Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach schweren Vorwürfen: Erste Mitglieder kehren dem WWF den Rücken zu

Der WWF hat laut einer Recherche in Nepal und in mehreren afrikanischen Ländern massive Menschenrechtsverletzungen toleriert, um den Tierschutz voranzubringen. Die Vorwürfe wühlen die Mitglieder in den Schweizer Sektionen auf.

Daniel Fuchs / ch media



Sexuelle Gewalt, Folter, Mord – vielen der 270'000 Schweizer Spenderinnen und Spendern von WWF erging es diese Woche ähnlich wie Regula Bachmann-Steiner, Sektionspräsidentin des WWF Aargau. Sie traute ihren Augen nicht, als sie die Schlagzeilen über ihre Organisation las.

In Ländern wie Kongo, Kamerun oder Nepal sollen vom WWF bezahlte Wildhüter gefoltert und gemordet haben, bei ihrem Kampf gegen die Wilderei Menschenrechte mit Füssen getreten haben.

Le logo du WWF (World Wide Fund for Nature) photographie au siege International du WWF, ce jeudi 7 avril 2016, a Gland (VD). L'ONG prevoit la suppression d''une centaine d'emplois a son siege de Gland. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Der WWF setzt sich für den Schutz von Tieren ein. Die Umweltorganisation sieht sich aktuell mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Vom WWF unterstützte Wildhüter sollen verdächtige Wilderer misshandelt haben. (Archivbild) Bild: KEYSTONE

Die WWF-Kantonalsektionen zwischen Basel und St. Gallen geben sich bedeckt. Regula Bachmann-Steiner von der Aargauer Sektion ist eine der wenigen Sektionspräsidentinnen, die sich äussern mögen. «Der WWF muss der Sache unbedingt auf den Grund gehen. Das wühlt uns in den Sektionen sehr stark auf, und ich will unbedingt wissen, was da genau vor sich gegangen ist», sagt sie auf Anfrage.

Am Mittwoch habe sie sich deswegen in einer E-Mail an die WWF-Zentrale in Zürich gewandt und darauf hingewiesen, die Vorkommnisse seien unbedingt auch innerhalb der Schweizer Organisationen zu thematisieren.

Solche Meldungen an die Zentrale gingen auch aus anderen Sektionen ein. Und schon morgen Samstag werden die Menschenrechtsverletzungen Thema an der WWF-Präsidentenkonferenz in Bern, an der alle 23 Schweizer Sektionen vertreten sind.

Basis fürchtet um guten Ruf

Der WWF-Schweiz-CEO Thomas Vellacott werde dort über die Anschuldigungen und die versprochene Aufarbeitung informieren. Das habe WWF Schweiz in einer Mail an die Regionalpräsidenten geschrieben, sagt Jörg Häfliger, Präsident der WWF-Sektion Luzern.

Die Kantonalsektionen fürchten um den guten Ruf ihrer Organisation. Diese ist auf Spenden angewiesen. Letztes Jahr waren es in der Schweiz knapp 40 Millionen Franken.

Der Skandal um die mordenden Wildhüter trifft die Organisation ins Herz, geht es doch um ihr Steckenpferd, den Schutz von grossen Wildtieren wie etwa Nashörnern oder Tigern. Sie sind aus keinem der Magazine wegzudenken, die der WWF vierteljährlich an seine Mitglieder verschickt.

Das Engagement für Nashorn und Co. ist nicht nur bedeutend für die weltweite Artenvielfalt, sondern auch für die Einnahmen des WWF, der laut eigenen Angaben grössten Umweltorganisation der Schweiz.

Wirtschaft bleibt WWF treu

Die Verärgerung der Mitglieder ist bereits spürbar, wenn auch erst vereinzelt. «Heute hatten wir 13 Austritte, die wir im Kontext des Buzzfeed-Artikels sehen», schreibt WWF Schweiz gestern Abend auf Anfrage.

Das Online-Medium Buzzfeed hatte zusammen mit Partnern die aufwendige Recherche veröffentlicht. Andere Mitglieder, so WWF Schweiz, seien beunruhigt wegen der Reputation des WWF. «Sie bitten uns, die Vorwürfe schnell und sauber aufzuarbeiten.»

Das hat der WWF versprochen. Eine gründliche Aufarbeitung erwarten aber nicht nur die Mitglieder in den Sektionen, sondern auch wichtige Geldgeber aus der Wirtschaft. Bis zu sechs Millionen Franken jährlich erhält der WWF Schweiz allein von Migros und Coop zusammen. Beide halten an der Partnerschaft mit dem WWF fest. Sie verweisen auf die Schweizer Projekte, bei denen sie involviert sind.

Andere bekannte Geldgeber des WWF heissen Emmi, Ikea, Lidl oder Swisscom. Keiner der insgesamt elf Firmenpartner will zum jetzigen Zeitpunkt die Partnerschaft beenden. (aargauerzeitung.ch)

Orang-Utan sucht Schutz vor einem Bulldozer

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Über 19'000 neue Fälle in Deutschland

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Brrr, der Wochenstart wird kalt, feucht und garstig

Dass heute Montag ist, ist anscheinend nicht genug. Es wird auch noch ein ausgesprochen grüsliger Montag werden – zumindest aus meteorologischer Sicht. Heute zieht eine Kaltfront über die Schweiz hinweg. Sie sorgt für einen trüben und nassen Wochenstart.

Nur gerade im äussersten Osten des Landes dürfte es am Morgen noch trocken sein, so Meteonews. Sonst ist überall mit Regen zu rechnen. Besonders im Tessin: Dort erwarten die Meteorologen bis am Dienstagmorgen lokal bis 100 Liter Niederschlag …

Artikel lesen
Link zum Artikel