist also bereits weiter als PowerOne, ABB und Siemense. Ich sehe schon, in Bern scheint es von Energiefachleuten nur so zu wimmeln. Sorry aber ABB beispielsweise ist gegen die Energiestrategie, trotz hohem eigentinteresse. Ich verlasse mich lieber auf die echten Experten, als auf die selbsternannten Energieexperten in Bern. & jetzt wird wieder geblitzt.
    • Matrixx 17.05.2017 17:08
      Highlight Highlight Hast du eine Quelle, die das belegt?
      Denn ich hatte letztens bei einem Gespräch mit einem Dozent für Umwelt und Technik an der ABB TS genau die gegenteilige Aussage, nämlich, dass die Energiestrategie aufgeht von ihrer Seite.
    • Kaviar 17.05.2017 18:40
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Es gibt drei Gründe, warum nach nur etwa 25 Jahren jeder mind. zwei Handys hat: Erstens, seine Entwicklung ist getrieben von einer Jahrtausenderfindung, der "Integrierten Schaltung". Zweitens ist ein Mobiltelefon relativ arm an Masse, d.h. es braucht relativ wenig Ressourcen, im Vrgl. z. B. zu einer Heizung oder einem Auto. Darum kann es wegwerfbillig sein. Jedes Jahr ein neues Handy, das beschleunigt die Weiterentwicklung enorm. Drittens, seine Infrastruktur ist billiger als die alte Technologie, was den Umstieg begünstigt.

      Im Energiesektor ist das ganz anders und langsam.
  • sandbe 17.05.2017 12:21
    Highlight Highlight Die Energiestrategie 2050 sorgt nicht nur für eine sichere, nachhaltige und einheimische Energieversorgung, sondern erlaubt es auch allen, mitzumachen und davon zu profitieren. Die Bevölkerung hat das verstanden: Die Landwirte investieren in Biogas und installieren Solarzellen auf ihren Dächern. Hausbesitzer renovieren ihre Gebäude und setzen dabei voll auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Familien entscheiden sich für erneuerbaren Strom. Es ist eindeutig: Die Bevölkerung ist der Politik weit voraus – Aufholbedarf ist gefragt. Ein JA zur ES 2050 ist dafür der richtige Weg!
    • Weiersmüller 17.05.2017 15:21
      Highlight Highlight Profitieren? Mit dem befristeten(!) Netzzuschlag von 2.3 Rp. je kWh konsumierten Stroms sind die nötigen Solarpanels, die zwingenden Stromnetzumbauten, die Massnahmen für den Tag-Nacht- und den Winterausgleich nicht finanzierbar.

