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Jungparteien spannen im Kampf gegen das neue Geldspielgesetz zusammen

Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen, und Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, beim Streitgespräch zur Rentenreform/ Altersvorsorge 2020
Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen und Andri Silberschmidt, Präsident der Jungen FDP waren sich in der AHV-Frage uneinig, das neue Geldspielgesetz wollen beide bekämpfen – die Grünen allerdings ausserhalb des Komitees der Bürgerlichen.bild: watson

Jungparteien spannen im Kampf gegen das neue Geldspielgesetz zusammen

Mehrere Jungparteien stemmen sich gegen das Geldspielgesetz, das die Räte am Freitag verabschiedet haben. Das Gesetz ermöglicht es, ausländische Online-Geldspiele zu blockieren.
29.09.2017, 18:0403.04.2018, 11:58
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Sie hatten es bereits angekündigt, jetzt machen sie Ernst: Drei Jungparteien spannen zusammen, um gegen das heute verabschiedete Geldspielgesetz zu kämpfen. «Internetzensur und digitale Abschottung passen nicht zur international vernetzten und offenen Schweiz», heisst es in einem gemeinsamen Communiqué der Jungen SVP, der Jungen GLP und der Jungfreisinnigen vom Freitag.

Es gehe nicht nur um die Sperre von Online-Casinoanbietern, sondern um die Grundsatzfrage, «ob wir den freien Zugang zum Internet zum Schutze einheimischer Anbieter aufs Spiel setzen wollen».

Mit dem Geldspielgesetz können Schweizer Casinos künftig Geldspiele auch im Internet anbieten. Ausländische Anbieter wären hingegen nicht zugelassen und würden im Netz gesperrt. Für die drei Jungparteien stellt dies einen «schweren Eingriff in die Wirtschafts- und Informationsfreiheit dar». Mit diesem Präzedenzfall würden weiteren Eingriffen in die Freiheit des Internets Tür und Tor geöffnet.

Auch die Jungen Grünen wollen sich dem Kampf gegen das neue Geldspielgesetz anschliessen. «Netzsperren stellen einen schweren Eingriff in die Informationsfreiheit und damit ein gefährliches Präjudiz dar», schreibt Co-Präsident Luzian Franzini in einer Medienmitteilung der Jungen Grünen. Die Jungpartei will ebenfalls das Referendum gegen das Gesetz ergreifen. «Um finanziell und thematisch unabhängig zu bleiben, werden sie mit verbündeten Organisationen in einem eigenen Bündnis agieren», heisst es in der Mitteilung.

Im «SonntagsBlick» hatten die Jungfreisinnigen vor knapp zwei Wochen bereits das Referendum gegen das Geldspielgesetz angekündigt. (dwi/sda)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Skeletor82
29.09.2017 20:12registriert Juli 2017
Ist ja so, dass die Schweizer Casinos bislang nicht mit Onlinespielen (Slots, Blackjack) Kohle machen durften. Jetzt dann schon. Dann die Konkurrenz aus dem Ausland aber bitte weglassen, die im TV viel Werbung schaltet und mit Pokerstars eine super seriöse Seite hat mit einem riesigen Angebot. Zensur pur und Ausschaltung der überstarken Konkurrenz. Sauschwach, Schweizer Staat.
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Turbi
29.09.2017 22:12registriert Juli 2015
Wir leben in einer Zeit wo halt jeder Primarschüler ein viel grösseres Wissen über Internetstrukturen besitzt als unsere Nachtwächter im Bundeshaus.
Das Internet ist eine globale Einrichtung. Nur wem das nötige technische Wissen fehlt kann so eine Idiotie beschliessen.
So eine Sperre lässt sich doch ganz locker umgehen. Unter Umständen genügt schon die Modifikation einer IP-Adresse und die Geschichte ist gelaufen.
Auch die Anbieter werden sich sicher etwas einfallen lassen.
Lachen wir weiter über den Pennerclub im Bundeshaus

Turbi ein alter Syadmin
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G. Nötzli
29.09.2017 20:13registriert Juni 2015
Zum Glück übernehmen hier die Jungen, dass Steuer in die Hand! Wer sehen wieviel Ahnung unsere Politiker von Technik haben, soll sich das Video von Blocher anschauen, indem er von seiner Begegnung mit Siri spricht 🙄

http://www.watson.ch/Schweiz/watson-Leser%20empfehlen/838540158-Blochers-erstes-Mal-mit-Siri--%C2%ABPl%C3%B6tzlich-hat-mich-mein-iPhone-geduzt!%C2%BB
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