Schweiz
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Leute mit vollen Einkaufstaschen stehen an der Tramstation der Linie 8 vom Zoll und dem deutschen Einkaufszentrum Rhein Center in Richtung Basel in Basel am Samstag, 17. Januar 2015. Aufgrund des stark gesunkenen Eurokurses und der damit erwarteten hoeheren Nachfrage auf der Linie 8 nach Weil am Rhein hat die BVB (Basler Verkehrs-Betriebe) am Samstag zusaetzliche Tramkurse im Angebot. Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) und dem Fall des Eurokurses nutzen viele Schweizer Shopping-Touristen die Moeglichkeit, im nahen Ausland Schnaeppchen zu machen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

An Weihnachten arbeiten? So reagiert jetzt Lidl. Bild: KEYSTONE

Der alljährliche Weihnachtsknatsch ist zurück – nun macht Lidl auf sozial

Das Fest der Liebe ist für Detailhandel-Angestellte zum Dauerstress bis zur allerletzten Minute verkommen. Der deutsche Detailhändler Lidl nutzt den alljährlichen Ausnahme-Zustand nun für einen PR-Coup: «Die Mitarbeitenden sollen den Weihnachtsabend zusammen mit ihren Familien verbringen können.»

Niklaus Vontobel / CH Media



Die oh-so-fröhliche Zeit wird vermehrt in Streitereien zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern hineingezogen. Als letztes Jahr Weihnachten auf einen Sonntag fiel, forderte die Schweizer Gewerkschaft Unia einen generellen Verkaufsverzicht. Damit die Angestellten in Ruhe feiern konnten. In Deutschland setzten die Gewerkschaften den US-Riesen Amazon wiederholt in der vorweihnachtlichen Zeit mit gezielter Arbeitsverweigerung unter Druck. 

Diese negative Momentum nutzt der deutsche Detailhändler Lidl nun in einer Art von PR-Jiu-Jitsu: Obwohl der Montag der 24. Dezember eigentlich als normaler Werktag gelte, verzichte Lidl Schweiz auf den Verkauf in den frühen Abendstunden, vermeldet Lidl in einer Mitteilung.  «Alle Lidl-Filialen der Schweiz schliessen ihre Türen an Weihnachten bereits um 16:00, damit die Mitarbeitenden den Weihnachtsabend zusammen mit ihren Familien verbringen können.»

Der deutsche Harddiscounter spart in der Mitteilung nicht mit Selbstlob, ganz im Sinne von «Tue Gutes und sprich darüber»: «Lidl setzt sehr grossen Wert auf die Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden.» Gerade am Fest der Liebe sei die Zeit mit der Familie besonders wichtig. Deshalb habe man entschieden, die Filialtüren an den diesjährigen Weihnachten frühzeitig zu schliessen und die Mitarbeitenden früher nach Hause gehen zu lassen. Die Rechnung des Milliarden-schweren Konzerns dürfte gewesen sein: etwas weniger Umsatz, dafür den Ruf als Arbeitgeber etwas aufbessern. 

Bei der Migros sind die Öffnungszeiten je nach Genossenschaft und Region unterschiedlich. Teilweise haben die Geschäfte an Heilig Abend bis 17 Uhr offen. Bei Coop scheinen die Sonderöffnungszeiten noch nicht veröffentlicht zu sein. 

Same Procedure ...

Die Frage nach den Öffnungszeiten in der weihnachtlichen Zeit entwickelt sich zum alljährlichen Klassiker. 2017 hatten die beiden deutschen Discounter Lidl und Aldi schon publikumsträchtig schweizweit auf den Sonntagsverkauf verzichtet. Die Gewerkschaften sahen die Schmerzgrenze schon 2014 erreicht. Längere Arbeitszeiten im Advent würden nicht mehr Umsatz bringen, sondern nur die Arbeitsbedingungen verschlechtern. 

