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ARICH - Geschlechtsteile aus Stoff aus der

Plüschpenis und -vagina: Im Aufklärungsunterricht wirds heute ganz anschaulich. Zu Hause aber geraten die Eltern ins Straucheln – und schweigen aus Überforderung. Bild: KEYSTONE

Ähh... wenn die Bienchen die Blümchen bestäuben: Die Verlegenheit der Väter

Teenager werden meistens ausserhalb des Elternhauses aufgeklärt. Auch heute noch. Mehr als die Mütter drücken sich die Väter, vielen ist es unangenehm – und sie vertrauen darauf, dass es die Schule richtet.

Annika Bangerter, Sabine Kuster / Schweiz am Wochenende



Martin rutscht unruhig auf dem Stuhl herum. Er ist Vater von drei Söhnen, 16, 18 und 21 Jahre alt. Ob er seine Söhne aufgeklärt habe, hat die Frage gelautet. Er sagt: «Wenn das Thema aufkam, hatte ich das Gefühl, die wissen, worum es geht. Also wenn zum Beispiel am Fernsehen was in die Richtung lief, habe ich gesagt: Weisst du, was du da siehst? Und da merkte ich, das Thema, also wie das funktioniert, war bekannt.»

Nein, mit seiner Frau habe er nicht abgesprochen, wer die Aufklärung übernehme, aber sie sei wahrscheinlich mehr involviert gewesen. Die Kinder seien jedenfalls nie mit Fragen auf ihn zugekommen. Und ob man das als Eltern von sich aus tun sollte, habe er sich nie überlegt.

«Väter fehlen bei der Sexualaufklärung ihrer Kinder fast gänzlich.»

Barbara Berger, Geschäftsleiterin von Sexuelle Gesundheit Schweiz

Martin, 63, würde sich nicht als prüde bezeichnen. Aber mit seinen Söhnen über Sex reden, über Erektionen, Lust, Frauen, Verhütung, Pornos, das hat er nicht getan. Und ist damit im Jahr 2019 in bester Gesellschaft.

Der Verein Sexuelle Gesundheit Schweiz sowie die Hochschulen Luzern und Genf haben rund 100 ausführliche Interviews mit Jugendlichen und Eltern geführt. Barbara Berger, Geschäftsleiterin von Sexuelle Gesundheit Schweiz, fasst das Resultat folgendermassen zusammen: «Väter fehlen bei der Sexualaufklärung ihrer Kinder fast gänzlich.»

Ähnliches ergab eine Studie der Universitätsspitäler Lausanne und Zürich 2018, an der 7142 junge Menschen zwischen 24 und 26 Jahren teilnahmen. Davon gab eine Mehrheit an, in ihrer Kindheit und Jugend hauptsächlich mit Freunden (37 Prozent) über ihre Sexualität gesprochen zu haben. An zweiter Stelle folgten die Mütter (22,4 Prozent). Die Väter (3,7 Prozent) landeten abgeschlagen auf einem der hintersten Ränge.

Fachleute sind erstaunt

«Für uns sind die Ergebnisse ernüchternd. Die heutigen Eltern handhaben die Sexualaufklärung mehr oder weniger wie ihre Eltern», sagt Berger. Trotz gutem Willen falle es vor allem den Vätern oft schwer, mit ihren Kindern offen und unverkrampft über die Sexualität zu sprechen. Insbesondere wenn es um Intimität und Beziehungen gehe. Damit bestünde die Gefahr, dass überholte Rollenbilder weitergegeben würden, sagt Berger. Etwa, dass Frauen offener über ihre Gefühle sprechen als Männer. «Das ist aber keine Frage des Geschlechts. Das muss man lernen und üben.»

«Die heutigen Eltern handhaben die Sexualaufklärung mehr oder weniger wie ihre Eltern.»

Barbara Berger, Geschäftsleiterin von Sexuelle Gesundheit Schweiz

Es reicht nicht, biologische Abläufe zu erklären und ungewollte Schwangerschaften oder Geschlechtskrankheiten zu verhindern. Es geht um mehr: um Sexting, um Geschlechtsidentität oder um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Bett.

