Spass
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President Donald Trump feeds Koi fish as Japan Prime Minister Shinzo Abe, center, and Secretary of State Rex Tillerson second from right, watch during a stop at a Koi pond during a visit to the Akasaka Palace, Monday, Nov. 6, 2017, in Tokyo. Trump is on a five country trip through Asia traveling to Japan, South Korea, China, Vietnam and the Philippines. (AP Photo/Andrew Harnik)

Wirft Trump hier wirklich eine ganze Kiste Fischfutter in den Koi-Teich? Bild: AP

Diese Bilder haben uns 2017 schockiert und verblüfft – und alle waren sie gefälscht

Das Jahr 2017 hat einmal mehr klar gemacht: Es ist nicht immer das, wonach es aussieht.



Sehen wir hier wirklich einen Helden, der ein Baby rettet und sich in letzter Sekunde vor dem Zug in Sicherheit bringt?

Offenbar ein Fake: Auf dem Zug fehlt der Schatten des Mannes plötzlich.

Das spektakuläre Video machte im Juni 2017 im Netz die Runde. Es wurde ursprünglich am 26. Mai von Instagram-Nutzer @Tinto_bro hochgeladen. Ein kurzer Blick auf sein Profil zeigt, dass er zum Spass regelmässig Videos digital verändert und die spektakulären Ergebnisse auf seinem Profil postet. Alles andere als ein Fake würde uns daher gewaltig überraschen.

Nein, hier sehen wir nicht Trump mit Festtagsspeck beim Golfen

Bild

Trump ist zwar leidenschaftlicher Golfer, aber hier wurde sein Gesicht auf den Körper von Golflegende John Daly gepappt.
bild: via snopes

Und nein, auch das ist nicht echt

Bild

Unten rechts das Original-Foto. bild: via snopes

Nein, das ist nicht der junge Trump mit Stripperin auf dem Schoss

Bild

bild: via snopes

Im Juni 2017 wurden diverse Fotos verbreitet, die Trump kompromittieren sollten. Auch wenn wir keine Sekunde zweifeln würden, dass ähnliche Bilder tatsächlich existieren, dieses Foto ist zu 100 Prozent ein Fake.

Nein, hier sehen wir nicht Trumps Polizei-Eskorte

Bild

Was halten Polizisten von Trump? via snopes

2017 geisterte das oben stehende Bild durchs Netz. Es zeigt angeblich wie Motorrad-Polizisten Trump in Phallus-Formation zum Golfplatz eskortieren. Das Foto ist natürlich ein Fake. Es wird bereits seit 2014 im Netz geteilt, teils mit dem gleichen Witz auf Kosten von Wladimir Putin.

Nein, hier sehen wir nicht, wie Trump im Weissen Haus mit Bräunungsspray besprüht wird

Bild

Photoshop ist nicht der einzige Weg, um Fake-Fotos zu erstellen. Die Fotografin Alison Jackson engagiert immer wieder Körper-Doubles, um Parodie-Fotos von Prominenten zu schiessen. via snopes

Wie man sieht hatten Fake-Bilder und -Videos auch 2017 Hochkonjunktur im Netz. Viele sind harmlos-witzig und werden von leichtgläubigen Facebook- oder Twitter-Nutzern weiterverbreitet. Bei anderen Bildern stecken handfeste politische Interessen dahinter, etwa wenn Staaten mit Fake-Aufnahmen ihre politische Agenda legitimieren. Und manchmal fallen gar seriöse Medien in der Hitze des Gefechts auf manipulierte Aufnahmen herein. Aber schaut selbst!

Nein, hier sehen wir keinen russischen Angriff in Syrien

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In Oliver Stones Dokumentarfilm «The Putin Interviews» zückt Wladimir Putin ein Smartphone und zeigt darauf vermeintliche russische Mi-28-Helikopter, die angeblich «IS»-Stellungen in Syrien angreifen (links). Das Problem: Das Video zeigt Apache-Helikopter der US-Amerikaner, die 2009 die Taliban in Afghanistan attackiert hatten (rechts).

Hat Putin Regisseur Stone absichtlich getäuscht? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Denkbar ist, dass er wie sein Berufskollege Trump (und Millionen anderer Internet-Nutzer) einfach vieles glaubt, was er im Netz sieht und in sein Weltbild passt. Darum glaubt der russische Präsident vermutlich auch, dass das folgende Video echt ist.

