Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUR MELDUNG, DASS SICH

Wieder müssen «Carlos» und sein Verteidiger Marcel Bosonnet vor Gericht antreten. Bild: KEYSTONE

«Gangstert nicht rum, sondern geht in die Moschee» – dann soll «Carlos» zugeschlagen haben

Der wohl bekannteste Straftäter der Schweiz muss wieder vor Gericht antreten. Die erneute Anklage: Schwere Körperverletzung. Die Anklageschrift zeigt, wie schnell ein Streit «Carlos» eskalieren kann. 



Es blieb nicht lange ruhig um «Carlos», den mittlerweile 21-jährigen Straftäter, der wegen seines in der SRF-Sendung «Reporter» beschriebenen Sondersettings in die Medien geriet. 

Das letzte Mal stand er im Sommer 2015 wegen Drohung vor Gericht: Die milde Geldstrafe war mit der ungerechtfertigten Gefängnisstrafe bereits abgegolten und er erhielt eine Genugtuung von 14'300 Franken – ein Zustupf für den Start in ein neues Leben, quasi. Er habe den Islam gefunden und wolle rechtschaffen leben, erklärte «Carlos» damals.

«Gangstert nicht rum, sondern geht mal in die Moschee»

Doch nun muss der junge Mann am 6. März schon wieder vor dem Zürcher Bezirksgericht antraben. Er soll vorsätzlich einen jungen Mann lebensgefährlich verletzt haben. 

«Carlos» und der 20-jährige Geschädigte stiegen Ende März vor einem Jahr gemeinsam ins Zürcher Tram 2 in Richtung Farbhof in Zürich-Altstetten. Die beiden kennen sich flüchtig, der Geschädigte hat einen Freund dabei. Die drei stehen sich im Drehgelenk des Trams gegenüber und sprechen über Sport, das Kickboxen sowie «Carlos'» ehemaligem Trainer Shemsi Beqiri. 

Kurz vor der Tramhaltestelle Kappeli in Zürich verabschieden sich die beiden per Handschlag. Dann beginnt der Streit:

«Gangstert nicht rum, sondern geht mal in die Moschee», sagt «Carlos» gemäss Anklageschrift zu den beiden.

«Jeder kann machen, was er will», soll der Geschädigte entgegnet haben.
«Was hast du gerade gesagt?», habe Carlos darauf geantwortet. 

«Du musst mir nicht sagen, ich soll in die Moschee gehen. Das ist meine Sache», so der Geschädigte laut Anklageschrift.

Das ist für Carlos bereits genug. Der 180 grosse und 91 Kilo schwere junge Mann verlässt das Tram, während der Geschädigte immer noch drin steht, dreht sich um und verpasst dem jungen Mann mutmasslich unvermittelt einen Faustschlag in die rechte Gesichtshälfte. Der Geschädigte sackt in sich zusammen, verliert das Bewusstsein, kippt und fällt aus dem Tram auf den asphaltierten Boden. Währenddessen soll «Carlos» seinem bewusstlosen Gegner ein weiteres Mal auf die Brust geschlagen haben. 

Sicher ist: Der Privatkläger blieb mit einem gebrochenen Kiefer, Quetsch-, Riss- und Schürfwunden zurück. Der «seit Jahren kampfsporterfahrene Beschuldigte» habe mit dem Schlag gegen den Kopf seines Gegenübers damit rechnen müssen, den Geschädigten lebensbedrohlich zu verletzen und damit bleibenden Hirnfunktionsstörungen in Kauf genommen, hält die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl in der Anklageschrift fest. Er soll mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten unbedingt bestraft werden.

Für «Carlos» gilt die Unschuldsvermutung. 

Das könnte dich auch interessieren:

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Leiche in Würenlos – 31-Jähriger festgenommen

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ökonomen haben's berechnet: Leben retten lohnt sich auch wirtschaftlich

Bisher fuhr der Bundesrat im Nebel, wenn es um eine Abwägung der Massnahmen gegenüber den wirtschaftlichen Kosten ging. Nun legen die Ökonomen der Taskforce eine Berechnung vor, die zeigt: Strengere Massnahmen lohnen sich auf allen Ebenen.

Seit Wochen erklären es die Ökonominnen und Ökonomen der Science Taskforce des Bundesrates mantraartig: Härtere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhindern nicht nur Tote und schwere Krankheitsverläufe, sondern machen auch wirtschaftlich Sinn.

In einer Pressekonferenz sagte Monika Bütler, Ökonomin und Taskforce-Mitglied: «Die Übersterblichkeit führt zu hohen Kosten, selbst wenn ein drohender Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden kann.» Selbst bei konservativen …

Artikel lesen
Link zum Artikel