      Und mit den aus der CO2-Abgabe jährlich 450 Millionen Franken abgezweigten Fördergeldern für Gebäudesanierungen ist noch kein einziges Gebäude saniert. Solches kostet nämlich das 10- bis 20-fache des Förderbeitrages. Bei Mietliegenschaften kommen die Mieter via Mietzinserhöhung für den Grossteil der Sanierungskosten auf. Die Heizkostenreduktion ist dagegen gering.
    • Kaviar 17.05.2017 18:34
      Highlight Highlight Wenn da schon alle mitmachen, dann braucht es ja gar kein Subventionsmonster, was alle bei überhöhten Preisen dazu zwingt.
      Logisch, dass man "NEIN" stimmt.
    • andrew1 19.05.2017 17:38
      Highlight Highlight ja ich profitiere als privatperson ungemein wenn ich dazu gezwungen werde mein 80 jähriges haus für zehntausende fr zu isolieren.(Ironie) Die ES2050 kostet viel und bringt wenig daher nein. Eine typische wohlstandskrankheit oder glauben sie in südamerika, osteuropa oder afrika wird so etwas gemacht? nein da unnötig und rausgeschmissenes geld. Wir schickanieren nur uns selber und der nutzen für die Umwelt ist gleich 0 bei 1 promille der Weltbevölkerung.
  • Primus 17.05.2017 11:36
    Highlight Highlight Technologie: Worin welche Energie steckt ist eigentlich schon lange sehr gut erforscht. Smart Grid kann u.U. die Nachfrage nach Energie dem Angebot anpassen und so das Problem der Speicherung umgehen. Dass aber da plötzlich eine neue Technik das Speicherproblem löst und ökonomischer und ökologischer als z.B. Pumpspeicherwerke sein wird ist schon sehr Prinzip Hoffnung.
    • Gummibär 17.05.2017 12:56
      Highlight Highlight Und die bestehende Speicherkapazität z.B. in Norwegen bereits viel weiter ausgebaut ist als in der Schweiz. Die gleichen Naturschützer die das durchaus löbliche Ziel von Schadstoffverminderung propagieren verhindern gleichzeitig die effizienteste Form der Speicherung, den Stausee.
  • Daniel Heusser 17.05.2017 11:32
    Highlight Highlight Die ES 2050 baut nicht auf einer Vision einer vielleicht mal kommenden Technologie, sondern setzt auf bestehenden Technologien, welche die Schweiz schon heute mit nachhaltiger Energie versorgen kann - und das ganz ohne Atom-Müll und ohne Treibhausgase. Das ist der einzige Weg, auf den ich mich begeben möchte. Also JA am Sonntag!
    • Regas 17.05.2017 11:54
      Highlight Highlight @Daniel Heusser: Mit bestehenden Technologien lässt sich das Speicherproblem nicht lösen.