Nein, hier sehen wir nicht, wie die USA «IS»-Terroristen unterstützen

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2017 behauptete Russland, die USA würden den «IS» indirekt unterstützen, da sie sich weigerten, «IS»-Stellungen zu bombardieren. Das Problem: Um die Behauptung zu «beweisen», veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium einen Screenshot aus einem Videogame.

Die Fake-Aufnahmen, die über das vom Kreml kontrollierte News-Portal Sputnik verbreitet wurden, wurden auf Twitter rasch als Screenshots aus dem Videospiel «AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron» enttarnt.

Nein, hier sehen wir nicht «moderate Muslime, welche die Terror-Attacken in Paris feiern»

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Hier feiern britische Pa­ki­s­tani nach einem gewonnen Cricketspiel gegen Sri Lanka im Jahr 2009.

Frankreich war auch 2017 mehrmals das Ziel islamistischer Terroristen. Und nach jedem Anschlag verbreitet sich im Netz dieses Video, das zeigen soll, wie angeblich «moderate Muslime» die Terroristen feiern. Am 21. April 2017 twitterte der rechtsextreme englische Politiker Paul Golding einmal mehr das Video mit der Botschaft: «Oh schaut, eine Schaar ‹moderater› Muslims feiert in London die Anschläge in Paris.» Zu sehen auf dem Video sind feiernde Pa­ki­s­tani in London nach einem Cricketspiel-Sieg im Jahr 2009 gegen Sri Lanka.

Fake-Schleudern

Zahlreiche weitere Bilder, die uns letztes Jahr im Netz begegnet sind, haben das Newsportal Gizmodo und der auf Fake-Fotos spezialisierte Blog Hoaxeye als Fälschungen entlarvt. Nur zu oft werden die Fakes von populären Twitter- und Facebook-Seiten verbreitet, die sich auf spektakuläre und kuriose Fotos spezialisiert haben: Twitter-Profile wie HistoricalPics, SciencePorn oder TheMindBlowing sind notorische Fake-Schleudern. Ein paar Beispiele:

Nein, früher ist man in der Economy-Klasse nicht so glamourös geflogen

Dieses Fake-Foto wird seit Jahren immer wieder im Netz verbreitet. Es soll zeigen, dass man in den 1960ern in der Economy-Klasse viel mehr Platz hatte.

Bild

Das gleiche Foto gibt es übrigens auch in Farbe. Aber Fake bleibt Fake.

Fake heisst in diesem Fall, dass es ein Konzeptbild von Boeing aus den späten 60er-Jahren ist, das demonstrieren sollte, wie Flugzeuge in der Zukunft aussehen könnten. Wie wir wissen, kam leider alles etwas anders. 

Nein, hier sehen wir nicht Theresa May, Boris Johnson und ihre Brexit-Kollegen vor Edvard Munchs Gemälde «Der Schrei»

Bild

Das Tory-Gruppenfoto ging 2017 viral, stammt aber von 2016 und das Bild im Hintergrund ist natürlich ein Fake.

Im Original sieht es so aus

Bild

Nein, dieses umheimliche Foto muss uns keine schlaflosen Nächte bereiten

Bild

bild: via gizmodo

2017 wurde auch dieses gruselige Foto im Netz verbreitet. Die Botschaft dazu lautete: «Dieses umheimliche Foto wurde kürzlich in einem Gebrauchtwarenladen entdeckt mit lediglich der Jahreszahl 1922 auf der Rückseite.»

Des Rätsels Lösung: Das Foto stammt von 1949 und zeigt einen Mann, der sich als Krampus bzw. Bartl verkleidet hat, eine in Österreich, Liechtenstein, Bayern und teilen Osteuropas bekannte Schreckgestalt in Begleitung des heiligen Nikolaus, wie uns Wikipedia erklärt. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, werden die unartigen vom Krampus bestraft. Auch dieser Fake (nicht das Foto ist gefälscht, aber die Botschaft dazu) wurde vom auf Fake-Fotos spezialisierten Blog Hoaxeye als Fälschung entlarvt.

Nein, dieses Mädchen sagt nicht «Du bist eine Schande für diese Welt» zum echten Donald Trump

Ein kleines Mädchen geigt dem mächtigsten Mann der Welt die Meinung? Das Fake-Video war für alle Trump-Gegner ein gefundenes Fressen und ging in den sozialen Medien entsprechend viral. Allein dieser Tweet wurde über 266'000 Mal geteilt. Das Problem: Der Clip stammt ursprünglich von der Satire-Show «The President Show» und zeigt Trump-Double Anthony Atamanuik. Das Logo der Show wurde im Video entfernt.

