Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gewerkschaftsbund fordert Lohnerhöhung um bis zu 2,5 Prozent

Arbeitnehmende müssen endlich eine echte Lohnerhöhung erhalten, sodass nach Abzug der Teuerung effektiv mehr Geld übrig bleibt. Das fordert der Gewerkschaftsbund und verlangt eine Lohnerhöhung von zwei bis zu 2,5 Prozent. Damit soll ein Nachholbedarf gedeckt werden.



Paul Rechsteiner, Praesident SGB, spricht an einer Medienkonferenz zum Rahmenvertrag Schweiz - EU und flankierender Massnahmen in Bern, Schweiz, Mittwoch, 8. August 2018. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbund Bild: KEYSTONE

«Die Arbeitnehmenden haben in den letzten Jahren grosse Leistungen erbracht», sagte Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftbundes SGB am Montag vor den Medien in Bern. Die Beschäftigten seien äusserst produktiv gewesen. «Lohnmässig ist aber nicht viel gegangen», monierte Rechsteiner. Das müsse sich ändern.

Der Gewerbschaftsbund verlangt, dass Arbeitgeber im nächsten Jahr zwei bis 2,5 Prozent mehr Lohn bezahlen. Diese Forderung begründet er neben der erhöhten Produktivität der Beschäftigten auch auf einem Nachholbedarf. So sei die Entwicklung der Krankenkassenprämien jener der Löhne davon gelaufen.

Zudem sei zum ersten Mal seit Langem wieder einmal mit einer spürbaren Teuerung zu rechnen. «Wenn sich nicht mehr viel ändert, wird diese 1 Prozent betragen», sagte Rechsteiner.

Zudem sollen wieder vermehrt generelle Lohnerhöhungen ausgesprochen werden. Individuelle seien nicht gut, denn davon würden vor allem die Angestellten mit hohen und höchsten Löhnen profitieren, während jene mit mittleren und tiefen Einkommen kaum etwas davon hätten.

Das gelte insbesondere für langjährige Mitarbeitenden. Zudem müsste die Diskriminierung von Frauen bei den Löhnen «endlich beseitigt» werden. «Eine einigermassen ausgeglichene Lohnstruktur ist sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich wichtig», schloss Rechsteiner.

«Geld für Lohnerhöhungen ist vorhanden»

Die Forderung basiert auch auf der Analyse des SGB-Chefökonomen Daniel Lampart. «Das Geld für Lohnerhöhungen ist vorhanden, das ist eindeutig», sagte er vor den Medien mit Blick auf das Bruttoinlandprodukt. Dieses sei im ersten halben Jahr gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent gewachsen. Die Schweizer Wirtschaft befindet sich damit im Aufschwung. «Dieser hat mittlerweile sogar die Industrie erfasst», hält Lampart fest.

Unternehmens-Befragungen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich würden zeigen, dass die Verantwortlichen im Bau, in der MEM-Industrie, im Finanzsektor, in der Hotellerie und im Gastgewerbe die Geschäftslage positiv einschätzen. Einzig im Detailhandel laufe es weniger rund, weil es weniger freie Kaufkraft gebe.

«In der Schweiz gibt es zum zweiten Mal in Folge eine bessere Wirtschaftslage. Dennoch zeichnet sich bei der Lohnentwicklung wieder eine Nullrunde ab», sagte Lampart. «Das muss sich ändern.»

150 Franken für Bauarbeiter

Vania Alleva und Daniel Münger, die Präsidenten der Gewerkschaften Unia respektive Syndicom, erläuterten vor den Medien ihre konkreten Forderungen. Monetäre Forderungen nannten sie für die Baubranche, wo 150 Franken mehr verlangt werden, und für die Medien, wo der Lohn um 100 Franken erhöht werden soll.

Bei der Post stellte Syndicom eine «massive Produktivitätssteigerung» fest, weil in der Zustellbranche das Volumen stark gestiegen sei. Dieses sei jedoch häufig ohne zusätzliches Personal verarbeitet worden. Hier seien zwei Prozent mehr Lohn angebracht.

