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Eine Frau, eine Zigarette, ein Akkordeon und die Liebe zu Twitter: Claudia Vamvas.<br data-editable="remove">
Eine Frau, eine Zigarette, ein Akkordeon und die Liebe zu Twitter: Claudia Vamvas.
bild: twitter/claudiavamvas

Die Poesie hat in nur 140 Zeichen ein neues Zuhause gefunden: In den Tweets einer St.Gallerin

Claudia Vamvas macht experimentelle Literatur. Ihre Gedanken sind 140 Zeichen lang – sie twittert. Manchmal aus dem Bus, manchmal auch einfach aus dem Leben. Die St.Gallerin bringt den matten Alltag mit ihren lustigen Beobachtungen zum Glitzern.  
11.12.2015, 10:1812.12.2015, 13:20

Manchmal verliebt sie sich in schöne Böden. Sie gibt jedem Tag einen Namen, bevor sie ihn zu den anderen legt. Der Duden hat ihr Leben verändert. Einmal wollte sie alles hinschmeissen und Smileys entwerfen. Für ambivalente Gefühle. Gelegentlich fragt sie sich, ob sie sich lieber hübsch oder schlau machen soll. Den Wecker teilt sie sich mit ihrem Nachbarn, durch die dünne Wand hindurch. Dann wacht sie auf, und ganz kurz, bevor der Alltag in ihr Bett fingert, scheint ihr alles möglich. 

Claudia Vamvas' Gedanken sind allerhöchstens 140 Zeichen lang. Damit sie in die Twitter-Welt passen. Hier steht ihr Stammtisch, und um ihn herum sitzt eine illustre Runde von über 9000 halbfremden Menschen, die ihre inneren Monologe miteinander teilen. Twittern tut sie aus St.Gallen. Manchmal träumt sie zwar von einer grösseren Stadt, aber sie ist ein Gewohnheitsmensch. Sie mag Wiederholungen, das Bekannte.

Angefangen hat alles mit Beobachtungen im Bus. Claudia hat dagesessen und sich die Menschen angeschaut, die sie umgaben. Dann hat sie die Geschichten zu winzigen Anekdoten kunstvoll zusammengestutzt und getwittert. Stets liebevoll, ohne jegliche Boshaftigkeiten, mit Blick für das Rührende, das Fehlerhafte. Das Menschliche. 

Aus ihren Bus-Tweets hat der Frohmann-Verlag ein E-Book gemacht.

122 Tweets aus dem Bus von Claudia Vamvas.<br data-editable="remove">
122 Tweets aus dem Bus von Claudia Vamvas.
bild: tumblr/frohmannverlag

Claudia beobachtet aber nicht nur die Menschen im Bus, sie beobachtet eigentlich alles.

Und oft auch sich selbst. 

Fragt man Frau Vamvas, wie sie ihre Twitterei beschreiben würde, sagt sie: 

«Ich führe ein öffentliches Tagebuch, spare die intimsten Dinge aber aus.»
Claudia Vamvas

Fragt man Frau Vamvas, warum sie eigentlich die ganze Zeit twittert, twittert sie: 

Im analogen Leben arbeitet sie als Lektorin. Ein unspektakuläres Leben: Ein bisschen Musik – Claudia besitzt drei Akkordeons –, viel Familie und fast unendlich viele Bücher. Um sie alle zu lesen, reiche ein Leben niemals aus. 

Twitter hat sie vor vier Jahren entdeckt. Sie erstellte einen Account, aber machte dann fast ein Jahr nichts damit. Eines Tages schrieb Claudia dann ihren ersten Tweet. Und seither hat sie nicht mehr damit aufgehört:

«Am Anfang schrieb ich für eine Handvoll Follower. Dass es jetzt über 9000 sind, ist mir nicht wirklich bewusst. Wie soll ich mir das auch vorstellen?»
Claudia Vamvas

Die meisten von Claudias Followern kommen aus Deutschland:

bild: claudia vamvas, erstellt mit tweepsmap

Twitter gehöre einfach zu ihrem Leben, sagt sie. Aber wahrscheinlich ist es mehr. Ich glaube, Claudia Vamvas ist ein bisschen Twitter-süchtig. 

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