Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mit Mobility Pricing, Homeoffice und Tempo 80 gegen Staus auf Schweizer Strassen 

08.08.18, 11:26 08.08.18, 11:36


Durch Staus auf den Strassen entstehen hohe volkswirtschaftliche Kosten. Gemäss aktualisierten Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) beliefen sich 2015 die Staukosten in der Schweiz auf rund 1.9 Milliarden Franken.

Die Staukosten umfassen Zeitkosten, die sich Nutzer und Nutzerinnen des motorisierten Strassenverkehrs gegenseitig im Stau aufbürden sowie staubedingte Umwelt-, Klima-, Energie- und Unfallkosten.

Wie das ARE am Mittwoch mitteilte, nahmen die Staukosten zwischen 2010 und 2015 von 1.8 Milliarden Franken auf rund 1.9 Milliarden Franken zu (plus sieben Prozent). 69 Prozent davon entfallen auf die Stauzeitkosten (plus 14 Prozent).

Umwelt- und Klimakosten eher gering

Die Stauzeitkosten weisen die tatsächlich erlittenen Verlustzeiten aus, die sich die Nutzer des motorisierten Strassenverkehrs gegenseitig im Stau aufbürden. Weitere rund 24 Prozent machen die staubedingten Unfallkosten aus (rund 450 Millionen Franken). Diese haben gegenüber 2010 leicht abgenommen.

Die Anteile staubedingter Umwelt- und Klimakosten sind sowohl 2010 wie auch 2015 vergleichsweise bescheiden (gut zwei Prozent), der Anteil der auf Staus zurückzuführenden Energiekosten beträgt 2015 rund fünf Prozent. Diese Umwelt-, Klima-, Energie- und Unfallkosten sind in den kürzlich vom ARE publizierten externen Kosten eingerechnet.

Mögliche Massnahmen

Die Kosten von Staus werden regelmässig vom ARE berechnet. Neben dem Ausbau der Infrastrukturen könne deren effizientere Nutzung, beispielsweise durch verschiedene Massnahmen zum Glätten der Verkehrsspitzen, dazu beitragen, diese beträchtlichen, der ganzen Volkswirtschaft schadenden Kosten zu reduzieren, schreibt das Bundesamt.

Mögliche, eher kurzfristig umsetzbare Massnahmen umfassen flexiblere Arbeits- und Unterrichtszeiten, ortsunabhängiges Arbeiten, Homeoffice und Video-Konferenzen. Längerfristig könnte Staus auch mit monetären Anreizen begegnet werden wie etwa Mobility Pricing, das der Bund für den Raum Zug in einer Wirkungsanalyse untersucht.

Bund plant Tempo 80 zu Stosszeiten

Um die Stauzeit auf den Autobahnen zu reduzieren, zählt der Direktor des Bundesamts für Strassen, Jürg Röthlisberger, auf eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit, wie er in einem Interview mit dem «Blick» vom 11. Juli erklärt hatte.

Der Verkehr werde mit Tempo 80 flüssiger, weil der Abstand zwischen den Fahrzeugen reduziert werde und es zu weniger Unfällen komme. «Auf den Hauptverkehrsachsen müssen wir in Zukunft vermehrt zu diesem Instrument greifen», kündigte er an.

Für Röthlisberger sind die heutigen Staukosten «hässlich». Die Situation sei «inakzeptabel», vor allem auf den Mittelland-Autobahnen. (whr/sda)

Aktuelle Polizeibilder

Rechtsvorbeifahren auf der Autobahn wird künftig erlaubt

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

30
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 11.08.2018 06:29
    Highlight Wie wäre es mit einer Reduktion der masslosen Zuwanderung?
    2 0 Melden
  • zombie woof 08.08.2018 18:43
    Highlight An die Vernunft appellieren hat noch selten funktioniert. Es wird kaum jemand das Auto stehen lassen, weil es vernünftiger wäre ÖV oder die Füsse zu benutzen. Schlussendlich werden wir es nur über den Geldbeutel lernen. Und ja, Homeoffice könnte für viele möglich sein, aber da braucht es den passenden Arbeitgeber.
    1 5 Melden
  • Posersalami 08.08.2018 13:07
    Highlight Als aller erste Massnahme müsste die Anzahl Autos gedeckelt werden.

    Wer ein neues Auto kaufen will muss nachweisen, dass ein anderes Auto verschrottet oder exportiert wurde.