Das fordert auch die Lehrer. Denn auf diese verlassen sich Eltern gerne. Bloss ist das Glückssache: Bezüglich Sexualpädagogik fehlt eine nationale Strategie oder eine einheitliche Bildungspolitik. Jeder Kanton regelt dies für sich. In der Romandie etwa besuchen externe Fachpersonen die Schulen. In der Deutschschweiz übernehmen dies häufig die Lehrerinnen und Lehrer. Je nach Person und Schule kann die Aufklärung deshalb umfassend oder minimal ausfallen.

Einer der wenigen Väter, die mit ihren Kindern unverkrampft über Sex sprichen, findet aber sowieso: «Die Aufklärung in der Schule reicht nicht, denn da traut man sich ja vielleicht nicht nachzufragen», sagt René, 51.

Kollegin schlug Dreier vor

Renés Töchter sind 14 und 17 Jahre alt. «Die ältere ist zum Glück so selbstbewusst, dass sie sich nicht unter Druck setzen lässt, alles mitzumachen», erzählt er. Kürzlich sei sie von einer Kollegin zu einem Dreier eingeladen worden und habe abgelehnt. Die Tochter erzähle nicht alles, und das sei auch okay so. Als sie einen Quasi-Freund erwähnte, fragte der Vater nach: «Müssen wir über Verhütung reden?» Sie habe verneint, wollte aber darüber reden, wie viel Körperlichkeit sie sonst zulassen solle. «Sie rang mit sich selbst und wir bestärkten sie, nur zu machen, was für sie stimme.»

Er hat seine Töchter nie zur Aufklärung zu sich zitiert. Vielmehr kam das Thema immer wieder am Esstisch auf. Um die offene Atmosphäre zu fördern, erzählen er und seine Frau es den Mädchen bewusst auch, wenn sie selber eine Krise haben.

Viele Kindern ist es jedoch unangenehm, mit ihren Eltern über Sex zu sprechen – gerade wenn sie deren Scham spüren. Anton, 56, Vater von zwei Töchtern und zwei Söhnen, macht es deshalb so: Er greift am Familientisch Themen auf, die in den Medien aktuell sind, oder legt wie zufällig Broschüren auf den Tisch. In späteren Gesprächen merke er, dass seine Kinder das Material ziemlich genau anschauten. «Würde ich es ihnen in die Hände drücken und sagen, lies das, würde es nicht klappen», sagt der Vater.

«Wer nicht im Kindesalter über Sexualität spricht, findet die Sprache auch später nicht.»

Michael Ganz, Sexualpädagoge

Inzwischen sind auch seine Kinder im Teenager-Alter oder erwachsen und grenzen sich ab. Das ist normal. Sexualpädagogin Katja Hochstrasser sagt dazu: «Mit 12, 13 Jahren ist der Zeitpunkt für die Eltern vorbei, die Kinder nur biologisch aufzuklären.» Auch Michael Ganz von Sexuelle Gesundheit Aargau sagt: «Wer nicht im Kindesalter über Sexualität sprichtt, findet die Sprache auch später nicht.»

Mit Tochter reden ist schwierig

Besonders Väter, die nur Töchter haben, sehen sich nicht in der Verantwortung, ihre Kinder aufzuklären. Dass ihre männliche Sicht auf die Sexualität die Mädchen interessieren könnte oder sogar wichtig wäre, diese Erkenntnis hat sich noch nicht durchgesetzt. So sagt ein Vater dreier Töchter: «So weit habe ich nicht gedacht.» Seine Mädchen hat die Mutter aufgeklärt. Gemeinsam hätten sie aber den Umgang mit den sozialen Medien geregelt: Dass die Mädchen vorläufig keine Selfies von sich auf Instagram posten sollten und schon gar nicht nackt.

Auch Vater Anton mit den vier Kindern war mit den sozialen Medien konfrontiert: Sein jüngerer Sohn schrieb einem Mädchen, das ihm gefiel, eine Whatsapp. Diese zeigte es in der Klasse herum. Der Sohn wollte wissen, wie sich die Nachricht löschen liess. Es war eine technische Frage, die im Gespräch endete, wie man mit einer Zurückweisung umgeht.