      https://www.bing.com/videos/search?q=energiewende+sinn&view=detail&mid=2233614EC4D065343B312233614EC4D065343B31&FORM=VIRE
    • Daniel Heusser 17.05.2017 13:51
      Highlight Highlight Vielleicht hätten wir für eine in die Zukunft prognostizierte Menge PV-Strom heute ein Speicherproblem. Aber wenn im Sommer dann die Sonne scheint, werden die Stauseen plötzlich arbeitslos. Das heisst, viel Wasser, das heute im Sommer für den Mittagsstrom gebraucht wird, kann in den Winter "hinüber-gerettet" werden. Das ist ein sehr effizienter, indirekter Speicher. Das Pricing-Modell für Grosswasserkraftwerke wird sich dadurch ändern - allein für die kWh bezahlt zu werden wird nicht mehr rendieren. Es wird womöglich zu einer Abgeltung fürs Speichern an sich kommen. Aber das ist für mich OK.
    • andrew1 19.05.2017 17:41
      Highlight Highlight bestehende technologien reichen bei weitem nicht aus. Schon mal den grimselstausee im frühling gesehen? nein? praktrisch leer trotz bandenergie vom akw. Energie lässt sich nicht sinnvoll(günstig mit gutem wirkungsgrad) speichern. Ergo sind stochastische energieproduktionen (Wind, solar) nicht in grossen mengen zu gebrauchen. ein paar % gehen dann wirds schon heikel.
  • atomschlaf 17.05.2017 11:11
    Highlight Highlight Car-Sharing wird die Anzahl Fahrzeuge verringern, aber kaum die gefahrene Distanz oder die Anzahl Fahrten. Im Gegenteil. Jene die häufig ein Fahrzeug brauchen, werden weiterhin eines kaufen oder leasen und für die anderen verringert sich die Eintrittsschwelle für die Autonutzung erheblich.
    • Daniel Heusser 17.05.2017 11:40
      Highlight Highlight Doch, doch, das wird schon funktionieren. Das beste Beispiel ist der öffentliche Verkehr - da sitzen auch sehr viele im selben Fahrzeug und das verringert die total gefahrenen Kilometer enorm.
    • atomschlaf 17.05.2017 12:07
      Highlight Highlight @Heusser: Ja, wenn man die Bevölkerung weiterhin vielfach zur ÖV-Nutzung nötigt. Die Frage ist bloss, ob sich angesichts emissionsarmer E-Autos und immer autonomer fahrender Autos künftig noch politische Mehrheiten für eine solche Politik finden lassen.
      Längerfristig wird der ÖV nur noch eine Berechtigung haben
      - in Grosstädten, wo die Platzverhältnisse knapp sind
      - dort wo die Verkehrsströme sehr dicht und/oder schnell sind
      - wo er touristisch attraktiv ist (z.B. RhB, MGB)
      Ansonsten ist ausserhalb sehr dicht besiedelter Gebiete ein Ersatz durch autonome Individualfahrzeuge wahrscheinlich.
    • Gustav.s 17.05.2017 12:51
      Highlight Highlight Sie sitzen aber gleichzeitig drinn. ...
  • Spiessvogel 17.05.2017 10:43
    Highlight Highlight Wenn eine Herausforderung zu einem gesellschaftlichen Denkgut geworden ist, fallen die Lösungen uns zu. Genau so ist es mit der Energiewende. Alle haben erkannt, dass die fossilen und atomaren Energiequellen endlich und schädlich sind. Viele sehen ein, dass die Energiebeschaffung letztlich nur teurer werden kann, weil die Preise für knapper werdende Ressourcen im Laufe der Zeit steigen und die Abwanderung von hart erarbeitetem Kapital ins Ausland verstärken. Nun ist der Wettlauf zur Ernte von erneuerbaren Energien im Gang. Unser Ja dazu beschleunigt den Prozess, ein Nein verhindert ihn nicht.
    • Toerpe Zwerg 17.05.2017 13:40
      Highlight Highlight Auch erneuerbare Energie ist schädlich ...
    • Spiessvogel 17.05.2017 18:11
      Highlight Highlight Ja, richtig überlegt, wenn man zu viel Sonnenenergie abbekommt, gibt,s einen Sonnenbrand.