Schauspieler Atamanuik sagte später, das Mädchen sei keine Schauspielerin gewesen. Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass sie einem Schauspieler und nicht dem echten Trump die Meinung gesagt hat.

Das Comedy-Video ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Menschen auf Fakes hereinfallen, wenn das Gesehene der eigenen Meinung entspricht.

Nein, hier sehen wir nicht Ivanka Trump mit Putin 

Bild

Das Original-Foto (rechts) zeigt Trumps Tochter mit Wendi Murdoch und Filmregisseur Baz Luhrmann.  bild: via snopes

Trumps Russland-Affäre wird von seinen Gegnern offenbar auch mit Fake-Bildern am Köcheln gehalten.

Donald Trump soll im US-Wahlkampf von Russland unterstützt worden sein. Sein umstrittener Sicherheitsberater Michael Flynn hatte mehrere Treffen mit dem russischen Botschafter in den USA während des Wahlkampfs verschwiegen. Auch Trumps Sohn Donald Junior sowie Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner haben sich laut «New York Times» mit einer russischen Anwältin mit Verbindungen zum Kreml getroffen, um kompromittierende Informationen über Hillary Clinton zu erhalten.

Nein, hier sehen wir nicht das Neujahrsfeuerwerk aus dem All

Dieses Foto wird seit einigen Jahren an jedem 1. Januar im Netz geteilt. Es wird dadurch nicht echter ...

Und nein, diese Inseln gibt es leider auch nicht

Kippte Trump bei seinem Besuch in Japan wirklich eine ganze Schachtel Fischfutter in den Koi-Teich?

Dieses Bild soll zeigen, dass Trump kurzerhand den gesamten Futterbehälter in den Fischteich kippte, während Japans Premier die empfindlichen Fische korrekt mit einem Löffel gefüttert habe.

Glaubt man dem Foto, ist Trump bei seinem Japan-Besuch ins nächste Fettnäpfchen getreten. Während seines Treffens mit Shinzō Abe, dem Premierminister von Japan, sollten die beiden Staatsoberhäupter gemeinsam japanische Koi-Fische füttern. Da die Tiere ziemlich empfindlich sind, macht man das am besten Löffel für Löffel – doch das war den beiden Präsidenten zu langweilig.

Trump leerte tatsächlich die gesamte Schachtel in den Fischteich. Was das oben stehende Foto nicht zeigt: Abe leerte sein Fischfutter zuerst in den Teich, Trump tat es ihm lediglich gleich.

In this combination of images made from video, U.S. President Donald Trump and Japan's Prime Minister Shinzo Abe feed carp at a koi pond before their working lunch at Akasaka Palace in Tokyo, Japan Monday, Nov. 6, 2017. (AP Photo)

Abe und Trump fütterten die Fische zuerst mit einem Löffel. Dann warf Abe zuerst den Rest des Fischfutters in den Teich. Trump folgte seinem Beispiel. Bild: AP/APTN

Das Original-Video zeigt, wie es wirklich war

abspielen

Video: YouTube/Guardian News

In den sozialen Netzwerken wurde Trump einmal mehr als ahnungsloser Trampel beschimpft (für einmal zu unrecht) weil auch Medien wie watson dem irreführenden Foto zunächst auf den Leim krochen

Da Trump am Laufmeter in Fettnäpfchen tritt, fällt es vielen Menschen leicht, an angebliche Trump-Fails zu glauben und sie weiter zu verbreiten. Auch dieses kleine Beispiel führt uns vor Augen, dass wir dazu tendieren eine Geschichte, ein Foto oder ein Video für bare Münze zu nehmen, wenn sie unseren bisherigen Erfahrungen entsprechen. 

Diese Seiten decken Fake-News auf:

Fakten statt Fake-News gefällig? Dann sind diese Artikel interessant für dich.

