Schweiz
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The climate activists play with an inflatable world globe under the rain, during their ?Rise up for Change? week of action in front of the Swiss parliament building, the ??Bundeshaus??, where the Swiss parliament currently holds his fall meeting, Tuesday, September 22, 2020 in Bern, Switzerland. The Swiss climate movement announced various actions of non-violent civil disobedience during the week. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Es wäre an der Zeit, den Planeten wieder in den Fokus der Diskussion zu rücken – nicht, wie und ob man darüber diskutieren soll. Bild: keystone

Kommentar

Diskutiert endlich über den Inhalt und nicht die Form des Klimaprotests!

Anstatt über die Folgen des Klimawandels zu sprechen, streitet sich die Öffentlichkeit lieber über die Form von Protesten und darüber, wer mit wem sprechen darf. Erneut schaffen wir es nicht, eine relevante Diskussion zielbringend zu führen.



In der Nacht auf Montag nahm die Bewegung «#RiseUpForChance» nicht nur den Bundesplatz ein, sondern auch die nationale Berichterstattung. Nach langer Durststrecke schaffte es die Klimabewegung zurück auf die Titelseiten.

Man kann von der unbewilligten Besetzung des Bundesplatzes halten, was man will. Man kann die Aktion als radikal und schädlich abtun. Oder aber den zivilen Ungehorsam als nötig empfinden.

Eines aber haben sowohl die Klimabewegung selbst, als auch die Politik, als auch die Medien in dieser Woche kaum geschafft: Über das eigentliche Problem zu sprechen.

Wann wurden in den letzten vier Tagen über die konkreten Folgen des Klimawandels berichtet? Wann wurden die 17 Massnahmen erwähnt, die die Klimabewegung fordert? Wann wurde über deren politische Umsetzbarkeit ernsthaft diskutiert?

Stattdessen dominieren dünnhäutige Politiker, wütende Marktfahrer oder prügelnde Polizisten die Debatte. Und auf Twitter streitet man darüber, wer mit wem in der SRF-Arena überhaupt diskutieren soll und darf.

Es erinnert an die Rassismus-Debatte im Rahmen der «Black Lives Matter»-Bewegung: Erneut schaffen wir es nicht, eine gesellschaftlich relevante Diskussion vernünftig zu führen.

Das Hauptanliegen geht in diesem Tohuwabohu komplett unter. Es ist Zeit, dass endlich nicht über die Form, sondern den Inhalt diskutiert wird.

Darüber, dass Ende dieses Jahrhunderts 60 bis 80 Prozent der Schweizer Gletscherflächen verschwunden sein werden. Dass 700 Millionen Menschen durch den steigenden Meeresspiegel in ihrer Lebensgrundlage bedroht sind. Dass 16 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Und dass uns ein ungebremster Klimawandel und die damit verbundenen Schäden bis 2050 geschätzt 8000 Milliarden Franken kosten werden.

Exakt da liegt das Problem. Und nicht bei der Form, wie man darauf aufmerksam machen soll.

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142 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
bbelser
24.09.2020 17:14registriert October 2014
Könntet Ihr bei Watson dann bitte damit mal anfangen, die dringend benötigte Diskussion zum Thema zu starten, statt auf den von dir aufgezeigten Nebensächlichkeiten mit x Artikeln rumzureiten?
Wäre doch die Aufgabe der 4. Gewalt.
Übrigens: in euren Kommentarspalten findet die ernsthafte Diskussion zum Teil sehr engagiert und fundiert statt.
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fidget
24.09.2020 17:32registriert December 2018
Ja, man hätte auch über Inhalte diskutieren können. Die Berichterstattung und die Reaktionen zeigten aber auch, dass solche Protestaktionen nicht unbedingt dienlich sind eine Diskussion ins Rollen zu bringen. Sie verhärten die Fronten und es geht gar nichts voran.
Im Übrigen hätte man auch einen Artikel über die Inhalte der Klimabewegung schreiben können, statt sich in diesem Kommentar über die Art und Weise der Berichterstattung zu beschweren und somit keinen Unterschied macht.
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Firefly
24.09.2020 17:21registriert April 2016
Danke für dieses Statement. Leider schient es symptomatisch für unsere Zeit zu sein, nicht mehr über Inhalte sondern über die Form und die Politk zu sprechen.
Die Partei-Politik und die Sozialen-Medien/Öffentlichkeit erzeugen jeweils ein so grosses Rauschen, dass jegliche sachliche Diskussion darin untergeht.
Alle scheinen permanent im Kriegsmodus und kaum bietet sich ihnen die kleinste Gelegenheit, schiessen sie los anstatt mal zuzuhören.
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«Wir sind sprachlos» – 250'000 Flüge von Privatfliegern sollen keine Klimaabgabe zahlen

Passagiere von Linien- und Charterflügen müssen bald eine Umweltabgabe berappen. Hobbyflieger hingegen nicht. Unter Federführung der CVP plant der Ständerat zusätzliche Ausnahmen, von denen besonders der Pilatus PC-24 profitiert. Die Klimastreikenden sind entsetzt.

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