2015 wurde vor dem Fest der Liebe um den Berchtoldstag gestritten. Das Verständnis für den Sozialpartner war auf beiden Seiten so ganz und gar nicht christlich ausgeprägt: Die Gewerkschaften wollten nicht akzeptieren, dass man den Angestellten kein verlängertes Wochenende gönnen wollte, zumal zuvor ohnehin viel Leistung verlangt worden sei. In der Ostschweiz hingegen, etwa bei Kreuzlingen, verwiesen die Arbeitgeber auf eine geradezu dramatische Situation, weil der Einkaufstourismus dem Gewerbe zusetzte. Da dürfe nicht auch noch die unternehmerische Freiheit eingeschränkt werden.  (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chili5000 06.11.2018 11:15
    Highlight Highlight Ich werde den Eindruck nicht los das der Schreiber dieses Artikels einfach etwas gegen Lidl hat. «Tue Gutes und sprich darüber» macht absolut jeder! Ich wüsste nicht das Lidl ein schlechter Arbeitgeber wäre und sie bemühen sich Ihren Mitarbeitenden etwas zu geben. Schaut doch mal bei Manor und Co nach. Ich kann nur lobende Worte für Lidl finden. Sie machen absolut nichts schlechter als Migros und Coop ganz im Gegenteil.
    24 2 Melden
  • dmark 06.11.2018 10:19
    Highlight Highlight «Tue Gutes und sprich darüber», damit dann ein anderer daraus einen Bericht machen wird. ;)
    Und schon hast du Werbekosten gespart.
    26 2 Melden
  • Barracuda 06.11.2018 08:05
    Highlight Highlight Kann man machen. Aber wenn man das dermassen medienwirksam verkündet, ist die Absicht dahinter für jeden durchschaubar, der nicht komplett naiv ist. Die Arbeitsbedingungen bei Lidl bleiben unter aller Sau. Wer Eine Stunde (!) früher Ladenschluss so an die grosse Glocke hängt, hat gute Gründe ;-)
    2 11 Melden
    • Chili5000 06.11.2018 14:30
      Highlight Highlight Kannst du bitte erklären weshalb genau die Arbeitsbedingungen schlechter sind als bei Migros?
      7 0 Melden
    • Alterssturheit 07.11.2018 17:14
      Highlight Highlight Barracuda - welche Anstellungsbedingungen sind denn konkret "unter aller Sau" ? Ich kenne persönlich 3 Personen bei Lidl am Hauptsitz und wenn ich höre, wie es dort zugeht bzw. was geboten wird - da sehen viele Firmen deutlich schlechter aus. Gilt im Übrigen auch für das Verkaufspersonal im Quervergleich.
      6 0 Melden
  • My Senf 06.11.2018 07:38
    Highlight Highlight Weihnachten 🎄 ist eh gewesen

    Jetzt kommt 11.11. dann Black Friday und obendrein Cyber Monday

    Dann ist eh alles gekauft und bei vielen schon verpulvert!

    An Weihnachten laufen dann nur noch die Glühwein Typen herum die gerade nicht nach Dubai oder Florida sind. Eingekauft wird da eh nix mehr.