Die Sexualpädagogen sagen: Doch, viele Väter würden sich bemühen und es gut machen. Aber je intimer es wird, umso grösser wird das Schweigen, wie die Lausanner Sex-Studie zeigt. So hat ein Drittel der Befragten angegeben, dass in ihrer Aufklärung weder über Klischeevorstellungen noch über Sexualpraktiken gesprochen wurde. «Dies wäre aber vor allem vor dem Hintergrund des Pornokonsums von Jugendlichen wichtig», sagt Barbara Berger von Sexuelle Gesundheit Schweiz, «Pornos schaffen völlig verzerrte Realitätsvorstellungen.» Auch Sexualpädagogin Katja Hochstrasser sagt: «Die Pornos haben sich in den letzten Jahren stark verändert, es kommt viel mehr Gewalt vor.»

Gerade bei diesem Thema hätten Väter die wichtige Aufgabe, das entstandene Bild in den Köpfen ihrer Söhne zurechtzurücken. Was läuft im Bett wirklich ab – und auch: Was mögen Frauen?

Über sich selbst nachdenken

Warum also tun sie es nicht, im Jahr 2019, wo in der Gesellschaft kaum noch über Dildos gekichert wird? Die befragten Fachleute kamen ob der Frage ins Stocken. Am Ende kristallisierte sich heraus: Nein, es ist den Eltern nicht egal, ob oder wie die Kinder aufgeklärt werden. Aber viele sind überfordert. Denn wer über Sex reden will, ist gezwungen, zuerst seine eigene Sexualität zu reflektieren. «Nur die Sexualität in ihrer kommerzialisierten Form ist öffentlich», präzisiert Sexualpädagoge Ganz, «die eigene Sexualität bleibt ein sehr persönliches Thema.»

Eltern müssen sich also zuerst bewusst werden, was sie tatsächlich gut finden und was nicht – sonst finden sich auch die Worte dafür nicht. Sex ist nur auf den ersten Blick eine Handlung, Sex hat vor allem mit Gefühlen zu tun. Und Männer haben in der Regel immer noch mehr Mühe über diese zu sprechen.

Gemeinsam ist den befragten Männern übrigens, dass ihr eigener Vater sie nicht aufgeklärt hat oder damit kläglich gescheitert ist, wie René schildert: «Das war oberpeinlich, als mich mein Vater eines Abends am Tisch aufklären wollte. So verkrampft! Ich habe dann selber gesagt, das bringt nichts.»

Diese Zeit ist trotz allem überwunden: Die Vater-Kind-Beziehung hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert, wie Diana Baumgarten, die an der Uni Basel über die Beziehung von Vätern zu ihren Kindern geforscht hat, feststellt. «Die Männer sind heute involviert im Familienleben, die meisten suchen eine liebevolle Beziehung zu ihren Kindern und wollen an ihrer Entwicklung teilnehmen.» Vielleicht seien 40 Jahre einfach noch zu kurz, um auch die Mauer zur Aufklärung einzureissen.

Wie sag ichs meinem Kinde?

Aufklärung beginnt früh

Schon mit drei oder vier Jahren beginnen Kinder Fragen zu stellen, zum Beispiel, wie sie in den Bauch der Mutter gekommen sind und wie wieder raus. Diese Gelegenheiten sollten Eltern ergreifen, um Kindern in einfachen Worten zu erklären: Damit ein Kind entsteht, braucht es Vater und Mutter und es kommt durch die Vagina der Mutter zur Welt.

Klare Begrifflichkeit

Es ist wichtig, dass Kinder ihre Geschlechtsteile früh benennen können. Auch für die Missbrauchs-Prävention: Kinder können nur über etwas sprechen, wofür sie auch die Bezeichnung kennen.

Gelegenheiten nutzen

Es gibt es viele Gelegenheiten, das Thema aufzugreifen: Wenn das Kind die Monatsblutung der Mutter mitbekommt und nachfragt, wenn es auf Kondome stösst, wenn Knaben mit einem Samenerguss aufwachen oder Medien Fälle von sexuellen Übergriffen melden.

Grenzen respektieren

Je nach Alter müssen die Erklärungen nicht ins Detail gehen und auch nur so weit, wie das Kind Interesse zeigt. Signalisieren Sie ihrem Kind aber, dass es mit allen Fragen zu Ihnen kommen kann.