    • Toerpe Zwerg 17.05.2017 18:41
      Highlight Highlight Strahlung 😎
  • dmark 17.05.2017 10:43
    Highlight Highlight Ein Problem, welches auch gerne mal übersehen wird ist die sog. Kompensation (Phasenstabilität, Blindleistung) und auch Synchronisation (50Hz) des Netzes, um eine gewisse Stabilität zu gewährleisten. Und dafür braucht es im Moment (immer noch) die Großanlagen, um eben halt auch Spitzen abzufangen und das Netz entsprechend zu regeln.
    • ARoq 17.05.2017 11:24
      Highlight Highlight Regelleistung wird in der Schweiz von Wasserkraftwerken bereitgestellt. Da wird sich so schnell nichts ändern.
    • sheimers 17.05.2017 11:52
      Highlight Highlight Moderne Solarwechselrichter können die Phase in beide Richtungen schieben, also Blindleistung kompensieren oder bereitstellen. Dies geschieht über einen PLL-Regelkreis, der den Oszillator exakt der Netzfrequenz nachführt, und einen Phasenschieber, mit dem man den Wechselrichter voreilend oder nacheilend einstellen kann, je nach Bedarf. Für grosse Anlagen ist das sogar vorgeschrieben. Siehe auch folgende Seite eines Herstellers von Wechselrichtern: http://www.sma.de/partner/expertenwissen/sma-verschiebt-die-phase.html
    • dmark 17.05.2017 11:58
      Highlight Highlight Ja, dank dieser Wasserkraftwerke besitzt die Schweiz einen gewissen Vorteil gegenüber anderen Länder. Man kann Wasser in Spitzenzeiten wieder zurück pumpen und dieses als Speicher nutzen. Somit können Schwankungen mit Hilfe dieser WKWs schon mal teilweise abgefangen werden.
  • Quacksalber - Fehler beim bearbeiten der Anfrage 17.05.2017 10:39
    Highlight Highlight Die Kampagne der "Energiegegner" ist total unseriös und unlauter. Wenn schon, dann gibt es beim Umbau der Energiesysteme Herausforderungen. Zum Teil ist das eine öffentliche Aufgabe. Kein Mensch würde selbst Anfangen Strassen zu bauen. Wo liegt das Problem, abgesehen von Privatinteressen. Sogar die Ölhändler werden noch lange mit Öl handeln.
    • atomschlaf 17.05.2017 11:46
      Highlight Highlight @Quacksalber: Total unseriös ist es, den Leuten weiszumachen, die ganze wunderbare Energiewende sei für 40 Franken pro Jahr und Haushalt zu haben und sie im Glauben zu lassen, bei einer Annahme des Energiegesetzes ginge es ohne Gaskraftwerke.
      Eine (sinnvollerweise) öffentliche Aufgabe ist einzig das Verteilnetz (natürliches Monopol), der Rest nicht.
    • Quacksalber - Fehler beim bearbeiten der Anfrage 18.05.2017 22:47
      Highlight Highlight Das Energiegesetz ist effektiv ein erster Schritt in die richtige Richtung. Alle weiteren sind offen. Verglichen mit den 100 Mia. die die Briten samt Preisaufschlagsgarantie für ein einziges AKW in Hinkley Point ausgeben wird es günstig. Ausserdem erzeugen AKW Flatterstrom. Bei einer Schnellabschaltung geht eine riesige elektrische Leistung vom Netz und muss sofort kompensiert werden.
  • piewpiew 17.05.2017 10:27
    Highlight Highlight Schlecht recherchiert/ausgearbeitet.
    Die Zukunft der Speichertechnologie ist bekannt. Entwicklungsrichtungen auch.
    Kosten: Nicht geplante Lenkungsabgaben ist ein Teil. Der andere Teil: Alle Produkte in der Schweiz werden angeblich teurer durch die ES2050. Da werden einfach mal 10% vom Durchschnittlohn dazugerechnet. Das ist etwa so präzise wie die Zukunftsvoraussagen von Mike Shiva
    • Gustav.s 17.05.2017 12:57
      Highlight Highlight Wie ist denn die Zukunft der Speichertechnologie? Noch immer wie vor 20 Jahren: langsame giftige Verbesserungen und natürlich kurz vor dem Durchbruch!