    Als zweite Massnahme müssten überall die Parkplätze massiv reduziert werden. Mit dem eingesparten Geld kann man den ÖPNV und vor allem die Velorouten ausbauen. Auf den Hauptachsen ist dieser zwingend vom Autoverkehr zu entflechten, an Kreuzung usw. muss das Velo immer dem Auto bevorzugt werden (Vorfahrt, Grüne Welle für Velospuren usw.)

    Alles andere macht das Chaos nur noch grösser.
    5 40 Melden
    • w'ever 08.08.2018 13:26
      Highlight u driimer u
      13 1 Melden
    • andrew1 08.08.2018 13:49
      Highlight Macht das sinn wenn man bei steigender bevölkerung die anzahl autos deckelt? Sollte man nicht eher die anzahl personen deckeln damit die schickane für die bürger nicht zu mühsam und einschneidend wird?
      Wenn die bevölkerung wächst muss auch die verkehrsinfrastruktur angepasst werden egal ob schiff, flughafen, auto, bus, zug oder velo. Sonst steigt nur die abneigung gegen das bevölkerungswachstum bei den bürgern. Zudem je mehr menschen umso grösser der ökologische fussabdruck. Selbst der velofahrende veganer verbraucht ressourcen auch wenn nicht so viel wie der vielflieger.
      25 6 Melden
    • Posersalami 08.08.2018 15:36
      Highlight Auch wenn ab heute die Bevölkerung konstant bliebe, wäre die Verkehrssituation vor allem für Anwohner immer noch unzumutbar.

      Übrigens steigt die Zahl gefahrener Kilometer sehr viel schneller als die Bevölkerung. Scheint also nur peripher etwas miteinander zu tun zu haben.

      Was wäre ihr Ansatz für eine ganzheitliche Lösung des Verkehrschaos? Strassen können sie nämlich nur bis zum Stadtrand ausbauen (wenn überhaupt). Und mit welchem Recht belästigen sie die Anwohner mit ihrem Auto?
      1 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tepesch 08.08.2018 12:42
    Highlight Das Problem ist doch auch, dass die Arbeitsplatzdichte sehr unterschiedlich ist und viele Gemeinden kaum Gewerbe haben. Würden sich die Unternehmen besser verteilen, müssten nicht so viele in die grossen Ballungsräume pendeln.
    36 0 Melden
  • Ridcully 08.08.2018 12:36
    Highlight Es ist nicht die Zuwanderung, die den enormen Verkehrszuwachs verursacht, sondern die zunehmende Verlagerung von produktionsstätten und den damit verbundenen Güterumschlag.
    Daher sollte endlich die Wirtschaft für diese Kollateralschäden der ökonomischen Optimierung aufkommen. Verursacherprinzip, ganz einfach.
    14 9 Melden
    • andrew1 08.08.2018 13:51
      Highlight Unter anderem die zuwanderung. Jeder muss ja irgendwie von a nach b kommen ausser man ist arbeitslos, hobbylos und lässt sich alles nach hause liefern. Also wird die zuwanderung auch einen geringen einfluss haben...
      9 4 Melden
    • Zauggovia 08.08.2018 18:11
      Highlight Die Zuwanderung ist sicher ein wichtiger Faktor, mindestens verantwortlich für eine lineare Zunahme. Weiter vergrössern sich die Städte durch die Zuwanderung, sodass die Distanzen für den Berufsverkehr etc. im Schnitt grösser werden, was weiter zu einer Verkehrszunahme führt.
      1 1 Melden
  • Gringo99 08.08.2018 12:33
    Highlight Oder - ganz revolutionär - Auto einfach mal stehen lassen, ÖV oder eigene Muskelkraft benutzen.
    11 17 Melden
    • flying kid 08.08.2018 13:43
      Highlight Ja natürlich.
      Möchte dich sehen morgens um 4:30 mit dem velo zur arbeit zu fahren. Bei wind und wetter, winter und im momentanen Hitze-Sommer. Und nein, ÖV ist keine Option.
      Oder um Mittenacht wieder nach hause...
      Und der Handwerker kommt sicher auch gerne mit dem Velo zu dir nach Hause. Du musst ihm dann nur alles was er zur Arbeit braucht auch zur Verfügung zu stellen, weil auf dem Velo hat der arme Kerl ja nicht so viel Platz...
      21 4 Melden
    • Kalsarikännit 08.08.2018 15:27
      Highlight Immer das selbe Gelaber. Niemand will jemanden bei Wind und Regen um 4:30 Uhr aufs Velo zwingen und erst recht niemand will dem Büezer vorschreiben, die Werkzeuge aufm Buckel im ÖV zu transportieren. Es geht doch meist um die Büroangestellten, die morgens um 7:30 (oder wann auch immer die Stosszeit ist) von ihrem Agglowohnsitz in die Stadt fahren und somit die Strassen und Parkplätze verstopfen. Diese Leute könnten ohne Probleme den Bus nehmen, oder wenigstens Fahrgemeinschaften bilden...
      8 6 Melden
    • GrennendesBüssi 08.08.2018 15:30
      Highlight Der ÖV ist ja zu Stosszeiten auch schon überfüllt
      8 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mizzi 08.08.2018 12:26
    Highlight Fahrgemeinschaften, koordiniert über eine Smartphone - APP vom Bund.