Info-Material besorgen

Viele Eltern lassen kinder- und später jugendgerechte Bücher zum Thema Sexualität herumliegen, die ganz automatisch in die Hände des Nachwuchses wandern, wenn es sie interessiert.

Porno-Konsum thematisieren

Die meisten Eltern unterschätzen, wie früh die Kinder in Kontakt mit Pornos kommen. Hier wird die Sexualerziehung zur Medienerziehung. Und einmal mehr gilt: Die Kinder kommen mit etwas, das sie beschäftigt oder gar schockiert, nur zu den Eltern, wenn sie wissen, dass sie auf offene Ohren stossen und nicht bloss auf Verbote.

Cyberrisiken berücksichtigen

Schliessen Sie die virtuelle Welt mit ein. Im Internet können Kinder und Jugendliche auf nicht altersgerechte Inhalte stossen oder sexuelle Angebote erhalten. Fragen Sie deshalb nach, welche Kanäle Ihr Kind nutzt.

Eigene Sexualität reflektieren

Überlegen Sie sich, welche Fragen Sie beantworten können und wollen. Es ist in Ordnung zu sagen, wenn es einem zu intim wird. Sie müssen nicht Details Ihres Sexlebens auspacken. Aber bei Liebeskummer kann es hilfreich sein, zu wissen, wie die Mutter oder der Vater damit umgegangen sind.

Rechte aufzeigen

Sprechen Sie mit Ihren Kindern über sexuelle Rechte. Auch für Jugendliche gilt das Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität. Hinterfragen Sie Geschlechterrollen und befähigen Sie Ihre Kinder – Mädchen wie Jungs –, dass sie Grenzen kennen und setzen können.

Tipps holen

Erkundigen Sie sich in Ihrem Umfeld, wie Sexualaufklärung in anderen Familien thematisiert wird. Bei Unsicherheiten: Lassen Sie sich von Fachleuten beraten – etwa in der Elternberatung von Pro Juventute oder Sexuelle Gesundheit Schweiz.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sarkasmusdetektor 04.03.2019 14:48
    Highlight Highlight Das Problem könnte auch sein, dass die Väter, deren Söhne durch Pornos aufgeklärt wurden, meist kein Problem haben. Also ist es ihnen egal. Das Problem haben dann die Töchter anderer Väter. Ignoranz regiert die Welt.
  • Toerpe Zwerg 04.03.2019 09:55
    Highlight Highlight "Teenager werden meistens ausserhalb des Elternhauses aufgeklärt."

    Das wäre dann sowieso reichlich spät.
  • Zurichda 04.03.2019 09:31
    Highlight Highlight Sehe kein Problem. Mutter hat mir die Sexregeln erklärt, dafür wäre Sie dabei gescheitert, mir die Regeln vom Fussball beizubringen. So hatten beide Elternteile bei mir ihren Wert...
  • Xonco 04.03.2019 08:59
    Highlight Highlight Ich wurde nie von meinen Eltern aufgeklärt, und in der Schule kam die Aufklärung Monate nach dem ersten mal und zweiten, etc.

    Ich lebe, habe kein Aids & meine Kinder auch nicht.

    Wer mit offenen Augen durch die Welt geht und Interessiert ist findet sich zurecht, ohne die Mutter zu fragen was Spermien sind. ohlol. Ich bin damit kein Einzelfall, so geht es den meisten auch. Früher ebenfalls.

    Kann mir jemand noch gleich die Notwendigkeit erklären?

    Wenn die kleine 2 1/2 jährig in Bedrängnis fühlt durch den kleinen Bruder ruft Sie schon jetzt um Hilfe. Dafür brauchts keine Sexualaufklärung.

  • Janis Joplin 04.03.2019 07:38
    Highlight Highlight Interessant - mein Vater war da wohl seiner Zeit voraus in den 80ern...
    Meine Mutter war es, die um Himmels Willen sich lieber den Mund zugenäht, als uns aufgeklärt hätte.
  • Nurmalso 03.03.2019 23:34
    Highlight Highlight Jesus Christus Aufklärung für und mit dem Nachwuchs ist doch ein Relikt aus den 50ern heute schauen sich die Kinder das längst im Netz an.

