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Wie lange kann sich Raiffeisen-Chef Patrik Gisel noch halten?
Wie lange kann sich Raiffeisen-Chef Patrik Gisel noch halten?
Bild: KEYSTONE

Raiffeisen-Chef wusste von Vincenz' Machenschaften – griff aber offenbar nicht ein

Bereits 2009 gab es Hinweise auf die Machenschaften von Pierin Vincenz. Doch die Raiffeisen-Führung handelte nicht. 
04.03.2018, 06:5009.03.2018, 09:39

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel soll schon länger von mutmasslichen verdeckten Mauscheleien seines Vorgängers Pierin Vincenz gewusst und nicht interveniert haben.

Erste Hinweise hätte ein Rechtsgutachten bereits 2009 geliefert, berichten «SonntagsZeitung» und «Zentralschweiz am Sonntag». Damals sei Aktienrechtler Peter Forstmoser zum Schluss gekommen, dass Vincenz beim Millionen-Kauf der Zahlterminal-Firma Commtrain zwar nicht das Gesetz gebrochen habe, aber auf beiden Seiten des Verhandlungstisches gesessen sei. Weiter habe der Finanzblog «Inside Paradeplatz» im Sommer 2016 Vincenz’ verdeckte Zahlungen enthüllt.

Gisel hatte am Freitag an der Raiffeisen-Bilanzmedienkonferenz gesagt, erst das Strafverfahren gegen Vincenz und vier weitere Personen Ende letzten Jahres habe für Raiffeisen «völlig neue Informationen» ergeben.

Pierin Vincenz sitzt mittlerweile in U-Haft.
Pierin Vincenz sitzt mittlerweile in U-Haft.
Bild: KEYSTONE

«Kein korrektes Bild»

Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm nahm in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sich und den Rest des gegenwärtigen Managements mit CEO Patrik Gisel in Schutz. Die möglichen illegalen Machenschaften seien für dieses nicht erkennbar gewesen. «Wenn Sie falsche Angaben erhalten oder Ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden, können Sie sich kein korrektes Bild verschaffen», sagte Rüegg-Stürm.

Die Einsetzung von Vincenz’ Ehefrau als Leiterin der Rechtsabteilung der Bank sei allerdings eine «unglückliche Konstellation» gewesen. «Mit dem Wissen von heute würde ich dies selbstverständlich anders handhaben.» Rüegg-Stürm will im Juni zwei weitere Jahre als Präsident antreten. Experten kritisieren die Aufsicht rund um die drittgrösste Bank der Schweiz, namentlich die Finanzmarktaufsicht (Finma) und den Verwaltungsrat von Raiffeisen.

Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht, spricht gegenüber dem «SonntagsBlick» und der «NZZ am Sonntag» beim Verwaltungsrat von einem «Gremium wohlmeinender Amateure» mit «nicht wirklich Grossbanken-Kompetenz». «Wie hätten diese Leute den [früheren] CEO stoppen sollen?»

So war es damals mit dem Ersten Geldautomat der Schweiz

Video: srf
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