  • nib 17.05.2017 10:22
    Highlight Highlight Ohne Zwang wird es nie gehen, auch wenn das gegen meine liberale Überzeugungen geht.
    Autos, Haushaltsgeräte, consumer electronics etc. könnten locker die Hälfte der Energie verbrauchen. Aber das wirtschaftliche Interesse der Hersteller ist nicht da. Beispiel? Beim VW Golf kostet das Feature Zylinderabschaltung ein paar hundert extra. Das kostet VW nichts, wieso dann nicht gleich für alle?
    Oder Kühlschränke/Waschmaschinen, -30% Energie zum selben Preis erhältlich. Geht doch.
    • Daniel Heusser 17.05.2017 11:38
      Highlight Highlight Stimmt. Ich würde es aber nicht als Zwang betrachten. Wären die Menschen alle auf das Gemeinwohl getrimmt, braucht es keine Sackgebühren und kein Gesetz, dass das Auswaschen des Farbeimers im See verbietet. Es sind gesetzliche Rahmenbedingungen die geschaffen werden, wenn das spontane Verhalten zu schädlich für uns alle wäre und man lenkend eingreifen muss, damit Menschen nicht mehr das tun, was uns Menschen schadet. Das ist im Energiebereich nicht anders. Schade, aber der Menschheit fehlt die Menschlichkeit um auf solche Steuermechanismen zu verzichten.
    • Regas 17.05.2017 11:49
      Highlight Highlight @nib: Und wenn der Energieverbrauch der Haushaltsgeräte weiterhin in selben Masse abnimmt werden diese in etwa 10Jahren vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger. Nein, spass beiseite, ich glaube da ist die talsole bereits fast erreicht und es lässt sich mit vernünftigem Aufwand nicht mehr viel einsparen.
    • nib 17.05.2017 15:55
      Highlight Highlight Selbst wenn das technisch so wäre, in der Realität wird das Sparpotential nicht genutzt. Mach doch mal eine Stichprobe im Laden deiner Wahl. A+++ geräte brauchen 30% weniger Energie als A++. Leider ist die grosse Mehrheit nicht in der besseren Kategorie, selbst wenn sich die Geräte finanziell lohnen.
  • danski 17.05.2017 10:22
    Highlight Highlight Mir ist die Energie frisch vom Bauern dank Biomasse und die Energie der Sonne dank Fotovoltaik allemal lieber als Uran und Erdöl von irgendwelchen Diktatoren oder Terroristen. Dank unserer Wasserkraft sind wir in der Schweiz bestens aufgestellt, um die Herausforderung Energiewende zu meistern.
    • RETO1 17.05.2017 15:12
      Highlight Highlight Biomasse und Fotovoltaik ist bei unsern Bauern längst Standard
      Wozu brauchen wir da neue Gesetze und Vorschriften und Abgaben
  • BrigitteL 17.05.2017 10:20
    Highlight Highlight Klar, warten Herausforderungen auf uns - trotzdem wäre es komplett falsch, deswegen den Kopf in den Sand zu stecken. Es wird später nicht einfacher, im Gegenteil. Deswegen: Nehmen wir die Herausforderung an, für eine Zukunft mit sauberer, einheimischer Energie, auch für unsere Nachkommen.
  • Legume 17.05.2017 10:20
    Highlight Highlight Auf lange Sicht gesehen, muss Heute mit dem Wandel begonnen werden, da wir ansonsten zu spät sind und unsere Kinder den heutigen Blödsinn ausbaden müssen. Kompromisse müssen sein. Alles andere als ein Ja ist fatal für die Zukunft. Zudem stehen wir am Anfang der Gesetzesänderungen und viele werden folgen bis wir da sind wo wir hin wollen und müssen.
    • atomschlaf 17.05.2017 11:48
      Highlight Highlight @Legume: Der Wandel ist schon längst im Gang, auch ohne drakonische Staatseingriffe und exzessive Subventionswirtschaft!
    • Legume 17.05.2017 12:06
      Highlight Highlight Stimme dir zu, dass wir im Wandel sind. Doch sehr sehr langsam. Drakonisch? Exzessiv? In einer Zeit in der nur Lobbyisten (Wasserkraft, Atomkraft) zu Wort kommen und alle nur um das eigene Wohl schauen? Es müssen Subventionen gemacht werden, nicht exzessiv, sondern am richtigen Ort. Windkraft, Solar, Biomasse usw.
    • fnz12 17.05.2017 13:07
      Highlight Highlight @atomschlaf...die AKWs werden jährlich mit bis zu 7.5 Milliarden (31 Rp. Pro kWh/ 24300 GWh produzierten die AKWs in der Schweiz 2016) subventioniert (wenn man alle Subventionen addiert wie Stilllegung, Entsorgung, Quersubventionierung usw). Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) würden sich jährlich auf ca 320 Millionen belaufen, was 23-mal weniger ist. Und die KEV ist noch nicht mal beschlossene Sache. Soviel zum Thema Subventionswirtschaft...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sensenmaa 17.05.2017 10:09
    Highlight Highlight Dies ist eine sehr schwieriges und heikles Thema. Solange es Gesellschaftsschichten gibt welche sich dann explizit nicht daran halten müssen oder wollen, wird es schwierig da etwas zukunftsorientiertes zu erreichen. Es müssten sich dann ausnahmslos alle daran halten und nicht nur diejenigen welche es sich nicht leisten können.
    • Wehrli 17.05.2017 13:48
      Highlight Highlight Wenn Oekologie mit Sozilalismus gepaart werden, endet das IMMER im Desaster.

