Schweiz
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Medienhaus Axel Springer muss Wettermoderator Kachelmann erneut Schmerzensgeld zahlen



Nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung war der Schweizer Wettermoderator Kachelmann wegen Medienberichten vor Gericht gezogen, in denen er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Ein Urteil gegen Springer wurde jetzt rechtskräftig: Das Medienhaus muss noch einmal zahlen.

Das deutsche Medienhaus Axel Springer («Bild») muss dem Wetterunternehmer Jörg Kachelmann erneut Schmerzensgeld zahlen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies eine Beschwerde des Unternehmens zurück.

Es hatte beanstandet, dass gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln aus dem Jahr 2016 keine Revision zugelassen worden war. Damit wird die OLG-Entscheidung rechtskräftig. Springer muss dem 60-Jährigen eine Entschädigung von 170'000 Euro zahlen.

Einschliesslich Schadenersatz und Zinsen seit August 2010 belaufe sich der Betrag auf rund 236'000 Euro, sagte Kachelmanns am Donnerstag. Zuerst hatte das NDR-Magazin «Zapp» berichtet.

Springer teilte auf Anfrage mit, man nehme die Entscheidung der Karlsruher Richter mit Bedauern zur Kenntnis. «Soweit unsere Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen wurde, halten wir die Entscheidung für falsch und der Bedeutung der grundrechtlich geschützten Berichterstattungsfreiheit nicht angemessen. Deshalb prüfen wir die Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde.» Diese hätte nach Angaben eines OLG-Sprechers aber keine aufschiebende Wirkung.

In dem BGH-Beschluss vom 23. Juli 2018 ging es um Veröffentlichungen in der Online-Ausgabe der «Bild»-Zeitung. Lediglich hinsichtlich eines Betrags von 10'000 Euro für ein Foto von Kachelmann vor einer Rechtsanwaltskanzlei liess der BGH die Revision zu.

Persönlichkeitsrechte «schwer verletzt»

Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. In der Berichterstattung über seinen Prozess hatte die «Bild»-Zeitung nach Ansicht der Kölner Richter in ihrer gedruckten Ausgabe sowie online Kachelmanns Persönlichkeitsrechte wiederholt schwer verletzt. Das OLG liess keine Revision gegen die Entscheidung zu.

Bezogen auf die Print-Ausgabe hatte der BGH die Nichtzulassungsbeschwerde von Springer bereits im Frühjahr zurückgewiesen. In dem Verfahren hatte das OLG die Entschädigung auf 215'000 Euro festgesetzt. Nach Angaben von Höcker liegt die Schmerzensgeldsumme einschliesslich Zinsen für beide Verfahren zusammengenommen bei mehr als 530'000 Euro. Springer äusserte sich nicht zu konkreten Geldbeträgen.

Kachelmann schrieb auf Twitter: «Damit ist für mich die juristische Aufarbeitung von 2010/2011 beendet.» Sein Anwalt sagte der dpa, sein Mandant sei nicht nur Opfer einer Falschbeschuldigung, sondern auch einer fürchterlichen Kampagne der «Bild»-Zeitung geworden. Die Geldsumme könne den erlittenen Schaden nicht ausgleichen. «Dennoch freuen wir uns über diesen Erfolg.» (sda/dpa)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • chäsli 29.09.2018 09:30
    Highlight Highlight Was die deutsche Justiz mit Kachelmann aufgeführt hat ist unverständlich. Aufgrund den Aussagen einer Ex-Freundin wurde Kachelmann monatelang inhaftiert. Die Begründung des zuständigen Staatsanwaltes würde mich interessieren.
  • Don Alejandro 28.09.2018 12:08
    Highlight Highlight Finde ich gut, dass er es durchzieht....
  • let,s go 28.09.2018 07:38
    Highlight Highlight In der CH gab es ja einen ähnlichen Vorfall.
    Mit einer Grünen Politikerin und einem SVPler
  • Leon1 27.09.2018 23:25
    Highlight Highlight Finde ich gut.

    Viel mehr als das Schmerzensgeld hilft ihm aber wenn man ihn in der Öffentlichkeit wieder als Meteorologen wahrnimmt und nicht auf diesen Prozess reduziert.

    Vorbildlich die Tagi-Kolummne, aber in deutschen Medien ist man noch eher zurückhaltend und bei der ARD ist die Rehabilitation bis heute nicht ernsthaft geschehen.

    Tja, ihr Pech. Sein Wetterdienst ist die umfassendste und nachvollziehbarste Wetter-Webseite die ich je benützt habe.
    • henkos 28.09.2018 11:36
      Highlight Highlight Stimmt doch nicht. Der NDR (ist Teil der ARD) hat die ganze juristische Aufarbeitung jahrelang begleitet und viele Dinge richtiggestellt. Kachelmann hat sich gestern sogar per Twitter explizit bei ihnen für die Hilfe bedankt.
  • tzhkuda7 27.09.2018 22:36
    Highlight Highlight Die Bildzeitung

    Dieses Dr***sblatt so widerlich das man toten Fisch beleidigt wenn man ihn darin einwickelt.

    Das Penfant zum Blick, bloss nochmals 2 Schubladen tiefer
    • mnl 28.09.2018 07:07
      Highlight Highlight Volker Pispers!

      Auch gut:
      "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht.
      Es ist falsch, sie zu lesen.
      Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel.
      Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein.
      Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt.
      Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun."
      Max Goldt
  • Sherlock_Holmes 27.09.2018 22:33
    Highlight Highlight Das mag ich Jörg Kachelmann von Herzen gönnen.
    Ich denke, wir können nur unzureichend nachvollziehen, wie einschneidend eine solche Erfahrung ein Leben verändert.
    Umso mehr freue ich mich jeweils auf seine Kolumne «Der Wettermacher» im Tagi.
    Meteorologische Zusammenhänge mit aktuellem Themenbezug für Laien und Fortgeschrittene eloquent, humorvoll und verständlich erläutert.
    Ich wünsche dem «Kachelfrosch» – wie ich ihn gerne nenne – auch in Zukunft alles Gute.
  • walsi 27.09.2018 21:55
    Highlight Highlight Trotzdem ist der Ruf von Kachelmann ruiniert. Für viele Menschen ist er immer noch ein Vergewaltiger, trotz Freispruch.
    • Edwin Schaltegger 29.09.2018 12:00
      Highlight Highlight Herr Kachelmann hat seinen Ruf durch seine krankhaften Fraueneskapaden, Vertrauensmissbrauch und Lügengeschichten gegenüber seinen Liebschaften mehrheitlich selbst ruiniert.
  • Bababobo 27.09.2018 21:27
    Highlight Highlight Was sagt das über Deutschland aus, dass diese Zeitung so auflagenstark ist?!
    • Zerschmetterling 27.09.2018 23:21
      Highlight Highlight Gar nichts... In der Schweiz ist der Blick auch Zeitung nr. 1. Trotzdem sind nicht alle Schweizer dumm. Blöde Pauschalisierungen!
    • Fly Baby 28.09.2018 11:10
      Highlight Highlight Hast du Probleme mit Deutschen? Oder woher kommen diese Gedanken?
  • DerRaucher 27.09.2018 20:41
    Highlight Highlight Finde ich klasse. Die sollen ruhig Abdrücke wenn man einen trotz undschuldsvermutung Medial kaputt macht.

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