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Patrik Gisel, CEO Raiffeisen Gruppe an der Bilanzmedienkonferenz in Zuerich am Freitag, 2. Maerz 2018. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wie lange kann sich Raiffeisen-Chef Patrik Gisel noch halten? Bild: KEYSTONE

Raiffeisen-Chef wusste von Vincenz' Machenschaften – griff aber offenbar nicht ein

Bereits 2009 gab es Hinweise auf die Machenschaften von Pierin Vincenz. Doch die Raiffeisen-Führung handelte nicht. 



Raiffeisen-Chef Patrik Gisel soll schon länger von mutmasslichen verdeckten Mauscheleien seines Vorgängers Pierin Vincenz gewusst und nicht interveniert haben.

Erste Hinweise hätte ein Rechtsgutachten bereits 2009 geliefert, berichten «SonntagsZeitung» und «Zentralschweiz am Sonntag». Damals sei Aktienrechtler Peter Forstmoser zum Schluss gekommen, dass Vincenz beim Millionen-Kauf der Zahlterminal-Firma Commtrain zwar nicht das Gesetz gebrochen habe, aber auf beiden Seiten des Verhandlungstisches gesessen sei. Weiter habe der Finanzblog «Inside Paradeplatz» im Sommer 2016 Vincenz’ verdeckte Zahlungen enthüllt.

Gisel hatte am Freitag an der Raiffeisen-Bilanzmedienkonferenz gesagt, erst das Strafverfahren gegen Vincenz und vier weitere Personen Ende letzten Jahres habe für Raiffeisen «völlig neue Informationen» ergeben.

ARCHIV - Dr. Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschaeftsleitung Raiffeisen Gruppe, spricht waehrend der Pressekonferenz der Koordination Inlandbanken, zum Bericht der Expertengruppe Brunetti zur Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie, am Donnerstag, 8. Januar 2014, in Bern. - Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat eine neue Aufgabe fuer die Zeit nach seinem Ruecktritt bei der Bankengruppe gefunden: Er will das Verwaltungsratspraesidium der Versicherung Helvetia uebernehmen und Raiffeisen frueher verlassen als geplant. Vincenz gehoert dem Verwaltungsrat der Helvetia bereits seit 2000 an. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Pierin Vincenz sitzt mittlerweile in U-Haft. Bild: KEYSTONE

«Kein korrektes Bild»

Raiffeisen-Präsident Johannes Rüegg-Stürm nahm in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sich und den Rest des gegenwärtigen Managements mit CEO Patrik Gisel in Schutz. Die möglichen illegalen Machenschaften seien für dieses nicht erkennbar gewesen. «Wenn Sie falsche Angaben erhalten oder Ihnen wichtige Informationen vorenthalten werden, können Sie sich kein korrektes Bild verschaffen», sagte Rüegg-Stürm.

Die Einsetzung von Vincenz’ Ehefrau als Leiterin der Rechtsabteilung der Bank sei allerdings eine «unglückliche Konstellation» gewesen. «Mit dem Wissen von heute würde ich dies selbstverständlich anders handhaben.» Rüegg-Stürm will im Juni zwei weitere Jahre als Präsident antreten. Experten kritisieren die Aufsicht rund um die drittgrösste Bank der Schweiz, namentlich die Finanzmarktaufsicht (Finma) und den Verwaltungsrat von Raiffeisen.

Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht, spricht gegenüber dem «SonntagsBlick» und der «NZZ am Sonntag» beim Verwaltungsrat von einem «Gremium wohlmeinender Amateure» mit «nicht wirklich Grossbanken-Kompetenz». «Wie hätten diese Leute den [früheren] CEO stoppen sollen?»

So war es damals mit dem Ersten Geldautomat der Schweiz

Video: srf

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
redeye70
04.03.2018 06:59registriert May 2016
Unser Land ist nun endgültig zur Bananenrepublik mutiert. Beim Staat sowie in der privaten Wirtschaft ein Klüngelsystem ohne saubere Kontrolle. Befangene Akteure in den Ämtern und Kontrollstelle. Niemals wieder soll jemand hier mit dem Finger auf Griechenland und andere zeigen. Jetzt warte ich noch auf die erste Beseitigung unangenehmer Journalisten.
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Fulehung1950
04.03.2018 10:33registriert June 2014
Friedrich Wilhelm Raiffeisen (* 30. März 1818 , † 11. März 1888) war ein Sozialreformer und Gründer von Hilfsvereinen, aus denen die Raiffeisen-Genossenschaften hervorgingen. Die Raiffeisen-Banken hatten den Anstrich des Altväterischen, aber auch Seriösen.
Dann kamen Vincenz & Co., wollten das Altväterische demontieren und benahmen / benehmen sich wie all Banker als Raubritter. Mit Sozialreform des Herrn Raiffeisen hat das nichts mehr zu tun. Oder vielleicht doch, halt im umgekehrten Sinn: die Oberen machen Geschäfte zu ihrem Wohl anstatt zum Wohl der Genossenschafter.
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N. Y. P. D.
04.03.2018 08:11registriert October 2015
Nun gut, Raiffeisen war 2009 an der Firma Aduno beteiligt. Aduno wiederum kaufte die Firma Commtrain für 7 Millionen.
Vincenz wiederum besass die Mehrheit an Commtrain.
Vincenz und Partner wiederum hatte HEIMLICH diese Mehrheit aufgebaut.
Er musste also nur noch bei Raiffeisen via Aduno diesen Deal einfädeln.
Heimlich hat er seine Positionen aufgebaut, zwecks Vertuschung seiner Beteiligung an Comtrain.
Die Raiffeisen wollte dann im Nachhinein via Gutachten die Sache legalisieren.
Raiffeisen wird auch noch auf die Anklagebank kommen.
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