      Die gesund ertragbare Menge an Verschmutzung ist ein endliches Gut und sollte aus Effizienzgründen versteigert werden.

      Aber lieber etwas Sozialkitsch mit grünem Anstrich .. jaja ...
  • Caroline Buss 17.05.2017 10:09
    Highlight Highlight Von Problemen zu reden ist einfach. Offen zu sein und die Herausforderungen anzunehmen ist nicht ganz so einfach. Ich bin bereit in die Zukunft zu gehen und ich bin mir sicher, dass die Schweiz kommende Herausforderungen meistern wird. Die Energiewende ist wichtig und sie ist bereits da! Verlieren wir nicht den Anschluss! JA!
    • Kaffo 17.05.2017 12:46
      Highlight Highlight Ich komme mit dir.
  • Scaros_2 17.05.2017 09:59
    Highlight Highlight Erst wenn es Batterien gibt mit dennen ich mich zum teil selbständig machen kann in punkto strom sehe ich den sinn dahinter

    Aber unnötig geld investieren ohne das der staat mir hilft. Nope ‼
    • Sauäschnörrli 17.05.2017 10:10
      Highlight Highlight Gibts doch schon.

      https://www.tesla.com/de_CH/powerwall
    • piewpiew 17.05.2017 10:27
      Highlight Highlight Es gibt diese Batterien schon..
    • Bits_and_More 17.05.2017 10:55
      Highlight Highlight Solche Batterien gibt es schon. Wichtig hierbei sind die Kosten, eine 100% Autarkie ist sehr teuer und macht wenig Sinn.
      Eine Teil-Autarkie kann sich heute schon finanziell rentieren.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Wehrli 17.05.2017 09:42
    Highlight Highlight Am besten wir schreiben auch noch vor, wann die Sonne scheinen soll in den nächsten 20 Jahren, per Gesetz.
    Das Konzept steht: Lenkungsabgaben. Aber Nein, der Bund will eine gigantische Subventionitis um alte neue Pfründe zu füllen. Bis in 5 Jahren überholt der Energiemoloch den Landwirtschaftsmoloch bezüglich Geldvernichtung.
    • Ion Karagounis 17.05.2017 10:32
      Highlight Highlight Tatsächlich wärenLenkungsabgaben wirksamer und werden von Ökonomen als das sinnvollste Instrument beurteilt. Nur, wer wehrt sich dagegen? Dieselben Kreise, die sich nun gegen die Energiestrategie wenden. Das ist höchst inkonsequent, und deshalb sage ich Ja - lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
    • äti 17.05.2017 12:43
      Highlight Highlight @wehrli: Landwirtschaftsmoloch und Energiemoloch, sind das heute nicht dieselben Parteien und Personen? Und möchten bloss keine Wende? Wer hat die Lenkungsabgaben versenkt?
      Nichts tun, ist der schlechteste Weg.
    • Wehrli 17.05.2017 13:46
      Highlight Highlight Welchen Spatz? Den Schwan auf den Füssen anstelle des Adlers am Himmel, wohl eher.

      Gegen Lenkungsabgaben sind: Grüne, SP, SVP, FDP, CVP.

      Einzoge die GLP hatte sich dafür ausgesprochen, die hat noch nicht genug Pfründe zu verteidigen.

Kommentar

Verhüllt euch! Die SVP torpediert das Burkaverbot

Für die Befürworter eines Burkaverbots kommt es derzeit knüppeldick. Erst verlieren sie mit Nora Illi ihr liebstes Feindbild, und jetzt verlangt die SVP die allgemeine Verhüllung. Eine Glosse.

Wie lautet der kürzeste Schweizer Politikwitz? Burkaverbot.

Ein solches verlangt das vorab von SVP-Exponenten getragene Egerkinger Komitee mit einer Volksinitiative. Sie trägt den eher neutralen Namen «Ja zum Verhüllungsverbot», aber die ganze Schweiz weiss, wer eigentlich gemeint ist. Muslimische Frauen, die ihr Gesicht verhüllen, mit einem Nikab oder – Allah bewahre! – einer Burka, dem Ganzkörperschleier mit «Gitterfenster».

Bislang galt die Initiative als Selbstläufer. Selten schien eine …

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