    Vielleicht könnt ihr ja noch was lernen von eurem Nachwuchs...
  • Sophia 03.03.2019 20:02
    Highlight Highlight WennPanzer durchs Dorf rattern, wenn die Kanonen auf dem Üungsplatz donnern, wenn die Patrouille Swiss am Himmel ihr Kunststücke mit ohrenbetäubendem Lärm vollführen, wenn im TV die Nachrichten von z. B. Jemen laufen, wo also Mordwaffen die Hauptrolle spielen, dann darf der Nachwuchs ruhig hinschauen und seine Fragen werden ausgiebig beantwortet. Wenn es aber um Liebe und neues Leben geht, sind plötzlich die meisten Menschen verklemmt. Für mich ist das völlig unverständlich.
    • Eh Doch 04.03.2019 09:46
      Highlight Highlight wowowowooowww wenn Panzer durchs Dorf rattern, wo lebst du?
      Wir beruhigen uns mal
    • JoeyOnewood 04.03.2019 17:47
      Highlight Highlight Also in Frauenfeld war das in meiner Kindheit gang und gäbe - hier war jedoch früher auch die Artillerie beheimatet. Heute weniger, aber doch auch ab und zu.
  • Butschina 03.03.2019 19:01
    Highlight Highlight Hui da hatte ich ja richtig fortschrittliche Eltern. Die Dinge wurden beim Namen genannt und Fragen korrekt beantwortet. Meine Eltern haben uns gesagt wir können immer zu ihnen kommen wenn wir Fragen haben. Wir sollen es doch bitte auch sagen wenn gewisse Aktivitäten aktuell würden, dann könne die Verhütung gewährleistet werden. Sie sagten immer es sei wichtig möglichst erst die Ausbildung abzuschliessen bevor Kinder kommen, dass sie uns aber jederzeit unterstützen würden wenn es doch früher wäre. Ihnen war wichtig, dass wir uns mit nichts verstecken mussten. Ich finde sie haben richtig agiert
  • Pinkerton 03.03.2019 18:47
    Highlight Highlight Und wieso genau soll Verklemmtheit jetzt in erster Linie ein Männerproblem sein? Ich denke da sind beide Geschlechter etwa gleich schwach, was schade ist.
    • Zwei Fallende Stimmen 03.03.2019 19:00
      Highlight Highlight Warum so sensibel? Es steht doch im Artikel, dass die insbesondere die Männer in Sachen Aufklärung eine der letzten Anlaufstellen sind.
    • Füdlifingerfritz 04.03.2019 09:29
      Highlight Highlight Weil wir hier auf Watson sind; da ist fast alles ein Männerproblem. ;-)
  • Scaros_2 03.03.2019 18:18
    Highlight Highlight Ich kann es schlicht nicht verstehen, was daran so peinlich oder schwer sein soll. Wirklich, ich habe Mühe das zu verstehen. Es ist etwas völlig natürliches, genau so wie die Periode etc. All diese Themen werden immer so belächelt und tabutisiert. Ich kann es nicht verstehen.
    • JoeyOnewood 04.03.2019 17:51
      Highlight Highlight Weil die offen erzogen wurdest oder einen offenen Kollegenkreis hattest oder sonst jemanden Wichtiges im Umfeld, der offen war.

      Wir haben aber etliche Mitmenschen, die sehr gläubige Eltern hatten (egal ob katholish, reformiert, jüdisch oder muslimisch). Diese Kinder - obwohl nichts mehr mit dem Glauben zu tun - haben meiner Erfahrung nach sehr oft Probleme offen über Sexualität zu sprechen. Und gerade bei Frauen ist das Verhältnis zum eigenen Körper oftmals gestört.
    • Scaros_2 04.03.2019 20:20
      Highlight Highlight Dann sind wir wieder bei meinem üblichen Problem. Religion. Dieser Unsinn verursacht echt immer probleme
  • N. Y. P. 03.03.2019 18:16
    Highlight Highlight Etwa, dass Frauen offener über ihre Gefühle sprechen als Männer.

    Echt ?

    Ich dachte immer, Männer kämmen sich gegenseitig die Haare und Frauen sitzen gerne schweigend ums Lagerfeuer..


    «Das ist aber keine Frage des Geschlechts. Das muss man lernen und üben.»