    Wer seine freien Sitzplätze zur Verfügung stellt, erhält Strassenverkehrssteuerrückzahlungen und muss den Zusatzverdienst, den die Mitfahrenden ihm geben, z. B für Benzin, nicht versteuern.

    15 5 Melden
  • Asmodeus 08.08.2018 12:19
    Highlight Mobility Pricing...

    Geld bei denen holen die auf Mobilität angewiesen sind also.
    24 7 Melden
    • mogad 10.08.2018 07:54
      Highlight Das nennt man Verursacherprinzip. Der Bäcker nimmt das Geld auch von denen, die sein Brot wollen. Die Mobilität ist zu billig und zuviele Leute wollen zur gleichen Zeit ans gleiche Ort. Da geht Steuerung wohl nur übers Portemonnaie.
      2 1 Melden
    • Asmodeus 10.08.2018 10:49
      Highlight Nur mit dem Unterschied, daß man gezwungen ist zu pendeln. Das hat mit WOLLEN nichts zu tun.
      0 1 Melden
  • Albert J. Katzenellenbogen 08.08.2018 12:17
    Highlight Tempo 80 könnte man mit der Kriminalisierung der Automobilisten gleichsetzen.
    Hält sich eh keiner dran und somit generiert der Staat nur noch mehr Einnahmen durch OB und Geldstrafen.

    Alternativ könnte man ja die Neuzulassung von Fahrzeugen einschränken.
    10 14 Melden
  • Maragia 08.08.2018 11:55
    Highlight Ist doch alles nur Symptombekämpfung!
    38 6 Melden
    • mrmikech 08.08.2018 12:10
      Highlight Eher lebensqualitätverbesserung. Wer will schon jeden tag rumfahren. Fexiblere Arbeits- und Unterrichtszeiten, ortsunabhängiges Arbeiten, Homeoffice und Video-Konferenzen, was ist schlecht daran?
      30 7 Melden
    • Genital Motors 08.08.2018 12:24
      Highlight Fehlende sozialkompetenzbals Folge.
      5 2 Melden
    • mogad 08.08.2018 12:29
      Highlight Wo ich wohne wurden in einem Radius von ca. 3 km vom Zentrum/Bahnhof entfernt viele Einfamilienhäuser in die ehem. Landwirtschaftszone gebaut.
      Da diese Gegenden keinen ÖV haben kommen die Leute halt mit dem Auto ins nahe Zentrum, wenige mit dem Velo wenn das Wetter es erlaubt. Was dann im Zentrum zu Staus führt, zusätzl. bedingt durch den Parkplatzsuchverkehr. Auch wenn ein Busbetrieb (es gibt auch kleine Busse für ausserhalb der Rushour) nicht rentabel wäre, käm es unterm Strich billiger, sofern man zu einer Gesamtschau der Kosten bereit wäre.
      4 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Anbieter selber wählen: So soll der Schweizer Strommarkt liberalisiert werden

Der Bundesrat will den Strommarkt vollständig öffnen. Auch Haushalte und kleine Gewerbebetriebe sollen künftig ihren Stromlieferanten frei wählen können. Sie haben aber ebenso das Recht, in der Grundversorgung zu bleiben - mit regulierten Tarifen und Schweizer Strom.

Die Marktöffnung ist das Kernstück der Gesetzesrevision, die der Bundesrat am Mittwoch in die Vernehmlassung geschickt hat. Er will damit neue Rahmenbedingungen für den Strommarkt schaffen. Das Zeitfenster sei günstig, sagte …

Artikel lesen