Mehr Fotos, die lügen:

Wozu bewusste Fehlinformationen dienen – wir erklären es dir

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Video: watson

Riesenspinne frisst Kuh! Und jetzt alle dieses Video auf Facebook teilen! ;)

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Video: watson

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Sinner 04.01.2018 18:02
    Highlight Highlight oder so
    Benutzer Bild
    • jjjj 05.01.2018 00:22
      Highlight Highlight 2edgy4me
  • Sebastian Wendelspiess 04.01.2018 14:07
    Highlight Highlight Danke watson, dass ihr auch zeigt, dass die Medien Fakenews verbreiten und gerade über Trump ziemlich viele...
  • AJACIED 04.01.2018 13:51
    Highlight Highlight Für einmal zu unrecht? Ää es waren ein paar mal aber Easy!
    Mann glaubt das was Mann sieht und denn Medien glaubt Mann erst recht!
    🤦‍♂️
    • Mr. Stärneföifi 04.01.2018 22:59
      Highlight Highlight Hm, was macht dann Frau? 🤔
  • Duscholux 04.01.2018 12:55
    Highlight Highlight Beim Trump Koi hat Watson noch berichtet was für ein furchtbar schlimmer Fauxpas das war. Nach 5s googeln konnte man merken dass die ganze Geschichte Mumpitz war. Qualitätsjournalismus hier!
    • Oliver Wietlisbach 04.01.2018 13:12
      Highlight Highlight 1. Ja, watson ist zuerst darauf hereingefallen, was wir im Artikel auch zugeben.

      2. Wir haben den Artikel umgehend korrigiert, als wir den Fehler bemerkten. Das ist ein Zeichen für Qualität.

      3. Am Anfang kann man eben oft nicht mit 5 Sekunden googeln die ganze Wahrheit herausfinden. Das ist teils erst möglich, wenn mit der Zeit alle Fakten bekannt werden und Google entsprechend die richtigen Informationen findet. Oft sind alle Fakten einer Story erst nach einigen Stunden, Tagen, Wochen (oder nie) verfügbar. Dass Artikel entsprechend nach einiger Zeit korrigiert werden, ist also ganz normal.
    • Duscholux 04.01.2018 13:47
      Highlight Highlight 5s googeln hat damals als die Meldung ganz frisch durch die Medien ging das volle Quellenvideo herausgespuckt. Schaut man sich das an weiss man dass Abe zuerst das Futter herunterwirft.

      Aber ja, wenn man natürlich nur den anderen abschreibt statt selbst die Quelle anzuschauen geht das natürlich nicht.
    • Zap Brannigan 05.01.2018 12:21
      Highlight Highlight Ob Watson wohl auch darauf "hereingefallen" wäre, wenn das Bild "pro Trump" gewesen wäre? Wie sagt man so schön: Tugend ist oft nur Mangel an Gelegenheit.
  • maatze 04.01.2018 12:45
    Highlight Highlight The internet :)
    Benutzer Bild
  • stookie 04.01.2018 12:21
    Highlight Highlight Erinnert mich an die Guardian Werbung von 86.
    Gerade die Geschichte mit Abe und POTUS.

    Danke für solche Artikel und danke für die Links.
    Play Icon
  • El Vals del Obrero 04.01.2018 12:11
    Highlight Highlight Das Feuerwerksfoto (bzw. die Information, dass die Lichter Feuerwerk seien), kann ja kaum stimmen. Schliesslich umfasst das Bild etwa 3-4 Zeitzonen, in Moskau und Lissabon sind Mitternacht und Jahreswechsel nicht zur selben Zeit.
  • elias776 04.01.2018 11:40
    Highlight Highlight Gerade beim letzten Bild(dass wo Trump die Fische füttert), sieht man dass wenn man sich kurz Zeit nimmt und z.B das originale Video schaut, man nicht so schnell auf so Fakes reinfällt. Was z.B auf gerade eben diesen Artikel mit Trump und dem Fische füttern.
  • Matrixx 04.01.2018 11:28
    Highlight Highlight Das zeigt einmal mehr, dass man den (sozialen) Medien nicht blind vertrauen sollte.

    Schade, dass sich soviel Menschen dazu verleiten lassen und so viel unnötiger Ärger provoziert wird.
  • derEchteElch 04.01.2018 11:24
    Highlight Highlight Danke Watson, jetzt mag ich euch wieder mehr als auch schon 🙂👍
  • c-bra 04.01.2018 11:12
    Highlight Highlight Bitte um mehr solcher Aufklärungsbeiträge. Was im Netz alles geglaubt, kommentiert und geteilt wird ist unglaublich. Bitte Leute, seid ein wenig misstrauisch, meistens ist man nach kurzer Recherche (im Volksmund googeln) schon viel schlauer. ;-)

    Dasselbe gilt für Journalisten, auch bei Watson ;-)

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