    Auf jeden Fall ! *doppelhust*

    Du Schatz, ich will über meine Gefühle reden.
  • Coffeetime 03.03.2019 18:14
    Highlight Highlight Danke für diesen Bericht. Finde ich gut geschrieben.

    Das Thema, ist ein sehr persönliches und wenn es da hartzt, dann kann es effektiv nicht leicht sein, es weiterzugeben... Jeder ist dann mit seiner eigenen Realität konfrontiert.
  • Chriguchris 03.03.2019 18:11
    Highlight Highlight Ich kann mir vorstellen, dass dies als Elternteil schwierig sein kann. Viele von uns sind um einiges prüder erzogen worden als dass sich die heutigen Zeiten gestalten. Zudem reden viele Menschen nicht über ihre Sexualität und wenn dann nur oberflächlich.
    Meine Schwester und ihr Mann haben 3 Jungs und hatten auch Schwierigkeiten sich zu überwinden sie aufzuklären also habe ich mit ihrem Einverständnis dies übernommen. Ich habe die 3 dann laufend aufgeklärt, immer wenn sie eine Frage hatten oder noch haben, einfach Schritt für Schritt.
    • Phrosch 03.03.2019 18:55
      Highlight Highlight Chruguchris, das finde ich super. Ich erinnere mich gut, dass solche Gespräche nicht nur meiner Mutter peinlich waren, sondern mir auch. Ich hätte gern einen anderen Erwachsenen gehabt für solche Gespräche. Manchmal ist das einfacher mit jemandem, der einem zwar nahe steht, aber halt nicht ganz so nahe. Wichtig ist, das gemeinsam zu entscheiden.
    • Chriguchris 03.03.2019 19:23
      Highlight Highlight Ich danke Phrosch.
      Die 3 hatten und haben noch immer Spass dabei denn sie bekommen von mir einfach die Wahrheit.
  • Armend Shala 03.03.2019 18:05
    Highlight Highlight Bei meinen Geschwistern zusammen mit meinen Eltern war es so, wenn wir eine Frage hatten, egal zu was, fragten wir unsere Eltern. Aber auch nur weil diese unheimlich offen waren zu uns und direkt und uns ohne Umschweife alles erklärten, ich schätze dies bis heute, man bedenke sie sind gross geworden in den 70ern im Balkan im sozialistischen Jugoslawien, dazu waren wir noch katholische Albaner. Meine Freundin und ich werden das bei unseren Kindern genauso handhaben. Seit offen für alles was eure Kinder euch fragen, denn wenn ihrs nicht tut, machen es andere oder dubiose Quellen im Internet.
    • Antigone 03.03.2019 18:22
      Highlight Highlight Das ist aber wirklich sehr sehr selten, dass bei uns Albanern die Eltern die Aufklärung übernehmen. Erstaunt mich sehr. Aber gut für euch!

      Nur schon bei einer Kussszene im TV wird bei Vielen gleich weggezappt haha...
    • Armend Shala 03.03.2019 18:30
      Highlight Highlight @Antigone

      Wiviele Albaner kennst du, um zu behaupten diese sind so und diese so? In der Schweiz alleine leben über 200‘000, mehrheitlich aus dem Kosovo, im Balkan wiederum 6 Mio. und weltweit um die 14 Mio.