    Es liegt einzig am Gruppenzwang, dass da auch Läden 🏬 mitmachen die eigentlich nur minus schreiben. Es könnte ja doch noch jemand in letzter Minute kommen und den Jahresumsatz verdoppeln...
    jaja und die, die kaufen würden, müssen arbeiten 😠
    8 3 Melden
  • who cares? 06.11.2018 07:14
    Highlight Highlight Ich verstehe den Artikel nicht ganz. Warum die Häme und das Gespött? Finde ich nicht angebracht. Und "Weihnachtsknatsch"? Ein importierter Artikel der schlechteren Sorte.
    11 2 Melden
  • tschoo 06.11.2018 06:51
    Highlight Highlight "Die Rechnung des Milliarden-schweren Konzerns dürfte gewesen sein: etwas weniger Umsatz, dafür den Ruf als Arbeitgeber etwas aufbessern."
    Ihr schreibt, als wäre das etwas Schlechtes..?
    145 16 Melden
    • Peldar 06.11.2018 07:46
      Highlight Highlight Weil die Arbeitsbedingungen von Angestellten im Detailhandelnteils prekär sind. Mit solchen Aktionen soll darüber hinweg gesehen werden, damit wir alle guten gewissens bei Lidl einkaufen können.
      18 24 Melden
    • tschoo 06.11.2018 07:54
      Highlight Highlight Also hätten sie die Mitarbeiter wie an einem normalen Arbeitstag bis 20:00 Uhr arbeiten lassen sollen, damit sie dem schlechten Ruf der Branche gerecht werden?
      53 3 Melden
    • EinePrieseR 06.11.2018 13:19
      Highlight Highlight @tschoo: Ich hätte gerne das Lidl die Angestellten das ganze Jahr gut behandelt und bezahlt und auch die Lieferanten, anstatt die Angestellten an einem Tag im Jahr 1 Stunde früher nachhause zu schicken.. Ich hatte leider geschäfftlich schon zu tun mit der Firma und weiss daher was für Gauner das sind.
      2 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mr Magoo 06.11.2018 06:51
    Highlight Highlight Ich finde, wenn die Cheffetage an Weihnachten bis um 17.00 oder noch länger geöffnet haben möchte, sollten sie die Kassen besetzen und die kleineren Angestellten nach Hause schicken.
    9 0 Melden
  • V-REX 06.11.2018 06:15
    Highlight Highlight Wow, Lidl ist ja so Grosszügig, eine Stunde früher schliessen als die Migros. *sarcasm off*
    Letztes Jahr waren sie ein viel grösseres Vorbild als sie gar nicht erst geöffnet hatten.
    96 24 Melden
    • Raffaele Merminod 06.11.2018 20:28
      Highlight Highlight Ja logisch hatte am 24.12. letztes Jahr Lidl geschlossen. Es war eh ein Sonntag.
      LOL
      5 0 Melden
  • Raffaele Merminod 06.11.2018 05:57
    Highlight Highlight Wer geht am 24.12. Abends noch einkaufen?
    Auch wer an diesem Tag noch normal arbeiten muss, hat doch schon vorgesorgt.
    153 12 Melden
    • rodman 06.11.2018 06:11
      Highlight Highlight Der knappe Drittel der Schweiz z.b., welcher nicht einer Christlichen Kirche zugehörig ist?
      44 99 Melden
    • DerRaucher 06.11.2018 06:18
      Highlight Highlight Ja ich weiss ihr seid alles vorbildliche Bürger die sich vor allen wichtigen Tagen schon eindecken, als ginge die Welt unter. Einkaufswagen bis oben hin gefüllt damit man bloss nichts riskiert.

      Ich gehe halt gerne jeden Tag etwas einkaufen, finde ich angenehmer mir jeden Tag das zu kaufen was ich will. Es kam aber auch schon oft vor das ich was vergessen haben und froh war, wenn noch etwas auf hatte.
      40 78 Melden
    • bebby 06.11.2018 08:05
      Highlight Highlight DerRaucher schwimmt offenbar in Zeit, wenn er jeden Tag einkaufen gehen kann. Dann sollte es am 24. auch möglich sein, dies am morgen zu tun.
      42 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • DanielaK 06.11.2018 05:42
    Highlight Highlight Mal sehen ob das "abfärbt"... Ich hätte nichts dagegen.😅
    41 4 Melden

Kampf um die SBI: Prominente Unternehmer brechen aus Nein-Front aus

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Die Wirtschaft trete «geschlossen» gegen die Selbstbestimmungs-Initiative an, betont der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Die SVP-Initiative, über die das Volk am 25. November abstimmt, verlangt den Vorrang des Landesrechts vor dem internationalen Recht. Eine «gefährliche Initiative» sei das, sagt Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer: «Sie würde unserer Exportnation, aber auch unserem Rechtsstaat schweren Schaden zufügen.»

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