Schweiz
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epa06752331 (FILE) Chelsea owner Roman Abramovich watches the game from the stands against Sunderland during the English Premier League soccer match between Chelsea and Sunderland at Stamford Bridge in London, Britain, 19 December 2015 (reissued 20 May 2018). According to reports on 20 May 2018, Abramovich did not attend Chelsea’s 1-0 win in the FA Cup final after his visa expired last month.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 75 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Roman Abramowitsch. Bild: EPA/EPA

«Ein Sicherheitsrisiko für die Schweiz» – diese Story wollte Abramowitsch verhindern

2016 wollte Roman Abramowitsch in die Schweiz ziehen. Doch der Bund erteilte dem russischen Oligarchen keine Aufenthaltsbewilligung. Eine Berichterstattung darüber versuchte der Multimilliardär zu verhindern – erfolglos. 



Er ging bis vor Bundesgericht. Ohne Erfolg. Roman Abramowitsch wollte nicht, dass der «Tages-Anzeiger» über die genauen Umstände seiner nicht erteilten Aufenthaltsbewilligung berichtet. Er scheiterte auf der ganzen Linie: Das Bundesgericht trat letzte Woche auf seine Beschwerde nicht einmal ein.

Und so kann nun über die Geschichte berichtet werden, die der «Tages-Anzeiger» über ein halbes Jahr zurückhalten musste. Der Reihe nach:

Am 25. Juli 2016 stellt Roman Abramowitsch ein Gesuch um eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Er will sich in Verbier niederlassen. Der Kanton Wallis zieht eine positive Ersteinschätzung, muss die Sicherheitsbehörden des Bundes aber um ihre Sicht der Sachlage anfragen. Das geschieht im Oktober 2016. Diese Abklärungen zur Wahrung der Sicherheit der Schweiz sieht das Ausländergesetz vor. 

«Gefährdung der öffentlichen Sicherheit»

Die Antwort des Bundesamts für Polizei (Fedpol) folgt Anfang 2017. Und die hat es ihn sich: Das Fedpol bezeichnet Abramowitschs Anwesenheit «als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit sowie als Reputationsrisiko für die Schweiz», wie der «Tages-Anzeiger» aus der bislang unbekannten Beurteilung zitiert.

Weiter schreibt das Fedpol: Abramowitsch sei ihnen «wegen Verdachts auf Geldwäscherei und mutmasslicher Kontakte zu kriminellen Organisationen bekannt». Und weiter: «Darüber hinaus liegen uns verschiedene polizeiliche Informationen vor, wonach Roman Abramowitsch Kontakte zu russischen kriminellen Organisationen unterhält.» Vertieft werden die Einschätzungen gemäss «Tages-Anzeiger» aber nicht. 

Nicoletta della Valle, Direktorin Fedpol, Mitte, erlaeutert zusammen mit den Mitgliedern der Task Force des Bundes TETRA die Bemuehungen zur Terrorismusbekaempfung, am Dienstag, 14. Maerz 2017 in Bern. In der Task Force TETRA koordinieren die Schweizer Behoerden Massnahmen gegen Terrorismus und Dschihad-Reisen. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Nicoletta della Valle, Direktorin Fedpol. Bild: KEYSTONE

Abramowitschs Anwalt Daniel Glasl bestreitet die Vorwürfe kategorisch: Jeder Verdacht, dass Abramowitsch in Geldwäsche verwickelt gewesen sei oder Kontakte zu kriminellen Organisationen habe, sei völlig falsch, wird er in der Zeitung zitiert. «Er wurde nie der Beteiligung an Geldwäsche beschuldigt und verfügt über keinen Eintrag im Strafregister. Er hatte nie Verbindungen zu kriminellen Organisationen und er wurde auch nie verdächtigt, solche Verbindungen gehabt zu haben.» Das Fedpol habe es versäumt, Beweise für die «diffamierenden Behauptungen» vorzulegen, so Glasl weiter.

Der Brief an die Fedpol-Direktorin

Abramowitsch zieht darauf sein Gesuch zurück. Ohne jedoch seine Bemühungen einzustellen, wie der «Tages-Anzeiger» weiter berichtet.