      Bei Schweizer, damit meine ich Hugentoblers und Stauffachers, kenne ich auch riesige Unterschiede. Sind wir doch einfach froh in einem Land zu leben, wo wir unsere Meinung bisher offen kundtun können.
    • Antigone 03.03.2019 19:01
      Highlight Highlight Natürlich kenne ich nicht jeden einzelnen albanischen Haushalt.
      Aber gewisse Länder haben halt doch schon ihre Mentalität, welches auf viele Menschen des jeweiligen Landes zutrifft.
      Und unsere Einstellung bezüglich Sex ist halt schon nicht mega offen, das kannst du einfach nicht abstreiten.
      Aber eben, Ausnahmefälle wie dich gibts immer und überall. Was ja auch gut ist. Finde es ja toll, dass ihr so eine offene Kommunikation geniessen durftet.
  • DocShi 03.03.2019 17:58
    Highlight Highlight
    Das Problem fängt doch schon früher an. Meine Kinder sind 4 und 6. Kam natürlich irgendwann die Frage nach den Namen der Geschlechtsteile auf. Meine Frau sagte so Sachen wie das ist dein Pipi und so.
    Ich hingegen habe gesagt, das ist dein Penis und zur Tochter, das nennt man Vagina. Meine Frau regt sich auf und sagt das geht nicht. Wenn die das im Kindsgi sagen gäbe es Probleme. WTF!
    Nennt dss beim Namen und fertig. So geht Verklemmtheit los.
    Meine Tochter werde ich jedenfalls aufklären und ihr ein paar Verteidigungsübungen lehren.
    • Zwei Fallende Stimmen 03.03.2019 18:59
      Highlight Highlight Finde ich eine gute Einstellung. Und dem Sohn ebenfalls was mitgeben - consent ist wichtig und geht beide Geschlechter an. Die Mädchen sollen nicht nur lernen Nein zu sagen, die Jungs sollen auch lernen, dass Sex einvernehmlich sein muss, damits beiden Spass macht!
    • OLAF der I. aka Gàn 03.03.2019 19:13
      Highlight Highlight Alle Pädagogen nennen die dinge beim Namen. Die Kindergärtnerinnen kucken eher komisch, wenn die Kinder vom pipi und der mumu reden.
    • DocShi 03.03.2019 19:56
      Highlight Highlight @Zwei Fallende Stimmen, versteht sich dass ich auch meinen Sohnemann aufkläre. Vielleicht macht er mit 15/16 Jahren dasselbe wie ich: ich habe mich damals zur Fasnacht als Frau verkleidet. Gott was habe ich die betrunkenen Anmachsprüche hassen gelernt.
      @OLAF der I. aka Gàn, ich habe auch mehr die andern Eltern gemeint. Sorry, hätte ich schreiben sollen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • cinz 03.03.2019 17:54
    Highlight Highlight In der Primarschule kamen zu uns Fachpersonen. Während die Jungs alles über Sex gelernt haben, hat man uns Mädchen alles über unsere Menstruation beigebracht- aber über Sex wurden wir nicht aufgeklärt, auch nicht darüber, wo zmb. die Klitoris ist. In der Sekundarschule haben wir gar nichts gemacht- das hätten wir ja schon gehabt. Im Gymnasium wurde ich mit 15 zum ersten Mal über Sexualitäten und Verhütungsmittel aufgeklärt. Aber wie eine Frau stimuliert wird und wie unser Intimbereich aufgebaut ist, das habe ich nie gelernt. Wirklich hilfreiche Sexualkunde fehlt hier echt in der Schweiz.
    • DerMeiner 03.03.2019 18:50
      Highlight Highlight Ich hatte ziemlich ausführlichen Sexualkundeunterricht. Das wurde sogar als Projektwoche durchgeführt.

      Kommt halt immer etwas auf die Lehrer, bzw. die Schulleitung an. Aber teils scheuen Lehrer solche Themen noch beinahe mehr, als es die Eltern schon tun.
    • Zwei Fallende Stimmen 03.03.2019 19:03
      Highlight Highlight Warum die Blitzer? Sex ist doch mehr als bloss Biologie und Verhütung. Etwas umfassendere Aufklärung würde wirklich guttun. Auch die Perspektiven etwas graderücken hinsichtlich Pronografie usw wäre wirklich wünschenswert!
    • Ramy 04.03.2019 07:20
      Highlight Highlight War bei uns leider ziemlich ähnlich.
      2x in der Primar- und 1x in der Oberstufe hatten wir das Thema Aufklärung, immer kam auch Fachpersonal und v.a. Betroffene vorbei. Betroffene, da unser Aufklärungsunterricht sich 3x rein um Aids und Hiv drehte. Nicht einmal andere Geschlechtskrankheiten oder andere Verhütungsmittel als Kondome kamen jemals zur Sprache, geschweige denn irgendwelche Sexualkunde oder ähnliches. Meine Eltern haben mich zum Glück gut aufgeklärt, dafür hatte ich als Kind Angst je eine Bluttransfusion zu bekommen, da alle erzählenden Betroffenen sich so mit hiv angesteckt haben.

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