Für das Gewerbe, den Detailhandel, die Langzeitpflege, die private Sicherheit und für die Transport- und Logistikunternehmen verlangt Unia eine generelle Erhöhung von 2,5 Prozent. Für die chemische und pharmazeutische Industrie fordert sie drei Prozent. Etwas weniger - nämlich 1,5 Prozent - verlangt die Gewerkschaft des Personals im öffentlichen Dienst für die Angestellten im Service Public.

Mit seinen Forderungen ist der SGB nicht alleine: Bereits Anfang August stellte der Arbeitnehmerverband Travail.Suisse mit den Verbänden Syna, transfair und der Hotel&Gastro Union seine Forderungen vor: Auch sie verlangen eine Erhöhung von mindestens zwei Prozent sowie mehr generelle statt individuelle Lohnerhöhungen. Zudem weisen auch sie auf den Nachholbedarf aus den vergangenen Jahren hin. (sda)

Würdest du dem Internet sagen, wie viel du verdienst?

Video: srf

Besser arbeiten

Löpfe gegen Strahm: «Mit dem BGE wird die Arbeit für alle geadelt» – «Das ist Voodoo-Ökonomie!»

Link zum Artikel

Dieser CEO ist auf der Couch eingeschlafen – und seine Mitarbeiter machen DAS mit ihm

Link zum Artikel

Der Fall Buchli – oder: Warum bloss müssen Mütter andere Mütter haten?

Link zum Artikel

Du willst produktiver sein? Dann solltest du diese 13 Fehler in deinem Büro-Alltag vermeiden

Link zum Artikel

«Wer mit 55 entlassen wird, dem hilft es wenig, wenn er vom RAV in Kurse geschickt wird»

Link zum Artikel

Wie schaffe ich das, was ich mir fürs neue Jahr vorgenommen habe? Walter Mischel, Vater des Marshmallow-Tests, erklärt es uns

Link zum Artikel

Die Schweden sagen: Sechs Stunden Arbeit sind genug – das freut Arbeitnehmer wie Firmen

Link zum Artikel

Prokrastination ist die Krankheit unserer Zeit: Warum uns das ständige Aufschieben depressiv macht

Link zum Artikel

Ein notorischer Aufschieber erzählt: «Ich komme mir vor wie ein Drogensüchtiger» 

Link zum Artikel

Bloss keine Kinder jetzt: Apple und Facebook bezahlen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren ihrer Eizellen

Link zum Artikel

Weil Studierende auch arme Säcke sind: 14 Lifehacks für Studis

Link zum Artikel

Wie du jemandem den dreifachen Mittelfinger zeigst – und 9 weitere unnütze (aber coole) Lifehacks

Link zum Artikel

Diese Comics über unsere Handysucht sind provokativ – aber leider auch sehr, sehr wahr

Link zum Artikel

«Die Produktivität der externen Mitarbeiter ist bedenklich tief»

Link zum Artikel

Ihr denkt: Dank Robotern produzieren wir alle viel mehr – schön wär’s!

Link zum Artikel

8 Grafiken, die zeigen, warum Studenten keine vorige Zeit zum Faulenzen haben (inklusive ETH-Bonus)

Link zum Artikel

Bist du ein Stehauf-Mensch? Lerne, wie du deine eigene Widerstandskraft stärken kannst

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach der Fusion von Sunrise und UPC kommt es zum grossen Stellenabbau

Die Zusammenlegung von Sunrise und der Kabelnetzbetreiberin UPC schlägt massiv aufs Personal durch. Der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz plant einen grossen Stellenabbau.

Betroffen davon werden «deutlich weniger als 30 Prozent» der heutigen Mitarbeitenden sein, wie Sunrise-UPC am Donnerstag mitteilte. Laut den letzten verfügbaren Zahlen hat Sunrise über 1'700 Vollzeitstellen, während es bei UPC mehr als 1'500 Mitarbeitende sind. Das gemeinsame Unternehmen hat also gegenwärtig rund …

Artikel lesen
Link zum Artikel