Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Frauen sind selber schuld an der Gewalt – wenn man diesen 9 Boulevard-Schlagzeilen glaubt



Seit einem brutalen Angriff auf fünf Frauen vor einem Nachtclub in Genf in der vergangenen Woche diskutiert die Schweiz über Gewalt gegen Frauen.

Auch in den Medien nimmt das Thema viel Raum ein. Der «Blick» etwa widmet ihm von Dienstag bis Donnerstag von Tag zu Tag mehr Platz auf der Titelseite (pink umrandet). Rasch fokussierte er auf die Frage, ob bei Gewalt gegen Frauen besonders Ausländer als Täter im Vordergrund stehen.

Bild

Bild: screenshot blick / bearbeitung watson

Über Gewalt gegen Frauen und deren Ursachen wird in den Medien vergleichsweise selten als gesellschaftliches Phänomen berichtet – viel häufiger geht es um einzelne Fälle von Gewaltverbrechen gegen Frauen.

Nicht immer treffen die Medien dabei den Ton. Insbesondere bei Beziehungsdelikten – Stichwort «Familiendrama» – mangelt es an der nötigen Sorgfalt, etwa bei der Beschreibung der Rolle von Täter und Opfer oder der Frage der Mitschuld des Opfers.

Das zeigt ein Blick auf die folgenden Schlagzeilen. Die Ursache für die Gewalt an der Frau laut Schlagzeile? Die Frau – beziehungsweise ihr Verhalten, ihr Aufenthaltsort oder ihr Aussehen.

Aber seht selber: Wäre die Frau doch bloss ...

... nicht am Telefon gewesen (Blick, 12.8.2018)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... nicht schwanger gewesen (Blick, 2.9.2009)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... zu einem Date bereit gewesen (bild.de, 20.5.2018)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot bild.de / bearbeitung watson

... nicht so schön gewesen (20.10.2009)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... nicht im Weg gewesen (30.4.1997)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... weniger verliebt gewesen (Glückspost, 12.2.2015)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot glückspost / bearbeitung watson

... nicht mit einem schwulen Ehemann verheiratet gewesen (Blick, 20.1.2009)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... nicht verschuldet gewesen (Blick, 5.11.2003)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

... nicht in einer kriselnden Beziehung gewesen (Blick, 29.8.2009, Täterin war eine Frau)

Bild

Bild: shutterstock / screenshot blick / bearbeitung watson

Alle 30 Stunden wird in Argentinien eine Frau ermordet

Video: srf

Argentinier demonstrieren wegen Abtreibungslegalisierung

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

YB verliert gegen die Roma mit 1:2

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

112 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Rafa D
18.08.2018 10:13registriert August 2014
Was ist denn das für eine Argumentation? Nicht eine der Schlagzeilen ist eine Schuldzuweisung. Zum Beispiel bei 1): dass sie am Telefon war, wird vielleicht das Motiv des Täters gewesen sein, aber da eine Schuldzuweisung zur Frau drin zu sehen, ist schlicht tendenziös.
Bitte hört auf mit solchen Artikeln, mir ist schleierhaft, wem die was bringen sollten.
82475
Melden
Zum Kommentar
gege
18.08.2018 10:20registriert January 2016
Ich verstehe den Titel nicht ganz. Blick ist Sch.... , Trump ein A..., aber Watson geht mit solchen Artikeln in Richtung Blick. Man kann es auch übertreiben.
52924
Melden
Zum Kommentar
Flughund
18.08.2018 11:16registriert October 2016
Wird wohl Zeit mal eine Watson-Pause einzulegen. Immer die gleichen Themen. (Rassismus hier, Rassismus da, Gewalt gegen Frauen) Zudem haben die Headlines zunehmend Boulevard-Niveau) Genau das was Ihr dem Blick und 20min vorwerft.
28525
Melden
Zum Kommentar
112

Mit 235 km/h auf A1 im Aargau erwischt – zwei Rasern droht Gefängnis und Landesverweis

Zwei Junglenker sollen nach einem mutmasslichen Raserrennen auf der Autobahn A1 im Ostaargau und weiteren Tempo-Exzessen zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Baden fordert für den Serben und den Kosovaren zudem eine fakultative Landesverweisung.

Der 19-jährige Serbe und der 21-jährige Kosovar aus dem Kanton Zürich waren in der Nacht auf Samstag, 11. April, auf der A1 bei Spreitenbach AG mit massiv übersetzter Geschwindigkeit geblitzt worden.

Die beiden …

Artikel lesen
Link zum Artikel