Abramowitsch schreibt im November 2017 einen Brief an Fedpol-Direktorin Nicoletta della Valle und zeigt sich darin überrascht über «die schlechte Qualität» der Schweizer Informationen über ihn. Sie seien «nicht nur veraltet, sondern auch falsch». Weiter bittet Abramowitsch um Instruktionen, wie er die Informationen im Fedpol-Bericht korrigieren könne. Er werde danach sein Gesuch reaktivieren.

Doch die Intervention Abramowitschs bleibt ohne Wirkung. Die Schweizer Behörden halten gemäss «Tages-Anzeiger» an ihrer Einschätzung fest. Abramowitsch lässt sich in Israel nieder.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Ab Februar 2018 versucht der Oligarch, die Berichterstattung des «Tages-Anzeigers» über die Vorgänge rund um sein Gesuch zu verhindern. Zuerst klagt er vor dem Zürcher Handelsgericht. Als er dort scheitert, versucht er es beim Bundesgericht. Doch die Lausanner Richter haben dafür kein Gehör: Sie treten letzte Woche auf die Beschwerde Abramowitschs nicht ein. (mlu)

Twitter und Facebook über russischen Einfluss bei US-Wahlen

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Video: srf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schlange12 25.09.2018 18:40
    Highlight Highlight Auch mit viel Geld lässt sich nicht alles kaufen.
  • Oh Dae-su 25.09.2018 11:50
    Highlight Highlight Hat das Fedpol da eventuell einen wunden Punkt getroffen?
  • Snowy 25.09.2018 11:29
    Highlight Highlight Abramowitschs Anwalt Daniel Glasl bestreitet die Vorwürfe kategorisch: Jeder Verdacht, dass Abramowitsch in Geldwäsche verwickelt gewesen sei oder Kontakte zu kriminellen Organisationen habe, sei völlig falsch, wird er in der Zeitung zitiert. «Er wurde nie der Beteiligung an Geldwäsche beschuldigt und verfügt über keinen Eintrag im Strafregister. Er hatte nie Verbindungen zu kriminellen Organisationen und er wurde auch nie verdächtigt, solche Verbindungen gehabt zu haben.»

    Scherzkeks.


    Der Typ sollte sich bei Trumps Anwalts-team bewerben.
  • Zahlenheini 25.09.2018 11:02
    Highlight Highlight Der arme...
    • The Destiny // Team Telegram 25.09.2018 11:22
      Highlight Highlight Jep, das sowas eine Story wert ist.
  • giandalf the grey 25.09.2018 10:03
    Highlight Highlight Wie können Informationen gleichzeitig veraltet und falsch sein? Der hat docgarantiert was zu verbergen, wenn er das so sagt...
  • namib 25.09.2018 09:36
    Highlight Highlight Ohne die genauen Umstände zu kennen, finde ich es sehr gut, dass sich die Schweiz gegen den Zuzug von potentiell rufschädigenden Bürgern wehrt, gerade auch, wenn diese sehr vermögend sind.
    Es wäre interessant, zu wissen, ob sich die Banken ebenfalls wehren...
    Es ist an der Zeit, dass die offizielle Schweiz ethische Überlegungen höher gewichtet als finanzielle Interessen!
  • Lf1 25.09.2018 09:19
    Highlight Highlight Ist schon noch witzig er mit Pass und allem darf nicht hier wohnen er sei ein Sicherheitsrisiko, aber alle ohne Papiere nimmt man auf gut glauben auf sind ja alles Flüchtlinge.
    Hat nen etwas schalen nachgeschmack die Geschichte
    • Jein 25.09.2018 15:17
      Highlight Highlight Ich kann mich irren, aber der durchschnittliche Flüchtling hat glaub ich auch keine Kontake zum russischen Mob sowie eine kleine Armee an Bodyguards?
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 25.09.2018 08:57
    Highlight Highlight Fedpol macht ihre arbeit auch gut :)
  • Tahmoh85 25.09.2018 08:53
    Highlight Highlight Wenn er nichts zu verbergen hat ist die Gerichtlicher Gang um die Story zu verhindern schon sehr merkwürdig. Nur angst für einen schlechten Ruf kann es nicht sein. Aktuell lese ich ja nur zu Thema Russland und Nachrichten das alles immer erlogen sei und keine Beweise dafür gebe. Gibt es da einen Nein und Wir wissen von nichts Guide ?

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